Frage zum Führungszeugnis.

  • Die Frage ist hier vermutlich nicht am richtigen Platz , aber es war der beste den ich finden konnte . Ich über hier noch :planlos:

    Also .....ich habe gelesen das der Eintrag im Führungszeugnis bei einer Haftstrafe von mehr als 2 Jahren ( im Falle meines Sohnes 5,5 ) nach 10 Jahren gelöscht wird . Eine sehr lange Zeit :-( . Meine Frage , wann beginnen diese 10 Jahre ? Am 1. Tag der Haft oder erst nach der Entlassung?

    LG Klunkertante

  • Hallo Klunkertante,

    geregelt ist das Ganze im Bundeszentralregistergesetz. Bei der Berechnung der Zeit kommt es darauf an, ob dein Sohn Endstrafe macht oder vorzeitig entlassen wird und die Bewährung durchsteht.

    Nach § 46 Nr. 1e Bundeszentralregistergesetz beträgt die Tilgungszeit 5 Jahre, wenn eine Jugendstrafe von mehr als zwei Jahren nach Ablauf der Bewährungszeit gerichtlich ausgesetzt wird.

    Nach Nr. 2c beträgt sie 10 Jahre, außer in den Fällen Nr. 1 d-f, also dem oben genannten.

    Nach § 37 BZRG tritt eine Ablaufhemmung bis zur Erledigung oder Erlass der Strafe ein.

    Das heißt jetzt: Bekommt er Bewährung ( meist wird diese auf 3 Jahre festgesetzt) läuft die fünfjährige Frist ab Ablauf der Bewährungszeit.

    Bekommt er Endstrafe sind es 10 Jahre ab dem Zeitpunkt der Entlassung.

    Wenn er also auf Bewährung entlassen wird und steht diese durch ist das auch registermäßig für ihn besser. LG Lasker

  • Also mal angenommen mein Sohn würde im Sommer 2022 , 1 Jahr vor Endstrafe auf Bewährung entlassen .....

    Rein theoretisch, nur damit ich das verstehe .

    Dann würde 1 Jahr das er noch abzusitzen hätte 3 Jahre zur Bewährung ausgesetzt?

    Und wenn diese 3 Jahre ereignislos verstrichen sind , dann dauert es nochmal 5 Jahre bis zur weißen Weste ?

    Wird er auffällig, muss er zurück in den Knast und das letzte Jahr absitzen und dann wären es anschließend nochmal 10 Jahre ?

    Habe ich das soweit verstanden?

  • Hallo Klunkertante,

    das hast Du so richtig erfasst. Allerdings erfolgt eine Löschung immer nur nach dem Alles oder Nichts Prinzip. Wenn neue Verurteilungen dazu kommen, richtet sich die Löschung für alle Eintragungen nach derjenigen, die zuletzt gelöscht wird. LG Lasker

    Hallo Klunkertante,

    noch als Nachtrag, nicht um dich gänzlich zu verwirren. Man unterscheidet zwischen dem begrenzten und unbegrenzten Registerauszug. Auf den unbegrenzten haben nur Behörden, einschließlich der Kirche, Zugriff. Da steht dann alles drin und die Angaben, die ich Dir gemacht galten für den unbegrenzten Auszug.

    Daneben gibt es den begrenzten, das sogenannte polizeiliche Führungszeugnis und hier wird eine Verurteilung zu einer Jugendstrafe von mehr als zwei Jahren bereits drei Jahre nach Ablauf der Bewährungszeit nicht mehr aufgenommen. Wenn er also Sommer 2022 entlassen würde und die Strafe nach drei Jahren Bewährungszeit im Sommer 2025 erlassen würde, käme diese Verurteilung, vorausgesetzt es käme nichts mehr hinzu, bereits im Sommer 2028 nicht mehr in ein polizeiliches Führungszeugnis. LG Lasker