Nur belastende Zeugen befragt

  • Ich habe da mal eine grundsätzliche Frage.

    Sicher sieht man viele Dinge in einem Ermittlungsverfahren aus eigener Sicht anders.

    Hier geht es um meinen Sohn und ich habe den Eindruck, das die Staatsanwaltschaft nur belastende Zeugen befragt hat.

    Komisch finde ich auch, das sein Pflichtverteidiger hier auch keine Anstalten macht um Entlastungszeugen zu finden oder zu benennen.

    Die Umstände die zur Tat geführt haben, werden nach meiner Meinung einseitig, teilweise übertrieben negativ dargestellt.

    Ist es nicht so, das die Staatsanwaltschaft in alle Richtungen ermitteln muss?

    Er hat ein umfassendes Geständnis abgelegt. Nun geht es um sein Motiv und mir sträuben sich die Haare, wenn ich höre, was da von einigen Zeugen zu höhren ist.


    LG Bikerboy

  • Hallo bikerboy,

    ich bin ja StA und grundsätzlich hören wir alle alle Zeugen, die uns benannt werden. Wenn er da selber nichts benennt und der Anwalt nichts vorträgt, kann man die Zeugen nicht vernehmen. LG Lasker

  • GuMo Lasker,


    vielen Dank für deine Antwort. Da ja die erste Haftprüfung nicht erfolgreich war, wollte ich mich mal genauer informieren.

    Es ist immer blöd, wenn man nur Infos über "Dritte" bekommt.

    Mein Sohn hat zwar alle Unterlagen in Schriftform, er kann aber selber auch die Gewichtung der Aussagen nicht immer richtig bewerten.

    Die Haftprüfung ist nicht nur an der zu erwartenden Strafe gescheitert, man hält ihm auch vor, er hätte seine Kinder "gepackt" um sich mit ihnen und seiner Lebensgefährtin abzusetzen. Mich ärgert, das keine Leute befragt wurden, die das anders bewerten.

    Frage: Kann er seinen Pflichtverteidiger noch andere Zeugen benennen oder muss er das dem Staatsanwalt mitteilen?

    Das Ermittlungsverfahren ist eigentlich abgeschlossen.

    Es geht auch nicht um die Tat an sich, sondern um die Dinge, die davor und danach passiert sind.


    LG Bikerboy

  • Hallo Bikerboy,

    es geht also nicht um die Sache selber, sondern um den Haftgrund.

    Klar, wird das nicht so intensiv ermittelt, wie die Sache selbst. Das geht auch gar nicht angesichts der Arbeitsbelastung.

    Am Einfachsten ist es, wenn diese Zeugen eine schriftliche Stellungnahme abgeben, die der Wahrheit entsprechen muss, und diese zu den Akten reichen. Dies sollte dann über den Verteidiger geschehen, damit dieser sich das noch einmal ansehen kann. LG Lasker

  • Bikerboy: So etwas Ähnliches kennen wir vom Verfahren.

    Auch wenn es in der Sache völlig unstrittig war , nutzten doch einige Zeugen, die unseren Sohn 2 Jahre zuvor das letzte Mal erlebt hatten, sich vor Gericht aufzublasen um teilweise geistigen Sperrmüll absonderten. Da fielen Worte wie Psychopat etc. die nicht wirklich passten.

    Gott sei Dank, war der Gutachter immer zu gegen, der diese Teile der Aussagen durch Befragung der Zeugen immer relativieren konnte.

    Leider hat sich aber die (Lügen) Presse sowie der WDR genau diese Schlagworte rausgepickt um damit Stimmung zu machen..


    Na ja, sei es drum: dieser Teil ist Gott sein Dank, vorbei..

  • Shawn ... Bei uns haben sich diese Leute, die unbedingt etwas sagen wollten zu dem Fall bei Facebook ausgelassen.. es ging halt auch zum Teil soweit dass sie den Tot gewünscht haben ... Wenn ich überlege dass meine Kinder sowas eines Tages lesen können oder selbst hören wird mir speiübel...

    Die Presse hat sogar meine Worte in den Mund des Opfers gelegt..


    Bikerboy Ja.. ich kenne es auch so aber alles was mein Mann hervor gebracht hat an Leuten die gewisse Dinge bestätigen hätten können wurden nicht beachtet.. allerdings hat auch sein Pflichtverteidiger dazu nicht beigetragen.


    Aber alles in allem.. wir haben den Kram hinter uns gebracht.. zum Glück..