Frage zu Sozialstunden / Bewährungswiderruf

  • Hallo allerseits,


    nach langer Zeit hab ich doch mal wieder eine frage und ich hoffe, sie ist hier richtig, ansonsten bitte verschieben und dann ein dickes sorry für die zusätzliche Arbeit.


    Meinem Sohn wurden ja, zusätzlich zur Bewährung, auch 150 Sozialstunden auferlegt, die er bis September ableisten soll.

    Der Bewährungshelfer hat alles sehr langsam angehen lassen, á la "telefonische Termine reichen erstmal", um jetzt in Panik zu verfallen, da die Zeit dann doch langsam ein bisschen knapp wird.

    Bei 6 Std. / Tag wäre zwar alles noch im einigermassen grünen Bereich, dummerweise wurde mein Sohn jetzt für 2 Wochen krankgeschrieben.

    Er hat eine ansteckene Hauterkrankung und da er seine Sozialstunden in einem Altenheim, wenn auch "nur" als Hausmeister absolvieren soll, ist das natürlich denkbar ungünstig.

    Rein rechnerisch, falls er, worst case, erst im August anfangen könnte, bekäme er 132 Std. zusammen, womit noch 18 Std, also drei Tage, offen wären.

    Die Krankmeldung liegt bei seinem Bewährungshelfer, der hoffentlich alles weitere in die Wege leitet.

    Worüber wir uns allerdings jetzt Gedanken machen, er hätte ja, in der Theorie, seit ungefähr Mai Zeit gehabt um die Sozialstunden abzuleisten.

    Lange Rede, kurzer Sinn ... sollte es wirklich dazu kommen, dass die 18 Std. im September noch ausstehen, reicht das für einen Widerruf der Bewährung ?


    LG

    beyond

  • Eine (vielleicht) blöde Frage,


    warum macht er nicht einfach 8 Stunden täglich oder zB auch jede zweite Woche Samstag und Sonntag (da wird ja in nem Seniorenheim auch gearbeitet).

    Dann wäre es gut zu schaffen und er hätte sogar noch bissel Spielraum, falls er nochmal krank wird (man steckt ja nie drin).

    I am with you, til the end oft the line. - Captain America -

  • Hallo beyond,

    er soll so bald wie möglich anfangen die Stunden abzuleisten und mit offenen Karten spielen. Wenn er bereits einen Großteil der Stunden abgeleistet hat, wird er sicherlich eine kurze Verlängerung bekommen, wenn abzusehen ist bis wann er die Stunden geleistet hat. Nur Nichtstun, nicht beim Bewährungshelfer melden und sich um nichts kümmern, das geht gar nicht. Im Gesetz steht, dass ein Widerruf wegen Nichteinhaltung von Weisungen und Auflagen möglich ist, wenn dagegen gröblich und beharrlich verstoßen wird. Ein einfaches Nichteinhalten der Frist reicht daher nicht aus. LG Lasker

  • warum macht er nicht einfach 8 Stunden täglich oder zB auch jede zweite Woche Samstag und Sonntag

    Genau diese Frage hab ich mir auch beim Durchlesen gestellt...

    Sollte er im Altenheim nur für 6 Stunden gebraucht werden, wäre zu überlegen, ob nicht ein anderer Einsatzort Sinn machen würde. Stadtreinigung zum Beispiel.

    Aber da kann dein Sohn ja selber mal aktiv werden und im Internet nach möglichen Alternativen suchen. Anschließend/währenddessen das Gespräch mit dem Bewährungshelfer suchen und mit ihm gemeinsam einen realistischen Plan erstellen.


    Btw: Sollte dein Sohn das Gefühl haben, sein Bewährungshelfer unterstützt ihn nicht ausreichend bzw es fehlt die vertrauensvolle professionelle Arbeitsbeziehung, kann er auch einen Wechsel beantragen.

    Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.

    [Abraham Lincoln]

  • Eine (vielleicht) blöde Frage,


    warum macht er nicht einfach 8 Stunden täglich oder zB auch jede zweite Woche Samstag und Sonntag (da wird ja in nem Seniorenheim auch gearbeitet).

    nein, die Frage ist gar nicht blöd :)


    Die 6 Std. pro Tag kommen von dem Bewährungshelfer.

    Er würde gern länger arbeiten, umso schneller wär es rum, aber angeblich geht das nicht.

    Mit dem Samstag/Sonntag arbeiten ist das Problem, dass er ja nur als Hausmeister eingesetzt wird und nicht als Pfleger und der arbeitet am Wochenende nur im Notfall.

    Ziemlich dumm eigentlich, weil er gelernter Altenpfleger ist.



    er soll so bald wie möglich anfangen die Stunden abzuleisten und mit offenen Karten spielen.

    Wird er auf jeden Fall und der Bewährungshelfer weiss ja schon Bescheid über die Erkrankung.



    Nur Nichtstun, nicht beim Bewährungshelfer melden und sich um nichts kümmern, das geht gar nicht.

    Natürlich, da geb ich dir absolut Recht.

    Er ist ja in Kontakt mit dem Bewährungshelfer, auch wenn der scheinbar lieber telefoniert anstatt Termine zu vergeben :/



    Im Gesetz steht, dass ein Widerruf wegen Nichteinhaltung von Weisungen und Auflagen möglich ist, wenn dagegen gröblich und beharrlich verstoßen wird. Ein einfaches Nichteinhalten der Frist reicht daher nicht aus.

    Okay, gut zu wissen.

    Er hofft natürlich, im July noch anfangen zu können, weil dann geht es sich zeitlich aus.



    Sollte er im Altenheim nur für 6 Stunden gebraucht werden, wäre zu überlegen, ob nicht ein anderer Einsatzort Sinn machen würde. Stadtreinigung zum Beispiel.

    Es scheint so zu sein, dass tatsächlich nur dieser eine Einsatzort möglich ist, zumindest laut seinem Bewährungshelfer.

    Mein Sohn ist aber grad zusätzlich im Gespräch mit der Tafel, vielleicht ergibt sich da eine Möglichkeit noch ein paar Stunden zusätzlich zu machen.



    Btw: Sollte dein Sohn das Gefühl haben, sein Bewährungshelfer unterstützt ihn nicht ausreichend bzw es fehlt die vertrauensvolle professionelle Arbeitsbeziehung, kann er auch einen Wechsel beantragen.

    Prinzipiell gut zu wissen, aber er soll jetzt irgendwie die Sozialstunden hinter sich bringen und danach reicht ja ein telefonischer Kontakt alle paar Wochen ;)