Fragen zu Verlegung

  • Hallo,


    ich befinde mich derzeit im offenen Vollzug und möchte Antrag auf Verlegung stellen. Entweder in einen anderen offenen Vollzug, oder zurück in den geschlossenen Vollzug.


    Inwiefern und mit welcher Begründung ist das möglich?


    Ich habe auf meiner momentanen Station leider das Problem, für eine Person in sämtlichen Punkten der Sündenbock sein zu müssen. Das geht von Kontrolle, über Beleidigungen bis hin zur Behauptung von Dingen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Dies bekomme ich tagtäglich zu spüren. Eine Verlegung auf eine andere Station ist aber derzeit aufgrund der Belegung auch nicht möglich.


    Generell würde ich sagen, einfach durchbeißen und aushalten, da die besagte Person in ca. 2 Monaten entlassen wird, aber ich merke zunehmend, wie es meine Psyche angreift.

  • Hallo,


    Da Justiz Ländersache ist, kann ich dir leider für Hessen helfen, denke aber es ist deutschlandweit ähnlich / gleich.


    Du willst freiwillig zurück in den GV? Mit allen Nachteilen? Das würde ich mir gut überlegen. Zurück gehts eigentlich nur bei Nichteignung für den OV. Am schnellsten bei Alkohol oder Drogenkonsum - da dann direkt.


    Eine Verlegung in eine andere Anstalt mit OV dürfte schwierig werden. Jede Anstalt ist für einen bestimmten Gerichtsbezirk zuständig. Verlegungen sind nur in Ausnahmefällen und nach Abstimmung der Anstaltsleiter zulässig. Dass aus einem Grund wie bei dir eine Verlegung in Frage kommt denke ich eher nicht.


    An deiner Stelle würde ich Kontakt zum Sozialdienst und Psychologischen Dienst aufnehmen. Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, dass du auf eine andere Station oder eine andere Abteilung wechselst. Wenn da alles voll ist, ist vielleicht ein Wohnraumtausch möglich.

    Sollte dich diese Person weiterhin - nachweislich - so unter Druck setzen würde ich eher versuchen diese Person in den GV zurück zu verlegen. Denke es wird ja dann nicht nur dir alleine so gehen sondern vielen anderen Mitbewohnern ebenfalls.

  • Danke zunächst für deine Antwort.


    Ich würde zum momentanen Stand alle Unannehmlichkeiten des GV auf mich nehmen. Momentan ist es hier - bis auf den wöchentlichen Ausgang zum Einkauf - für mich ohnehin wie geschlossener Vollzug. Ich gehe aus Angst bzw Unsicherheit schon nur noch raus, wenn ich wirklich muss. (Sprich zum Essen etc. und selbst das lasse ich an besonders schlimmen Tagen ausfallen.)


    Leider bin ich auch wirklich der einzige Mensch, der darunter leidet. Nicht dass ich es jemandem wünschen würde, aber ich hätte auch keinen, der mir das bestätigt. Bis auf den einen Tag, an dem die Beleidigungen fielen, erfolgt dieses Einschüchtern auch ausnahmslos wenn sie alleine mit mir ist.


    Ein Antrag auf ein Gespräch mit dem psychologischen Dienst wurde nun gestellt, in der Hoffnung, dass es mir in erster Linie hilft hier durchzuhalten.


    Das größte Problem dabei ist, dass besagte Person hier das Hausmädchen ist. Bedeutet im Klaren: sie hat einen besonderen Stand, man würde es ihr nicht zutrauen. Vermutlich würde nicht mal etwas passieren, wenn man mir glaubt. Beweise dafür kann ich ja leider auch nicht sammeln, da besagte Dinge nur mündlich geschehen. Es ist sozusagen psychischer Terror, der meiner Meinung nach auch ganz gezielt auf mich abgerichtet ist.


    Eine Verlegung auf eine andere Station ist nahezu unmöglich, da es nur eine weitere Station gibt und diese bis auf einen Platz belegt ist. Dazu muss ich aber sagen, dass die Stimmung dort nicht sonderlich viel besser ist.

  • Sprich mit dem psychologischen Dienst darüber und vertraue dich den Bediensteten an. Jeder ohne Uniform hat jemanden in Uniform mit dem er/sie besonders gut kann. Schnapp dir die Person und führe ein Gespräch unter 4 Augen in aller Ruhe. Nicht auf dem Flur, nicht zwischen Tür und Angel. Vielleicht vereinbart ihr einen Termin dafür - ich kenne nur ganz wenige Kollegen die soetwas ablehnen würden und die wären auch die falschen Ansprechpartner für sowas.

    Dir steht auch der Weg zur Bereichsleitung und / oder Vollzugsabteilungsleitung offen! Einfach hier mal anklopfen und um ein persönliches und vertrauliches Gespräch bitten.


    Nur weil jemand als Hausarbeiter eingesetzt ist, heißt es nicht, dass so jemand unantastbar ist. Ich habe schon einige Hausarbeiter abgelöst und schon viele gesehen, die abgelöst wurden. Die JVA muss solchen Anschuldigungen nachgehen. Vielleicht nicht sichtbar direkt für dich, aber wenn eine solche Anschuldigung im Raum steht wird so jemand genau beobachtet durch die Bediensteten. Aber wenn die Kollegen davon nichts wissen, können Sie nicht handeln.

  • Ich werde dem Ganzen dann mal nachgehen. Ich befürchte nur, wenn ich es anspreche, bekomme ich mit der Person noch größere Schwierigkeiten. Aber vielleicht hilft es letztendlich ja doch.

  • Hallo, ich kann deine Bedenken bezüglich Hausmädchen verstehen. Auch wenn Schliesser das eventuell nicht hören mag, aber Hausmädchen sind die Ohren der Beamten. Bis man die zu "Fall" bringt, brauch es schon was.


    Ich kann dir nur empfehlen, so doof es klingt, Eier haben. Nimm die Dame mal ums Eck. Steh aufrecht und bestimmt und teile ihr mit das hier Schluss ist. Es gibt im Knast genug Frauen die sich gezielt ein Opfer suchen. Wenn du kein Opfer bleiben willst, musst du dich gegen sie stellen und ihr die Grenzen zeigen. Sich an andere wenden ist sicher nicht falsch. Wird sie dann deshalb verlegt und das kommt raus kann es noch schlimmer werden. Du musst aufhören ihr Prellbock zu sein. Das geht nur wenn du es beendet. Was soll passieren wenn du ihr massiv mitteilst das nun Schluß ist? Du kannst schon auch mal laut werden, gerade wenn der eine oder andere Beamte in der Nähe ist. Sie macht das weil du es zulässt. Kopf hoch und Brust raus. Wehr dich!! LG Kaja

  • Ich habe bereits versucht ihr klarzumachen, dass es so nicht geht. Allerdings wohl in einem zu sachlichen Ton, sodass sie es wahrscheinlich nicht ernst genommen hat. Ich bin aber auch nicht der Typ, der laut wird, weil ich noch mit dem Satz "wer schreit, hat Unrecht" groß geworden bin. Vermutlich stachelt es sie noch mehr auf, dass ich trotz allem "freundlich" zu ihr bin. Als würde sie nur so lange provozieren wollen, bis ich irgendwas mache, was sie melden kann. Aber das kann ich mir natürlich auch einbilden.