Tagesablauf in Darmstadt-Eberstadt

  • Ablauf Darmstadt-Eberstadt

    6.00 Uhr Lebendkontrolle

    6.45 Uhr ausrücken zur Arbeit

    9.00 Uhr Frühstück auf der Arbeit

    In der Regel ein weiß Brot mit Wurst oder Käse

    12.00 Uhr zurück auf das Hafthause Mittagessen

    13.00 Uhr ausrücken zur Arbeit

    15.30 Uhr Arbeitsende

    16.00 Uhr Hofgang

    17.00 Uhr zurück auf das Hafthaus

    17.30 Uhr Freizeit – in der Regel zwei Stunden, kommt aber oft vor nur eine Stunde oder sogar eine ½ Stunde

    Danach Einschluss bis zum nächsten Morgen

    Freitags wird bis 12.00 Uhr gearbeitet, dann ist um 14.00 Uhr Hofgang und im Anschluss Freizeit.

    Freitags ist um 16.00 Uhr Nachtverschluss

    Samstag und Sonntag sind stets die schlimmsten Tage. Hier ist morgens Hofgang und mit Glück im Anschluss Freizeit. Nachtverschluss ist an diesen Tagen stets um 14.00 Uhr

    Es gibt verschiedene Arbeitsbetriebe in Eberstadt, auch Ausbildungen sind hier möglich.

    -Gebäudereiniger

    -Buchbinder

    - Mediengestalter

    - Staplerführerschein kann auch erworben werden

    -Kugelschreibermontage

    - Schreiner Ausbildung mit IHK Zertifikat

    Es gibt den Nord und Ostbau. Und die Häuser 1-5. Im Haus 2 befinden sich Gefangene die eine Ausbildung machen. Im Keller dieses Hauses ist die Kugelschreibermontage.

    Der Ost und Nordbau hat einen eigenen Freiganghof, dieser wird allerdings nur am Wochenende benutzt. Unter der Woche benutzen sie auch den grossen Hof. Diese beiden Häuser sind auch zudem die schlimmsten Häuser. Hier befindet sich überwiegend Kurzsträfler und Abhängige.

  • Hallo Milli,


    man schaut Fern, schreibt an die liebsten Zuhause...schreibt Anliegen usw.

  • Warst du alleine im Zimmer oder hattest du wenigstens Gesellschaft?

    Ich kann mir das gar nicht so vorstellen, aber wenn man wenigstens einen Fernseher hat.

    Nur die Vorstellung, wir reden ja nicht von 1-2 Tagen, sondern von Wochen, Monate,Jahre...

  • In Eberstadt gibt es nur Einzelhafträume...sowie in Hünfeld auch.

    Man gewöhnt sich auch daran...es bleibt ja auch nichts anderes übrig.

    Man kann die zeit auch dafür nutzen um sich selbst zu reflektieren...und sich mit sich selbst auseinander setzen. Ich halte das für enorm wichtig, um in Zukunft ein straffreies Leben führen zu können...

    Wie lange hat Dein Mann noch vor sich wenn ich Fragen darf?

  • Danke für den Beitrag, David. War sehr interessant für mich zu lesen, auch wenn ich's grob schon wusste.


    Ich denke das allerwichtigste ist das man Arbeit hat. Das strukturiert den Tag, man kommt "raus", hat nicht so furchtbar viel Zeit zum grübeln und schläft vielleicht auch Nachts bissel besser, weil man was getan hat, körperlich.


    Fast genauso wichtig ist es die Grundausstattung in der Zelle zu haben. Ein klein wenig "Luxus" in den Einschlusszeiten.


    Der Anfang, so sagt es mein Mann, ist das härteste. 21, schlimmstenfalls sogar 23 Stunden am Tag auf leerer Zelle. Übel.


    Inzwischen muss er fast schon planen wie er alles in den Tag steckt.

    Arbeit, Freistunde (also "Hofgang"), lernen, Freizeit (in der dann duschen, kochen, telefonieren, Kontakt zu "Kollegen" erledigt werden muss), Briefe schreiben, ... und man will ja auch in Haft einfach nur mal die Füße hochlegen und chillen oder Musik hören oder lesen oder was im TV gucken.

    Dazu kommt, 5:30 aufstehen, da ist man Abends entsprechend früh müde. Zum Glück.


    Naja und ich glaube so insgesamt, man arrangiert sich. Findet ne Routine, macht einfach einen Tag nach dem anderen und irgendwie das Beste draus. Man hat ja keine Wahl.

    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen, Zeit kann nicht schwächen und niemand ersetzt den anderen.

    Eigentlich ganz einfach.


  • Hallo Fraggle,


    dein Mann macht das schon richtig so:)

    Im Haus 2 ( Ausbildungshaus ) ist es auch relativ Ruhig. Da gibt es auch keinen Stress untereinander. Da achten auch die Stationsbeamten sehr darauf.

    Diese sind in dem Haus auch in Ordnung.

    Da fällt mir gerade ein...im Dezember 2016 habe ich dort in den Duschen neue Leuchten montiert:jabajabadu:

    Ich war in der Heizungsabteilung tätig...in meinem zuerst erlernten Beruf als Elektrotechniker. Hier hatte ich zum Glück die höchste Lohnstufe, das erleichtert auch vieles was Einkauf betrifft.

  • Da fällt mir gerade ein...im Dezember 2016 habe ich dort in den Duschen neue Leuchten montiert:jabajabadu:

    Gut zu wissen, dann sieht er wenigstens alles richtig, beim duschen ;)


    Ja, er macht das Beste daraus.

    Was ihm allerdings echt zu schaffen macht ist daß das Essen sehr schlecht ist.


    Er hat einiges an Haft Erfahrung, in verschiedenen JVA's. Und meint Eberstadt liegt, was die Verpflegung betrifft, leider ganz weit hinten.

    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen, Zeit kann nicht schwächen und niemand ersetzt den anderen.

    Eigentlich ganz einfach.


  • Das mit dem Essen...da stimme ich Deinem Mann komplett zu:dong:

    Freitags gibt es immer ekligen Fisch....

    Ich hatte Glück mit meiner Arbeit in der Heizungsabteilung...die Beamten waren Top. Hatten stets ein offenes Ohr...

    Die haben Freitags immer gemeinsam Gekocht....und haben für uns mitgekocht....gab immer Pommes mit Schnitzel, Hackbraten, und vieles mehr...

    Deren Frauen haben manchmal für uns Knackis in der Heizung Kuchen gebacken oder belegte Brötchen für uns gemacht.

    In diese Abteilung kommt man allerdings nur wenn man gelockert ist und in seinem erlernten Beruf eingesetzt werden kann.

    Hier sind Elektrotechniker, Fliesenleger, Maler, Heizungsbauer.

    Man kommt in dieser Abteilung durch die gesamte Anstalt...auch in das Verwaltungsgebäude um Reparaturen durchzuführen...

    Hier konnte ich stets kurze Wege gehen wenn etwas zu klären war...kurz dem Beamten bescheid geben...er ist dann direkt mit einem zu dem zuständigen Ansprechpartner gegangen. Das alles hat auch vieles erleichtert.

    Um in diese Abteilung zu kommen muss man alle sicherheitsstufen durchlaufen...

    Hier kommt auch niemand hin der etwas mit Drogen oder Körperverletzung zu tun hatte...

  • Ich glaube du hast es generell einfacher, wenn du was handwerkliches gelernt hast.

    Oder was heißt einfacher, es gibt mehr Möglichkeiten dich einzusetzen.

    Mein studierter „Bürohengst“ ist z.B. für fast alles ungeeignet und darf deswegen Fußböden wischen usw., aber er ist schon dankbar, dass er überhaupt ne Arbeit bekommen hat.

  • Essen scheint wohl oft ein Problem zu sein, mein Freund meint auch, dass das Essen die wirkliche Strafe sei. Der Tagesablauf gestaltet sich ähnlich, nur alles ein bisschen zeitversetzt. Einschluss ist bei denen werktags um 18.30 und am Wochenende um 17.30.

    Die erste Woche, in der er in der UHA (untersuchungshaftanstalt) war, war wo die schlimmste Woche.. Da war freistunde von 07.30-08.30 und ansonsten 23 stunden einschluss auf einer nackten Zelle... Als er dann in seine '' richtige'', JVA verlegt wurde, war es dann im Vergleich ein gewisser Art von Luxus. Als Arbeit baut er Rolladen und Fliegengitter, er ist handwerklich sehr begabt, daher macht ihn das keine Mühe.