Beiträge von Chris

    Wundere Dich nicht, ich habe Dein Thema von "Fragen zum Strafvollzug" hier in diesen Thread verschoben.


    Bei aller Euphorie über das was Dir bzw. Euch die Sozialarbeiterin erzählt hat, bedenkt bitte eins.

    SIE entscheidet nichts, sie wird zwar auf der Vollzugskonferenz angehört, doch entscheiden wird immer noch die Anstaltsleitung, besonderer Wert wird dabei auf den Psychologen gelegt.


    Was ich bei der Sozialarbeiterin nicht verstehen kann ist, Euch die Zusage zugeben, das Dein Mann zum Geburtstermin dabei sein darf. Ich habe mich dazu schon anderweitig geäußert, das er dafür Voraussetzungen erfüllen muss, die wiederum auch nur die Anstaltsleitung entscheiden kann.

    Ich bin keine Frau, die Kinder zu Welt bringen kann, aber dennoch weiß ich, das selten ein Kind zum ausgerechneten Zeitpunkt auf die Welt kommt, außer es tritt ein Notfall ein, der einen Kaiserschnitt erforderlich macht, den ich Dir auf keinen Fall wünsche.


    Ich finde es positiv, das die Sozialarbeiterin Deinen Mann so einschätzt, aber klammere Dich nicht an jeden einzeln Punkt. Rechne nicht damit, das es genauso läuft wie Du es uns hier geschrieben hast.


    Auch wenn jetzt einige der Meinung sind, ich betreibe hier Schwarzmalerei und ob das nun wirklich sein muss, mich so dazu äussern, finde ich es wichtig bei aller euphorie die Realität nie aus den Augen zulassen.

    Ich habe schon soviele am Boden zerstörte und mega enttäuschte Mitgielder erlebet, weil sie an den Lippen des Sozialarbeiters oder Rechtsanwältes klebten.

    Wie tief man Fallen kann, haben wir hier alle schon erlebt.

    Ich lese aus Deinem Beitrag wie ängstlich und unsicher Du doch eigentlich noch bist. Daher kommen auch Deine Zweifel, die Dir keiner nehmen kann, außer Du selbst.

    Viele Mitglieder hier haben ihre Männer im Schnitt zwischen 2 und 3 Jahren in Haft, also relativ "kurze" Haftstrafen. Geht man von 2/3 aus sind die meisten Männer in der Regel nicht länger als 1,5 Jahre inhaftiert.

    Das kann eine gesunde Beziehung noch aushalten, meist klappt es nach der Haft auch noch.

    Doch je länger die Haftstrafe, desto schwieriger wird es, eine Beziehung im Knast aufrecht zu erhalten.

    Ungefähr 50 % der Beziehungen überstehen die ersten 3 Jahre kaum, 45 % brechen nach ca. 4 - 5 Jahre auseinander.

    Ich kenne leider keinen Mitgefangenen, dessen Ehe oder Partnerschaft die ersten 4 Jahre überstanden hat.


    Hier im Forum hört man von vielen Mitgliedern nach ca. 1,5 Jahren schon nichts mehr.

    Die Frauen, die hier am lautesten gerufen haben ," ich steh die Haft durch " waren oft sogar die Ersten, die sich hier nicht mehr haben blicken lassen.


    Manche Beziehung die die Haft überstanden haben, bröckeln schon nach 6 Monaten.

    Es ist schwierig, für beide Partner aber möglich. Es gibt sie natürlich auch, die Beziehungen die eine längere Haftzeit überstanden haben. Die sind aber leider die Ausnahme und soviel ich weiß, gibt es auch hier nur eine Userin, die ihre Beziehung über eine längere Haftzeit gebracht hat.


    Du bist jetzt an einem Punkt, an dem jeder von uns schon gestanden hat.

    Du machst Dir Gedanken nach das ist auch gut so, Du darst zweifeln, grübeln, weinen und auch fluchen, Entscheiden musst Du Dich allerdings alleine.

    Auf dem Punkt gebracht:


    Hier handelt es sich um den  § 43 StVollzG Absatz 6 Anrechnung der Freistellung auf den Entlassungszeitpunkt


    Hat der Gefangene zwei Monate lang zusammenhängend eine zugewiesene Tätigkeit nach § 37 oder eine Hilfstätigkeit nach § 41 Abs. 1 Satz 2 ausgeübt, so wird er auf seinen Antrag hin einen Werktag von der Arbeit freigestellt. Die Regelung des § 42 bleibt unberührt. Durch Zeiten, in denen der Gefangene ohne sein Verschulden durch Krankheit, Ausführung, Ausgang, Urlaub aus der Haft, Freistellung von der Arbeitspflicht oder sonstige nicht von ihm zu vertretende Gründe an der Arbeitsleistung gehindert ist, wird die Frist nach Satz 1 gehemmt. Beschäftigungszeiträume von weniger als zwei Monaten bleiben unberührt.


    LG Chris

    Ihr Frauen seit schon komische Wesen um Euch zu verstehen, benötigt man Abitur. Egal was wir Männer machen, alles wird sofort und bis in kleinste Detail ausgewertet.

    Will man seiner Liebsten mal spontan eine Freude machen und bringen mal einfach so einen Blumenstrauß für sie mit, bekommt man gleich einen Spruch: "Na, was haste ausgefressen, was willste wieder gut machen, schlechtes Gewissen, wa ?"


    Prompt bekommt man schon schlechte Laune und hält am liebsten die Klappe.

    Das wiederum passt der Liebsten dann auch wieder nicht und die Luft wird dünner.


    Der kluge Mann bringt seiner Liebsten am besten keine Blumen mit, was die meisten Männer i. d. R. auch machen.

    Dann wiederum beschwert Ihr Euch, das wir Männer Euch ja so selten Blumen mitbringen.


    Nun, da hast Du Sunny einen so ehrlichen Freund, der Dir erzählt, das er einen Brief von der Ex erhalten hat.

    Das würden von 100 Männern im Knast, vielleicht gerade mal 2 oder 3 Männer machen, weil man einander vertraut.

    Anstatt stolz auf Deinen Freund zu sein, das er einer von den wenigen Kerlen ist, die wirklich zu ihren Frauen stehen, machst Du es wie mit den Blumen.

    Hast Du mal daran gedacht, das seine "gute Laune" daher kommt, das er sich über die Ex lustig macht und sich eins ins Fäustchen lacht, wie dämlich sie sich da anstellt, wobei sie eigentlich doch wissen müsste wie aussichtslos es ist, das er wieder zu ihr zurück kehrt.

    Nein, Du treibst es noch auf die Spitze, jetzt willste auch noch wissen, ob er auf den Brief geantwortet hat.


    Kann es sein, das Du etwas eifersüchtig bist ??


    Hör mal auf Dir über solche Kindergartenaktionen einen Kopf zu machen, sei Dir die Liebe Deines Freundes doch einfach sicher und mach Dich Deinem Freund gegenüber nicht zum "Horst".

    Haste nämlich gar nicht nötig.

    Eigentlich ist es (fast) egal, ob eine Anstalt eine eigene Untersuchungsabteilung hat oder nicht. Manche Bundesländer leisten sich reine Untersuchungsgefängnisse, andere dagegen vermischen es. Ob Untersuchungshäftling oder Strafgefangener, beide gehen gemeinsam duschen und in den Hof.

    Das heißt aber nicht, das er automatisch am normalen Post - oder Telefonverkehr teilnimmt. Diese Beschränkungen bleiben bestehen, bis er entweder rechtskräftig verurteilt ist, oder bis ein Richter diese Beschränkungen aufhebt. Ich habe zum Beispiel nach Erhalt der Anklageschrift einen Antrag auf Aufhebung des bewachten Postverkehrs beim Haftrichter gestellt.

    Der war jedoch für mich schon nicht mehr zuständig, weil die Akte schon beim Richter war, der meine Verhandlung geführt hat. Der hat dann zusammen mit der Kammer entschieden die Überwachung auzuheben.

    Damit war nicht nur der Briefverkehr aufgehoben, sondern auch der überwachte Besuch.

    Aber, alles braucht seine Zeit und wenn Dein Freund auf Transport geht, wird die Post, die noch in die alte JVA kommt an den Absender zurück geschickt, mit dem Vermerkt:" Annahme verweigert". So war es auf jeden Fall bei uns.

    Gaby, das was Du beschreibst ist völlig okay, ist aber nicht Bestandteil meiner Kritik an das Eingangsthema.
    Mit dem was Du hier angesprochen hast, habe ich mich schon auseinandergesetzt. Leider waren Deine weiterführenden Links fehlerhaft und ich habe sie korrigiert, ohne Dich extra dafür anzuschreiben (mache ich nie bei einer Korrektur)


    Die Vorgehensweisen des Strafvollzugs zu hinterfragen ist ein so komplexes Thema, das ich hier auch nicht weiterführen möchte, weil einfach die Kapazität weit über das hinaus geht, was wir bzw. ich leisten kann und will. Es gibt soviele andere Plattformen, die sich viel professioneller mit dieser Thematik befassen, als wir hier.
    Ich bin auch nicht bereit das zu Moderieren, weil mir das ganze Hintergrundwissen fehlt und ich denen nicht gerecht werde, die sich bis hin zur Politik des Themas annehmen.

    Ich stelle auch fest, dass die Notwendigkeit das Erlebte nach der Entlassung zu reflektieren besteht. … Ob und wieviel Raum es dafür hier im Forum gibt, ist eine andere Sache.

    Wenn ich hier anfange, jedem Entlassenen seine Hafterlebnisse zu sinnieren, zu spiegeln, widerspiegeln und bis ins kleinste zu projizieren, würde es ins Uferlose laufen. Dafür sind wir nicht das richtige Forum. Das ist auch nicht das Ziel des Knastforums, selbst wenn Du und ich die Notwendigkeit dazu finden. Wir haben mit der eigentlichen Arbeit des Forums schon genug zu tun und ein Platz zu schaffen, hinter dem ich nicht zu 100 % stehe will ich nicht.

    Damit das Thema nicht noch mehr zerrissen wird, schließe ich es,

    Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen, ob du mich eventuell missverstanden hast oder deine Meinung dabei bleibt.

    Ich habe Dich sehr wohl verstanden und auch all Deine Beiträge gelesen und bleibe bei meiner Meinung. Ich schreibe nicht einfach blindlinks drauf los, sondern nehme mir für jeden Beitrag Zeit.

    Nun, Du hast die Überschrift "Die Wahrheit über die JVA BAYREUTH" gewählt, die sehr subjektiv ist. Denn Du als Ex - Inhaftierter bist befangen und nicht neutral, kannst dadurch nur einseitig von den Vorgängen innerhalb der JVA berichten. Ein Teil Deiner "Wahrheit" ist unsachlich, verzerrt und voreingenommen und ist nicht Beispielhaft für den allgemeinen Vollzug in der JVA Bayreuth.

    Wenn Du schon solch eine Überschrift wählst, solltest Du unparteiisch berichten und das kannst und hast Du nicht.

    Also bei allem Verständnis was ich dafür habe. Für was ist dann dieses Forum da?

    Auf keinen Fall für persönliche Feldzüge gegen eine JVA.

    Keine JVA ist perfekt und es gibt auch nicht die Vorzeigeanstalt in Deutschland, denn in jeder JVA gibt es einen positiven und negativen Vollzugsalltag, genauso wie in der Welt außerhalb der Mauern.

    Dieser Thread ist für eine sachliche Bewertung und konstruktive Kritik gedacht und nicht als "Abrechnung" mit seiner JVA.

    Du bist nicht bei den Entscheidungen der Anstalt dabei, kennst die Hintergründe zum Teil nur vom hören sagen, was für mich nichts mit Wahrheit und sachlicher Bewertung zu tun hat.


    Mit Deiner (Un)Wahrheit hast Du bei vielen anderen Mitgliedern nicht nur ein Kopfkino in Kraft gesetzt, sondern sie noch zusätzlich verängstig und dazu ist mein Forum nicht da. Das kannst Du gerne auf anderen Plattformen machen, hier nicht.

    Hättest Du vielleicht eine ander Überschrift gewählt, würde ich hierzu vielleicht keine Antwort verfasst haben, aber das als Wahrheit zu bezeichnen ist völliger Blödsinn und Quatsch.

    Natürlich kannst Du ihm Briefe in diese JVA senden und besuchen kannst Du ihn dort auch, wenn Du da den Besuchsregeln folgen kannst. Entweder rufst Du in dieser Anstalt an und fragst nach, wie der Besuch da geregelt ist oder Du gehst mal auf die entsprechende Homepage dieser JVA.


    Rechne damit, das manche Briefe auch länger als 2 Tage unterwegs sein können, gerade weil im Dezember das Briefeaufkommen größer ist.

    Du musst einfach zu Deiner Frage ein eigenständiges Thema erstellen, sonst geht es in einem anderen Thema, wie jetzt geschehen unter. Daher habe ich aus Deinem Beitrag ein eigenständiges Thema gemacht, damit es auch beantwortet werden kann.


    Mal zum besseren Verständnis:

    Bei einer 2/3 Entlassung wird immer von der Gesamtstrafe ausgegangen und 1/3 wird dann zur Bewährung ausgesetzt.

    Baue ich dann wieder Mist und erhalte eine neue Strafe z.B. von 3 Jahren kommt der Bewährungswiderruf oben drauf.

    Der 1/3 Bewährungswiderruf wird immer in voller Länge abgessen, ohne eine Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung.

    Liegt der Bewährungswiderruf die neue Verurteilung nicht länger wie 2 Jahre auseinander, besteht die Möglichkeit eines Strafzusammenzugs.

    D.h. beider Einzelstrafen können zu einer Gesamtstrafe zusammen gefasst werden, meist gibt es da noch ein bis zwei Monate "Rabatt".

    Auf dieser neuen Gesamtstrafe kann dann auch 2/3 genehmigt werden.


    Sind die Voraussetzungen für einen Strafzusammenzug nicht gegeben, wird zuerst die neue Strafe abgesessen, bei der von 2/3 ausgegangen werden kann. Auf diesen 2/3 Entlassungstermin kommt dann der noch zu verbüßenden Bewährungswiderruf.

    (in voller Länge)

    Vielleicht ist es auch schon einfach zu spät, denn ich verstehe Deine Frage nicht so ganz richtig.

    Dein Freund wurde zu 3 Jahren und 4 Monaten verurteilt und 2/3 wurden schon genehmigt, das heißt er muss nur 26 Monate verbüßen.

    Eine andere Berechnung einer Gesamtstrafe gibt es nicht, man geht immer vom Gesamturteil aus. Du hast da einen Rechenfehler, denn die 26 Monate muss er absitzen (minus den schon verbüßten 6 Monaten). Eine Halb - oder Reststrafe auf die übrigen 20 Monate gibt es nicht, das wäre ja doppelt gemoppelt, sozusagen Bewährung auf die Bewährung.

    Eine Umwandlung der Strafe in einer Therapie wegen einer alten Drogengeschichte ist völlig abwegig. Wer kann soetwas nur empfehlen und wozu soll das gut sein ?


    Wenn Dein Freund auf 2/3 entlassen wird und wieder straffällig wird, folgt der Bweährungswiderruf und zu der neuen Strafe kommen die ausgesetzten 14 Monaten Bewährung dazu.

    Danke für den Hinweis.

    Die Berechtigungen waren falsch gesetzt, mein Fehler sorry.

    Den Fehler habe ich nun behoben, und aus dem "konversationen.jpg" ist nun der Screenshot geworden.

    Seit dem Umstieg auf die neue Forumssoftware erhalte ich immer wieder die Frage, was eine Konversation ist.
    Eine Konversation ist nichts anderes als das frühere private Nachrichtensystem (kurz auch PN genannt). Dort könnt Ihr persönliche Mitteilungen an anderen Mitgliedern versenden, ohne das die Öffentlichkeit etwas davon mitbekommt.
    Auf dem unteren Screenshot findet Ihr den Link zu den Konversationen.

    konversation.jpg
    Beim Klick auf den Link öffnet sich ein neues Fenster, wo sich rechts ein Button mit "Konversation starten" befindet.
    Klickt ihn an und folgt einfach den Anweisungen und schon ist der Fisch gegessen.