Hat jemand auch Erfahrung mit dem BKH in Parsberg??

  • Mein Mann war für 9 Monate im BKH Parsber und wir haben nur schlechte Erfahrungen gemacht!


    1. Unkompetente Betreuer und Psychologen
    2. unmögliche Menschenführung
    3. völlig unpassende und unverantwortliche Therapiepläne
    4. unfreundliche Art den Besucher und den Patienten gegenüber
    uvm.......



    Wer auch Erfahrung mit Parsberg hat bitte meldet euch!!!


    MFG Hanna

  • Woran macht ihr denn die schlechten Erfahrungen fest?


    Worin liegt die Inkompetenz der Betreuer und Psychologen?


    Woher wisst ihr, dass die Therapiepläne völlig unpassend und unverantwortlich sind?


    Im Moment sind das erst mal nur Behauptungen.


    Gruß DsMam

  • Mein Mann war da 9 Monate!
    Die pumpen die Leute mit Psychopharmaka voll die wiederrum abhängig machen.
    Sind mehr als unfreundlich zu den Patienten und zu den Besuchern! Hab ich selber 9 Monate live erlebt!
    Sie hören sich die Sorgen der Patienten nicht an sonder schieben sie gleich in irgendeine Schublade.
    einfach zum kotzen

  • Gott sei Dank gibts es google.


    Das Bkh Parsberg ist eine Fachklinik für junge Drogenabhängige. Muß man ja mal wissen, ne? Deine Ausage allerdings: Die pumpen die Leute mit Psychopharmaka voll die wiederrum abhängig machen. kann ich nicht verstehen.




    • Drogenabhängige bekommen doch Ersatz"drogen" um schrittweise von ihrer Sucht entwöhnt zu werden?
    • Kann ich nicht glauben, dass qualifiziertes Fachpersonal Patienten abhängig machen. Schwachsinn.
    • Kommt es auch auf die Eigenverantwortung jedes Patienten an, wie er damit umgeht.
    • Das so ein Krankenhaus keinen Kuraufenthalt gleich kommt, wurde euch aber schon gesagt?
    • Und das das Personal eventuell einen barschen Umgangston anschlagen muß - damit Autorität gewährleistet wird,- schließlich sind die meisten jungen Männer (oder alle?) keine Unschuldslämmer, kann ich nachvollziehen.


    Vielleicht solltest Du es mal nicht aus der Angehörigensicht, sondern aus der neutralen Ebene betrachten?

  • ich muss auch psychopharmaka nehmen und bin abhängig von den dingern mittlerweile.
    aber ich nehme die dinger wegen depressionen usw. und bin in therapie.
    als ich in der klapse war, da hatten alle angst vor montag. visite beim chefarzt.
    der mann hatte eine art an sich, jemanden völlig fertig zu machen, ABER das war auch
    gut so, denn er knallte einem die wahrheit an den kopf und genau das brauch man in den
    meisten fällen. der war selten freundlich zu mir. aber es hatte schon seine gründe warum er
    das gemacht hat. und seine "taktik" hat mich ja auch weiter gebracht. liebesschwüre und
    bedauernd oder nur freundlichkeit hätte mich nicht mehr da raus geholt.

  • Also ganz kann ich da nicht mitreden, aber ich wollte mal loswerden...


    Mein Dad war Alkohol Entzug. Wo genau weiß ich jetzt nicht mehr, aber ich kann euch sagen, jetzt trinkt er keinen Alkohol mehr, dafür nimmt er Antideprisiever und noch 2Medikamente. Was hat dass für einen Sinn? Vom Alkohol zur Tabletten Sucht??? Und das gibt es bestimmt auch in der drogentherapie...


    Meinem Mann wurde damals auf seiner Drogen Therapie auch ersatzdrogen angeboten, aber er meinte das ist völlig Unnötig (wenn man nicht gerade Heroinabhängig ist) dass man Ersatzdrogen nehmen muss...


    Wollt ich nur mal loswerden....


    Viele liebe Grüße Nicemama

  • Hallo, Ich wollte mich als neuer User vorstellen und auch gleich auf die Beiträge von MILKA und MARA reagieren. Ich bin heute kürzlich beim googlen über den Beitrag von MILKA gestolpert da ich selbst nach bestimmte Links über dass BKH suche die ich schon kenne, die aber für meinen Anwalt gedacht sind.


    So, erstmal möchte ich nicht meinen wahren Namen preisgeben, da ich an einem Buch schreibe, dass sowohl eine Lebensbeichte als auch eine subjektive und objektive Gesellschaftskritik sein wird und nicht unter meinem richtigen Namen veröffentlicht wird. Die Gründe für die Anonymität liegen auf der Hand: Ich habe Angst vor weiterer Strafverfolgung, desweiteren werde ich eine Wahrheit schreiben die vielen nicht gefallen wird, sodass ich auch jegliche anderen Namen und Orte verändere.


    Nun direkt zu mir ich bin 2 Jahre im BKH Parsberg inhaftiert gewesen und habe noch einen meiner besten Freunde in Parsberg.


    Kurz gesagt ich kann gerne ausführliche Informationen über dieses BKH geben, manche würde ich aber nur in dem gesicherten Bereich dieses Forums weitergeben.


    Um nicht zuweit auszuholen will ich nur noch kurz auf MILKA eingehen: das was du da schreibst ist in dieser Klinik normaler Alltag, es geht teilweise viel schlimmer zu, Deine Wut und Ohnmacht kann ich gut verstehen und zu MARA : Man kann viel googlen, das bedeutet aber gar nichts: die Links und Infos die du im Internet über Parsberg BKH 2 findest sind völlig veraltet und absichtlich konform zu anderen Institutionen dargestellt. Und zu der "Therapie":


    Mara:
    [*]Drogenabhängige bekommen doch Ersatz"drogen" um schrittweise von ihrer Sucht entwöhnt zu werden?
    Steinert: In Parsberg wird grundsätzlich kalt entzogen wie in fast allen Gefängissen in Bayern- in anderen Bundesländern und anderen Massregelvolzügen in Bayern wird das anders gehandhabt. Ich selbst wurde in Parsberg kalt entzogen( 1 Monat die Hölle auf Erden, das ist eine Strafe die ich meinem grössten Feind nicht wünsche!!!) Der Chefarzt in Parsberg hat seine ganz eigene Meinung von der Substitution, die in vielen anderen Ländern auch erfolgreich betrieben wird. So unterhält ein ehemaliger Oberarzt von Parsberg, sehr erfolgreich eine Subtitutionspraxis und ermöglicht vielen ein normales Leben zu führen.
    [*]Kann ich nicht glauben, dass qualifiziertes Fachpersonal Patienten abhängig machen. Schwachsinn.
    Steinert: zu dem "abhängig machen " komme ich weiter unten aber ich möchte hier loswerden, dass in Parsberg fast kein qualifiziertes Fachpersonal existiert. Ich könnte best. Angestellte hier nun vorstellen und erläutern genau nicht so vom Fach ist oder überhaupt qualifiziert für so eine höchst anspruchsvolle Aufgabe Süchtige zu heilen, aber das würde zu weit gehen, ich will hier niemanden anprangern. Das werde ich dann in meinem Buch tun mit veränderten Namen , Orten. Denn es ist einfach zu krass, was ich dort miterlebt habe.

    [*]Kommt es auch auf die Eigenverantwortung jedes Patienten an, wie er damit umgeht.
    Das ist ein guter und wichtiger Punkt: Ich für meinen Teil habe versucht das Beste aus meiner Situation zu machen, mir meine eigene Therapie zu gestalten, während man anderen die das nicht konnten immer wieder zusehen konnte wie sie gegen die mauer rannten, aufstanden und gleich nochmal gegen die Mauer. Am Schluss und nach meiner Entlassung merkte ich dann aber dass trotz Eigenveranwortung Du da drin 2 Jahre unterbewusst geprägt wurdest und ich bin kein junger Drogenabhängiger, ich bin fast 30 (Parsberg geht von 14 bis 27) und leide unter dem berüchtigten Haftschaden, derr sich bei jedem wahrscheinlich etwas anders ausprägt. Auf jeden Fall konnte ich viel Positives mitnehmen, das aber nicht mit Parsberg an sich zu tun hat, sondern vielmehr mit Leuten da drin die man auf eine besondere Art kennen und schätzen lernt. Aber dann draussen, was soll ich sagen hat es gerade mal 2 Monate gedauert und ich bin wieder aktiv süchtig geworden, obwohl ich mit keinem Rückfall während 2 Jahren und keinem Regelverstoss als absoluter Musterpatient galt.
    [*]Das so ein Krankenhaus keinen Kuraufenthalt gleich kommt, wurde euch aber schon gesagt?
    Das ist klar, ich glaube dass ist sogar dem Dümmsten bewusst. Ich musss auch sagen dass den Leute da drin zwar allen irgendwann bewusst geworden ist das Sie vieles Falsch gemacht haben, dass Sie Menschen verletzt und Familien kaputt gemacht haben und vor allem sich selbst.
    Tja, nun wurde das aber in Parsberg nie wirklich bearbeitet, da wären so viele Ansätze , aber Parsberg ist einfach keine wirkliche Therapie sondern ein Kasperltheater.
    [*]Und das das Personal eventuell einen barschen Umgangston anschlagen muß - damit Autorität gewährleistet wird,- schließlich sind die meisten jungen Männer (oder alle?) keine Unschuldslämmer, kann ich nachvollziehen.
    Hierzu möchte ich sagen dass in Parsberg tatsächlich niemand ein Unschuldslamm ist und nebenbei Parsberg besteht durchschnittlich aus 50-60 jungen Männern und 5- 10 Frauen, doch verdient jeder der dort bereit ist sein Leben zu ändern eine wirkliche Chance und allein aus gesellschaftlicher Sicht besteht doch das Interesse dass diese Menschen geheilt werden. Immerhin ist die Hälfte der Patienten Opiatsüchtig (Heroin, Codein, usw.) und fast alle sind Politoxikomanen. Doch stattdessen wird Parsberg ähnlich wie auch das BKH Mainkofen regelmässig angezeigt wegen unmenschlicher Vorfälle. 2005 gab es sogar eine interne Untersuchung in Parsberg mit Inspektion von der bayerischen Sozialministerin, ausgelöst durch das eigene Personal, die nicht weiter wegschauen konnten. Das mit dem rauhen Ton ist ja klar, aber in Parsberg wird einem täglich die Würde genommen!!




    Ich habe das ganze 2 lange Jahre von Innen her mitgemacht und so allerhand erlebt, das jede Menschenwürde mit Füssen tritt. Klar es soll ja auch kein Ferienlager sein, im Gegenteil ich selbst erhoffte mir als Selbststeller eine anständige Therapie und gleichzeitig wollte ich meine verdiente Strafe absitzen. Doch mit Therapie hat dieses Haus so gut wie nichts gemein. Das sind nicht nur meine Ansichten: Ich habe auch noch Kontakt zu mehreren Ex-Angestellten (Sozialarbeiter, Pfleger, Oberarzt) und welchen die dort noch arbeiten, die hier aber nicht nennen kann! Die, die dort nicht mehr arbeiten sind großteils freiwillig gegangen, weil Ihnen dort Steine in den Weg gelegt wurden ein anständige Therapie zu machen bzw. zu fördern.

    Um nicht weiter auszuschweifen, nenn ich nur noch paar Fakten, die man nicht im Internet finden kann und beende meinen Einstieg hier im Forum, da wie gesagt vieles wirklich nur in einem sicheren Bereich des Forums unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollte und ich wahrscheinlich noch seitenweise posten könnte, nicht nur über Parsberg, auch über andere Themen wie Gefängnis an sich; andere, richtige Therapien; Substitutionen und private Ärzte von Weiden bis Freising runter; Polizei..., Bewährungshilfe, Führungsaufsicht, MPU und die kriminelle Szene.


    Also hier paar Fakten zu Parsberg: zw.2000-2004: 4 Ausbrüche - 2004-2005: 7 Ausbrüche, 2 Geiselnahmen


    2005: 3 überdosen Heroin, bei einem Patienten mit Wiederbelebungsmassnahmen


    2006: 1 Patient fällt ins Koma nachdem er Treibgase aus einer Deosprühdose inhalierte


    Ich lernte in Parsberg ca. 80 Mitpatienten kennen von denen bestimmt 20 abgebrochen haben oder einen Abruch der Therapie angeordnet bekammen und zurück ins Gefängnis mussten. von den restlichen 60 wurden mit der Zeit fast alle entlassen, bis auf paar Ausnahmen die dort über 2 Jahre festgehalten werden , ja sogar bis zu 4 Jahre (obwohl ihr Strafmass deutlich niedriger ist)


    In Parsberg kommt man wenn man will, ständig an Drogen ran. Manche Patienten sind Wochen lang, Tag für Tag mit Drogen zugepumpt ohne dass es auffällt bzw. weil die Mittel so veraltet sind in Parsberg, dass man nicht dahinter kommt.


    So ist 2004 die komplette Entlassungsstation über Monate auf dem Substitutionsmittel Subutex gewesen und manche von den Patienten wurden dann so tatsächlich wieder süchtig entlassen, bis man darauf kam den alten Drogenscreeningapparat aus den 90ern aufzurüsten, dass er auf Subutex anschlug. Trotzdem gibt es zahlreiche andere Mittel die in Parsberg nicht erkannt werden und somit auch genommen werden.


    Das Traurigste: von den 50 deren Entlassung ich miterlebt habe sind 3 abgeschoben worden, 4 tot, und alle mich eingeschlossen sind wieder massiv rückfällig geworden und bis auf 15 sind der Rest auch wieder inhaftiert worden.


    Fazit: Parsberg ist keine Therapie im eigentlichen Sinne, es ist ein Knast mit Urinkotrollen und Arbeitstherapie, dann Sport (mit regelmässigen Anabolika-Fällen) und Aussenarbeit und Entlassung, kurz gesagt. Darüberhinaus ist Parsberg zur Hälfte ein privater Betrieb- es geht natürlich wie so oft um Geld. Jeder Patient kostet den Staat um die 3000 Euro im Monat, d.h. das Haus, wie es von den Patienten ganannt wird nimmt ganz schön was ein, zudem gehen die Zinsen der erarbeiteten Löhne der Patienten auch an das Haus, und vieles mehr was mit Geld zu tun hat...


    Noch kurz zu Milka: In jedem Massregelvollzug egal ob 63 oder 64 (paragraph) werden die Leute nicht nur nach Bedarf mit zahlreichen Medikamenten zugestopft sondern damit sie ruhigestellt sind und weniger Ärger und Arbeit machen und weil man dort der Meinung ist das gestörte Botenstoffauschüttungen im Hirn eines Süchtigen am Besten und Billigsten mit Psychopharma behandelt werden sollten.


    Gott sei Dank gibt es auch positive Entwicklungen, von denen ich gehört habe und die ich auch erleben durfte.


    So das wars. War jetzt doch ziemlich lang.


    PS: Wenns interessiert ich bin auch Mitglied bei Rote Hilfe eV.


    Danke, Steinert

  • Hallo Steinert,


    danke für deinen sachlichen Bericht, denn es dürfte dir nicht leicht gefallen sein, so maßvoll zu schreiben.


    Parsberg war schon vor vielen Jahren mit einem schlechten Ruf behaftet und so nimmt dein Bericht nicht Wunder.


    Lieben Gruß


    hardy

    Je mehr man verurteilt, desto weniger liebt man.
    Honore´de Balzac

  • Grüß Dich Steinert! :- )


    Ergoogelt hatte ich nur, dass Parsberg eine Fachklinik für Drogenabhängige ist. Ob sie fachlich ist, sei dahingestellt. Die Punkte, die ich aufzählte, entstammen rein meiner Feder.


    Interessanter Beitrag, den Du geschrieben hast und neben all dem Negativen erwähntest Du:


    Gott sei Dank gibt es auch positive Entwicklungen, von denen ich gehört habe und die ich auch erleben durfte.


    ..die da wären?

  • Positive Entwicklungen in letzter Zeit sind ein gutes Engagement in Richtung Schulbildung bzw. Ausbildung.
    Ein Angestellter zu dem ich in Parsberg und auch danach einen guten Draht hatte, erzählte mir, dass jetzt mehr Leuten die Möglichkeit gegeben wird einen Hauptschulabschluss zu machen und dann eine Ausbildung, wenn möglich auch mehr. Das ist zu meiner Zeit der einzige Lichtblick gewesen (das Haus war über ein halbes Jahr komplett gesperrt wegen der vielen Überdosen und Ausbrüche,usw.), der auch der Sozialministerin gut gefallen hat (als Sie zur Inspektion da war). Deswegen wurde mir neben meinem Engagement, anderen Nachhilfe Unterricht zu geben, die Möglichkeit eingeräumt als Ausnahme mein Abitur noch nachzumachen. Dafür war ich sehr dankbar und nutzte diese Chance dem entsprechend.


    Ein weiterer positiver Aspekt ist die neue, große Sporthalle die mit dem BKH 3 (63er) gebaut wurde. Ich selbst hatte damals nur als Sportmöglichkeit einen kleinen Kraftraum und 2 Tischtennisplatten. Im Sommer gab es aber auch einen Volleyballplatz, der mir und den Mitpatienten dort viele lustige Stunden ermöglichte. War ne richtige Abwechslung!