Optische/ akustische Überwachung in Strafhaft

  • Hallo zusammen,


    nach langen 15 Monaten in Untersuchungshaft und Besuchen nur mit Trennscheibe kam diese Woche die frohe Nachricht, dass die Revision zurückgezogen wurde und nun endlich die Strafhaft beginnt.

    Ich hätte nächste Woche den nächsten Besuchstermin gehabt. Dann kam heute ein Anruf von der JVA, dass die Anstaltsleitung heute beschlossen hat, dass die Besuche trotzdem weiter überwacht werden sollen, mit Trennscheibe. Eine Begründung dazu gab es nicht. Der Temin für nächste Woche wurde mir abgesagt und wenn wir unsere Gespäche nicht ausschließlich auf deutsch führen, müssen wir ein Übersetzer organisieren und bezahlen.

    Ich dachte wirklich der Abtraum hat endlich ein Ende.

    Weiß jemand wie man dagegen vorgehen kann? Was können wir tun?

    Bin wirklich am Verzeifeln.


    Liebe Grüße an alle

  • Es müsste deinem Mann eröffnet worden sein, warum diese vollzugliche Entscheidung getroffen wurde. Wenn diese nicht nachvollziehbar ist, hat dein Mann die Möglichkeit gegen die Entscheidung der JVA einen Antrag auf gerichtliche Entscheidung zu stellen gem §109 StVollzG. Dauert in der Regel ca 4-6 Wochen und wenn er negativ für deinen Mann beschieden wird, muss er die Kosten des Verfahrens tragen. Also erstmal den Weg des Gespräches und Anliegen für die schriftliche Begründung über die Anstalt suchen und im allerletzten Schritt ans Gericht werden für ein 109er.

  • Danke Schliesser für deine schnelle Rückmeldung.

    Ob die Entscheidung meinen Mann schriftlich mitgeteilt wurde, kann ich nicht sagen. Ich kann ja nicht mit ihm telefonieren und ein Besuch in Aussicht ist erst Mitte August.

    Wird er denn in der JVA über seine Rechte diesbezüglich informiert?

    Und was kann es denn überhaupt für Gründe geben, die solch eine Entscheidung rechtfertigen?

    Denkst du, dass es eine gute Idee ist, wenn ich das Gespräch mit der Vollzugsleitung suche?

  • Es kann ihm auch mündlich eröffnet werden. Eigentlich muss er über seine Rechte aufgeklärt werden. Auf jeden Fall beim Zugangsgespräch. Aber im vollzuglichen Alltag passiert das nicht oft, dass jemand nochmal zusätzlich über seine Rechte belehrt wird, da es ja im Zugangsgespräch passiert ist. Außerdem wissen es die Jungs in der Regel was ihre Rechte sind und wie man dagegen vorgehen kann. Aber wenn man mal nachfragt bekommt man in der Regel auch ne Antwort von den Blauen.


    Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Dafür müsste ich die Akte kennen.

    Du kannst ja mal versuchen anzurufen, vielleicht sagt man dir was. Aber da dein Mann nur beantragen kann von dir besucht zu werden, müsste eigentlich er die Anfrage an den VAL stellen. Manchmal ist der kurze Dienstweg einfacher und schneller 😜

  • Hab heute bei der JVA angerufen. Die zuständige Vollzugsleiterin wollte nicht mit mir sprechen. Sie hat mir nur ausrichten lassen, dass ich das schriftlich machen soll.

    Das hat jetzt der Anwalt übernommen.

    Jetzt heißt wieder mal warten.

    Danke für deine Anworten.