An so manchen Tagen

  • So Tage wie der heute, oder gerne auch die ganze Woche.

    Ich bin krank, nicht so richtig mit Rotze und so aber ich fühle mich matt, abgeschlagen.. müde.. will einfach nur im Bett sein.

    Warum ich es nicht machen kann? Ich habe hier zwei Kinder zu Hause, ich bin Mutter von zwei wundervollen Jungs, die auch nicht krank und nicht gesund sind.

    Ich habe keine Kraft mich mit ihnen zu beschäftigen, es wird wegen jeden Kleinkram gemeckert und gezankt.


    Diese Tage an denen es zu viel ist alleinerziehende Mutter zu sein an solchen Tagen möchte ich ihn hassen.. dafür dass er ein paar Minuten nicht er selbst war.. keine Kontrolle über sein Händeln.. und somit fünf Leben zerstört hat.. ein Leben kehrt nicht mehr zurück.. eines sitzt wohl jeden Abend vorm Fenster und sieht durch die Gitterstäbe die selbe Sonne untergehen wie das dritte.. während das vierte und fünfte schon fast ganz fest in Lummerland liegen...


    Ich kann nicht hassen.. Hass macht Herzen böse, kalt.. traurig.. doch traurig von ich auch so..


    Wie es wohl wäre wenn wir gemeinsam die Kinder abends ins Bett bringen könnten.. ohne diese Einsamkeit.. an die man sich schlichtweg auch gewöhnt.. die einen aber trotzdem immer wieder überfällt..

    Der beste Freund, der Gesprächspartner..


    Stattdessen jage ich mitten in der Nacht wütend den Geist des Lebens aus dem Kinderzimmer welches nicht wiederkommen kann.. weil einer der zwei so unruhig schläft.. gruselig dass die folgenden Nächte entspannter sind..

    Sei da, als Sonnenstrahl, als Regentropfen oder als Wind.. aber bitte nicht wenn sie schlafen und dadurch unruhig werden.. ich brauche ihn auch.. den Schlaf.. ich muss doch fit sein ... und stark.. für die beiden.. nur für sie.. und auch ein bisschen für mich.


    Das wird jetzt ganz lange so sein.. zu lange..


    Romantisch ist sie, die Vorstellung dass in dieser Zeit noch ein Wir exestiert.. niemand glaubt dass es möglich ist.. weder Freunde.. noch Bekannte.. noch irgendeiner hier, dort wo ich einen Platz in der Gesellschaft gefunden habe mit der keiner in Berührung kommen möchte.. er aber dazu gehört.. weil die Gesellschaft diejenigen macht.. die damit in Berührung kommen..


    Ich habe in vielen alten Beiträgen gelesen wie es nach der Haft zu Ende ging.. aus unterschiedlichen und meist denselben Gründen.. ein paar Jahre.. und bei uns? Mindestens 15 Jahre.. wie soll das funktionieren? Kann es funktionieren?? Ich hätte gerne jemand der in meiner Situation ist und es geschafft hat diese endlos scheinende Zeit hinter sich gebracht hat.. doch ich bin hier zwar eine unter vielen aber eben irgendwie die eine welche..


    Ich möchte sie nicht sein, ich hätte gerne die Zeit bald oder längst hinter mir.. ich bin nichts besonderes.. ich bin zu bedauern.. doch das will ich auch nicht.. ich bin unglaublich gewachsen, habe diese Aufgabe angenommen, Tage diese Tasche.. zum Glück ist sie mittlerweile ein Rollkoffer.. das geht leichter..


    Meine Elternzeit ist bald um.. ich habe keine Ahnung wie es weiter gehen soll.. ich bin allein hier in Berlin.. kann meine Kinder nicht kurz oder spontan irgendwo hingeben.. ich gehe kaputt an dieser Existenzangst.. ich bin die letzte in der Nahrungskette.. alleinerziehende Mutter.. bald ohne Job?.. es ist zu schaffen.. zu welchen Preis? Selbstaufgabe? Eine Tatsache die ich auch ihm zu verdanken habe.. ich habe mich nicht darauf vorbereiten können.. diese Entscheidung wurde mir aufgezwungen.. ich habe mich nicht getrennt oder wurde einfach verlassen.. es ist von heute auf morgen passiert.. ein Blitz, ein Donner.. ein Tornado.. alles kaputt..


    Ich bin stolz auf mich, bin endlich in der Mutterrolle angekommen.. ich weiß dass ich mich nur auf mich verlassen kann, das macht es leichter als zu hoffen und das umsonst..


    Doch wenn es mir dreckig geht, an Tagen wie heute.. da möchte ich sauer sein.. bin aber traurig dass er nicht da ist.. und weiß nicht wie es weiter gehen soll..

    Jeder bekommt nur das Päckchen auferlegt, welches er auch tragen kann...

  • Ach Steffi , ich kann mich gut in dich rein versetzen. Manchmal wächst es einem alles über den Kopf .

    Bei uns sind es zwar "nur" 2,5 Jahre , aber diese Momente , wie du sie schilderst , kenne ich zu gut.

    Irgendwie müssen wir da durch.


    Musst / willst du denn unbedingt in Berlin bleiben ?

    Du hattest zwar mal geschrieben , das du zurück nach mc Pom bist , und danach wieder zurück nach Berlin , aber vllt wäre es doch eine Alternative , erst mal zurück in die Heimat , wo die Familie ist ?


    LG Josi

  • Liebe Josi,


    ja, es es wäre wohl schön wieder bei meiner Familie zu sein. Fakt ist aber dass es dort weitaus komplizierter wäre als hier zu bleiben. Ich müsste einen Führerschein machen um überhaupt zur Arbeit zu kommen sollte ich was kompatibles finden.

    Meine Familie hat eben auch ihr eigenes Leben, den eigenen Alltag und angesichts der Tatsache dass meine Kinder ihren Papa haben sollen und dann ein- bis zweimal im Monat für eine Stunde nach Berlin zu fahren wäre noch viel aufwendiger als hier mit den Öffis zu fahren.

    Außerdem fühle ich mich hier einfach mehr zu Hause als in der Heimat. Nun sind es bald 9 Jahre und diese nur 9 Jahre haben mich hier so gefestigt.. das kann ich nicht ignorieren.

    Auch für die Jungs gibt es hier viel mehr Möglichkeiten was später die Schulen betrifft, ob es nun Musik- ode Sportschule oder weiß ich was werden wird..

    Ich habe viel gezeichnet.. ich hätte damals für die Kunstschule nach Anklam genusst.. abgesehen davon dass meine Eltern nie das große Geld hatten..


    Ich bewahre mir mein kleines Fleckchen Idylle für meine, unsere, Auszeiten.. wie die erste April Woche, wenn die Jungs und meine Mama Geburtstag haben.


    Was allerdings in ein paar Jahren ist, wo ich gerade ernsthaft überlege den Führerschein zu machen, womit ich wohl restlos überfordert sein werde, das kann auch in der Hinsicht keiner sagen.


    Weißt Du, auch wenn es vielleicht etwas falsch rüber gekommen ist hier, jede Zeit ist schlimm.. auch ein halbes Jahr ist für diejenigen, die es betrifft, eine Katastrophe.. denn ich habe es schon öfter zum Ausdruck gebracht, jeder geht mit gewissen Situationen anders um. Jeder muss sehen wie er sein Päckchen tragen muss..

    Jeder bekommt das auferlegt was er tragen kann.. sollte es wahr sein bin ich wohl echt zu bewundern.. aber eigentlich auch nicht. Egal!!


    Gerade bei SeinEngel, die ja nun fast die Zeit hinter sich gebracht hat wie ich gelesen habe.. sie läuft auf dem Zahnfleisch.. je näher das Ende, desto schlimmer..

    Ist jetzt vielleicht ein sehr plumpes Beispiel.. aber wenn man sich eeewig das Pinkeln verkneifen muss und dem Klo immer näher kommt ist die Wahrscheinlichkeit sich direkt vor der Toilette in die Hose zu machen sehr groß.. also so sind meine Erfahrungswerte 🙈

    Jeder bekommt nur das Päckchen auferlegt, welches er auch tragen kann...

  • hallöchen 🙋


    Also das mit den kiddis kann ich so sehr nach voll ziehen 🙈 manche Tage sind sooooo anstrengend alleine, vorhin durfte ich Erbrochenes weg wischen, weil mein kleiner solange Hustet bis es soweit ist 😑

    Wenn er kränkelt ist es mega anstrengend. Der große ist wahnsinnig Vor pubertär, musste mir vor 2 Tagen sagen lassen ich zerstöre sein Leben weil er "nur 2 stunden" täglich an seine zocke darf und da bin ich schon sehr großzügig. 😒

    Dann unser Hund der der Meinung ist sämtliche Türen zu "zerbomben", ja genauso macht er es, weil er nicht alleine sein kann, ja und unser Zaun im Garten hat den letzten Sturm nicht überlebt. Also einiges was ganz alleine an mir hängen bleibt, plus die alltäglichen Probleme die man so hat, das wächst einem an manchen Tagen über den kopf. 😞

    Hut ab an alle Alleinerziehenden ☝

    Ich wüsste nicht wie es ist Jahre auf meinen Mann zu warten, keine Ahnung, ehrlich gesagt mag ich mir das auch nicht vorstellen, mir reichen die 8monate vollkommen, daher auch da meine große Bewunderung an alle euch die das so lange durchhalten! 💪


    Aber ich versuche mir immer zu sagen man wächst an seinen Aufgaben und manchmal klappt es sogar 😁


    Haltet weiter durch und ein schönes Rest we an alle 🙋

  • Heureka ... Husten bis zum Erbrechen.. hier auch sehr oft die erste Wahl... 😥


    ... und die Liste wird mit abarbeiten ja nicht kürzer.. ich hoffe so sehr dass meine Waschmaschine noch eine ganze Weile macht.. sie ist 11 Jahre alt, hatte mal 2 Jahre Pause bis sie nach Berlin hinterher gezogen ist.. aber vom Stehen wird sie ja nicht jünger.. also das wäre derzeit mein worst case.. und es sind so viele andere Dinge.. am meisten beschäftigt mich eben die Sache mit der Arbeit.. denn es werden ja auch nicht nur meine Kinder öfter mal krank.. man selbst steckt sich ja auch an ectpp...


    Allerdings sage ich auch immerwieder dass ich nicht wüsste wie ich ohne die Jungs reagieren würde.. Kinder machen das Leben komplizierter aber auch in gewisser Weise einfacher.. sie rauben einem die Kraft die sie einem auch geben.. wir sind so viel ärmer aber auch um so vieles reicher..


    Der Weg ist das Ziel!! :streichel:

    Jeder bekommt nur das Päckchen auferlegt, welches er auch tragen kann...

  • Hey Love,


    fühl Dich erstmal fest gedrückt :knuddel:


    Ich finde Deine Zeilen sehr berührend, Du sprichst das aus was ich dachte, mich aber nicht getraut hätte es zu formulieren. Ich sehe es wie Du, Du bist die "eine Besondere", aktuell die mit dem schwersten Päckchen hier, die mit dem traurigen Rekord an Jahren die vor Dir, euch liegen.


    Aufmunternde, tröstende Worte bleiben mir da irgendwie in den Tasten hängen, wirken wie Floskeln. Und Floskeln mag ich nicht.

    Deshalb ganz frei heraus, ich wüsste auch nicht wie ich damit fertig werden, wie es gehen sollte. Ganz ehrlich nicht.


    Ja, jede Haft ist schlimm und jede Zeit, sei sie noch so kurz, kann sich quälend lang anfühlen. Aber ein paar Monate sind greifbar, zwei, drei, sogar vier Jahre auch noch irgendwie überschaubar.


    Man reift in dieser Zeit aber man verändert sich nicht völlig.

    Schau ich heute aber zurück, wie war ich vor fünfzehn Jahren, das ist schon ein gewaltiger Unterschied zu jetzt. Und nein, nicht nur optisch, auch was meine Ansichten betrifft.

    Ich habe andere Wünsche als damals, bin gelassener aber auch desillusionierter, entspannter aber auch energieloser, ... bin eben eine ältere Version von der, die ich damals war.

    Vor allem aber, ich befinde mich in einem anderen Lebensabschnitt. Was mir heute wichtig ist war es damals nicht und was damals Priorität hatte würde ich heute nicht mehr leben wollen.


    Alles hat seine Zeit, sagt man. Und je älter man wird umso mehr begreift man das da tatsächlich was dran ist. Und selbst die jung gebliebenen und immer noch coolen (zu denen ich mich natürlich auch zähle) stellen in Gesprächen mit Leuten der next Generation fest das man eben doch ... hust ... gealtert ist.


    Diese enorme Zeitspanne zu überblicken und vor allem zu durchschreiten, ohne das sich dieser eine Umstand - Mann in Haft - ändert, das ist ein Mammutprojekt.


    Ich weiß nicht wie man es richtig anpackt.

    Ich denke ich würde es mit einer Mischung aus abgrenzen und Nähe bewahren versuchen.

    Den Mann weiterhin als meinen Partner an meiner Seite zu sehen, ihn imaginär immer dabei zu haben, über diesen langen Lebensabschnitt, ich fürchte daran geht man kaputt. Ich denke man muss abschließen, mit dem Leben das man geplant hatte. Um das Leben das man stattdessen bekommen hat leben zu können.


    Ich würde wohl versuchen ihn als Freund zu sehen, als Verwandten, zu mir und meiner Geschichte gehörend und auch präsent soweit möglich - aber eben doch schon abgegrenzt von meinem Leben. Und so traurig es ist, auch von meinem Herzen und meinen Gedanken.


    Ich ziehe meinen Hut vor Dir, Love, das Du es anders versuchst. Und ich wünsche Dir von Herzen das Du Deinen Weg finden wirst und Dir das gelingt was Du Dir wünschst.


    Vielleicht ist der Schlüssel zum klar kommen auch nicht zu weit voraus zu denken. Sondern einfach ein Jahr nach dem anderen zu leben, alles fließen zu lassen, einfach zu schauen wie alles kommt und das zu tun was sich gerade jeweils am besten anfühlt.


    Und sich dabei selbst nicht aus dem Blick zu verlieren.

    Ich weiß, es ist leicht gesagt, als Mutter von zwei kleinen Kindern gibt es nicht allzu viel von einem selbst, erst recht nicht wenn man allein erziehend ist und keine Unterstützung hat.

    Aber auch das wird sich ändern. Deine Jungs werden größer, in ein paar Jahren gibt es viele der Sorgen von heute nicht mehr. Und Du wirst dann auch wieder mehr Raum für Dich selbst haben.


    Und den zu nutzen, das solltest Du Dir unbedingt zugestehen. Egal wie das dann auch aussehen mag.

    Denn es ist auch Dein Leben, Love.

    I am with you, til the end oft the line. - Captain America -

  • Guten Abend Lovegoeson,

    also eigentlich hat Fraggle schon alles wunderbar zum Ausdruck gebracht, was mir bei deinen Zeilen so durch den Kopf geschossen ist! Wir können rückwirkend nichts mehr ändern (auch wenn wir es noch so gern würden), wir können nur schauen, wie es weitergeht!


    Ich habe gerade wieder letztends einen Spruch gelesen (und ja, zur Zeit bin ich für so etwas sehr empfänglich!) - aber auch darin finde ich ab und an meinen Trost

    Es gibt Menschen, die haben für immer einen ganz festen Platz in meinem Herzen.

    Sie bleiben selbst dann fest verankert, obwohl man sie gar nicht mehr um sich hat.

    Das nennt man wohl Mietrecht auf Lebenszeit.


    Natürlich ist dies bei einem Lebenspartner noch etwas anders, als wenn es das eigene Kind ist. Aber egal, man muss sich gegen so viel "verteidigen"........soll man denn jeden, der eine Strafe zu verbüßen hat, aus seinem Herz reissen?

    Bringt es denn wirklich soooo viel - diese unsere Justiz?

    In den wenigsten Fällen ist eine Haftstrafe wohl so abschreckend, dass eine Wiederholungstat ausscheidet. Und dann dieses Hierachiegebarden von den Gefangenen..................da ist diese Straftat "besser" wie eine andere.


    Ach, ich schweife ab - Hut ab vor dir Lovegoeson, deine Söhne können stolz sein, so eine wundervolle Mutter haben zu dürfen. Und glaube mir - sie werden es in einigen Jahren aus so sehen!


    Liebste Grüße

    Herzschmerz

  • Fraggle , ganz tolle Worte von Dir, Dankeschön!!


    Ich kann dazu nur noch sagen dass ich definitiv mein Leben leben und natürlich ist er immer ein Teil davon, nicht nur wegen der Kinder sondern weil er für mich trotz allem ein ganz wertvoller Mensch ist.


    Ich stehe ja immernoch vor dem Thema der Scheidung.. sie ist unausweichlich, denn bei all dem was er auch im Vorfeld gemacht hat, auch wenn die Absicht nicht böse war und die Liebe immer echt, tut es weh diese Ehe auf einen kleinen aber bedeutenden Haufen Lügen geschlossen zu haben ...


    Solange mein Herz da aber noch ein Wörtchen mitreden kann werde ich diesen Schritt nicht gehen können aber sollte es so sein wird wohl dieser Vorgang der Abgrenzung begonnen haben.. diesen Schritt kann ich aber noch nicht gehen.. und ehrlich.. ich hab ja n "bisschen" Zeit..


    Ich werde sehen was für mich der richtige Weg ist denn wie du schon sagst, von Jahr zu Jahr denken ist besser als in weiter Zukunft schauen zu wollen.


    Wir gehen da beide an sich sehr realistisch heran und uns beiden ist bewusst dass hier draußen für mich eine Menge passieren kann.


    Die Zeit wird es zeigen.


    Allen anderen natürlich auch ganz lieben Dank für die lieben Worte, für etwas für das man eigentlich keine Worte hat.

    Ich habe eine sehr tolle Freundin in der Heimat, wir sind gemeinsam viel Achterbahn miteinander gefahren und sie hat auch keine richtigen Worte dafür aber sie lässt mich machen und ist einfach da.


    Ihr seid auch irgendwie alle einfach da, Dankeschön dafür!:knuddel:

    Herzschmerz


    Selbst wenn man es wollen würde.. es würde nicht gehen.. jeder Mensch der positive Spuren auf unserer Seele hinterlassen hat wird wohl für immer in unserem Herzen wohnen.. und das kann manchmal auch nur jemand sein den man nur einmal kurz im Leben begegnet ist, je nachdem wie intensiv diese Begegnung war.


    Ich glaube aber auch dass es viel schwerer ist sein Kind los zu lassen als einen Partner, den hat man sich ja ausgesucht.. die eigenen Kinder sind das eigene Leben..

    Ich bin ehrlich, ich habe Angst davor was meine Jungs mal anstellen könnten.. aber das wird auch nur die Zeit zeigen.


    Sei lieb gegrüßt!!

    Jeder bekommt nur das Päckchen auferlegt, welches er auch tragen kann...

  • hallo love,



    kann deine Zeilen so gut nachempfinden....man geht Tag für Tag durch so unterschiedliche Gefühlslagen...Zweifel...und muss mit vielen Fragezeichen leben...

    Unsere Männer leben in einer vorgegebenen Struktur wir dagegen müssen uns jeden Tag anderen Herausforderung stellen...wenn man denkt man hat es jetzt...kann einen ein kleines Ereignis schon aus der Bahn bringen...

    Und das Leben hat soviel zu bieten...lässt man sich darauf ein..geniesst sein Leben ...habe ich am Abend manchmal eine Form vom schlechten Gewissen und denke traurig an meinen Mann...jetzt sind wir aber erst am Anfang....

    Das macht mir Angst und Zweifel an manchen Tagen...das ich nicht stark genug das ganze durchzustehen....

    Deshalb kann ich meinem Mann auch nur eins Versprechen momentan..das ich ihm immer als Freundin zur Seite stehen werde..ob ich das als Frau schaffe kann ich heute nicht sagen...den das wäre nicht Ehrlich...


    Und klar als alleinerziehende gibt es viele Herausforderungen...war Jahre mit meinen 3 Kindern aus erster Ehe allein...bei der Trennung waren sie 12,6,3 gestern ist meine Jüngste 19 geworden...und ich kann sagen man ist oft Schwach und fühlt sich am Limit...aber wenn ich meine Kinder anschaue sind sie das Beste was mir passiert ist im Leben...die können einen aus so Stark machen...und wenn es einem nicht gut geht...kann das lächeln deines Kindes so heilend sein...


    Glaub mir alles wird sich schon finden...du schaffst es...Denk Tag für Tag den wir können eh nicht alles Planen...ich kann auch verstehen das du in Berlin bleiben möchtest..den Familien kann Dinge einfacher machen aber auch schwieriger...dann wird man auch bevormundet..mir ist ein guten Stamm an guten Freunden wichtiger...auch wenn ich meine Familie liebe aber eben mit Distanz...


    Es wird alles gut...auch wenn nicht jeder Tag rosig ist....Drück dich

  • Hallo Lovegoeson

    Ich kenne das auch ,die Tage wo man wütend ist,auf den Partner,dass Gefühl allein zu sein,wenn Probleme kommen,die Jungs nach Papa fragen,die Kinder mal Krank sind ,Tage wo alles drunter und drüber geht ,oder auch schöne Tage wo er einfach fehlt und verpasst.Die Nächte die man nicht schlafen kann ,wo man sich Sorgen über alles macht ,wie alles weitergeht.Wir draussen als die Familien haben viel zu stemmen,wir Mamas sowieso( Frauen sind ja der stärkere Part😉).Gedanken wie du,hab ich auch.

    Wie es wäre wenn,kids zusammen ins bett bringen u.s.w.auch die Einsamkeit niemand da der Freude und leid teilt,alles allein meistern müssen,durch die Kinder muss Frau stark sein,auch wenn man manche Tage einfach nur funktioniert,egal wie es einem geht.

    Klar auch Gedanken wie es danach sein wird ,stellt man sich.

    Ich muss ehrlich sein,ob Ich ,es so wie du solange schaffen würde,weiss ich nicht ,bei uns ist es nicht so lange und,mir tut es weh,das er soviel verpasst von den Jungs.Du kannst stolz auf dich sein,egal was für einen Weg du vielleicht mal gehen wirst.

    jeder trägt sein Päckchen,und jeder muss selbst entscheiden ,was er sich zumuten kann.Ich zieh meinen Hut vor dir,das du es versuchst,und hoffe das du,deinen Weg findest,und alles genauso auch läuft.😊

  • lehapa , geschafft habe ich ja noch nicht mal ein Jahr..

    Wie hat er gestern gerechnet?

    Von mindestens 180 Monaten hat er jetzt 10 geschafft.. also noch 17x so viel.. krass..


    Ich weiß ja eben nicht was kommt.


    Was ich ihm versprochen habe ist dass ich bis zum Schluss und drüber hinweg diese eine Freundin sein werde, wer auch immer dann noch an seiner Seite sein wird..


    Diese komischen Tage werden irgendwie weniger aber gefühlt intensiver.


    Seit dem Urteil ist es auch anders, irgendwie, einfach weil man weiß woran man ist.. die Hoffnung auf eventuell doch weniger ist zersplittert und fällt somit weg. Man ist gefasster.


    Er hatte vor kurzem mal gesagt: kleine Kinder, kleine Probleme, große Kinder, große Probleme. Er verpasst viel aber in 15 Jahren ist das Leben nicht vorbei..


    Vielleicht kann er ja überwacht zur Einschulung und ist dann zum Schulabschluss frei.. wer weiß.


    Die Möglichkeiten sind vielfältig.. in 15 Jahren kann sich auch am System etwas ändern, bessern.. wie auch immer. Man weiß es nicht.. "Schaun' wir mal dann sehn' wir schon" - Kaiser Franz. xD

    Jeder bekommt nur das Päckchen auferlegt, welches er auch tragen kann...

  • Liebe Love


    Ich hab jetzt einige Zeit bei Dir still mitgelesen,weil ich auch nicht immer weiss was ich dir raten soll.

    Ich weiss aber wie man sich fühlt wenn alles über einen zusammen bricht.


    Ich bin ehrlich, ich wäre schon weg.

    Bei Dir habe ich auch das Gefühl,du wärst auch schon lange weg,wenn eben die Kinder nicht wären.

    Ich verstehe das du den Kindern nicht den Papa vorenthalten willst und umgekehrt natürlich genau so.


    Ich weiss aber auch wie es ist mit jemanden zusammen zu bleiben,der Kinder wegen oder in meinem Fall eines Kindes.

    Ich kann nur sagen, mach es nicht. Das war meine unglücklichste Zeit die ich hatte und man hält nur an etwas fest was einmal war aber nie mehr so sein wird und auch nie wieder kommt.

    Und manchmal verwechselt man auch Liebe mit Gewohnheit. Vertehe mich nicht falsch, ich will dir keinesfalls unterstellen das du deinen Mann nicht mehr liebst aber wenn du ehrlich zu dir bist ist es nicht mehr die gleiche Liebe die du mal für deinen Mann empfunden hast,weil es einfach auch nicht mehr der Mann ist in den du dich verliebt hast.


    Einerseits bewundere ich deinen Mut das du alles gibst um deine/eure Welt aufrecht zu erhalten soweit das in eurer Situation überhaupt möglich ist.Andrerseits würde ich dich gern einfach mal schütteln.

    Du bist keine schlechte Mutter oder Frau nur weil du dich entscheiden könntest dich zu trennen. Den Love du musst als Mutter noch lange funktionieren,länger als du es je als Ehefrau tun müsstest.Aber wenn du unglücklich bist,wird das nicht funktionieren. Deine Kinder sind jetzt noch klein aber irgendwann werden sie deine ganzen Ängste und Zweifel spüren. Und wenn du eines Tages wirklich mal unter der ganzen Last und unter dem ganzen Druck zusammen brechen solltest,ist niemandem geholfen,dir nicht und erst recht nicht deinen Kindern.


    Die Zeit die noch vor euch liegt ist eine halbe Ewigkeit und Zeit ist eins der kostbaren Güter die wir haben, die wir aber nicht ewig haben.

    Und es ist vergebene Lebensqualität sie zu verschwenden.


    Deshalb gebe ich dir den Rat

    werde glücklich,tue das was du für richtig hälst,egal ob du dich entscheidest bei deinem Mann zu bleiben oder nicht.

    Den in erster Linie stehst du an erster Stelle, für Dich und für deine Kinder.

    Finde einen Weg dich abzugrenzen ohne denken zu müssen das du deinen Kindern den Vater weg nimmst.

    Und vor allem habe kein schlechtes Gewissen.


    Lg Mei

  • Liebe Mei!!


    Dankeschön für deine Worte.


    Wo fange ich an?


    Natürlich ist es nicht mehr die Liebe die ich mal für meinen Mann empfunden habe denn man entwickelt sich weiter, auch in einer Beziehung und auch dann als Mensch.

    Dieses "ich liebe Dich wie am ersten Tag" finde ich immer sehr traurig.. denn, so denke ich, eine Liebe wächst doch mit dem was man sich zusammen aufbaut, mit dem was man zusammen durchlebt.

    Ich persönlich war damals, vor nun fast 9 Jahren, in diesen Mann verliebt und erst in der Beziehung wurde Liebe daraus.

    Ich bin ja auch nicht mehr die Frau in die er sich verliebt hat, das war ich vor seiner Haft schon nicht mehr.


    Ich stehe auch nicht hinten an, nicht hinter ihm, eher hinter den Jungs, Mütter wissen was ich meine.

    Die Zeit dass ich mich wirklich mal wieder um mich selbst kümmern kann ist ebenso in weiter Ferne. Aber so geht es vielen alleinerziehenden.

    Ich habe den Jungs in der Kita, dann geht's nach Hause ab rüber zum Bäcker erstmal quatschen und frühstücken, für alles andere habe ich keinen Nerv.

    Ich bin grundsätzlich nicht der Mensch der raus muss in die Welt oder weiß ich was. Ich bin sehr gemütlich. Doch spontan ist eben nicht drin weil ich Kinder habe.


    Ich habe oft geschrieben dass ich nicht wüsste wie ich reagieren würde wären die Jungs nicht, das ist wahr, aber auch ohne die Jungs ist er mein Mann, nach wie vor.. Es wäre halt nur alles nicht so einfach gewesen, einfach abhauen.. ich wäre ja arbeiten gewesen.. ich habe gearbeitet wo wir auch wohnen, DAS wäre der Horror gewesen, ich weiß nicht ob ich einfach mal so Urlaub bekommen hätte.. sicherlich.. aber es wäre im Alltag leichter, auch das mal eben einen Cocktail trinken, ich wäre einfach mit mir beschäftigt.


    Die Tatsache dass er im Gefängnis ist ändert nichts an meinen Gefühlen denn genau deswegen bin ich ja zurück gekommen.

    Ich habe ihn an diesem ersten Besuch gesehen und habe genau den Mann gesehen der er vorher war.. nur mit einer großen, schweren Laste mehr.


    Es ist doch normal dass ich ihn im Alltag vermisse, das tust Du doch auch, also deinen Mann.


    Ich bin ebenfalls sehr stolz auf ihn, dass er da drin sein Ding macht, die Jungs und mich auch so wie er kann unterstützt, sich Gedanken um uns macht, von Anfang an.. nicht wie manch anderer der mimimi macht und nicht einmal daran denkt wie es den Angehörigen darußen geht.


    So wie es jetzt gerade ist, wie ich es angehe, fühlt es sich richtig an. Deswegen mache ich mir garkeine Gedanken ob es leichter wäre dem ein Ende zu setzen.

    Außerdem wäre es zu einfach und jeder braucht jemanden der einen an die Hand nimmt. Ich möchte einfach dass meine Jungs einen halbwegs gefassten Papa haben wenn er wieder kommt.. keinen kaputten der komplett garnichts von ihnen hatte.

    Jeder bekommt nur das Päckchen auferlegt, welches er auch tragen kann...

  • Liebe love,


    Mir kam beim lesen eines meiner Lieblingsgedichte in den Sinn - hab ich zwar an anderer Stelle hier schon mal gepostet, aber ich kopiere es gerade mal hier rein:


    JA oder NEIN


    Du kannst dir nicht ein Leben lang

    alle Türen offen halten,

    um keine Chance zu verpassen.

    Auch wer durch keine Türe geht und

    keinen Schritt nach vorne tut,

    dem fallen Jahr für Jahr

    die Türen eine nach der andern zu.

    Wer selber leben will,

    der muss entscheiden:

    JA oder NEIN –

    im Großen und im Kleinen.

    Wer sich entscheidet, wertet, wählt

    und das bedeutet auch: Verzicht.

    Denn jede Tür, durch die er geht,

    verschließt ihm viele andere.

    Man darf nicht mogeln und so tun,

    als könne man beweisen,

    was hinter jeder Tür geschehen wird.

    Ein jedes JA – auch überdacht, geprüft –

    ist zugleich Wagnis und verlangt ein Ziel.

    Das aber ist die erste aller Fragen:

    Wie heisst das Ziel, an dem ich messe JA und NEIN?

    Und: Wofür will ich leben?


    [Paul Roth]


    Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.

    [Abraham Lincoln]

  • Schönes Gedicht...


    denke aber das alles zu seiner ZEIT geschieht...und ist die Zeit reif wird man sich für ein Ja oder Nein entscheiden mit seinen Konsequenzen....


    Dazu mein LIEBLINGSGEDICHT



    Charlie Chaplin als ich mich selbst zu lieben begann.

    Als ich mich selbst zu lieben begann,

    habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,

    zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin

    und dass alles, was geschieht, richtig ist –

    von da an konnte ich ruhig sein.

    Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.


    Als ich mich selbst zu lieben begann,

    konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid

    nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.

    Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.


    Als ich mich selbst zu lieben begann,

    habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen

    und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.

    Heute weiß ich, das nennt man „REIFE“.


    Als ich mich selbst zu lieben begann,

    habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,

    und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.

    Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,

    was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,

    auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.

    Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.


    Als ich mich selbst zu lieben begann,

    habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,

    von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen

    und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.

    Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,

    aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.


    Als ich mich selbst zu lieben begann,

    habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,

    so habe ich mich weniger geirrt.

    Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.


    Als ich mich selbst zu lieben begann,

    habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben

    und mich um meine Zukunft zu sorgen.

    Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,

    so lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.


    Als ich mich zu lieben begann,

    da erkannte ich, dass mich mein Denken

    armselig und krank machen kann.

    Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,

    bekam der Verstand einen wichtigen Partner.

    Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.


    Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,

    Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,

    denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander

    und es entstehen neue Welten.

    Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

    Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.

    Charlie Chaplin