Ambulante Therapie um Beziehung zu retten?

  • Hallo ihr Lieben,

    Mein Freund ist seit einer Woche in der JVA kempten. Er hatte in den letzten Jahren ein echtes Alkoholproblem und seit er in Haft ist, weiss ich dass es so wie es davor war nicht mehr gehen kann. Er hat schon mehrere Therapien (auch 64er, 35er) entgiftungen und Haftstrafen aufgrund alkohol hinter sich und jetzt seh ich diese Haft als Chance für einen Neuanfang. Ich hab gelesen dass es von der Caritas ein ambulantes Therapieangebot gibt, bei dem Angehörige auch dabei sein dürfen. Habt ihr Erfahrungen mit sowas? Kann das eine Beziehung wieder "kitten"? Ich möchte auf jeden Fall mit ihm zusammen bleiben, es sollte sich halt dringend was ändern damit beide glücklich sind.

    Ich dachte mir so eine ambulante Therapie ist eventuell ganz gut da er nebenher arbeiten kann und wenn ich dabei bin kann ich auch noch lernen wie ich mich am besten zu verhalten habe.

    Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt.

    LG und einen schönen 2. Weihnachtsfeiertag

  • Dankeschön balea. Ich habe deinen Beitrag auch gelesen und es hat mich gefreut dass du deinen Verlobten sehen könntest. Ich drück dir natürlich auch die Daumen dass alles gut wird.

    sorry, falsche Name. Entschuldige bitte. Hab's noch nicht so heraus mit dem Schreiben hier.

  • Hallo JundV


    Soweit ich weiß ist dieses Therapieangebot von der Caritas nur einmal in der Woche, zumindest war es bei meinem Mann so. Allerdings war es ne Drogentherapie.


    Die Frage ist jetzt würde es bei deinem Freund reichen nur 1 mal die Woche da hinzugehen ich denke gerade am Anfang ist eine stationäre besser. M.e sollte der Mensch für eine ambulante stabil genug sein,(meiner war es nicht)


    Zudem muss er es ja auch wollen das du dabei bist. Ich kann verstehen das sich was ändern muss aber nur er alleine kann es ändern und dazu muss er bereit sein. Ihn dahin zu schleifen, weil du es möchtest bringt nichts.


    Ich weiß das es auch ein Angebot gibt wo nur Angehörige hin gehen können. Vielleicht solltest du dich da mal schlau machen die werden dich mit Sicherheit beraten können wie du am besten damit umgehen kannst.


    Lg Mei


  • Hallo JundV


    Die wichtige Frage die sich stellt, ist was will er?

    Du kannst wollen was Du willst, die Erkenntnis ernsthaft was zu ändern, muss von ihm kommen. Es ist auch falsch gedacht, dass nur der Süchtige was ändern muss und sollte, auch der Angehörige muss für sich Wege kennen und erlernen, wie man in gewissen Situationen mit dem Suchtdruck des Partners umgeht. Gut gemeint , ist nicht immer auch gut geholfen.

    Für Dich wär im Moment eine reine Gruppe für Angehörige in meinen Augen der bessere Weg.

    Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk

  • Hallo mei1977,

    Vielen Dank für die Antwort.

    Genau dieses 1 mal in der Woche fände uch ganz gut. So kann er nebenher noch arbeiten was er sagte, auch schon viel bringen würde.

    Ich hab ihm das noch nicht vorgeschlagen, das werde ich im nächsten Brief machen. Er sagt immer dass der alk schuld ist am streit zwischen uns und dass er was ändern will. Ich dachte so könnte man dieses ändern wollen vielleicht gut unterstützen. Vor allem weil nicht einer alleine was ändern muss Sondern beide was tun.

    Hat dein Mann noch eine ambulante Therapie gemacht als er stabil genug war ?




    Hallo Maximus,

    Danke für die Antwort.

    Das ist eine gute Idee dass ich mir da auch Unterstützung Suche, ich wusste nicht dass es das auch nur für Angehörige gibt. Ich möchte nämlich auch lernen wie ich wann am besten agieren und reagieren sollte und vor allem was eine Unterstützung ist und was eher nicht.

  • Hallo mei1977,

    Vielen Dank für die Antwort.

    Genau dieses 1 mal in der Woche fände uch ganz gut. So kann er nebenher noch arbeiten was er sagte, auch schon viel bringen würde.

    Ich hab ihm das noch nicht vorgeschlagen, das werde ich im nächsten Brief machen. Er sagt immer dass der alk schuld ist am streit zwischen uns und dass er was ändern will. Ich dachte so könnte man dieses ändern wollen vielleicht gut unterstützen. Vor allem weil nicht einer alleine was ändern muss Sondern beide was tun.

    Hat dein Mann noch eine ambulante Therapie gemacht als er stabil genug war ?

    nee er ist dann leider im Knast gelandet, haben dann kurz darüber nachgedacht ob er noch mal 35er macht, haben uns dann aber dazu entschieden es zu lassen und das jetzt so durchzuziehen.


    Er will wenn er wieder raus ist eine ambulante Therapie machen , ich ünterstütze ihn dabei total aber wie gesagt er muss es für sich wollen und nicht für mich.


    Wir streiten ja noch nicht mal haben wir in der ganzen Zeit seit dem wir zusammen sind nur 2 mal. Aber es ist nicht schön für mich mit anzusehen wenn mein Mann völlig zugedröhnt zuhause sitzt oder unterwegs ist und ich nicht weiß ob er scheisse baut aufgrund suchtdruck.


    Mittlerweile ist er Drogen frei, er weiß von sich das er was tun muss damit das so bleibt. Gerade auch weil er das erste mal seit langem mitbekommt wie es ist wenn das Hirn nicht vernebelt ist.

    Ich lass mich überraschen , ich bin aber auch realistisch und rechne mit Rückfällen. Denn eine Sucht bleibt nun mal eine Sucht.


    Alles was ich tun kann ist ihn zu unterstützen, der Rest muss von ihm kommen

  • Viele Angehörige müssen den Unterschied erkennen, wann ist es Unterstützung , wann es aber auch eher Belastung.

    Lerne damit umzugehen , wichtige Punkte die Du beachten solltest sind unter anderem

    Vertrau auf dein Bauchgefühl, sprich an wenn Dich Zweifel überfallen, aber ohne Belehrungen und vorallem ohne Vorwürfe.

    Beschreib, wie sein Suchtverhalten Dir und anderen gegenüber auffällt.

    Halte ihm seinen Spiegel vor, es hilft nix wenn du siehst was falsch läuft, sein Problem muss er selber erkennen.

    Mach Dir klar, auch wenn es Rückfälle gibt, Du bist nicht schuld egal ob da auch ein Streit oder Unstimmigkeiten zwischen Euch vorangegangen sind. Er muss auch da lernen damit umzugehen, eine andere Art der Bewältigung von Problemen zu suchen.

    Mach die Sucht nie zum lebensbeherrschenden und bestimmenden Thema in deinem Leben.

    Signalisier ihm, ich helfe ,unterstütze Dich bei allem was Dir aus der Sucht hilft, aber wen Du dich für die Sucht entscheidest, brauchst Du mich nicht.

    Mach Dir klar, mit deiner Liebe allein kannst Du ihm nicht helfen.

    Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk

  • Maximus, danke. Das will ich eben lernen, wann mein verhalten kontraproduktiv ist und wann es eben eine Belastung ist. Seitdem er weg ist, habe ich so viel Zeit zum Nachdenken und sortiere nun meine Gedanken neu, da stellt sich eben die ein oder andere Frage wie andere das eventuell machen/gemacht haben. Ich wende mich auf jeden Fall an eine Selbsthilfe gruppe, ich glaube das hilft mir.

    Ich weiß dass ich nicht schuld bin und ich weiß auch dass Liebe allein ihm nicht hilft, ich hoffe jetzt einfach dass die HaftZeit vielleicht was ändert weil er da ja zwangsläufig nüchtern sein wird. Und in der nüchternen Zeit er sich von seinem "ekligen" verhalten im Suff distanziert und wirklich was ändern will, dann bin ich natürlich da und will so gut es geht vorbereitet sein.



    Mei1997, danke. Da hast du recht, er muss es wollen, man kann nichts erzwingen. So wie du schreibst klingt es als würde dein Mann wollen, das ist schön. Die Hoffnung hab ich such dass mein Freund der jetzt ja nüchtern sein wird, sein trinkverhalten und alles andere reflektiert und mit seinem klaren Kopf den er jetzt hat, nach Lösungen für die Zukunft sucht. Aber wie du sagst, realistisch bin ich auch, es wird sicher nicht von jetzt auf gleich alles perfekt.. aber in die richtige Richtung sollte es gehen, naja, die Zeit wirds zeigen.

  • Hallo JundV,


    ich finde es super, dass du den Fokus nicht nur auf deinen Partner, sondern auch auf dich setzt

    und dir Hilfe suchst. Diesen Aspekt der Selbsthilfe-und therapie blenden viele aus, dabei ist er enorm wichtig.


    Wie schon mehrfach gesagt, das wichtigste ist, dass er es will und durchzieht.
    Du hingegen kannst ihn dabei nur unterstützen, wobei das "nur" hier vollkommen fehl am Platz ist.

    Ich denke, es ist eine sehr große Hilfestellung, wenn es jemanden gibt, der an seiner Seite ist. -

    Vorallem wenn du selbst auch den richtigen Umgang mit der Suchtproblematik erlernst.


    Ich drücke dir und euch die Daumen, dass alles so verläuft, wie ihr euch vorstellt!

  • Hallo JundV,

    ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es wichtig ist, selber zu erkennen, wenn man eine Co-Abhängigkeit eingegangen ist. Unser Sohn nimmt schon lange Drogen und folgedessen habe ich eine Co-Abhängigkeit entwickelt. Ich mache seit einiger Zeit eine Therapie und mir geht es immer besser und verstehe, was zu tun ist. Ich habe Strategien entwickelt, die mich stark machen ... denn nur dann, kann ich ihm wirklich zur Seite stehen und richtig helfen ... wollen und laufen muss er und nicht ich.


    Seit seinem Aufenthalt nimmt er nichts mehr ... er hatte viel Zeit zum Überlegen ... und "er" läuft ... schreibt Anträge für alles, dass ihm helfen könnte, informiert sich, was er noch machen kann und bittet um Unterstützung. Er bleibt dabei aber immer realistisch. Geht Schritt für Schritt und sieht seine Inhaftierung als Chance, um endlich ein "straffreies und drogenfreies Leben zu führen". Übernimmt für sich und sein Leben Verantwortung.


    GLG

    Rastalocke

  • JundV , "zwangsläufig" wird er nicht nüchtern sein, denn im Knast gibts jede Menge Drogen und Alk.....

    Richtig, wer will bekommt da drin alles was er braucht. Alkohol, Drogen, etc.


    Hallo JundV,


    Er muss schon von selbst den Willen aufbringen sich davon zu distanzieren. und eine Therapie durch zu ziehen . Er sollte die zeit nutzen und an sich arbeiten . Sich seiner Verantwortung bewusst werden.


    Das du dir selbst Hilfe suchen möchtest finde ich gut.


    Mein Männel hat auch die Alkohol Therapie gemacht , er wollte es von sich aus. Eine Auflage war es nicht. Ganz am Anfang der Haft hat er auch die Möglichkeit an selbstgemachten Alkohol zu kommen, bzw was mitzutrinken genutzt :boese(: dafür gab's nen gelben Schein. Und ne Standpauke meinerseits :drohen:


    Mittlerweile denkt er anders übers trinken. Hat sich Strategien erarbeitet und hält sich da drin von allem fern.

    Wir werden sehen ob er es in Freiheit alle so umsetzten wird . Ich selbst trinke keinen Alkohol von daher wird es hier nichts mehr geben. Und die Konsequenzen kennt er . Ich mach das alles nicht nochmal mit.


    Lg shari

  • ihr Lieben,

    Ich danke euch für eure Antworten!

    Klar, in der Haft könnte er auch daran kommen, das weiß ich aber bis jetzt (toi toi toi) hat in keiner Haft bisher etwas davon in Anspruch genommen.


    FrauFu, vielen Dank! Dass ich selber mir Hilfe suchen muss habe ich erst jetzt erkannt, seitdem ich meine Gedanken ordnen kann und seit er weg ist. Deshalb ist das schön zu lesen, dass das wohl eine gute Entscheidung war.


    Rastalocke, danke auch für deine Antwort. Ich drücke deinem Sohn die Daumen, dass es draussen auch so gut bleibt. Ich denk immer wo ein Wille ist ist meistens auch ein weg, schön wie er sich bemüht.


    Shariluna, danke für deine Antwort. Darf ich fragen was genau deinen Mann zum Umdenken gebracht hat?

    Dass er Strategien entwickelt hat um das zu umgehen finde uch richtig gut, Respekt! Mein Freund hat wie gesagt in keiner Haft bisher alk oder Drogen zu sich genommen, ich glaub aber die Möglichkeit hat er ( russen haben ja ihr eigenes System mit Drogen vor allem) ich hoffe, dass es dieses mal auch so bleibt. Hat dein Mann es dir dann von selber erzählt?

    Ich finde gut dass du so konsequent bist, bei mit wirds auch keinen Alkohol mehr geben wenn er daheim ist .