Ehe aus Lügen

  • Hallo in die Runde!

    Meine derzeitige Situation ist einfach nur frustrierend und macht mir Kopfschmerzen ohne Ende.

    Mein Mann sitzt zum zweiten Mal ein und ich bin mit unserem kleinen Kind alleine. Beim ersten Mal konnten wir ihn mit ein paar zusammengeliehenen Tausend Euro rausholen (Ersatzfreiheitsstrafe), diesmal sitzt er offiziell 20 Monate ein, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen und nicht bezahlt hat.

    Er ist ein chronisch kranker Lügner und vertraut sich grundsätzlich niemals an, aus Angst, ich würde ihn verlassen. Und genau dieses Verhaltensschema ist es, was mich kurz davor treibt.

    Die gesamte Ehe basierte von Anfang an auf Lügen und Intrigen. Er stellt sich als jemand dar, der er überhaupt nicht ist und erfindet Dinge, um mich zu „beeindrucken“. Leider sind die meisten der Lügen aufgeflogen, als es schon zu spät war. Eine der größten Lügen habe ich heute entlarvt und der Frust trieb mich dazu, mich hier anzumelden und das jemandem mitzuteilen.

    Wenn ich ihn auf seine Lügen anspreche, dann fällt er buchstäblich auf die Knie und bittet um Verzeihung, verspricht, ab sofort immer ehrlich zu sein, nichts mehr zu erfinden. Schwört mir die Liebe und dass alles besser wird. Dabei glaube ich, dass er selbst schon gar nicht mehr durchblickt, was wahr und was gelogen ist und nur noch in seiner Fantasiewelt lebt.

    Er lässt die Dinge so extrem schleifen und bezahlt seine Strafen nicht, bis sie mit einem Haftbefehl vor der Tür stehen. Oft war er nicht zu Hause und ich musste die Tür öffnen und die Prozedur über mich ergehen lassen. Das Gefühl, dass fremde Menschen Deine Wohnung betreten und durchsuchen ist einfach so ekelhaft. Ich habe durch diese vielen unerwünschten Besuche schon so Paranoia, dass ich im Flur eine Kamera installiert habe, aus Angst, es könnte jemand die Wohnung betreten, während ich nicht da bin. Natürlich wird keiner kommen solange er im Knast ist, aber dieses paranoide Gefühl geht einfach nicht weg. Als sie zuletzt kamen, waren wir drei zu Hause, es war früh morgens und er war mit unserem Sohn beschäftigt, während ich noch im Bett lag und schlief. Sie klopften und hämmerten wie verrückt, er kam zu mir und meinte, es würde sicher gleich aufhören. Ich war so verpennt, dass ich den Ernst der Lage gar nicht richtig einschätzen konnte, da standen sie schon zu 6t im Flur nachdem sie die Tür eingetreten haben. Und wenige Minuten später war er weg. „Darf ich erfahren, warum das Ganze?“ fragte ich die Beamten. Ich bekam nur als Antwort, ich solle meinen Mann fragen. Dieses Erlebnis hat mich (neben all den anderen unerwünschten Besuchen) dermaßen traumatisiert, dass ich einfach nur Angst vor der Zukunft habe und das Gefühl habe, depressiv zu werden. Die nicht vorhandene Glaubwürdigkeit meines Mannes treibt mich dazu noch viel mehr in den Wahnsinn. Bis zum bittersten Ende lügt er mich an und tut so als wäre nichts, selbst wenn sie schon vor der Tür stehen und ihn holen kommen.

    Briefe fängt er erfolgreich ab, egal wie sehr ich da hinterher bin, und das, obwohl er schon gar keinen Briefkastenschlüssel mehr hatte. Die Geschichte, die er mir erzählt hat, warum er drin ist, klingt sehr unglaubwürdig. Ich weiß einfach nicht wie ich zu ihm halten soll, wenn das Vertrauen gegen Null geht. In fünf Monaten hat er es gebacken gekriegt, dass ich vorgestern zum ersten mal zu Besuch da war. Er kniete vor mir und bat mich, zu ihm zu halten, zumindest solange er drin ist. Er wusste angeblich nicht, dass ich schon seit Monaten genehmigt wurde. Ich vermute eher, dass er nicht wusste, wie er mir nach all dem in die Augen sehen sollte. Ich habe mich in diesen 5 Monaten sehr von ihm distanziert und ihm dennoch ewig lange Briefe geschickt, teilweise waren es zwischen 20 und 40 DIN A 4 Seiten, ich habe alles was ich gefühlt habe niedergeschrieben, viel Wut und viel Schmerz, aber diese eine Stunde Besuch hat alles wieder rückgängig gemacht und meine Zweifel waren weg. Ich kam da raus und dachte „Ja, ich halte zu ihm. Ich liebe ihn und wir stehen das schon irgendwie durch. Er wird diesmal Recht behalten und sich bessern“. Heute schon finde ich heraus, dass die Existenz unseres Kindes auf einer seiner Lügen basiert. Es ist eine Lüge, die er seit über 2 Jahren nie zugegeben hat, obwohl ich sie schon vermutet hatte und ihm mehrmals die Gelegenheit gegeben habe, sie zuzugeben, zuletzt vorgestern beim Besuch. Ich soll doch jetzt bitte nicht am Großen und Ganzen zweifeln, sagte er. Und gab es wieder nicht zu.

    Meine Nerven liegen blank und ich weiß einfach nicht, wie ich an ihn herankommen soll. Ich will die Scheidung weil ich all die Lügen satt bin und in Ehrlichkeit leben möchte, die er mir einfach nicht geben kann/will.

    Aber ich liebe ihn und will nicht, dass mein Kind nur mit einem Elternteil aufwächst. Was es zwar ohnehin schon ein Viertel seines kurzen Lebens tat und noch weitere Monate müssen wird.

    Wie soll das bitte weiter gehen, wenn er draußen ist? Ich sehe mich ihm verzeihen und ihn weiter vor sich hinlügen und Briefe verschwinden lassen und Strafen nicht bezahlen, bis sie wieder klopfen und hämmern. Ich ertrage das kein weiteres Mal und er zeigt mir nicht wirklich, dass er sich gebessert hat.

    Im Reden schwingen und Liebesbriefe schreiben ist er gut, aber in die Tat umsetzen und zu seinem Mist stehen den er verbockt und zusammengelogen hat, das tut er nicht.

    Alles wird damit begründet, dass er mich und uns doch liebt und „schützen“ wollte. Und dass er nicht die Enttäuschung in meinen Augen sehen wollte. Aber ein erwachsener Mann muss doch wissen, dass all die Lügen noch enttäuschender und frustrierender sind wenn sie auffliegen, als rechtzeitig von irgendeinem Mist zu erfahren, den man vielleicht sogar noch hätte abwenden können oder zumindest nicht ganz so schlimm enden lassen können.

    Gibt es hier jemanden, der auch mit dieser Spezies „hoffnungsloser Lügner in seiner Fantasieblase, in der alles gut wird“ zu tun hat?

    Wie geht man damit um?

    Wie kann ich diesen Menschen dazu bringen ehrlich zu sein - was kann ich dazu beitragen?

    Ich habs mit allem versucht - mit lieben Worten, mit bösen Worten, mit Ignoranz, mit Drohungen zur Trennung, alles Erdenkliche war schon dran. Er lügt weiter wie gedruckt.

    Sollte ich in den sauren Apfel beißen und mich scheiden lassen oder sieht irgendjemand hier noch irgendein Fünkchen Hoffnung?

  • Dieses Thema enthält 33 weitere Beiträge die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte registriere dich oder melde dich an um diese lesen zu können.