JVA Hünfeld, lange Einschlusszeiten

  • Mein LAG sitzt jetzt wieder seit fast 4 Monaten in Hünfeld. Er wurde ja aus dem Seniorenvollzug in Schwalmstadt zwangsverlegt dorthin, er war dortKüchenhausarbeiter.. Hünfelder JVA hat keine Arbeit für ihn, daher ist er 21 Stunden eingesperrt in einer Mini Zelle unterm Dach, tierisch heiß da drin, weil man ja nicht durchlüften kann. 2 mal die Woche Gespräche mit Psychologen. Wenn das die nächsten 2,5 Jahre so weiter geht, kann man mit dem nichts mehr anfangen, dann ist der entsozialisiert und verkriecht sich daheim im Keller.

    Bedenklich ist, dass ihn der lange Einschluss nicht mehr stört, da kann er 21 Stunden im Bett liegen lesen und Fernsehen.

    Ein richtiger Verwahrvollzug ist das, macht lebensuntauglich, die müssten doch arbeiten und einen strukturierten Tagesablauf haben, damit die Resozialisierung glückt.

    Ist das überall so, 21 Stunden Einschluss und keine Arbeit, das das für lange Strafen von 5 Jahren?

  • Hallo Granata,


    mein Freund ist auch dort und hat Arbeit. Die bieten auch verschiedene Kurse an, wo man sich anmelden kann z.b. Computerkurs, Sport. Ich weiß nicht, was es da noch für Möglichkeiten gibt. Meiner macht das nicht, weil er dann nicht arbeiten kann und ihm Geld fehlt.


    LG zecke

  • Hallo Granata,


    überall ist das nicht so. Jedenfalls hatte mein Freund in Flensburg Arbeit und jetzt in Lübeck auch. In Lübeck angekommen hatte er nach ca 5 Wochen Arbeit.


    Zu längeren Einschlusszeiten kam es vereinzelt mal am Wochenende, wenn Beamte gefehlt haben.


    LG Darky

  • Ich kann Dir dazu nicht mehr schreiben, als im März'18.

    Die bieten auch verschiedene Kurse an, wo man sich anmelden kann z.b. Computerkurs, Sport.

    Hier bestätigt zecke, das es Angebote gibt. Mag sein, das es nicht für jedem etwas ist, aber Abwechslung ist möglich. Ich habe während meiner Haftzeit viele Inhaftierte getroffen, die lieber auf " Hütte " blieben, als sich zum Schach oder Skat spielen aufzumachen. Manche habe ich auch nur beim duschen getroffen, oder auf dem Weg zur Arbeit.

    Immer alles nur auf den Knast zuschieben finde ich zu einfach.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Bedenklich ist, dass ihn der lange Einschluss nicht mehr stört, da kann er 21 Stunden im Bett liegen lesen und Fernsehen

    Mehr als die anderen kann ich nicht schreiben.

    Es kommt schon noch auf ihn an...was nimmt er von den Angeboten für sich Anspruch.

    Zumal ...ich etwas verwundert bin...in Deinem Thread vom März haste noch was anderes über Kornhaus/Hünfeld geschrieben. Zellen immer offen.

    Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk

  • Danke für die Antworten, wenn Aufschluss ist geht er immer vor die Zelle.

    Den Computerkurs ECDL hat er schon 2016 gemacht, den darf man nicht zweimal.

    Was Sport angeht, er ist außergewöhnlich gehbehindert, da kommt nur Therapiesport infrage, der Sport bringt aber auch nichts für mehr Aufschluss, der muss ja in der Freizeit gemacht werden.

    In der Arbeitstherapie, wo er sich beworben hat, wurde die Zahl der Arbeitsplätze gekürzt, weil Personal durch Krankenstand fehlt.

    Er hat 30 kg im Knast durch Bewegungsmangel zugenommen, der Arzt verordnet ihm mitunter Werktags einen zweiten Hofgang, damit hat er dann eine Stunde mehr Bewegung.

    Da er eine Vorstufe von Darmkrebs hat müsste er jährlich mindestens einmal zur Koloskopie, aber es gibt ja nicht genug Personal für eine Ausführung ins Krankenhaus.

    Die in Schwalmstadt schon genehmigte Ausführung zum Erstellen eines Personalausweises findet auch nicht satt, weil es kein Personal gibt für Ausführung.

    Man lernt daraus im staatlichen Knast gibt es mehr Personal, im teilprivatsierten wird es eingespart. Der private Sektor ist übrigens dafür zuständig, dass es genügend Arbeitsplätze gibt, das schafft er anscheinend nicht, ist nicht rentabel, die Steep GmbH will ja Gewinne einfahren und nicht resozialisieren.

    https://www.steep.de/portfolio…riebskonzept-jva-hunfeld/

    Unter obigem Link könnt ihr nachlesen, für was die Privaten alles zuständig sind.

    Das einzige was bei denen funktioniert sind die Gespräche mit dem Psychologen, der ist halt persönlich sehr engagiert und setzt sich für Therapien ein.



    maximus , nach Beschwerden bei diversen Ämtern über den Dreck im Kornhaus, unter anderem Toiletten an denen Monate lang dieselbe Scheisse klebt, da es dort Gemeinschaftstoiletten gibt, hat man ihn zwangsverlegt nach Hünfeld, statt im Kornhaus einen zweiten Hausarbeiter zum Putzen einzustellen, weil einer es nicht packt mit dem Dreck, der teilweise demented Insassen dort fertig zu werden.

  • Hallo Granata,


    hat sich bei Deinem Mann etwas getan? Ich war selbst in Hünfeld, ich kann nur sagen das es dort sehr sehr viele Angebote gibt...mehr als in anderen Anstalten.

    Auch die Beamten dort sind sehr umgänglich und helfen wo sie können...

    Auch der Psychologe nimmt sich viel Zeit für jeden einzelnen...wenn man ein Anliegen kommt er manchmal noch um 20 Uhr auf den Haftraum...

    Nicht jedes Angebot findet in der Freizeit statt...die Kochkurse sind sehr begehrt...

    Es liegt auch an Ihm selbst sich aus dieser Situation zu befreien...meine Erfahrung in Hünfeld...so wie ich in den Wald schreie ...so kommt es zurück...