Ritterblut - Verliebt in einen Knacki

  • Ich bin letzte Nacht zufällig an diesem Dokumentarfilm hängen geblieben.


    Marion liebt Rudi. Das Problem: Rudi ist im Gefängnis. 23 Jahre seines Lebens hat er wegen Totschlags und Bankraubs hinter Gittern verbracht. Kann Liebe Berge versetzen?


    https://www.ardmediathek.de/sw…3ci5kZS9hZXgvbzExMDI3MTg/


    Ich fand diesen Film sehr .. spannend, bewegend und zugegeben, auch irritierend. Und er hat mich nachdenklich gemacht.


    Besonders interessant vielleicht für die Leute hier die ihren Schatz vor der Haft noch nicht sehr lange kannten oder in Haft erst kennenlernten.

    Er könnte allerdings auch Ängste triggern, mich zB beschäftigt er immer noch.


    Falls ihn sich jemand ansieht, ich fände einen Gedankenaustausch dazu (dann vielleicht in einem separaten Thema, Maxi?) nicht schlecht.

    I am with you, til the end oft the line. - Captain America -

  • Hi Fraggle!


    Ich kenne die Doku und fand sie auch ziemlich bedrückend.


    Letztlich ist es aber auch nur eine Geschichte von vielen.


    Und es gibt auch Beziehungen die funktionieren, aber die polarisieren natürlich nicht so schön,oder bedienen nicht die gängigen Klischees.


    Lass dich davon nicht runter ziehen.


    Liebe Grüße!


    Frauke

  • Ich kenne die Doku (ist aber schon ne Weile her, als ich sie gesehen habe) und weiß nicht recht, wie ich sie finden soll.... was mich auf jeden Fall genervt hat, war das Verhalten von Marion und deren Umgang mit ihrem Partner.... Die hat sich teilweise aufgeführt wie Tante Pruseliese. So von oben herab und bevormundend.

    Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.

    [Abraham Lincoln]

  • Genau so hab ich's auch empfunden, merksmal.


    Sie hat ermahnt, er hat sich verteidigt. Oder sie hat ihn gelobt, was aber irgendwie auch schräg wirkte. Da war null Augenhöhe bei den beiden. Er wirkte wie auf Besuch und sie forderte ständig was, war dabei aber konsequent inkonsequent. Dadurch kam sie sehr bedürftig rüber. Und er auch, aber anders. Und so ohne ... ich kann's schwer beschrieben, ohne große Motivation und Initiative.


    Die beiden wirkten auf mich auch viel älter als sie tatsächlich waren. Kein Spaß, kein gemeinsam, abgesehen von kochen und spazieren gehen.


    Ich fand diese Doku war ein super Beispiel dafür wie mans nicht machen sollte. Also, ich möchte das so nicht haben. Keine der beiden Rollen.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen das sie sich wohl gefühlt haben mit der Situation.

    I am with you, til the end oft the line. - Captain America -

  • Hab mir die Doku heute nachmittag angeschaut...und sehe das nicht so...

    für mich hat sich die Marion nicht von oben herab verhalten....eher fast schon zu fürsorglich...und natürlich auch bervormundend aber das hat er auch gebraucht...nur hat es nicht immer wirklich was gebracht...

    und klar sie war inkonsequent aber weil sie ihn nicht hängenlassen wollte...dann wäre er nämlich völlig abgerutscht und hätte seine Sucht nicht nur verlagert...

    Für mich war der Mann nicht wirklich einsichtig...hat seine Probleme etwas runtergespielt...

    Aber da sieht man das Dinge unterschiedlich ankommen...

  • Ja und damit war genau das passiert was vor der Anhörung vom Anwalt und so wie ich's verstanden hatte auch in der Anhörung vom Richter befürchtet wurde.

    Das sie da in eine Verantwortung kommt ihm gegenüber die sie nicht leisten können wird. Schon gar nicht ohne Hilfe.


    Klar konnte sie ihn nicht rauswerfen, weil abzusehen war das er dann abstürzen wird. Aber andererseits, wie weit steht man "in der Pflicht" wenn sich der Partner so gar nicht an Absprachen hält? Wann und wie zieht man da eine Grenze?


    Es ist sicher sehr sehr schwer, für beide.

    Und wenn ich das Ende richtig verstanden habe, was ja nicht wirklich ein Ende war, ist er irgendwann dann tatsächlich ausgezogen dort. Weil es eben nicht so glatt funktionierte wie sie es sich gewünscht hätten.


    Dieses fürsorgliche ... ich fand sie agierte eher wie seine Mutter als wie ne Partnerin auf Augenhöhe. Mag sein das er das brauchte aber, ist sowas eine echte PARTNERschaft?

    I am with you, til the end oft the line. - Captain America -

  • Du hast völlig recht (Fraggle) mit dem was du schreibst...nur ist es eine ganz schwierige Gratwanderung ....Sie war an vielen Stellen mütterlich...aber ich glaube das er das an manchen Stellen auch gebraucht hat...

    Glaube das ich ein ähnlicher Typ bin....und da kann man manchmal schlecht aus seiner Hand...

    Sie kannten sich auch nicht wirklich lang oder haben sich auch nur unter erschwerten Bedingungen kennengelernt.... eine wirkliche Partnerschaft müssen sie sich erst aufbauen....und da sind die getrennten Wohnungen zum Schluß vielleicht sogar hilfreich...

  • Ich hatte mir gestern auch die Doku angeschaut und hatte den Eindruck, dass er von mehreren Stellen Hilfe gebraucht hätte... Er saß ja auch eine sehr lange Zeit und musste sich erst mal wieder in der Freiheit zurechtfinden...


    Ich hatte den Eindruck sie ging viel zu blauäugig in die ganze Situation rein ... bekam dann Angst, dass es doch nicht so läuft wie vorgestellt und war daraufhin etwas überfordert. Das war auch dann meiner Meinung nach der Grund wieso sie sich ihm so gegenüber verhielt.


    Die Geschichte bringt mich jetzt auch bisschen zum nachdenken ... also wie man sich in so einer Situation seinen Partner gegenüber richtig verhält...


    Liebe Grüße

  • Ich fand sie jetzt nicht unbedingt "bemutternd". Sie ist eben mit völlig falschen Vorstellungen in diese Beziehung gegangen und gerade im Bezug auf die Suchtproblematik war sie doch sehr blauäugig.

    Dass sie dann in ihrer Hilflosigkeit manchmal bevormundend reagiert hat, kann ich schon nachvollziehen.

    Fakt ist, dass man solche Probleme nicht alleine bewältigen kann und unbedingt Hilfe von außen braucht! Auch kann man nicht erwarten dass jemand, der so lange gesessen hat und dessen Leben vorher durch Alkohol usw. bestimmt war, innerhalb eines Jahres nach der Entlassung alles komplett im Griff hat.

    Ich wünsche den beiden, dass ihnen der räumliche Abstand geholfen hat und sie sich Hilfe gesucht haben!

  • Hallo, nun habe ich mir die Doku auch angesehen!

    Ich fand auch nicht das sie ihn bemuttert hat, ganz im Gegenteil ich fand sie sah die Situation sehr realistisch, Und hat ein festen Standpunkt vertreten den ich gut verstehe! Das sie das überhaupt so mit gemacht hat das er getrunken hat obwohl sie das ja nicht mehr dulden wollte! Ich hoffe auch für die beiden das sie eine gemeinsame Zukunft haben wenn sie getrennte Wohnung haben, obwohl ich denke das er dann eher mehr zum Alkohol greift weil er dann Ja immer ein Flucht Ort hat! Für sie wird es besser sein und ich denke für ihn eher nicht