Beiträge von Lasker

    Sandra,

    ist er zum ersten Mal in Haft ( Jugendarrest zählt nicht)? Hat er Vollzugslockerungen? Was steht im Vollzugsplan als voraussichtlicher Entlassungstermin.

    Hallo Sandra,

    sei gegrüßt. Klar können wir Dir helfen. Paragrafen sollten man nicht rein schreiben. Bei 30 Monaten müssen besondere Umstände vorliegen, die man begründen muss. Da Halbstrafe ( 15 Monate) und 2/3 ( 20 Monate), das von Amts wegen geprüft wird, nicht weit auseinander liegen, sind die JVAs häufig nicht sonderlich willig dies zu befürworten. Versuchen kann man es aber dennoch. LG Lasker

    Hallo schweigsam.

    Urteile nach Jugendstrafrecht und Erwachsenenstrafrecht sind nicht gesamtstrafenfähig. Die bleiben für sich bestehen. Bei der Jugendstrafe ist jedoch - bei guter Führung - ein früherer Bewährungszeitpunkt möglich als bei der Erwachsenenstrafe.

    Die Verurteilungen nach Erwachsenenrecht schon, wenn sie theoretisch in einer Verhandlung hätten verhandelt werden können. Der Strafzusammenzug wird von Amts wegen gemacht, da braucht man sich nicht darum zu kümmern.

    Eine gängige Formel der Gesamtstrafenbildung ist, dass die kleinere Strafe halbiert wird. 1. Strafe: 12 Monate 2 Strafe 6 Monate, daraus dann 3 und dann würde auf 15 Monate neu gebildet. Das geht allerdings bei zwei oder Strafen, sind es mehr, muss noch etwas großzügiger sein. LG Lasker

    Hallo Biker,

    lasst das, ihr habt mit der Sache nichts zu tun. Das Geld ist bei der Staatskasse, gehört aber der Bank. Nach dem neuen EU-bestimmten Recht, wird nach dem Brutto-Prinzip eingezogen. Sichergestelltes Geld wird dann verrechnet und an den Geschädigten ausgezahlt. Klappt in der Theorie toll und auch bei Banküberfällen. Was aber in Betrugsfällen, wo ein Haufen Klamotten sichergestellt wurden, die die Firma nicht mehr wieder haben will, weil sie nur Neuwaren verkauft. Warum ist das überhaupt unser Problem, weil es EU-Recht ist. LG Lasker.

    Hallo Biker,

    er soll in die Erstellung des Vollzugsplanes einbezogen werden, soll also gefragt werden, was er denn gerne möchte. Entscheiden wird es aber die JVA. Ich würde auch mal abklären, ob sich Sotha und Ausbildung ausschließen. Das ist nicht zwingend. Auch diejenigen, die in einer Sotha verlegt werden, gehen ganz normal arbeiten. Es kommt also auf das Angebot der JVA an.

    In die Sotha werden Gewalt,- und Sexualstraftäter verlegt, die einen besonderen Behandlungsbedarf haben, wobei bei uns Sexualstraftäter überwiegen. Kernpunkt einer Sotha-Behandlung ist das regelmäßige ( wöchentliche) Gespräch mit einem Psychologen, daneben werden noch Gruppenangebote gemacht.

    Wenn er nicht in Sotha verlegt wird, kann er natürlich auch an einem Anti-Aggressionstraining ( AAT oder AGT genannt) im Regelvollzug teilnehmen. Auch dort sind Gespräche mit Psychologen möglich, allerdings längst nicht so viele wie in der Sotha. LG Lasker

    Hallo Seine Frau,

    das Urteil abkürzen heißt, dass er die Urteilsbegründung nicht ausführlich schreiben muss. Das geht dann häufig schneller und spart Zeit.

    Hallo Seine Frau,

    man hat eine Woche Zeit Rechtsmittel einzulegen, nach einer Berufung geht nur noch die Revision. Wenn keiner Rechtsmittel einlegt, wird das Urteil nach einer Woche rechtskräftig und wird dann vollzogen, also vollstreckt. Das kann dann relativ schnell gehen, weil der Richter das Urteil abkürzen kann. Die JVA braucht Planungssicherheit für ihren Vollzugsplan, deswegen ist das schon nicht unwichtig. Ob er noch einmal in den offenen Vollzug kommt? Er hat Vertrauen verspielt, es wird nicht einfach, aber auch nicht vollkommen unmöglich. LG Lasker

    Hallo Seine Frau,

    hier bist Du gut aufgehoben. Es gibt hier viele Angehörige, die in ähnlicher Lage sind mit denen Du dich austauschen kannst. Ist die neue Verurteilung rechtskräftig? Dann wird alsbald die Vollstreckung eingeleitet und der Vollzugsplan wird dann innerhalb von acht Wiche erstellt. LG Lasker

    Hallo Seine Frau sei gegrüßt,

    Nach dem sächsischen Strafvollzugsgesetz wird der erste Vollzugsplan binnen 8 Wochen erstellt ( § 8 III) und regelmäßig alle sechs Monate, späterstens ein Jahr aktualisiert ( § 8 IV).

    Bei deinem Freund besteht ja schon ein Vollzugsplan, der jetzt wegen der Flucht und der neuen Strafe aktualisiert werden muss. Dies dürfte dann wohl auch binnen acht Wochen geschehen, vielleicht früher. LG Lasker

    Hallo Biker,

    das müsst ihr mit seinem Anwalt besprechen. Der kann das besser einschätzen, weil er die Akten und die beteiligten Personen kennt. Die genaue Summe wird er ebenfalls kennen

    Ich sehe das aus zwei Gründen sehr skeptisch.

    1. Ihr hättet es dann bezahlt und nicht er. Das wird das Gericht merken und weshalb sollte es dann bei ihm zu einer Strafmilderung führen?

    2. Die 5 Jahre ist die Mindeststrafe für dieses Delikt. Darunter gibt es nur den minderschweren Fall und dies müssen besondere Umstände sein, die es rechtfertigen vom Regelstrafrahmen abzuweichen. Bei der allgemeinen Strafzusmessung ist Schadenswiedergutmachung sicher zu berücksichtigen, aber zur Begründung eines minderschweren Falls wird das nicht reichen. LG Lasker

    Hallo Pueppi,

    versuche es erst einmal telefonisch. Du hast das Aktenzeichen und frage Dich durch bis zum Vollstreckungsdezernenten der StA. Dem erklärst du deine Situation. Gerade wenn es um die Unterbringung von Minderjährigen geht, ist die StA in einer Mitverantwortung und daher sensibel. LG Lasker

    Pueppi, sei gegrüßt

    versuche was zu Papier zu bringen und spreche morgen möglichst persönlich bei der StA vor.

    Die ungesicherte Situation von Minderjährigen bei Alleinerziehenden ist immer ein guter Grund für einen Haftaufschub. Haftaufschub gibt es höchstens für 4 Monaten, aber beantrage vielleicht erst einmal nur vielleicht 6 Wochen und erkläre, dass Du bist dahin alles regeln wirst. Wenn Du es absolut nicht schaffst, kannst Du immer noch einen Verlängerungsantrag stellen. Generell muss erst einmal die Situation mit deinem Kind geklärt werden und dies wird auch der Sachbearbeiter bei der StA einsehen. LG Lasker

    Hallo Loona,

    das ging ja überraschend schnell. Bei uns gibt es da Wartezeiten, weil die Forensik ausgelastet ist.

    Für den Antrag auf Vollstreckungsaufschub ist die StA zuständig von der ihr auch die Ladung bekommen hat.

    Zwei Dinge spielen bei der Entscheidung neben den von Dir vorgebrachten Gründen auch noch eine Rolle.

    Gewinnt die StA den Eindruck, dass der Verurteilte nur auf Zeit spielen will? Deswegen würde ich den Antrag nicht für die vollen vier Monate stellen, die rechtlich möglich sind. Ein solcher Anlass könnte etwa die Führerscheinprüfung im September sein, dass er bis dahin alles geregelt bekommt.

    Der zweite Punkt ist die Rückfallgefährdung. Die StA übernimmt quasi die Verantwortung für diese Zeit, das nichts passiert. Hier kann man vortragen, wie er sein Leben nach der Haftentlassung neu geregelt und sich von dem kriminellen Umfeld distanziert hat. Ganz wichtig beim § 64 StGB ist die Frage des Drogenkonsums. Hat er damit nach seiner Festnahme aufgehört? Kann er die Beibringung eines negativen Drogenscreenigs in Aussicht stellen? Gerade Führerschein und Drogenkonsum vertragen sich nicht wirklich.

    Wie Mini aber auch schon schrieb gibt es keinen rechtlichen Anspruch auf einen Aufschub. Es kann klappen, muss es aber nicht. Wenn er keinen Aufschub bekommen sollte, ist es besser, wenn er sich selbst stellt. Dann müsst ihr eben regeln, was noch geregelt werden muss. Lasst Euch dafür eine Vollmacht von ihm geben. LG Lasker