Entlassung

  • Ich hab jetzt auch mal eine Frage:

    Meine Freundin hat letzte Woche ihren Beschluss zum Entlassungsdatum bekommen.

    Nach 2/3 Strafe kommt sie am 26.10. mit 3 Jahren Bewährung raus aus der JVA.

    Jetzt meinte sie es könnte unter Umständen sein, dass sie bereits am 25.10. frei kommt, weil der 26.10. ein Freitag ist und sie ja die ganzen Behördengänge erledigen muss (Jobcenter, Einwohnermeldeamt etc. machen ja da meist schon um 12 Uhr Feierabend) und die JVA ca. 2 Stunden Autofahrt von zu Hause weg ist.


    Hat damit jemand Erfahrungen oder dergleichen?


    Danke im Voraus ;) (Falls falsches Forum, bitte verschieben!)

  • Nee, der Freitag ist ein ganz normaler Werktag und dem Geschäftszimmer ist das mit den Terminen völlig egal. Deine angegebene Termine sind kein Grund einen Tag eher aus der Haft entlassen zu werden.

    Was aber sein kann, ist das Deine Freundin durch den § 43 StVollzG (§ 43 StVollzG klick hier) einen Tag auf die Entlassung erarbeitet hat.

    Meist wird man zwischen 8:00 und 10:00 Uhr entlassen, je nach Abläufe in der JVA kann sich die Entlassung auch bis 14:00 Uhr hinziehen.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Nee, der Freitag ist ein ganz normaler Werktag und dem Geschäftszimmer ist das mit den Terminen völlig egal. Deine angegebene Termine sind kein Grund einen Tag eher aus der Haft entlassen zu werden.

    Was aber sein kann, ist das Deine Freundin durch den § 43 StVollzG (§ 43 StVollzG klick hier) einen Tag auf die Entlassung erarbeitet hat.

    Meist wird man zwischen 8:00 und 10:00 Uhr entlassen, je nach Abläufe in der JVA kann sich die Entlassung auch bis 14:00 Uhr hinziehen.

    Danke Chris! Wäre ja auch zu schön gewesen.


    Aber das mit dem § 43 könnte sein... irgendwas hat sie da gemeint falls das mit dem Freitag und den Ämtern nicht zieht im Antrag...

  • Doch, das geht. Ich kann jetzt nicht ganz genau sagen, wie und wann, aber mein Freund wird das auch so machen.


    Ist glaube §57 StGB, der Antrag kann Anfang des Entlassungsmonats gestellt werden.


    Es geht tatsächlich -wie landy6676 schon schrieb- um Ämtergänge oder auch das Andocken an einen Substitutionsarzt. Was ja ab Freitagmittag alles nicht mehr möglich wäre.

    Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.

    [Abraham Lincoln]

  • Ist glaube §57 StGB, der Antrag kann Anfang des Entlassungsmonats gestellt werden.

    §57 ist die Aussetzung des Strafrestes bei zeitiger Freiheitsstrafe, das Gericht setzt die Vollstreckung des Restes einer zeitigen Freiheitsstrafe zur Bewährung aus.

    Sie hat ja den Beschluss, dass sie vorzeitig entlassen wird. Es dreht sich ja nur um 1 Tag.

    Hier gehts ja um dem $43 Strafvollzugsgesetz. Die Arbeit des Gefangenen wird anerkannt durch Arbeitsentgelt und eine Freistellung von der Arbeit, die auch als Urlaub aus der Haft (Arbeitsurlaub) genutzt oder auf den Entlassungszeitpunkt angerechnet werden kann.

    Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk

  • nee, ich meine nicht die Freistellungstage, sondern es geht hier konkret um 1-2 Tage, die man früher raus kann.

    Okay, vielleicht hat es tatsächlich damit zu tun, dass mein Freund Endstrafe macht. Wobei Freitag aber auch bei vorzeitiger Entlassung Freitag ist.....

    Ich kann gerne nochmal konkret nachfragen.

    Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.

    [Abraham Lincoln]

  • [...]

    Ich kann gerne nochmal konkret nachfragen.

    Das wäre echt super!

    Sie hat am 20. nochmal Freigang um den Sohnemann zu sehen, vielleicht weiß ich dann mehr und kann hier berichten ;) Mal sehen wer von uns beiden (merksmal und ich) schneller eine Antwort haben ;)

    Je eher desto besser :)

  • Das Gericht hat ja in dem Beschluss zur vorzeitigen Entlassung den 26.10 als Entlassungstag festgesetzt.Es geht ja nur um 1 Tag, und da kann ja dann der Freistellertag greifen(insofern sie Anspruch darauf hat).

    Wobei viele ja am Freitag entlassen werde, den Ämtern die Problematik bekannt ist. Ich hab noch nie mitbekommen, dass jemand Probleme bekommen hat,wenn man sich erst am Montag drauf gemeldet hat. Zumal sie ja auch nen Entlassungsschein mit Datum und Uhrzeit bekommt.

    Vielleicht versteh ich aber grad nur Bahnhof im Paragraphendschungelsds

    Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk

  • Also, mein Entlassungstermin war der 26.09.2003, ein Freitag!

    Der § 57 StGB,regelt nur die Aussetzung des Strafrestes der Freiheitsstrafe zur Bewährung.

    Um vor dem eigentlichen Entlassungstermin früher gehen zu dürfen, bedarf es diesen § 43 des Strafvollzugsgesetzes.


    Jeder Inhaftierter der 2 Monate an einem Stück gearbeitet hat, erhält diesen einen Tag. Man kann sich diesen Tag auszahlen lassen oder auf seinen Entlassungszeitpunkt anrechnen lassen. Alle 2 Monate erhält der Gefangene eine Bescheinigung (Kopie oder Durchschrift) über diesen erworbenen Tag. Bei mir waren es eine ganze Menge, weil ich 2 zusammenhängende Jahre eine zugewiesene Tätigkeit gearbeitet habe. Leider wurden mir nicht alle Tage angerechnet, weil mein Beschluß mitte August kam.

    He,he,he...die sind ganz schön hecktisch geworden, weil ich noch Anspruch auf 18 Tage (Zellen)Urlaub hatte und noch die ganzen 43, doch leider geht die Freistellung von der Arbeitspflicht nach § 42 StVollzG vor.

    So verbrachte ich diese 35° heiße letzten Augusttage fast ganz zu Hause. Man darf ja nur max. 7 Tage an einem Stück aus der OV Urlaub machen. So musste ich Donnerstags wieder rein, eine Nacht in der OVA pennen und Freitags wieder ab nach Hause für 6 Tage.

    Wenn ich so zurück denke, war schon ne wilde Zeit.

    Zum Schluss bin ich dann am 18. September2003 auf Bewährung entlassen worden. Ja, der der eigentlich Endstrafe machen wollte und jeden für Blöde hielt, 3 oder 4 Monate Reststrafe auf 3 Jahre Bewährung mitzunehmen.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Hallo Landy,

    sie soll einen Antrag stellen gemäß § 18 III Bayr. Strafvollzugsgesetz. Danach kann man bis zu zwei Tagen vorher entlassen werden, wenn dies aus dringenden Gründen erforderlich ist. Als Begründung gibt sie dann an, was sie alles an diesem Freitag erledigen müsste und dies wegen der frühen Behördenschließzeiten nicht machen kann. Ein Versuch wäre es wert LG Lasker

  • Das ist in NRW und Rheinland Pfalz auch möglich, §16 StVollzG Entlassungszeitpunkt.
    Siehste, daran habe ich nicht gedacht. Wie gut das man Lasker hat.

    Mit Behördengänge Arbeitsamt usw. wird man kaum Erfolg haben, daran sind schon viele gescheitert. Was man aber machen kann, ist z. B. ein Besichtigungstermin einer Wohnung oder einem Vorstellungsgespräch bei einem Arbeitgeber (Bescheinigungen sollten vorliegen).

    So hat es mein Zellennachbar gemacht, er hat nur die Kopie der Einladung zum Vorstellungsgespräch beigefügt und wurde dann Mittwochs entlassen (einen Tag früher) damit er zum Vorstellungsgespräch gehen konnte.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Also: Behördentag wurde genehmigt. Einen Tag früher kommt sie raus. Wie genau sie das nun gemacht hat is mir jetzt auch egal, jeder Tag zählt :)