Leonard Projekt

  • Hallo liebe Comunity,


    ich habe mir die webseite des Leonard Projekts angeschaut.


    https://www.leonhard.eu/


    ist hier vielleicht jemand der Erfahrungen mit Projekt gemacht hat, oder jemanden kennt der daran teilgenommen hat? … Würde mich freuen wenn jemand davon berichten könnte!


    LG, Gaby

    "Es gibt keine guten - und keine schlechten Menschen. Es gibt gute - und schlechte Taten." (unbekannt)

  • Wie kann man denn Teilnehmer bei diesem Programm werden? Entstehen den Häftlingen Kosten durch die Teilnahme? Wie läuft das praktisch ab? Kommen da Lehrer in die JVA? Darüber habe ich auf der Homepage jetzt nichts gefunden.


    Erfahrungen mit diesem Projekt habe ich keine - mich stört ein wenig, wie oft ich auf der HP sowas wie "Spenden Sie jetzt" gelesen habe!!!


    Generell finde ich, dass Qualifizierung und Weiterbildung eine gute Sache sind um die Zeit im Vollzug zu nutzen!! Evt. gibt es ja eine Möglichkeit sich in der JVA oder auch als Angehöriger bei einer entsprechenden Beratungsstelle Infos über Weiterbildung zu besorgen!


    LG fego

  • Wie kann man denn Teilnehmer bei diesem Programm werden?

    Das habe ich mich auch gefragt. … Etwas Aufschluss darauf gibt eine Anmerkung in den Tagebucheinträge des aktuellen Kurses. Dort heisst es, "In den nächsten Wochen werden wir (die Teilnehmer) in unsere Stammanstalten verbracht. … Das Projekt bezieht sich auf Bayern. Anscheinend kommen die Teilnehmer aus verschiedenen Anstalten und die Maßnahme findet in Stadelheim statt.

    Generell finde ich, dass Qualifizierung und Weiterbildung eine gute Sache sind um die Zeit im Vollzug zu nutzen!!

    Ja da stimme ich dir absolut zu! Das Leonardprojekt setzt, wenn ich es richtig gelesen habe, 6 Monate vor Entlassung an und betreut noch 6 Monate in Freiheit. Ich finde es sollte mehr Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote in den Haftanstalten bundesweit geben, die in ihrer Konzeption ruhig schon früher Anwendung finden.

    mich stört ein wenig, wie oft ich auf der HP sowas wie "Spenden Sie jetzt" gelesen habe!!!

    es fragt sich naturlich wie diese eingesetzt werden? Ich denke mal für die Referenten/innen und Kursleiter/innen. … Da die Teilnehmer zusammengezogen werden gehen sie "auf Schub". … Was das Programm die Justiz das kostet, weiß man nicht.

    Auf der webseite findet man keine Auswertung zum Erfolg des Projekts. Welche Nachhaltigkeit es tatsächlich hat. … Vielleicht meldet sich noch jemand, der mehr darüber weiß.


    LG, Gaby

    "Es gibt keine guten - und keine schlechten Menschen. Es gibt gute - und schlechte Taten." (unbekannt)

  • Ich kenne die Seite seit ca. 2 Jahren durch ein Angebot zum Linktausch.

    Ich habe es damals abgelehnt, weil sie trotz Förderungsprogramme des Arbeitsamtes immer noch zusätzliche Spenden verlangen.

    Desweiteren frage ich mich, was Langzeitinhaftierte die noch 4 oder 5 Jahre vor der Brust haben, von einem solchen Businessplan-Workshop nach der Entlassung noch im Kopf haben.

    Meiner Meinung nach, steht das finanzielle Interesse dieser Seite im Vordergrund.

    Ebenso macht mich die angebliche Erfolgsquote dieser Maßnahme sehr stutzig.

    Zitat

    Die Methode funktioniert (Stand: 30.08.2017):

    • 87 % werden nach unserer Kenntnis nicht mehr rückfällig im Sinne einer erneuten Strafhaft.

    • 28 % machen sich selbstständig.

    • 60 % der entlassenen Absolventen finden nach durchschnittlich 27 Tagen eine Beschäftigung oder beginnen ein Studium oder eine Ausbildung

    Wie kommen die ganen % ???


    Ganz ehrlich, wer einmal im Knast gesessen hat und sich von den Inhaftierten ein Bild gemacht hat, weiß das es nur sehr wenige intelligente Inhaftierte dort gibt. Noch weniger habe das nötige Eigenkapital für einen Strat in die Selbständigkeit.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Das leonardprojekt hat den ersten Kurs 2009 durchgeführt und präsentiert sich auf seiner Webseite ziemlich selbstbewusst. Die Kategorien "die Idee" und "das Programm" sind schlüssig, wenn man sie liest. Der Schreiber des Teilnehmertagebuch scheint begeistert von dem was in der Maßnahme passiert. Transparent wird auf der Seite nicht, welche Voraussetzungen ein Inhaftierter mitbringen muss um daran teilzunehmen aber in der Presse habe ich was dazu gefunden. Dort gibt es auch ne andere Zahl die Rückfallquote betreffend. In der badischen Zeitung von

    Mi, 30. November 2016 steht in einem Artikel bzw. Interview mit der Leiterin des Projekts:


    Der Erfolg: Während die Rückfallquote sonst bei 46 Prozent liegt, sind es bei den Kursabsolventen nur noch zwölf Prozent. "60 Prozent unserer Schüler finden innerhalb von 27 Tagen einen Job oder fangen an zu studieren", sagt Maren Jopen. "29 Prozent machen sich selbstständig." Trotz des messbaren Erfolgs gebe es ein solches Programm bislang nur in Bayern, bedauert Jopen.


    Transparent wird nicht wie das wirklich aussieht seit dem ersten Kurs, keine Veröffentlichung der Teilnehmerzahlen und keine über die Jahre angelegte Statistik, trotz Universitätsbeteiligung. … Finde ich schade und etwas selbstsam.


    Desweiteren frage ich mich, was Langzeitinhaftierte die noch 4 oder 5 Jahre vor der Brust haben, von einem solchen Businessplan-Workshop nach der Entlassung noch im Kopf haben.

    da habe was anderes gelesen als du. Chris. Die Teilnehmer werden 6 Monate vor Entlassung und 6 Monate in Freiheit betreut. ich weiß allerdings nicht mehr wo auf der Seite. … Alles andere wäre auch total unsinnig. …



    Ganz ehrlich, wer einmal im Knast gesessen hat und sich von den Inhaftierten ein Bild gemacht hat, weiß das es nur sehr wenige intelligente Inhaftierte dort gibt

    ja … aber es gibt sie. … Förderungsmaßnahmen sollten breit gefächert sein.

    "Es gibt keine guten - und keine schlechten Menschen. Es gibt gute - und schlechte Taten." (unbekannt)

  • ja … aber es gibt sie. … Förderungsmaßnahmen sollten breit gefächert sein.

    Das habe ich doch auch geschrieben, das es auch intelligente Inhaftierte gibt, nur die sind in der Minderheit. Ich zweifel trotzdem die Erfogsquote an, weil nirgendwo genaue Teilnehmerzahlen zufinden sind.

    Bei drei oder vier Förderungsteilnehmer ist so eine Quote ruckzuck erreicht.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • ja … aber es gibt sie. … Förderungsmaßnahmen sollten breit gefächert sein.

    ist vielleicht etwas missverständlich meinerseits, dich da zu zitieren. Im Hinterkopf hatte ich dabei die Förderungswürdigkeit der Inhaftierten allgemein.


    Nach allem was ich gelesen habe (nicht nur auf der website) waren es im Jahre 2009, neun Teilnehmer und in diesem Jahr 2018 zwanzig.


    Ich zweifel trotzdem die Erfogsquote an, weil nirgendwo genaue Teilnehmerzahlen zufinden sind.

    Bei drei oder vier Förderungsteilnehmer ist so eine Quote ruckzuck erreicht.

    ja … ich vermisse die Transparenz dazu sehr! … Initiativen für Inhaftierte sind rar und ich finde es gut, wenn die Zivilgesellschaft was unternimmt. Allerdings müssen die Ergebnisse öffentlich werden, zumal eben öffentliche Gelder auch im Spiel sind. …


    Wir können hier lange rumreden, es bleibt dennoch die Hauptfrage offen. Wie erfolgreich ist das Programm? … Wenn sich niemand meldet, der mehr wer weiß, ist das Thema für mich beendet.


    LG, Gaby

    "Es gibt keine guten - und keine schlechten Menschen. Es gibt gute - und schlechte Taten." (unbekannt)