ständige Verlegung?

  • Hallo ihr lieben,
    ich habe mal eine Frage, villeicht hat ja der ein oder andere eine idee oder kann mir sagen ob es überhaupt möglichkeiten gibt..


    nun zum Sachverhalt: Mein Freund wurde am 17.12 verhaftet in der stadt in der wir wohnen (Baden-Württemberg).Kam dann dort in die JVA (Strafhaft)und 3 Tage später nach Kempten (Bayern). Von dort aus am 11.1 nach Ravensburg (Baden-Württemberg). Jetzt wollte ich einen Besuchstermin für nächste woche ausmachen, hieß es er kommt morgen nach Kempten. Als ich fragte wieso, hieß es nur dass sei halt so und die jva RV nun nicht mehr zuständig, die verurteilungen waren ja in Bayern. In KE hieß es, sie seien eigentlich auch nicht zuständig weil er in BaWü gemeldet sei. Das geld geht ständig hin und her, den Einkauf verpasst er ständig,gespräche mit der solzialarbeit können auch nicht stattfinden,usw..


    Jetzt ist meine Frage, gibt es eine Art "Antrag", oder irgendetwas, was man in Gang setzten könnte,dass er in RV bleiben kann,oder von KE wieder nach RV kann. Ich mein wenn sich eh keiner so richtig zuständig fühlt...:planlos:
    Das wäre näher bei mir, er würde den nächsten einkauf (12.2.) nicht verpassen und natürliche die Besuche sind toll. Aber das kann ich wahrscheinlich ebenso wenig sagen wie "ich möchte nicht dass er nach KE kommt,da sind zu viele Drogen im Umlauf", die lachen mich ja aus..:ueberleg:


    Es wäre schön wenn mir jemand vielleicht sagen könnte, ob man das beantragen kann dass er in seiner jetzigen JVA bleiben, oder wieder dahin zurück kann..


    Liebe Güße

  • Hallo JundV,


    Ich weiß nur das man einen Antrag auf Verlegung ind die jeweilige Jva heimatnah stellen kann.


    Dafür musst er das in JVA stellen welche JVA es wäre.

    Dann bekommt er einen Brief wo ungefähr 7 Punkte drauf stehen was er dafür alles vorlegen muss.


    Zb Wie wird der Gefangene in diesen Bemühungen unterstützt? Welche Hilfe steht konkret zur Verfügung? Nachweis über die familiäre Einbindung und über die Hilfeleistung, die die Angehörigen erbringen bzw Bestätigungen dass die Angehörigen des gefangen in der neuen Jva auch zu besuchen kommen werden .



    3. Name, Alter, Beruf, Anschrift der Angehörigen in der Nähe die Verlegung erfolgen soll (Meldebescheinigung, für Kinder auch die Geburtsurkunden)


    4. Persönliche und finanzielle Situationen der Angehörigen bzw gesundheitlicher Zustand, Nachweis warum kein Besuch erfolgen kann (Verdienstbescheinigung, total Bescheid, ärztliche Attest usw.)


    5. Wo hat bzw Punkt strebt der Gefangenen nach der Entlassung eine Arbeit Annahme Anschrift der Arbeitgebers Bescheinigung über geplante Einstellung .


    6. Wo wohnt der Gefangenen nach seiner Entlassung? Anschrift, Bestätigung des Vermieters. (Meldebescheinigung reicht schon)


    7. Die erforderlichen Unterlagen zur abschließung Bearbeitung des Verlegungsantrag sollte innerhalb einer Frist von vier Wochen vorgelegt werden.


    Das ungefähr muss er dann alles Vorlegen dafür..


    Viel Glück

  • Wow, das ist viel was man da vorlegen muss. Versuchen werde ich/bzw er es auf jedenn Fall! vielen lieben Dank für die Ausführliche Antwort.

  • kann aber auch weniger sein das ist ja von JVA zu Jva unterschiedlich wie wir bekanntlich schon mitbekommen haben.


    Und Bayern da auch immer etwas extravagant ist.. :D


    Aber lass erstmal deinen Freund innen den Antrag stellen dann bekommt er nen genauen Brief wo alles drinnen steht was ihr für eure JVA braucht :)


    Bitte gerne doch..

    Wünsche euch das beste,das alles so klappt wie ihr euch das erhofft.


    Lg Bella

  • Wichtige Punkte für eine Verlegung sind unteranderem, die länge seiner Haftzeit, wie oft Besuch in der JVA stattfand, regelmäßiger Briefwechsel und das Sozialverhalten im Vollzug.


    Der wichtigste Punkt ist eigentlich immer die länge einer Strafhaft und welche Justizvollzugsanstalt für ihn eigentlich zuständig ist.

    Bei Kurzzeitstrafen klappt eine Verlegung i.d.R. eher als bei Strafen über 2 Jahren und die Mühlen der Justiz mahlen langsam.


    § 8 StVollzG Verlegung. Überstellung


    (1) Der Gefangene kann abweichend vom Vollstreckungsplan in eine andere für den Vollzug der Freiheitsstrafe zuständige Anstalt verlegt werden,

    1. wenn die Behandlung des Gefangenen oder seine Eingliederung nach der Entlassung hierdurch gefördert wird oder
    2. wenn dies aus Gründen der Vollzugsorganisation oder aus anderen wichtigen Gründen erforderlich ist.


    (2) Der Gefangene darf aus wichtigem Grund in eine andere Vollzugsanstalt überstellt werden.


    Leider berufen sich die Anstalten bei einer Ablehnung oft auf den 2 Absatz "aus vollzugsorganisatorischen Gründen", was meiner Meinung nach völliger Blödsinn ist und ein Widerspruch ratsam ist.


    Das hat sogar jemand aus dem offenen Vollzug von Wittlich nach Bayern geschafft, von der eine Verlegung noch schwieriger ist.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Eine Verlegung über Bundesländergrenzen hinweg ist immer etwas schwieriger. Letztendlich entscheidet das Justizministerium darüber und in dem Fall sind 2 Ministerien involviert.

    Wichtig bei dem Antrag ist, zu erklären wo sein Lebensmittelpunkt ist und welche Perspektiven er dort nach der Haftentlassung hat.

    LG

    "Es gibt keine guten - und keine schlechten Menschen. Es gibt gute - und schlechte Taten." (unbekannt)