Substitutoin und Fahrerlaubnis

  • Zum Thema Eignung zum Führern eines Kfz äußert sich die StVO wie folgt:
    " Wer als Heroinabhäniger mit Methadon substituiert wird, ist im Hinblick auf eine beständige Anpassungs- und Leistungsfähigkeit unberechenbar und besitzt darum nicht die Voraussetzung, ein Kfz zu führen"


    Auch die Ärzte sind verpflichtet, Dich darauf hinzuweisen. Einr offizielle Meldepflicht besteht jedoch keineswegs.
    Ein Erlass der Behörden besagt, dass bei Methadon-Substitutíerten die Kraftfahreignung immer im Einzellfall festgestellt werden muß.
    Diese kann über eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) erbracht werden. Die MPU ist aber eine recht teure Angelegenheit, mit regionalen Unterschieden von 250,- bis 500,- €. Eine Studie der Rheinischen Landesklink belegt zudem, dass kein Anlass besteht, Substitutierten ausschließlich aufgrund dieser Medikamenteneinnahme das Führen eines Kfz im öffentlichen Strassenverkehr zu versagen.


    Folgende Nachweise sind für die Ermöglichung einer posetiven Beurteilung im Rahmen einer MPU notwendig:
    [list=1]
    [*]Vorlage eines ärztlichen Attestes, das psychiatrischen Erkrankungen ausschließt, welche die Fahreignung beeinflussen könnten. über Substanz, Dosis und Häufigkeit des zur Substitutoin
    [*]Bescheiningung über Substanz, Dosis und Häufigkeit des zur Substitutoin verwandten Medikamentes (es gibt aber keine vorgeschriebene Höchstdosis)
    [*]Kein Beikonsum parallel zur Substitutoin für mind. ein Jahr, mit Nachweis durch engmaschige (ca.monatlich), nicht angekündigte Urinkontrollen unter Aufsicht, alternativ kommt ein lückenloser Nachweis durch Haaranalysen in Betracht. Auch hier sind die Kosten sehr hoch.


    Folgende Substanzen dürfen nicht nachgewiesen werden:
    Amphetamine
    Cocain
    Opiate
    Babiturate
    Benzodiazepine
    Cannabis !!!!!!
    [*]Dauer der Substitutoinstherapie von mind. einem Jahr, mit schriftlichem Nachweis über eine erfolgreiche psychosoziale Betreuung.
    [/list=1]


    Selbst wenn die MPU posetiv verlaufen ist (keine Bedenken gegen eine Führung von Kraftfahrzeugen bestehen), steht es der Behörde dennoch immer frei, anders zu entscheiden. Gutachter haben nämlich gegenüber der entscheidenden Instanz (Verwaltungsbehörden und Gerichte) nur eine Beraterstellung hinsichtlich der rechtlichen Entscheidung.


    Admin