Beiträge von Lasker

    O. K. Katinka, JVA ist grundsätzlich keine Wohnanschrift. Es ist auch keine Scheinanmeldung, wenn er da für die ersten Wochen theoretisch unter käme. Ärger mit den Behörden? Welchen denn? Ich glaube die Müll-Gebühren sind etwas höher, aber sonst. Es ist ohnehin nicht ganz einfach eine Verlegung von Bayern nach NRW zu erreichen. Eine Meldeanschrift in NRW wäre da schon sinnvoll, da bin ich ganz bei seinem Verteidiger, aber wenn es nicht geht, geht es halt nicht. Er muss dann ausführlicher darlegen, dass sein Lebensmittelpunkt in NRW und nicht in Bayern liegt.

    Hallo tiwe,

    dann stelle einen Antrag, dass Du vor dem 15.10. entlassen werden möchtest und begründe dies mit deinem Jobangebot. Den Arbeitsvertrag solltest Du beifügen. Von Amts wegen geprüft wird nur der 2/3-Termin, Du kannst aber ab Halbstrafentermin entlassen werden oder eben auch dazwischen, wenn Du es beantragst und deine Begründung hört sich vernünftig an. Den Antrag stellst Du an die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts, das für die JVA Rosdorf zuständig ist.

    Hallo tiwe. die nachträgliche Gesamtstrafenbildung (Strafzusammenzug) wird von Amts wegen gemacht, da musst Du Dich nicht darum kümmern, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Die besagen, dass man die verurteilten Straftaten gemeinsam hätte verhandeln können. Wo ist das Problem? Du bist im OV, warum kannst Du die Stelle am 15.10. nicht antreten, wenn Du bis dahin nicht entlassen bist?

    Hallo Chris,

    Sie war auch ein paar Mal im Chat. Da war sie ganz nett und kann auch ganz normal antworten. Urteile nicht zu vorschnell.

    Hallo SaLi,

    schön, dass Du da bist. Ich will kein Sie, Du grenzt mich damit aus. Alles wird gut, nicht unbedingt heute, aber wir haben doch Zeit, LG Lasker

    Hallo Sali,

    noch ein kurzer Nachtrag, wir haben ja gerade im Chat gesprochen. Warum ich das mache. Ich hatte einen Einstand wie Du. Ich habe mich damals bei Knast-net angemeldet und gesagt, wer ich bin und flog sofort aus dem Chat raus. Ich war es selber schuld. Ich habe alle mit Liebe und Lieber angeredet, also wie man das im vorigen Jahrhundert in Briefen gemacht hat, und dann gab es da auch noch einen Transsexuellen, den ich als Frau angeredet habe, weil ich es nicht besser wusste. Ich habe alles lesen können ( er hat doch nichts gemacht) und irgendwann wurde ich wieder frei geschaltet. Das habe ich nicht auf mich sitzen lassen. Ich und arrogant, das passt gar nicht. In diesem Sinne, sei willkommen hier,sei so wie Du bist und nicht mit den ganzen Fremdwörtern. Ich finde es gut, dass Du da bist und vielleicht kommst Du Mittwoch 19.30 bis 21:00 in meinen Mittwochs-Treff.

    Sali,

    es gibt auch hier die Chat-Funktion. Ich gehe da jetzt, wenn Du Interesse hast, können wir das da besser und schneller besprechen.

    Sali, sei gegrüßt. Warum ich das mache?

    Ich bin Jugendstaatsanwalt und die ticken ohnehin ein bisschen anders. Ich habe das vor etwa drei Jahren bei Knast.net angefangen, das ja nicht mehr existiert , und bemerkt, dass ich auch beruflich davon profitieren kann.

    Es ist auch für mich sinnvoll, die Sache auch mal aus der Angehörigen,- und Angeklagtenposition geschildert zu bekommen. Im Studium hat man es mit abstrakten Fällen zu tun. Man gibt den Menschen Buchstaben und spricht von dem A, B oder C. In der Praxis urteile ich aber nicht über Buchstaben, sondern über ganz konkrete Schicksale. Dies zu unterscheiden, tun sich viele Berufsanfänger schwer. Ich habe aber fast 30 Jahre Berufserfahrung und in vielen Dingen auch umgelernt. Ich gehe auch in der Praxis auf die Angeklagten zu, gebe Ihnen und ihren Angehörigen vor der Sitzung die Hand und stelle mich vor und behandele sie mit Respekt, nicht als Buchstaben. Mir ist klar, dass das Urteil nicht nur Auswirkungen auf den Angeklagten selbst hat, sondern auch auf dessen Umfeld.

    Ich betrachte den Verteidiger nicht als Gegner, sondern ebenso wie die Eltern und Lebenspartner als potentielle Kooperationspartner. Dazu gehören auch Bewährungshelfer, Jugendgerichtshilfe, Streetworker, Sozialarbeiter in der JVA, Jugendsachberarbeiter bei der Polizei, die Jugendberufsagentur, Jugendscouts, Drogenberater usw. Gemeinsames Ziel von allen muss es sein den Angeklagten so weit zu bekommen, dass er ein straffreies Leben führen will.

    Mir ist klar, dass nicht alle Staatsanwälte so denken, aber wie gesagt Jugendstaatsanwälte ticken da ein wenig anders. Wenn Du mehr Fragen dazu hast, komme einfach zu meinen Mittwochstreff von 19:30 bis 21:00 Uhr in den Chat. Ich würde mich freuen.

    Sali,

    kannst Du die Frage etwas konkreter stellen? Wenn dein Freund in U-Haft ist, stellt sich die Frage des § 35 BtMG derzeit nicht. Dieser kommt als Zurückstellung von der Strafhaft bei Strafresten, die nicht mehr als zwei Jahre betragen, in Betracht. Häufigster Grund, weshalb eine Ablehnung erfolgt, ist meist, dass gesagt wird die Tat habe nicht mit der Betäubungsmittelabhängigkeit zu tun.

    Hallo Sim,

    Hessen ist neben Bayern eines der wenigen Bundesländer ,die keine verbindliche Regelung haben bis wann ein Vollzugsplan zu erstellen ist. In Rheinland-Pfalz sind es z.B. 8 Wochen nach Strafantritt, ja Loona, das gibt es nur für Strafhaft, nicht für U-Haft. In § 10 Hess.Strafvollzugsgesetz steht die Formulierung " alsbald" und das kann jeder für sich interpretieren. Die Fortschreibungsfristen liegen bei 4 Monaten bis längstens 1 Jahr, differenziert nach Länge und Art der Strafe ( Jugend,- oder Erwachsenenvollzug, Maßregelvollzug)

    Ach Kadima,

    was erwartest Du von Nachrichtensendungen? Juristische Kenntnisse? Vergiss es. Nein es gibt keinen Freispruch 1. und 2. Klasse. Man unterscheidet zwischen Freisprüchen aus tatsächlichen und aus rechtlichen Gründen. Aber das weiß kein Nichtjurist. Ich wundere mich immer über Kriminalfilme und frage mich, ob die nicht vor der Ausstrahlung die Sendung einem Juristen zeigen könnten. Machen sie aber nicht. Deswegen kündigt der Film-Starverteidiger nach einer Verurteilung im Mordverfahren an, dass man natürlich in Berufung gehen werde.