Beiträge von Lasker

    Hallo Crazy,

    der § 205 StPO macht in dem Sachzusammenhang keinen Sinn. Möglicherweise hat sich der Verfasser des Schreibens verklickt. Wir arbeiten in der Justiz ja viel mit Textbausteinen. LG Lasker

    Crazy,

    Du hast jetzt kein Gesetz genannt, Du meinst aber wohl den § 205 StPO. Das ist eigentlich die Einstellungsvorschrift, wenn man nicht weiß, wo sich der Angeschuldigte aufhält. Auch bei längerer Verhandlungsunfähigkeit wird diese Vorschrift herangezogen.

    Insoweit kann ich nicht ganz nachvollziehen, weshalb dein Freund einen solchen Beschluss bekommen hat. Kann es sein, dass es sich um ein anderes Verfahren handelt? Schau mal nach, ob es sich um dasselbe Aktenzeichen handelt wie in dem Verfahren wo dein Freund den § 64 StGB beantragt hat. LG Lasker

    Hallo Mamaherz,

    nach § 89b Abs.2 JGG entscheidet das der Vollstreckungsleiter. Das ist ein Richter am Amtsgericht am Sitz der JVA. Diese stellt bei Gericht einen Antrag auf Herausnahme aus dem Jugendvollzug und der Richter entscheidet dann nach Anhörung des Verurteilten. Die JVA wird zur Prüfung der Frage, ob sie einen Antrag stellt einen Psychologen hinzuziehen, der den Antrag auch begründen wird. LG Lasker

    Hallo Mamaherz,

    sei gegrüßt. es geht um den § 35 BtMG nicht um den § 64 StGB.

    Ja, er muss einen Platz finden und einen Kostenträger. Die Reststrafe darf nicht über zwei Jahre liegen und die Taten müssen wegen der BTM-Abhängigkeit geschehen sein. Das scheint wohl geklärt zu sein.

    Wegen des Platzes. Wir haben hier viele Einrichtungen verlinkt. Schau Dich einfach mal um. Es ist wichtig, dass er die richtige Einrichtung findet.

    Wegen des Kostenträgers: Normalerweise der Rentenversicherungsträger, weil es eine Reha-Maßnahme ist. Wenn er noch nie gearbeitet hat, kann es aber auch die Krankenversicherung sein. Es gibt in jeder JVA externe oder interne Drogenberatungen, die bei der Antragstellung Hilfe leisten. An die muss er sich wenden.

    Wenn er wirklich von den Drogen weg will, gibt es genügend Hilfsangebote. LG Lasker

    Hallo Dani,

    sei gegrüßt.

    Aus dem Jugendvollzug in den Erwachsenenvollzug wird man verlegt, wenn man 24 Jahre alt ist und keine aktuelle Maßnahme mehr läuft oder wenn man älter als 18 Jahre ist und sich für den Jugendvollzug nicht mehr eignet. Auf das Strafverfahren selbst wirkt sich das nicht aus. Die Zuständigkeiten bleiben die Gleichen. Manchmal hat die Verlegung Strafcharakter ( die Besuchszeiten sind im Jugendvollzug meistens besser) bei anderen hilft es, weil sie sonst aus der Subkultur nicht rauskommen. Wenn er verlegt werden sollte, muss er dies als Chance für einen Neuanfang sehen und diese nutzen. LG Lasker

    Hallo Mel,

    Strafaufschub kannst Du maximal bis zu vier Monaten bekommen, die Frage ist bringt es Dir was. Du musst es doch ohnehin hinter Dir bringen, manches schiebt man gerne auf die lange Bank, dies gilt nicht nur für Haftfragen.

    In der Regel müsstest Du eine Einzelzelle bekommen, Zweibrücken hat auch offenen Vollzug. Selbststeller haben bessere Chancen dahin zu kommen, weil sie sich der Strafe nicht entzogen haben. LG Lasker

    Hallo Nicky,

    sei gegrüßt. Wenn Dinge beschlagnahmt werden, erstellt die Polizei darüber ein Protokoll, das zu den Akten kommt. In der Hauptverhandlung wird dann entschieden, ob die Sachen eingezogen werden, wenn nicht, müssen sie heraus gegeben werden. Das dauert manchmal, weil andere Dinge vorrangig sind, es geht um Haftsachen.

    Der letzte Gewahrsamsinhaber - entschuldige die juristische Bezeichnung - also wahrscheinlich dein Mann, sollte dann die Herausgabe beantragen und mitteilen an wen heraus gegeben werden soll. LG Lasker

    Hallo loreni,

    für den Jugendvollzug eignen. Gemeint ist damit, dass er die Entwicklung der anderen Jugendlichen nicht stört und bei ihm selbst noch Entwicklungspotential vorhanden ist. Also insofern ist das schon positiv auszulegen. Möglicherweise soll er da einen Schulabschluss machen und auch Ausbildungen sind in Adelsheim möglich. LG Lasker

    Hallo loreni,

    sei gegrüßt. Adelsheim ist eine Jugendstrafanstalt. In dieser werden auch Freiheitsstrafen von jungen Erwachsenen bis zu 24 Jahren vollstreckt, sofern sie sich für den Jugendvollzug eignen. Wenn er auch da nicht darunter fällt, dürfte es eher unwahrscheinlich sein, dass er nach Adelsheim verlegt wird. LG Lasker

    Hallo Kaja,

    bei uns wird tatsächlich da Halbstrafe überprüft- Der § 57 Abs. 2 S.1 StGB ist eine Kann-Vorschrift, ich weiß nicht, ob das überall gemacht wird. Klar. er ist erst 2 Wochen in Haft und wir bitten die JVA schon um Stellungnahme zum Halbstrafentermin bei einem Erstverbüßer, den sie nicht kennen. Sieht komisch aus, aber bei uns wird es so gemacht und ich halte auch viel von der Bewährungshilfe. Zwei Schritte vorwärts, einer zurück, dauert länger, aber man kommt vorwärts. Rückschläge gibt es immer wieder und ein Bewährungshelfer kann viel bewirken um einen erneuten Haftaufenthalt zu vermeiden.

    Hallo Melki,

    ist er zum ersten Mal in Haft? Wenn ja, wird Halbstrafe geprüft, ansonsten 2/3. Er kann selbst einen Antrag stellen, am Besten drei Monate vor dem Termin. Er muss dann angeben wo er wohnen kann, was er beruflich auf die Reihe kriegt und warum es nicht wieder zu solchen Straftaten kommt.

    Hallo Letitia,

    sei gegrüßt.

    Zunächst vorab: Ich habe sehr viel Vertrauen in unsere Justiz. Die allermeisten Urteile entsprechen der Sachlage. Fehlurteile sind sehr selten. Angehörige waren bei der Tat nicht dabei, kennen nicht die Aktenlage und vertrauen lieber den Angaben des Verurteilten. Häufig tun sie damit den Gerichten unrecht, weil die Entscheidung doch richtig war. Nichtsdestotrotz : 100% schafft auch unseren Justiz nicht. Es gibt auch Fehlurteile.

    Wenn Du Dich über das Wiederaufnahmeverfahren kundig machen willst, empfehle ich dir die Homepage zum Doppelmord von Babenhausen. Hier kämpft die Ehefrau des Verurteilten und andere Interessierte seit vielen Jahren um die Wiederaufnahme in einem Verfahren, wo die Beweislage von Anfang an sehr dünn war. Die Homepage ist sehr informativ.

    Wiederaufnahmeverfahren haben sehr selten erfolgt. Die Hürden hierfür sind erheblich und die meisten Anwälte bekommen das auch nicht hin. Maximus hat ja bereits die gesetzlichen Regelungen aufgezeigt. Von einiger praktischer Relevanz ist dabei im Wesentlichen nur die Nr. 5: Neue Tatsachen. Es muss also etwas vorgebracht werden, was das erkennende Gericht nicht kannte und daher unberücksichtigt ließ.

    Zuständig für das Wiederaufnahmeverfahren ist ein anderes Landgericht. Es entscheidet also nicht derselbe Richter wie im erkennenden Verfahren. LG Lasker

    Hallo M5.

    es ist immer schön solche Berichte von einem Internen zu lesen. Es hilft vielen auch bei der Frage, ob es sich lohnt sich selbst zu stellen. Eine Pommesbude auf dem JVA-Gelände, ja das ist der Niederrhein und das Ruhrgebiet, wie ich es liebe. Als gebürtiger Niederrheiner kann ich das nur gut finden. LG Lasker