Fragen zur Urinkontrolle

  • Heute hat unser Sorgenkind mal ein neues Problem angeschnitten.

    Er wird unregelmäßig zu UK´s aufgefordert und hatte schon mal Ärger, weil ein Beamter bei der UK auch auf sein Geschleichtsteil, ohne Schamwand schauen wollte.

    Da er sich dann weigerte, gab es ein Disziplinarverfahren und natürlich entspr. Konsequenzen.

    Nun die Fragen: Gibt es Regeln, wer eine UK verlangen darf oder kann es jeder Beamte verlangen, wie er es denkt?

    Gibt es Vorschriften, wie eine UK zu erfolgen hat, oder muss ein Inhaftierter hier alles über sich ergehen lassen?


    LG der Beikerboy

  • Ich kann da jetzt nur vom Frauenvolltug sprechen, aber da gibt es keine Wand. Man muss sich komplett entkleiden und darf dann vor den Augen der Beamtinnen in den Becher urinieren. Da es bei Mann und Frau genug Möglichkeiten zum tricksen gibt, wird so verfahren.


  • § 106
    Maßnahmen zur Feststellung von Suchtmittelgebrauch

    (1) Zur Aufrechterhaltung der Sicherheit oder Ordnung der Anstalt kann die Anstaltsleiterin oder der Anstaltsleiter allgemein oder im Einzelfall Maßnahmen anordnen, die geeignet sind, den Gebrauch von Suchtmitteln festzustellen. Diese Maßnahmen dürfen nicht mit einem körperlichen Eingriff verbunden sein.

    (2) Verweigern Gefangene die Mitwirkung an Maßnahmen nach Absatz 1 ohne hinreichenden Grund, ist davon auszugehen, dass Suchtmittelfreiheit nicht gegeben ist.



    Das mal gefunden, ich denk mal der Beamte ist nur die ausführende Kraft, angeordnet von oben.

    Bei Abgaben von UK's in der JVA war auch bei meinem immer ein Beamter direkt dabei, so kann auch nicht geschummelt werden.


    Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk

  • Was wenn man "nicht kann"?

    Darf einem das dann negativ ausgelegt werden?

    I am with you, til the end oft the line. - Captain America -

  • Wie einige schon geschrieben haben sind UKs aus verschiedenen Gründen gesetzlich vorgeschrieben.

    Die Durchführung einer UK gibt es keine genaue Handlungsanweisung. Jedoch ist darauf zu achten, dass die UKs nicht manipuliert werden. Da unsere Gefangenen sehr kreativ sind, was das angeht, müssen wir leider stark in die Intimsphäre eingreifen. Gerade gestern habe ich wieder eine kleine Plastiklasche mit Fremdurin gefunden. Viele kleben es sich such an den Körper um es dann im passenden Moment herauszuholen.


    Ich gehe meistens bei den UKs so vor, dass der Gefangene die Hose kurz runter lassen muss und das Shirt hochziehen soll. Außerdem taste ich vorher die Hosentaschen ab. Wenn da nix hängt oder in den Taschen ist, kann er seine UK abgeben, jedoch stehe ich daneben und beobachte ihn. Während der Urinabgabe schaue ich aber nicht auf seine Geschlechtsteile. Besonders neue können eh schon nicht pinkeln wenn jemand daneben steht, dann will ich nicht auch noch den Druck erhöhen.


    Alle UKs werden durch den Anstaltsleiter oder seine beauftragten Personen angeordnet. Das sind meist die Bereichsleiter. Bei Gefahr in Verzug kann eine vorläufige Anordnung aber jeder treffen. Das ist bei Verdachts UKs meistens der Fall. Die UK wird dann im Nachgang angeordnet (reine Formsache).


    Verweigert jemand die UK, so ist davon auszugehen, dass die „Suchtmittelfreiheit nicht gegeben ist“. So steht’s im Gesetz in Hessen - daher erfolgt dann ein Diszi.


    Solange das ganze im Rahmen bleibt mit der Kontrolle, muss der Gefangene das über sich ergehen lassen. Nicht im Rahmen wäre, wenn der Kollege selbst Hand anlegt um in Intimbereich nach Manipulationen zu suchen oder anstelle einer Urinprobe eine Spermaprobe fordert.

  • Was wenn man "nicht kann"?

    Darf einem das dann negativ ausgelegt werden?

    Ich kann nicht , gibt's nicht, war bei meinem mal so. Dann gabs ne Flasche Wasser und es wurde halt etwas gewartet , bis er konnte.

    Eine nicht abgegebene Probe, aus welchen Gründen auch immer , kann negativ ausgelegt werden.

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  • So, hab in jetzt am Telefon eingenordet und hoffe er bekommt das hin in Zukunft.

    Es scheint ein besonderer Beamter zu sein, von dem er sich schikaniert fühlt.

    Mit allen anderen Beamten hat er dabei keine Probleme. Da ich meine Sohn aber kenne, kann ich mir auch gut vorstellen, das er nicht bei allen "the best buddy" ist;)

    Daher noch eine kleine Nachfrage.

    Gibt es eine Richtlinie zur Anzahl der Uk´s pro Monat?

    Alle bisherigen UK´s waren negativ und trotzdem werden momentan die Abstände immer kürzer.

    Er ist auch nicht wegen Btm oder so in U-Haft sondern wegen schwerer räuberischer Erpressung.


    LG der Bikerboy

  • Die Verurteilung spielt keine Rolle, ich war nicht wegen BTM im Knast und musste auch zur UK.

    Bei uns waren auf dem Boden Fußspuren aufgeklebt, wie man sich beim pinkeln hinzustellen hatte, einmal für den Häftling und einmal für den Beamten.

    So war der Intime Abstand für Beide gewährleistet. Auf mein Ding Dong hat nie einer geglotzt. Manche Häftlinge geben sogar noch lockere Sprüche ab, wie so Kalauer, geh mal bei Seite ich weiß nicht wie groß er wird.

    Ich hab immer die Klappe gehalten, wollte beim pissen meine Ruhe haben und wieder fix auf meiner Zelle sein.


    Angeblich können einige Männer nicht pinkeln, wenn ein anderer ihnen dabei zusieht, bzw. neben ihm steht.

    Mag ne Kopfsache sein, merkwürdig ist aber, das in der Kneipe sich keiner daran stört, wenn neben an einer steht.

    Würde eine attraktive Vollzugsbeamtin UKs abnehmen, würde alle pinkeln können......


    Wenn man mal nicht kann, weil man z.B. kurz vorher schon war, wurde man innerhalb von 3 Std. noch einmal geholt.


    Ich halte Urinkontrollen im Knast für Blödsinn, meiner Meinung nach ist das nur ein zusätzliches Machtmittel der Anstalt dem Knackie noch eine Strafe draufzupacken.

    Ist man posetiv getestet, bekommt man eine Disziplinarische Strafe von der Anstalt und ggf. noch eine Strafanzeige.

    Häufig wird zwar auf eine Strafanzeige verzichtet,weil sie oft eingestellt werden und das aus gutem Grund.

    Der Konsum von Drögen ist in Deutschland nicht verboten, der Besitz u. Handel schon.

    Würde ich im Knast an einen Joint von einem Kumpel ziehen, ist das ein reiner Konsum, so urteilte damals der BGH und ist somit nicht strafbar.

    Aber eine Anstalt setzt sich darüber hinweg, ist die Pisse verseucht, wird bestraft.

    Das was straffrei ist, muss auch im Knast straffrei bleiben.

    Nur weil es eine Teilweise sittenwidrige Hausordnung einer Anstalt gibt, wird man im Knast selbst noch einmal kriminalisiert.

    Denn ohne die UKs könnte eine Anstalt einen straffreien Konsum nicht nachweisen.


    Ich bin nicht für Drogen, das möchte ich noch einmal hier betonen und Drogen haben im Knast auch nichts zusuchen, ganz klarer Fall.

    Daher machten mir die UKs nie etwas aus.

    Doch ich sehe noch meinen Zellengenossen am ganzen Körper zittern, weil er im Hof mit anderen eine Tüte geraucht hat und schiss vor einer UK hatte.

    Er war noch nicht einmal wegen BTM im Knast und auch noch nie deswegen vorbestraft.

    Die UK kam, aber erst 6 Wochen später.....Glück gehabt.