Missachtung der Gesundheit von Strafgefangenen

  • Missachtung der Gesundheit von Strafgefangenen in der JVA Rottenburg


    Hallo, ich habe endlich dieses Forum gefunden und möchte Euch um Eure Meinung fragen und vorallem was man gegen Willkür machen kann.

    Ein Kumpel von mir sitzt seit einer Woche in Rottenburg ein, das Problem ist, er ist Diabetiker, was ihm auch vom behandelnden Arzt bescheinigt wurde und er ist sehr stark von hochdosierten Schmerzmitteln abhängig, was u.a. auf seine vier vorangeheden Bauchdecken OP's zurück zuführen ist. Nun bekommt er früh ein paar trockene Scheiben Brot mit einem Becher Marmelade, welche er auf Grund der Diabetes nicht essen darf. Das ist für mich die erste Missachtung und Willkür! Ein Hypoglyklämischer Schock ist hier keine Seltenheit und ist lebensbedrohlich.

    Nun will auch noch die Anstalts-Ärztin (die hat noch nicht mal ein Diplom geschweige denn einen Doktortitel) ihm die Schmerzmittel vorenthalten, obwohl sowohl vom Hausarzt als auch vom Psychologen die Medikamentation ausdrücklich bescheinigt wurde. Zudem handelt es sich um starke Psychopharmaka wie Tavor und Oxycodon, welche auf keinen Fall abrubt abgesetzt werden dürfen, sondern unter ärtzlicher Aufsich über Monate hinweg ausgeschlichen werden müssen.

    Diese ganze Missachtung der Gesundheit der Gefangenen stinkt für mich zum Himmel. Und ist die reinste Willkür.

    Nun frage ich in die Runde,was kann man dagegen machen? Brief an den Anstaltsleiter halte ich für sinnlos; wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe.

    Vielleicht hat jemand eine Idee auch auf welche Vorschriften man sich berufen kann, dass die Gesundheit der Gefangenen Vorrang hat vor irgenwelchen selbstherrlichen, ignoranten Justizangestellten.

    Danke schon mal

  • Hallo Kai , herzlich willkommen hier im Forum.

    Woher weißt du das alles ? Hat dein Kumpel dir das so erzählt ?

    Ja, hat er mir so gestern geschrieben.

    Das mit den Krankheiten und der Medikamentenabhängigkeit wußte ich natürlich schon lange.

  • Hallo Kai,

    auch von mir ein Willkommen im Forum.


    "...Nun will auch noch die Anstalts-Ärztin (die hat noch nicht mal ein Diplom geschweige denn einen Doktortitel) ihm die Schmerzmittel vorenthalten..."

    sie will vorenthalten, schreibst du. Sie hat also noch nicht? Oder wie ist deine Bemerkung zu verstehen? Ich vermute, sie will deinen Freund "umstellen" .Also von den - von anderen Ärzten - bisher verordneten Medikamenten wegbringen und auf andere einstellen . Das ist ein ganz normales Vorgehen. Jeder Arzt hat seine eigene Erfahrungen gemacht , hält jenachdem dieses oder eben ein anderes Medikament oder Behandlung für besser, verträglicher, aussichtsreicher.

    Ich wurde immer und bei jedem Arztwechsel auf neue Medis eingestellt. Die Medis aus dem Krankenhaus nach einer OP hat mir der weiter behandelnde Arzt z.B. noch nie (!) weiterverschrieben.

    Ich kann verstehen, dass du dich um deinen Freund sorgst. Aber wie überall muss sich die Küche erst auf den "Diabetiker" einstellen. Gib denen ein, oder zwei Tage. Dann klappt das ganz gut, wirst sehen. Du schreibst heute, dass er vor einer Woche rein ist und gestern hast du einen Brief bekommen, in dem er dir das schreibt. Er kann dir also nur von seinen ersten ein, zwei, Tagen berichtet haben. Inzwischen hat er sicher das auf ihn zugeschnittene Essen.


    Wie kommst du darauf, dass in einer JVA eine Ärztin ohne "Diplom " oder "Doktortitel" behandeln darf??

    Ironie an: hat sie keins an der Wand vom Behandlungszimmer hängen - oder woran hat dein Freund das erkannt? Ironie aus


    Versuche ruhiger zu werden, wird sich alles finden. Die erste Zeit ist schlimm - wird aber besser

    LG

  • Wie kommst du darauf, dass in einer JVA eine Ärztin ohne "Diplom " oder "Doktortitel" behandeln darf??

    Ironie an: hat sie keins an der Wand vom Behandlungszimmer hängen - oder woran hat dein Freund das erkannt? Ironie aus

    Nein, diese Information habe ich von der Website der JVA. Jeder Arzt mit einer weiteren Qualifikation oder Doktorgrad nutzt die Betitelung zumal wenn es um seine berufliche Reputation geht. Im übrigen ist der längjährige Hausarzt meines Kumpels seit langem mit den Beschwerden vertraut und er selber ist Lehrarzt an der Uni, also nicht irgend ein Neuling.

    Achja, einen wichtigen Aspekt habe ich vergessen zu erwähnen: mein Kumpel ist stark manisch-depressiv, sprich bipolar. Für ihn werden sich akso 100%ig die Symptome im Knast verstärken und kein Arzt kann sich über eine langjährige Medikamentation hinwegsetzen, welche über lange Zeit Erfoge erziehlt hat. Ich weiß dass er öfter suizidable Absichten hat und diese werden im Knast garantiert nicht weniger. In sofern lasse ich Deine Argumentation nicht gelten.

    Zudem bin ich der Meinung dass er zumindest in ein Haftkrankenhaus gehört und nicht in eine normale Haftanstalt. Wenn man ihm nicht sogar Haftunfähigkeit feststellen müsste.

    Ich kann verstehen, dass du dich um deinen Freund sorgst. Aber wie überall muss sich die Küche erst auf den "Diabetiker" einstellen. Gib denen ein, oder zwei Tage. Dann klappt das ganz gut, wirst sehen. Du schreibst heute, dass er vor einer Woche rein ist und gestern hast du einen Brief bekommen, in dem er dir das schreibt. Er kann dir also nur von seinen ersten ein, zwei, Tagen berichtet haben. Inzwischen hat er sicher das auf ihn zugeschnittene Essen.

    In einer JVA mit eigener Küche und fast 700 Insassen, wird er nicht der einzige Diabetiker sein, wo soll also das Problem liegen vom ersten Tag an entsprechende Diabetiker Kost anzubieten.

  • Ich glaube nicht , das man dir hier wirklich helfen kann.

    Ist halt ziemlich einseitig , und man müsste beide Seiten wissen , um sich ein Urteil bilden zu können .

    Von meinem Mann weiss ich , das er auch seine eigenen Medikamente nicht nehmen darf , aber gleich am ersten Tag zum Arzt musste und ihm dort Medikamente mit gleicher Medikation gegeben wurden.

  • Der Dr. Titel eines Arztes hat meiner Meinung nach wenig Aussagekraft. Das heist nur das er oder sie sich mal mit einen Thema ausfuehrlich beschaeftigt hat, und vielleicht auch mal in einem Bereich was neues gemacht (geforscht) hat. Fuer die Behandlung von Patienten hat dies wenig bis gar keinen Einfluss. Es ist halt (leider) immer noch ueblich das fast jeder Arzt eine Dr. Arbeit schreibt. Man kann uebrigens grundsaetzlich Arzt sein und praktizieren ohne einen Dr. Titel zu haben, nicht nur in einer JVA

  • Dein Kumpel könnte versuchen, ins Substitutionsprogramm zu kommen.

    Krank im Knast ist richtig heftig, hab mehr als genug mitbekommen (bei meinem Freund) - ich kann gut nachempfinden, welche Sorgen du dir machst.....

    Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.

    [Abraham Lincoln]

  • sorry aber weil jemand manisch depressiv ist ist jemand nicht haftunfähig. Das wäre ja ein freifahrtschein für viele.

    Und wenn er suizidgefährdet ist dann besteht die Möglichkeit dass er nicht allein auf Zelle ist bzw.ist sogar sowas wie Pflicht. So war das bei meinem Freund.


    Und aufgrund von normaler Marmelade bekommt er kein Hypoglykämischen Schock,wenn dann Hyper

    Wenn er Typ1 Diabetiker ist muss er sich ja eh dementsprechend Insulin spritzen.

    Und bei Typ 2 hat einen ne

    Marmelade noch nicht umgebracht

    LG

    Schnickschnack

  • Dein Kumpel könnte versuchen, ins Substitutionsprogramm zu kommen.

    Krank im Knast ist richtig heftig, hab mehr als genug mitbekommen (bei meinem Freund) - ich kann gut nachempfinden, welche Sorgen du dir machst.....

    Danke für Deinen Tipp, ich werde das mal meinem Kumpel zu Gemüde führen.

    Und ja, ich weiß wie er sich schon vorher gequält hat, ganz zu schweigen vom jetzigen Zustand.


    An alle anderen, alles was Ihr schreibt könnte vom Anstaltsleiter kommen, ich finde jedenfalls nichts wie man gegen die bestehenden Missstände ankämpfen kann.


    Nochmals zur Arztthematik, ich hatte nicht umsonst geschrieben: Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe!

    Meine persönlichen Kriterien für ein Arztwahl sind 1. Erfahrung (also mögl. mehr als 30 Jahre praktizierend) und eine Dissertation in einem für mich relevanten Bereich.

  • Mehr als 30 Jahre Erfahrung?

    Das finde ich nun auch schon echt krass... Also stellen Dich dann auch keine Firmen ein weil Du noch nicht genug Erfahrung in deinem Beruf hast??


    Dann gibst Du KEINEM Arzt die Chance auf den Beruf und so kann er auch keine Erfahrung sammeln..


    Für mich eine sehr fragwürdige Einstellung..

    Jeder bekommt nur das Päckchen auferlegt, welches er auch tragen kann...

  • Ja und nein, ein Arzt mit 2jähriger Berufserfahrung kannn von mir aus gerne praktizieren, aber ohne mich. Ich behalte mir das Recht vor mir kompetente Ärzte auszusuchen.

    Aber bitte lasst doch die Diskussion über Ärzte, das ist hier nicht zielführend und verwischt mein Anliegen. Danke!

  • Recht haben und Recht bekommen sind immer zweierlei.


    Ich kann Die nur sagen dass vieles garnicht bei den Ärzten ankommt weil es schlichtweg nicht in den Akten steht.


    Mein Mann hat ein Alkoholproblem und irgendwann nach Monaten erzählt er das der Ärztin und diese war schockiert dass es nicht in der Akte steht und hat ihm sofort die nötigen Medikamente verschrieben.. es wohl kälter Entzug gerade bei Alkohol tödlich enden kann.


    Sind denn alle also ALLE Bescheinigungen und sowas alles schon in der JVA angekommen? Erzählen kann da drin auch jeder viel um ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen, ohne böses unterstellen zu wollen.


    Wo ich ganz bei Dir bin ist eben dass Willkür in JVAs existiert!! Allerdings kann man da nur direkt als Insasse etwas tun, er sollte sich vielleicht mal etwas intensiver mit der oder dem Sozialarbeiter*in unterhalten, die kennen meist ein paar Möglichkeiten.. so ist es jedenfalls bei meinem Mann, die Sozialarbeiterin dort ist ganz toll.


    Mehr kann ich Dir nicht raten weil ich dahingehend keine Erfahrung habe.

    Jeder bekommt nur das Päckchen auferlegt, welches er auch tragen kann...