3 Jahre wegen Betrug verurteilt

  • Hallo,
    ich bin zu 3 Jahren Haft verurteilt worden wegen Betrug. Davon 4 Monate U-Haft in Köln im Jahr 2014 gewesen. Vom Gericht wurde nochmals -3 Monate sls verbüßt gesehen. Da sich das Verfahren lange gezögert hat. Also 7 Monate.
    Ich bin Ausländer, wohne nähe Köln, bin verheiratet und habe drei Kinder. Habe im Jahr 2000 eine Wohnung gekauft die ich monatlich abbezahle. Habe einen festen Job.
    Bin Ersttäter. Keine Vorstrafen. Kein Fluchtgefahr. Verurteilter Gericht ist Wuppertal. Habe auch eine Wiedergutmachung vereinbart.
    Meine Frage:
    1. Wie groß sind die Chancen das ich in den offenen Vollzug eingeladen werde?
    Rest zum 2/3 noch 17 Monate.
    2. Welche JVA ist für mich zuständig?
    Ich hatte dem STA einen Antrag geschrieben das ich bitte Ortsnahe bzw Arbeitsnahe verlegung haben möchte. Damit ich meine Arbeit, Wohnung und die Wiedergutmachung nicht verlieren möchte.
    Habe als Möglichkeit Euskirchen, Remscheid und zur Not Castrop-Rauxel angegeben.
    Euskirchen ist zur meine Arbeitsstelle 41km, Remscheid auch 42km aber Castrop-Rauxel 90km.
    Falls Bielefeld Senne sein sollte, sind es über 200km.
    Würde dann meine Arbeit, Eigentumswohnung und die Wiedergutmachung nicht leisten können.
    Würde mich freuen wenn es Erfahrene gibt die mir eine Antwort geben könnten und oder was ich noch machen kann?
    Danke im Voraus!

  • Hallo Imex,

    sei gegrüßt. Schön, dass Du zus gefunden hast.

    In NRW sind die Chancen auf den offenen Vollzug besser als in den meisten Bundesländern. 28% aller Haftplätze sind im offenen Vollzug, bei uns in Rheinland-Pfalz sind es nur 7%.

    So wie Du das schilderst, dürftest Du gute Chancen haben. Erstverbüßer, keine weiteren Vorstrafen, Taten liegen lange zurück, familiäre Bindungen.

    Wahrscheinlich wirst Du aber dennoch erst mal nach Hagen geladen, um im Einweisungsverfahren festzustellen, ob Du für den offenen Vollzug geeignet bist. Da solltest Du dich als Selbssteller innerhalb der gesetzten Frist melden, um deine Chancen weiter zu erhöhen.

    Wichtig ist noch. Sind Suchtproblematiken gegeben? Sind noch offene Verfahren anhängig? Beides könnte dem offenen Vollzug entgegenstehen.

    Versuche deine Arbeit zu halten. Plane aber ein, dass das Einweisungsverfahren 6-8 Wochen dauern könnte. Kannst Du das durch angesparten Urlaub überbrücken. Rede mit deinem Chef, ob es da Möglichkeiten gibt. Du wirst nicht Sonntags dich stellen können und Montags wieder arbeiten. So wird das nicht funktionieren. Das braucht Zeit. LG Lasker

  • Lasker hat Dir schon alles wichtige geschrieben, ich möchte noch Anmerken, das Du die Möglichkeit hast, zur Bank zu gehen und die Tilgung des Darlehens für Deine Eigentumswohnung für die Zeit der Inhaftierung zu stunden.

    Die anlaufenden Zinsen kann das Sozialamt übernehmen, da in der Wohnung Deine Frau und Kinder wohnen.

    So habe ich es nämlich damals bei meiner Inhaftierung gemacht. Wir hatten ein Haus und meine Frau und Kind lebten im Haus und das Gehalt meiner Frau reichte dafür nicht aus.

    So hat das Sozialamt die Zinsen als "Miete" berechnet, informiere Dich mal, das funktioniert nämlich.

    Meine Hausbank hat da keine Probleme gemacht, wir haben die Tilgung ausgesetzt und gut war.

    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Hallo Lasker,

    danke für die Informationen.

    Im Vollstreckungsplan ist für mich die JVA Euskirchen zuständig. Das habe ich jetzt gefunden.

    Laut dem justiz.nrw.de im Internet steht im Einweisungsverfahren

    Einweisungsverfahren

    Gemäß § 104 Abs. 2 S. 2 StVollzGNRW legt der Vollstreckungsplan für das Land Nordrhein-Westfalen fest, welche Gefangenen zunächst einer Einweisungsanstalt oder Einweisungsabteilung zur Durchführung der Behandlungsuntersuchung nach § 9 StVollzG NRW zuzuführen sind.

    Nach dem Vollstreckungsplan für das Land Nordrhein-Westfalen müssen

    • männliche,
    • zu Freiheitsstrafe verurteilte,
    • nicht auf freiem Fuß befindliche Personen,
    • deutscher Nationalität,
    • mit einer Vollzugsdauer von mehr als 30 Monaten

    sowie

    • männliche,
    • vom Jugendstrafvollzug ausgenommene Gefangene,
    • mit einer Restvollzugsdauer von mehr als 30 Monaten

    am Einweisungsverfahren teilnehmen.

    Darüber hinaus können in Ausnahmefällen auch ausländische Gefangene mit einer Vollzugsdauer von mehr als 30 Monaten am Einweisungsverfahren teilnehmen.


    ich bin Ausländer. Habe nach meiner Berechnung noch 29 Monate.

    Also 3 Jahre urteil minus 7 Monate U-Haft.

    Ich habe keine Drogen oder Alkohol Probleme. Das einzige ist nur das ich normal ein Raucher bin. :rolleyes:

    Das einzige Problem das mein Arbeitgeber noch für die Entscheidung 2-3 Wochen braucht. Am Freitag hatte ich eine Sitzung mit dem Personalchef.

    Er sieht es nicht Negativ aber die Entscheidung wird der Chef treffen sagte er.

    Zur Sicherheit habe ich mit meinem alten AG gesprochen. Er hat gesagt falls es Negative Antwort geben sollte würde er mich unter diesen Umständen wieder einstellen und mir dabei helfen.

    Was könnte oder sollte ich machen wenn ich eine negative Antwort von meinem jetzigen AG bekomme?

    Soll ich mit dem neuen AG einen Vertrag abschließen ?

    hi Chris,

    danke für den Tipp.

    Wenn es dazugekommen sollte weiß ich bescheid.

    Meine Frau geht arbeiten und ist Krankenschwester aber in Teilzeit.

    4 Monate ohne mein Lohn würden wir durchstehen. Aber danach wird es eng.

    Muss helfen im Haushalt.