Beiträge von Lasker

    Hallo Loona,

    kannst Du den Regen rüber schieben. Es ist hier nur ganz wenig angekommen. Ich habe gelesen, dass auf den Mars größere Wasservorräte gefunden wurden. Nur her damit. Alles wird gut und wir haben nicht ewig 40 Grad.

    Hallo Mei,

    schön, dass Ihr mit dem Ergebnis leben könnt. Das ist doch das Wichtigste am Strafverfahren. Chancen geben, aber auch fordern und die Menschen nicht in Hoffnungslosigkeit stürzen.

    Hallo TJ,

    Die Einlassung ist die Erklärung des Angeklagten zur Sache.

    Der Anwalt möchte wohl, dass das irgendwie persönlich rüber kommt. Gedanken, Empfindungen, Angst,- undReuegefühle , also die subjektive Seite, sollte darin wohl berücksichtigt werden. So sollte er es dann auch schreiben, wie es ihm durch den Kopf geht und seinem Anwalt geben. Der macht dann die Qualitätskontrolle und alles, was er nicht als förderlich empfindet, schmeißt er raus. Ist doch in Ordnung so. Nur euer Sohn kann sagen, was er sich bei den Taten gedacht hat, ob er darüber reflektiert hat und wie er jetzt darüber denkt. Das kann leider der Anwalt nicht vordenken, nur aufpassen, dass das nicht falsch rüber kommt.

    Was er dem Psychologen gesagt hat, ist zunächst irrelevant und ersetzt keine Einlassung.

    Hallo Parin,

    zur Dauer des Diagnoseverfahrens. Ich habe von 4-8 Wochen gesprochen. Das steht für Rheinland-Pfalz im Gesetz ( § 14 Abs. 2 StrafVollzug Rheinland-Pfalz). Das ist auch realistisch für NRW. Dort wird mit dem Begriff " unverzüglich" gearbeitet ( § 10 StrafVollzugsG NRW). Unter unverzüglich versteht der Jurist " ohne schuldhaftes Zögern". Es muss also begründet werden, dass es an dem Strafgefangenen liegt, wenn es etwas länger dauert. Geschichten, dass es ewig lang dauert bis das Diagnoseverfahren abgeschlossen wird, kenne ich auch aus Bayern. Da ticken die Uhren anders. Da ist das in Art 9 und 10 geregelt. Dort heißt es. Auf der Grundlage des Diagnoseverfahrens wird der Vollzugsplan erstellt ( Art 10 Bayr.Strafvollzugsgesetz). Die machen sich da keinen Stress und das kann dann auch mal 6 Monate dauern, aber nicht bei uns.

    Ja, das geht prinzipiell. Zuständig dafür ist die Staatsanwaltschaft. Das ändert aber nichts daran, dass dann dort das Diagnoseverfahren durchgeführt wird. Es wird nicht so sein, dass Du Dich sonntags stellst und montags auf die Arbeit gehst. Du wirst auch dann die ersten Tage, wahrscheinlich Wochen nicht raus kommen, weil erst die Eignung getestet werden muss. Also mit Urlaub und Freistellung musst Du auch arbeiten, wenn Du direkt in eine Anstalt des offenen Vollzuges geladen wirst.

    Hallo Parin,

    das Einweisungsverfahren dauert üblicherweise 4 -8 Wochen, kann aber auch schneller gehen. Du musst das mit deinem Arbeitgeber regeln, also entweder Urlaub ansparen oder freistellen lassen. Das zu erwähnen, hatte ich in meinem langen Text jetzt vergessen.

    Hallo Parin,

    noch einmal ein paar Worte über den offenen Vollzug. Hagen ist eine Einweisungsanstalt, d.h. nur für das Diagnoseverfahren zuständig. Danach erfolgt eine Verlegung in eine andere Haftanstalt und evtl. in den offenen Vollzug. In NRW sind im Vergleich zu anderen Bundesländern die Aussichten nicht schlecht. NRW hat ca. 4000 Plätze im offenen Vollzug, Rheinland-Pfalz 250, nur mal so als Beispiel.

    Voraussetzung für die offenen Vollzug ist die sichere Erwartung, dass Lockerungen nicht dazu genutzt werden sich dem Vollzug zu entziehen ( Fluchtgefahr) oder neue Straftaten zu begehen ( Wiederholung). Selbststeller haben hier bessere Chancen, weil die Fluchtgefahr geringer eingeschätzt wirst. Im Diagnoseverfahren wird dies anhand des Urteils, der Vorstrafen und deiner Begutachtung festgelegt. Noch offene Verfahren oder Suchterkrankungen können ( nicht zwingend) einen Ausschlussgrund darstellen.

    Hast Du Arbeit draußen, muss Du mit offenen Karten spielen. Dein Arbeitgeber muss Bescheid wissen, weil er mitspielen muss. So wird üblicherweise die Eignung überprüft. Der Lohn wird auf ein Konto der JVA überwiesen. Es muss auch sicher sein, dass der Arbeitgeber der JVA mitteilt, wenn der Freigänger nicht zur Arbeit erscheint. Eine gewisse Zuverlässigkeit muss also auch beim Arbeitgeber vorhanden sein.

    Du musst die Arbeitsstelle fahrtechnisch erreichen können, sei es mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sei es mit einem PKW, wenn Du einen Führerschein hast. Manchmal werden da auch Entfernungs,- und Zeitgrenzen gesetzt. Prinzipiell unschädlich sind wechselnde Arbeitszeiten. Darauf sind Justizvollzugsanstalten eingerichtet. Also auch Nachtdienst, Wechselschichten, Wochenenddienste und anderes sind möglich.

    Du hast Dich streng an die Regeln zu halten. Viele sind schon aus den offenen Vollzug geflogen, weil sei ein Handy einschmuggelten oder mit Restalkohol ( auch in winzigen Mengen) oder Drogeneinfluss getestet wurden. Ebenso hast du Dich genau an die vorgegebenen Zeiten zu halten. Die JVA versteht da überhaupt keinen Spaß.

    Parin,

    bei der Strafhöhe hast Du einen Anspruch auf einen Pflichtverteidiger, wenn der Wahlverteidiger zu teuer ist. Es kommt auch nicht allein auf den Anwalt an. Ich bringe öfter das andere Beispiel. Wenn Du 80 Zigaretten am Tag rauchst, zwei Flaschen Whiskey trinkst, Heroin konsumierst, dann kannst Du den besten Arzt der Welt haben. Du wirst nicht alt. Genauso ist es mit Verteidigern. Die können nur immer so gut sein, wie der Mandant liefert. Es kommt auf Dich an, dass Du aus deinen Fehlern lernst und der Anwalt das im Termin vermitteln kann.

    Hallo parin, wenn Du dich für die Berufung entscheidest ,um vielleicht noch für eine Bewährung zu kämpfen, sind natürlich ein paar Dinge zu beachten.

    der Zeitrahmen: Wie viele Zeit Du noch etwa bis zur Berufungsverhandlung hast, kann Dir am Besten der Anwalt sagen, wenn er auf Strafrecht spezialisiert ist und sich vor Ort auskennt. Es gibt Berufungsrichter, die terminieren binnen 2-3 Monaten nach dem erstinstanzlichen Urteil, andere brauchen über ein Jahr. An welchen Richter Du geraten bist, kann Dir evtl. der Anwalt sagen

    Sind noch Verfahren offen? Kann noch was nachkommen? Häufig bekommen es Anwälte hin, dass noch offene Verfahren nach § 154 StPO eingestellt werden, wenn man auf die Durchführung des Berufungsverfahrens verzichtet. Wenn es nichts mehr gibt, umso besser, ansonsten muss man auch dies im Auge behalten.

    Du hast eine Arbeitsstelle, das ist gut, das sollte auch so bleiben. Schadenswiedergutmachung, wenn es geht, macht sich immer gut. Arbeiten an Baustellen. Wenn Suchtproblematiken da sind ( Alkohol, Drogen, Spielsucht), dann muss man das angehen und entsprechende Belege im Termin vorlegen können. Freiwillig gemachte Screenings bei Alkohol und Drogen ( wenn da Probleme sind) sind auch wichtig. Die kann man dann im Termin vorlegen. Wenn eine Therapie erforderlich ist, darum kümmern und Belege vorlegen.

    Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass der Anwalt das im Termin regelt. Man kann selber was tun und sollte dies auch machen. Leider sehe ich in Berufungsverhandlung immer wieder Angeklagte, die sich um nichts gekümmert haben. Die können regelmäßig ihre Berufung sofort knicken.

    Hallo Parin sei gegrüßt,

    schön, dass Du zu uns gefunden hast. Du hast in deiner Vorstellung geschrieben, dass Du nach Hagen musst und Haftdauer etwa 2,5 Jahre. Andererseits hast Du als Bundesland Baden-Württemberg angegeben und ungefähre Haftdauer 5 Jahre. Zu was wurdest Du denn jetzt verurteilt? Hast Du Dich nach NRW umgemeldet? Machen viele, weil, die mehr Plätze im offenen Vollzug haben als andere Länder. Hagen ist eine Einweisungsanstalt in NRW. Da werden viele hingeladen, getestet und dann auf andere JVA´s verteilt. Wo willst Du denn ungefähr hin?

    Hallo Charismatica,

    Mei hat schon vieles richtig erklärt. Der Strafrest muss bei allen Strafen unter 2 Jahre liegen. Addiert wird nicht, deswegen kommt das auch bei mehreren Strafen in Betracht. Rückstellungsfähig sind die Strafen, die aufgrund einer Betäubungsmittelabhängigkeit geschehen. Der Zurückstellungsantrag muss bei der StA gestellt werden, die dafür zuständig ist. Das Gericht erster Instanz muss der Zurückstellung zustimmen. Häufig steht das schon im Urteil drin. Wenn nicht leitet die StA die Akte dem Gericht zur Stellungnahme zu.

    Bei mehreren Strafen kann es sein, dass man die Zustimmungen von mehreren Staatsanwälten und Gerichten braucht, was die Sache komplizierter macht. Das ist aber nur dann der Fall, wenn die Sachen bei verschiedenen Staatsanwaltschaften und Gerichten abgehandelt wurden.

    Er muss einen Kostenträger finden, der die Therapie finanziert. Häufig ist das der Rentenversicherungsträger. Die Therapiekonzepte weichen voneinander ab, sodass man sich in Ruhe ansehen sollte, welche Einrichtung passt. Die Therapiedauer von 6-8 Monaten ist realistisch. Häufig werden im Anschluss Adaptionsmaßnahmen angeboten. Auch das sollte man sich ernsthaft überlegen, weil dies sehr sinnvoll ist.

    Wichtig wäre, dass er bereits jetzt die Angebote nutzt, die in der JVA für eine Therapievorbereitung angeboten werden. Dies sind häufig Selbsthilfegruppen und Suchtberatungen. Der Kostenträger verlangt häufig eine solche Teilnahme, bevor er eine Kostenzusage gibt, um die Ernsthaftigkeit des Therapiewillens zu testen.

    Hallo Anubis,

    zu deiner Frage 2: Dann ist es auch keine Geldstrafe gewesen, sondern eine Bewährungsstrafe mit einer Geldauflage. Das ist was ganz anderes. Wenn er die nicht zahlt, wird die Bewährung widerrufen. Retten kann mal dies manchmal durch sofortige Zahlung verbunden mit einem Gnadengesuch. Ist aber alles zu spät. Gezahlte Beträge werden auf die Strafe angerechnet. Wenn ich Dir Juristendeutsch übersetzen soll, mach ich doch gerne, LG Lasker

    Hallo Anubis,

    Du hast ja ganz viele Fragen. Alles bekomme ich jetzt nicht geregelt, aber ich fange mal an.

    1. Von einer Gesamtfreiheitsstrafe spricht man, wenn er wegen mehrerer Straftaten verurteilt wurde. Erst werden Einzelstrafen gebildet und daraus die Gesamtfreiheitsstrafe z. B. Diebstahl 4 Monate, Körperverletzung 6 Monate und Unterschlagung 4 Monate. Das sind die Einzelstrafen. Von den 6 Monaten geht man dann als höchste Einzelstrafe und erhöht diese angemessen. Im Beispielsfall käme man zu einer Gesamtfreiheitstrafe von 10 Monaten.


    2. Wenn er eine Geldstrafe nicht gezahlt hat, spricht man von einer Ersatzfreiheitsstrafe und nicht vom Bewährungswiderruf. Geldstrafen kann man auch nachträglich in der Haft noch zahlen. Wenn er noch weitere 10 Monaten in einem anderen Verfahren bekommen hat, wird er das wissen


    3. Man spricht von einer Ladung zum Strafantritt, nicht von einer Einladung. Einladungen kann man ausschlagen. Er ist für den offenen Vollzug vorgesehen. Es ist normal, dass er erst mal getestet wird, ob er dafür geeignet ist. Das kann mehrere Wochen dauern.


    4. Auch bei einem Bewährungswiderruf ist eine positive 2/3 Entscheidung möglich. Es kommt auf seine Führung im Vollzug an.


    5. Der Bewährungshelfer wird Dir aus datenschutzrechlichen Gründen keine Auskünfte erteilen. Er wird über den Bewährungswiderruf informiert und auch zum Anhörungstermin geladen. Wenn er keinen Termin zur Anhörung bekommen hat, könnte man dagegen rechtlich vorgehen. Ob dies Sinn macht müsst ihr entscheiden, da dies ja nichts an den - wohl vorliegenden - Widerrufsgründen ändert. Zudem gibt es wohl auch noch das Problem mit den weiteren 10 Monaten


    6. Nach der üblichen Testphase ( Frage 3), kann er beantragen in den offenen Vollzug heimatnah verlegt zu werden. Es käme z. B. Moers-Kapellen und Euskirchen als Einrichtungen des offenen Vollzuges in Betracht


    LG Lasker

    Ronja, ich würde Dir Folgendes empfehlen. Ruf einfach mal da an und sage, dass Du in Kürze freiwillig kommen musst und wirst und Riesenschiss hättest und einen freundlichen Menschen suchst, der Dir ein paar Sachen erklärt, die Dir keine Ruhe lassen und den möchtest Du jetzt sprechen. Sei ganz höflich und schildere deine Angst. Die werden Dir nicht sagen, dass es dort keine netten Menschen gibt, sondern Dich zu jemanden durchstellen, der Ahnung hat und Dir die Angst nimmt. Habe einfach Mut und frage nach, man wird Dir helfen. Alles wird gut, nur nicht heute.

    O.K. Ronja, das liest sich wirklich nicht so, als ob Du da 23 Stunden auf der Zelle wärst, oder?. Hast Du Dir den Film Frauen im Gefängnis in der ZDF-Mediathek angesehen. Da geht es auch um die JVA Vechta. Diese 37-Grad Sendung ist sehr informativ.

    Hallo Ronja,

    die JVA Vechta für Frauen hat eine eigene Homepage, die Du Dir anschauen solltest, um Dir die Angst zu nehmen. Unter dem Stichwort Themen kannst Du einiges über Arbeits,- und Freizeitgestaltung nachlesen. Es wird dort betont, dass der Frauenvollzug anders ist, als der Männervollzug, da das Sicherheitsrisiko weitaus geringer ist. Du wirst keine 23 Stunden auf der Zelle verbringen.