Verlegung auf eine andere Station

  • Hallo wie hier ja schon einige wissen , sitzt mein Freund in Berlin Tegel . Gestern hat er erfahren dass sie ihn verlegen wollen , von der Sozialtheraptische Station in die Teilanstalt 2 . Er hatte wohl öfters Streit mit Mitinhaftierten und deswegen möchten sie ihn verlegen . Er möchte da aber überhaupt nicht hin . Meine Frage ist was kann man da tun . Wie kann ich ihm helfen ambesten ?

  • Hallo tabse, Du kannst von hier aus da wenig machen. Wenn in seinem Vollzugs,- und Eingliederungsplan drin steht, dass er eine Sozialtherapie machen soll, dann hat er auch den Anspruch, dass eine solche durchgeführt wird. Ist die Teilanstalt 2 auch eine sozialtherapeutische Abteilung? Wenn nein, ist das dann eine Rückverlegung oder nur eine vorübergehende Maßnahme?

  • Hallo Tabse,


    wegen seinem Streit mit den Mithäftlingen ist vielleicht bei deinem Freund besondere Sicherungsmaßnahmen angeordnet worden?
    In der Teilanstalt 2 gibt es da ja eine extra Station. ( §88 StVollzG)


    Lg.Fee


    Jeder Anfang hat ein Ende wobei dieses Ende ein neuer Anfang sein wird


    18.03.2009 - 05.10.2011

  • Hey Lasker ,
    Die Teilanstalt 2 ist keine sozialtherapeutische Station . Ich werde morgen mit ihm telefonieren dann weiß ich genauers ob es eine Rückverlegung oder nur eine vorübergehende Maßnahme ist.

  • Hallo Waldfee ,
    danke für die Info . Da werd ich doch driekt morgen am Telefon ihn drauf ansprechen .
    Lg Tabse

  • Tabse, wäre ja denkbar, denn wenn er ein "Störenfried" ist, will die Anstalt den separieren, damit er nicht noch mehr Unruhe auf der Sotha verbreitet.


    Jeder Anfang hat ein Ende wobei dieses Ende ein neuer Anfang sein wird


    18.03.2009 - 05.10.2011

  • Gestern hat er erfahren dass sie ihn verlegen wollen

    Das heißt, er ist noch nicht verlegt?
    Manchmal versucht man wieder etwas Ruhe in die Abteilung zu bringen, in dem man mal so nebenbei verlauten lässt, das man verlegt wird.


    Versuch ein bisschen Ruhe zu bewahren, denn wie Lasker schon schrieb, von draussen kannst Du am wenigsten machen.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Ja er soll jetzt nächste Woche verlegt werden. Mitterweile weiß ich auch was vorgefallen ist . Gab eine verbale Auseinandersetzung mit einem Mitgefangen und ein Anderer ist dazwischen gegangen. Tja dann standen leider zwei Aussagen gegen ihn. Dass er wenn der Andere nicht dazwischen gegangen wäre wohl zugeschlagen hätte . Er kommt in der Teilanstalt 2 nicht in den Sicherheitsverwahrungteil das ist schon mal postiv . Und ich probiere jetzt auch das Postive zusehn zusammen schaffen wir das.

  • Hey Lasker ,
    In seinem Vollzugs und Eingliederungsplan steht drin das er eine Sozialtherapie machen soll. Seine Anwältin ist grad dabei das ganze zuüberprüfen . Es soll wohl erst mal eine vorrübergehende Maßnahme sein .

  • Und ich probiere jetzt auch das Postive zusehn zusammen schaffen wir das.

    Das solltest Du auch unbedingt machen, sonst bist Du in ein paar Wochen das reinste Nervenbündel und damit ist Deinem Freund auch nicht geholfen.


    Ihr macht Euch viel zu viele Gedanken um Euren Gefangenen. Das war bei meiner Familie nicht anders, obwohl ich immer sagte und es auch schrieb, macht Euch keinen Kopf, ich komme hier schon klar.
    Nichts anderes bleibt uns da ja übrig und keiner hat etwas davon, wenn die Bessere Hälfte auf Besuch kommt und hat das reinste Nervenbündel sich gegenüber sitzen.


    Ich weiß ja auch, das wir Inhaftieren keine gute Lobby haben, das liegt leider unteranderem auch daran, das viele EX - Knackies aus dem Knast kommen und es mit ihren Geschichten maßlos übertreiben.
    Da bekomme ich immer die Wut, denn viele vergessen dabei, dass sie auch etwas verbrochen haben und vorher wussten; Mensch das wird mit Knast belegt.


    Ich gebe zu, Anfangs meiner Inhaftierung erging es mir ähnlich, schimpfte auf alles und jedem. Jeder Vollzugsbeamter war für mich das größte Arschloch und konnte es nicht begreifen, dass es Menschen gibt, die freiwillig in den Knast gehen, auch wenns nur für 8 Std. war.


    Erst als ich mich "eingelebt" und Arbeit hatte, änderte sich meine Sichtweise. Denn ich habe mal Angefangen zu zuhören, nicht was die Knackies sagten, sondern der eine oder andere Vollzugsbeamter, meine Familie oder meine Frau zu erzählen hatte.
    Da konnte ich erkennen, wie abgestresst meine Frau zum besuchstermin hetze, wie sie Familie, Arbeit und Kind unter einem Hut bringen musste, ohne mich!


    Es sind die Kleinigkeiten gewesen, die mir sagten: " Hey Chris, Du bist an dieser Situation ganz alleine Schuld!"


    Wir kommen da im Knast schon zu recht, auch wenn es nicht immer so klappt wie wir uns das Vorstellen. Wichtig ist immer der Teil, der nicht inhaftiert ist, denn das ist die Nabelschnur zum Leben.
    Ist zwar jetzt ein blöder Vergleich, aber es trifft das was ich versuche zu erklären, wenn es Euch draussen scheiße geht, spüren wir das in Euren Briefen, Telefonarten und Besuchen.
    Auf was soll ich mich denn dann noch freuen ?? Wenn die Alte völlig abgekämpft und gaga zum Besuch erscheint ??
    Bringt alles nichts, daher mein Rat....sehe das alles mal etwas positiver


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Hallo tabse, lass es ruhig angehen. Wenn in seinem Vollzugs,- und Eingliederungsplan drin steht, dass er eine Sozialtherapie machen soll, dann hat er auch einen Anspruch drauf, dass diese gemacht wird. Diese Frage hat das Bundesverfassungsgericht mehrfach entschieden. Gehe also mal davon aus, dass es nur eine vorübergehende Maßnahme ist, um die Streithähne erstmal zu trennen. Er soll ja auch lernen sich nicht unnötig provozieren zu lassen. Ein hiesiger Richter pflegte immer zu sagen. Wer mich beleidigt, bestimme immer noch ich. Das ist auch meine Einstellung. Der Beleidiger will, dass sich der Andere über die Äußerung aufregt und der tut ihm auch noch den Gefallen.und verhält sich wie erwünscht.