Psycho?

  • Klingt für mich eher wie ein (lokaler?) Szenejargon. Ähnlich wie zB "Wachtel".

    Abwertend finde ich es nicht wirklich (und selbst wenn es abwertend gemeint wäre, könnte ich es gut nachvollziehen im Zusammenhang mit dem MRV und der dort herrschenden Hierarchie und Arroganz..... aber das ist eine andere Geschichte).


    Denn das Wort "Psycho" bezeichnet ja gemeinhin einen psychisch kranken Menschen (oder den Film von A. H. sds). Und da psychische Erkrankungen ebenso normal sind wie körperliche, sollte es keine Abwertung darstellen.

    Puh, hab lange überlegt ob ich nun was schreibe, nur, wenn das die allgemeine Meinung ist, dann dürft ihr mich ab heute auch als Psycho betiteln. Dann fällt ruhig ein (Vor)Urteil über nen Menschen, mit dem die meisten hier noch nicht ein persönliches Wort gesprochen haben.Dessen Hintergrund und Geschichte ihr nicht kennt.

    Ich was selber lange Gast in einer psychiatrischen Klinik, bin ich deshalb ein Pyscho?

    merksmal:Und da psychische Erkrankungen ebenso normal sind wie körperliche, sollte es keine Abwertung darstellen. Und der Auffassung sind leider ein ganz kleiner Bruchteil der Menschen, meine Erfahrungen sagen da leider etwas anderes. Von ; Du hast halt einfach nicht mehr alle Latten am Zaun, Du bist einfach nur doof, und noch einiges mehr, durfte ich mir alles anhören. Und mich dann als nen Pyscho hinzustellen , war für mich mehr als nur eine Abwertung meiner Person, meiner Persönlichkeit, meiner Krankheit.

    Psychische Krankheiten, mit denen können viele nix anfangen, man kann sie nicht greifen, nicht sehen so wie es bei vielen körperlichen Krankheiten ist. Wer würde einen Chemopatienten, der aufgrund seiner Behandlung seine Haare verloren hat , als Nazi hinstellen, nur aufgrund seiner Glatze?

    Frage, wer hat das Recht einen anderen als Pyscho zu betiteln?

    Weil es eine lokaler Szenejargon ist:planlos:?


    Ich mag genausowenig die häufig erwähnten Bezeichnungen für Angestellte in der Justiz wie Wachtel, Schlussen, Wärter, denn letztendlich steckt hinter jedem am Ende immer noch was? Ein MENSCH.

    Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk

  • Ich hatte ja im anderen Thread schon geschrieben, dass ich diesen Begriff als abwertend empfinde. Psychische Krankheiten sind zwar heutzutage normal, werden m.E. in ihren Auswirkungen auf die Betroffenen jedoch immer noch unterschätzt. Oft bedeuten Sie großes Leid. Wer betroffen ist, verdient nicht als "Psycho" betitelt zu werden.


    in diesem Fall wird der Begriff noch nicht mal für psychisch Kranke sondern für Psychologen genutzt. Und so wie es klingt durchaus nicht im positiven Sinne. Mag sein, dass es nicht negativ gemeint ist sondern dass einfach ein allgemeiner Begriff übernommen worden ist. Trotzdem muss das nicht sein. Auch Begriffe wie "Wachtel" und ähnliches sind nicht mehr so gängig wie früher.


    LG Fego

  • maximus , ich habe meine Aussage ganz anders gemeint!! Werde es nachher erklären, kann jetzt grade nicht, weil ich zu einem Termin muss.

    Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.

    [Abraham Lincoln]

  • Ich musste jetzt echt mal überlegen welche Worte ich so benutze. Und welche ich als normal, unangenehm oder sogar abwertend empfinde. Und weshalb.


    Hier ging's ja um Psychos ... und für mich ist das Wort sowohl abwertend als auch irreführend. Denn es wird im allgemeinen schon genutzt als beleidigende Kurzform für die Patienten einer Psychiatrie. So steckt es zumindest in meinem Kopf.

    Als Bezeichnung für Ärzte kenne ich's nicht, das sind dann umgangssprachlich eher die Psycho Docs oder Gehirnklemptner, statt korrekt Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater.


    Das Personal der JVA sind für mich ausschließlich Beamte. Mein Bär inside nennt sie auch oft "die Blauen" ... empfinde ich nun auch nicht als abwertend sondern eher neutral.


    Interessant auch, wie schaut's mit unseren Angehörigen in den JVA's aus.

    Da sind wir ja emotional involviert, welche Begriffe finden wir da inakzeptabel oder gar beleidigend. Und was nutzt ihr?


    Inhaftierter, Insasse, Gefangener ... ist schrecklich steif, oder?

    Urlauber fällt hier auch oft ... aber das kommt für mich immer rüber als würde man drumherum reden weil man das Wort vermeiden will.

    Knacki, Knasti ... mag ich persönlich überhaupt nicht, weil es für mich auch was abwertendes hat. Was vermutlich Quatsch ist, schließlich heißt das ganze Ding hier ja Knast,- und nicht Justizvollzugsanstaltsfrorum.


    Unterm Strich ist vermutlich alles mehr oder weniger eine Frage des eigenen Empfindens.














    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen, Zeit kann nicht schwächen und niemand ersetzt den anderen.

    Eigentlich ganz einfach.


  • Hallo maximus,

    ich betitele keinen Gast der Psychiatrie als "Psycho", sondern die Psychologen, die dort arbeiten.....

    Sorry, wenn das falsch rüber gekommen ist !

    Gruß

  • So oder so finde ich den Ausdruck unangemessen. Jeder Mitarbeiter einer JVA hat eine Berufsbezeichnung und sollte mit dem nötigen Respekt behandelt und tituliert werden. Man erwartet doch auch, dass diese sich respektvoll den Häftlingen gegenüber verhalten.

  • So oder so finde ich den Ausdruck unangemessen. Jeder Mitarbeiter einer JVA hat eine Berufsbezeichnung und sollte mit dem nötigen Respekt behandelt und tituliert werden. Man erwartet doch auch, dass diese sich respektvoll den Häftlingen gegenüber verhalten.

    Im Grunde hast du Recht !

    Leider werden in Lüneburg die "Patienten" nicht respektvoll behandelt !

    Daher ist dieser Ausdruck in dieser Situation für MICH gerrechtfertigt.....