Beiträge von Lasker

    Hallo Parin,

    das Einweisungsverfahren dauert üblicherweise 4 -8 Wochen, kann aber auch schneller gehen. Du musst das mit deinem Arbeitgeber regeln, also entweder Urlaub ansparen oder freistellen lassen. Das zu erwähnen, hatte ich in meinem langen Text jetzt vergessen.

    Hallo Parin,

    noch einmal ein paar Worte über den offenen Vollzug. Hagen ist eine Einweisungsanstalt, d.h. nur für das Diagnoseverfahren zuständig. Danach erfolgt eine Verlegung in eine andere Haftanstalt und evtl. in den offenen Vollzug. In NRW sind im Vergleich zu anderen Bundesländern die Aussichten nicht schlecht. NRW hat ca. 4000 Plätze im offenen Vollzug, Rheinland-Pfalz 250, nur mal so als Beispiel.

    Voraussetzung für die offenen Vollzug ist die sichere Erwartung, dass Lockerungen nicht dazu genutzt werden sich dem Vollzug zu entziehen ( Fluchtgefahr) oder neue Straftaten zu begehen ( Wiederholung). Selbststeller haben hier bessere Chancen, weil die Fluchtgefahr geringer eingeschätzt wirst. Im Diagnoseverfahren wird dies anhand des Urteils, der Vorstrafen und deiner Begutachtung festgelegt. Noch offene Verfahren oder Suchterkrankungen können ( nicht zwingend) einen Ausschlussgrund darstellen.

    Hast Du Arbeit draußen, muss Du mit offenen Karten spielen. Dein Arbeitgeber muss Bescheid wissen, weil er mitspielen muss. So wird üblicherweise die Eignung überprüft. Der Lohn wird auf ein Konto der JVA überwiesen. Es muss auch sicher sein, dass der Arbeitgeber der JVA mitteilt, wenn der Freigänger nicht zur Arbeit erscheint. Eine gewisse Zuverlässigkeit muss also auch beim Arbeitgeber vorhanden sein.

    Du musst die Arbeitsstelle fahrtechnisch erreichen können, sei es mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sei es mit einem PKW, wenn Du einen Führerschein hast. Manchmal werden da auch Entfernungs,- und Zeitgrenzen gesetzt. Prinzipiell unschädlich sind wechselnde Arbeitszeiten. Darauf sind Justizvollzugsanstalten eingerichtet. Also auch Nachtdienst, Wechselschichten, Wochenenddienste und anderes sind möglich.

    Du hast Dich streng an die Regeln zu halten. Viele sind schon aus den offenen Vollzug geflogen, weil sei ein Handy einschmuggelten oder mit Restalkohol ( auch in winzigen Mengen) oder Drogeneinfluss getestet wurden. Ebenso hast du Dich genau an die vorgegebenen Zeiten zu halten. Die JVA versteht da überhaupt keinen Spaß.

    Parin,

    bei der Strafhöhe hast Du einen Anspruch auf einen Pflichtverteidiger, wenn der Wahlverteidiger zu teuer ist. Es kommt auch nicht allein auf den Anwalt an. Ich bringe öfter das andere Beispiel. Wenn Du 80 Zigaretten am Tag rauchst, zwei Flaschen Whiskey trinkst, Heroin konsumierst, dann kannst Du den besten Arzt der Welt haben. Du wirst nicht alt. Genauso ist es mit Verteidigern. Die können nur immer so gut sein, wie der Mandant liefert. Es kommt auf Dich an, dass Du aus deinen Fehlern lernst und der Anwalt das im Termin vermitteln kann.

    Hallo parin, wenn Du dich für die Berufung entscheidest ,um vielleicht noch für eine Bewährung zu kämpfen, sind natürlich ein paar Dinge zu beachten.

    der Zeitrahmen: Wie viele Zeit Du noch etwa bis zur Berufungsverhandlung hast, kann Dir am Besten der Anwalt sagen, wenn er auf Strafrecht spezialisiert ist und sich vor Ort auskennt. Es gibt Berufungsrichter, die terminieren binnen 2-3 Monaten nach dem erstinstanzlichen Urteil, andere brauchen über ein Jahr. An welchen Richter Du geraten bist, kann Dir evtl. der Anwalt sagen

    Sind noch Verfahren offen? Kann noch was nachkommen? Häufig bekommen es Anwälte hin, dass noch offene Verfahren nach § 154 StPO eingestellt werden, wenn man auf die Durchführung des Berufungsverfahrens verzichtet. Wenn es nichts mehr gibt, umso besser, ansonsten muss man auch dies im Auge behalten.

    Du hast eine Arbeitsstelle, das ist gut, das sollte auch so bleiben. Schadenswiedergutmachung, wenn es geht, macht sich immer gut. Arbeiten an Baustellen. Wenn Suchtproblematiken da sind ( Alkohol, Drogen, Spielsucht), dann muss man das angehen und entsprechende Belege im Termin vorlegen können. Freiwillig gemachte Screenings bei Alkohol und Drogen ( wenn da Probleme sind) sind auch wichtig. Die kann man dann im Termin vorlegen. Wenn eine Therapie erforderlich ist, darum kümmern und Belege vorlegen.

    Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass der Anwalt das im Termin regelt. Man kann selber was tun und sollte dies auch machen. Leider sehe ich in Berufungsverhandlung immer wieder Angeklagte, die sich um nichts gekümmert haben. Die können regelmäßig ihre Berufung sofort knicken.

    Hallo Parin sei gegrüßt,

    schön, dass Du zu uns gefunden hast. Du hast in deiner Vorstellung geschrieben, dass Du nach Hagen musst und Haftdauer etwa 2,5 Jahre. Andererseits hast Du als Bundesland Baden-Württemberg angegeben und ungefähre Haftdauer 5 Jahre. Zu was wurdest Du denn jetzt verurteilt? Hast Du Dich nach NRW umgemeldet? Machen viele, weil, die mehr Plätze im offenen Vollzug haben als andere Länder. Hagen ist eine Einweisungsanstalt in NRW. Da werden viele hingeladen, getestet und dann auf andere JVA´s verteilt. Wo willst Du denn ungefähr hin?

    Hallo Charismatica,

    Mei hat schon vieles richtig erklärt. Der Strafrest muss bei allen Strafen unter 2 Jahre liegen. Addiert wird nicht, deswegen kommt das auch bei mehreren Strafen in Betracht. Rückstellungsfähig sind die Strafen, die aufgrund einer Betäubungsmittelabhängigkeit geschehen. Der Zurückstellungsantrag muss bei der StA gestellt werden, die dafür zuständig ist. Das Gericht erster Instanz muss der Zurückstellung zustimmen. Häufig steht das schon im Urteil drin. Wenn nicht leitet die StA die Akte dem Gericht zur Stellungnahme zu.

    Bei mehreren Strafen kann es sein, dass man die Zustimmungen von mehreren Staatsanwälten und Gerichten braucht, was die Sache komplizierter macht. Das ist aber nur dann der Fall, wenn die Sachen bei verschiedenen Staatsanwaltschaften und Gerichten abgehandelt wurden.

    Er muss einen Kostenträger finden, der die Therapie finanziert. Häufig ist das der Rentenversicherungsträger. Die Therapiekonzepte weichen voneinander ab, sodass man sich in Ruhe ansehen sollte, welche Einrichtung passt. Die Therapiedauer von 6-8 Monaten ist realistisch. Häufig werden im Anschluss Adaptionsmaßnahmen angeboten. Auch das sollte man sich ernsthaft überlegen, weil dies sehr sinnvoll ist.

    Wichtig wäre, dass er bereits jetzt die Angebote nutzt, die in der JVA für eine Therapievorbereitung angeboten werden. Dies sind häufig Selbsthilfegruppen und Suchtberatungen. Der Kostenträger verlangt häufig eine solche Teilnahme, bevor er eine Kostenzusage gibt, um die Ernsthaftigkeit des Therapiewillens zu testen.

    Hallo Anubis,

    zu deiner Frage 2: Dann ist es auch keine Geldstrafe gewesen, sondern eine Bewährungsstrafe mit einer Geldauflage. Das ist was ganz anderes. Wenn er die nicht zahlt, wird die Bewährung widerrufen. Retten kann mal dies manchmal durch sofortige Zahlung verbunden mit einem Gnadengesuch. Ist aber alles zu spät. Gezahlte Beträge werden auf die Strafe angerechnet. Wenn ich Dir Juristendeutsch übersetzen soll, mach ich doch gerne, LG Lasker

    Hallo Anubis,

    Du hast ja ganz viele Fragen. Alles bekomme ich jetzt nicht geregelt, aber ich fange mal an.

    1. Von einer Gesamtfreiheitsstrafe spricht man, wenn er wegen mehrerer Straftaten verurteilt wurde. Erst werden Einzelstrafen gebildet und daraus die Gesamtfreiheitsstrafe z. B. Diebstahl 4 Monate, Körperverletzung 6 Monate und Unterschlagung 4 Monate. Das sind die Einzelstrafen. Von den 6 Monaten geht man dann als höchste Einzelstrafe und erhöht diese angemessen. Im Beispielsfall käme man zu einer Gesamtfreiheitstrafe von 10 Monaten.


    2. Wenn er eine Geldstrafe nicht gezahlt hat, spricht man von einer Ersatzfreiheitsstrafe und nicht vom Bewährungswiderruf. Geldstrafen kann man auch nachträglich in der Haft noch zahlen. Wenn er noch weitere 10 Monaten in einem anderen Verfahren bekommen hat, wird er das wissen


    3. Man spricht von einer Ladung zum Strafantritt, nicht von einer Einladung. Einladungen kann man ausschlagen. Er ist für den offenen Vollzug vorgesehen. Es ist normal, dass er erst mal getestet wird, ob er dafür geeignet ist. Das kann mehrere Wochen dauern.


    4. Auch bei einem Bewährungswiderruf ist eine positive 2/3 Entscheidung möglich. Es kommt auf seine Führung im Vollzug an.


    5. Der Bewährungshelfer wird Dir aus datenschutzrechlichen Gründen keine Auskünfte erteilen. Er wird über den Bewährungswiderruf informiert und auch zum Anhörungstermin geladen. Wenn er keinen Termin zur Anhörung bekommen hat, könnte man dagegen rechtlich vorgehen. Ob dies Sinn macht müsst ihr entscheiden, da dies ja nichts an den - wohl vorliegenden - Widerrufsgründen ändert. Zudem gibt es wohl auch noch das Problem mit den weiteren 10 Monaten


    6. Nach der üblichen Testphase ( Frage 3), kann er beantragen in den offenen Vollzug heimatnah verlegt zu werden. Es käme z. B. Moers-Kapellen und Euskirchen als Einrichtungen des offenen Vollzuges in Betracht


    LG Lasker

    Ronja, ich würde Dir Folgendes empfehlen. Ruf einfach mal da an und sage, dass Du in Kürze freiwillig kommen musst und wirst und Riesenschiss hättest und einen freundlichen Menschen suchst, der Dir ein paar Sachen erklärt, die Dir keine Ruhe lassen und den möchtest Du jetzt sprechen. Sei ganz höflich und schildere deine Angst. Die werden Dir nicht sagen, dass es dort keine netten Menschen gibt, sondern Dich zu jemanden durchstellen, der Ahnung hat und Dir die Angst nimmt. Habe einfach Mut und frage nach, man wird Dir helfen. Alles wird gut, nur nicht heute.

    O.K. Ronja, das liest sich wirklich nicht so, als ob Du da 23 Stunden auf der Zelle wärst, oder?. Hast Du Dir den Film Frauen im Gefängnis in der ZDF-Mediathek angesehen. Da geht es auch um die JVA Vechta. Diese 37-Grad Sendung ist sehr informativ.

    Hallo Ronja,

    die JVA Vechta für Frauen hat eine eigene Homepage, die Du Dir anschauen solltest, um Dir die Angst zu nehmen. Unter dem Stichwort Themen kannst Du einiges über Arbeits,- und Freizeitgestaltung nachlesen. Es wird dort betont, dass der Frauenvollzug anders ist, als der Männervollzug, da das Sicherheitsrisiko weitaus geringer ist. Du wirst keine 23 Stunden auf der Zelle verbringen.

    Hallo Krebs,

    wenn ihr verheiratet seid, dann steht Dir ein Zeugnisverweigerungsrecht zu ( § 52 StPO), dass heißt, es ist deine freie Entscheidung, ob Du überhaupt aussagen willst. Machst Du von deinem Recht Gebrauch nicht auszusagen, dürfen daraus keine Rückschlüsse gezogen werden. Du schadest ihm also nicht. Wenn Du Dich bereits im Vorfeld dazu entschließt, ist es das Einfachste dies dem Gericht mitzuteilen und darum zu bitten Dich abzuladen, damit Du erst gar nicht zum Termin erscheinen musst. Erhälst Du keine Antwort vom Gericht, musst Du allerdings hin und im Termin erklären, dass Du nicht aussagen möchtest.

    Wenn Du Dich entschließt auszusagen, wirst Du wie ein normaler Zeuge behandelt, dass heißt Du musst die Wahrheit sagen. Wenn Du falsch aussagst, kannst Du wegen uneidlicher Falschaussage ( nicht unter drei Monate Freiheitsstrafe) oder im Falle einer Vereidigung wegen Meineides ( nicht unter 1 Jahr) bestraft werden. Wenn Du falsch aussagst und das Gericht erkennt dies, schadest Du ihm. Erfahrene Richter und Staatsanwälte lassen sich nicht leicht täuschen, deswegen sollte man unbedingt bei der Wahrheit bleiben.

    Es spricht nichts dagegen, dass Du mit seinem Verteidiger Kontakt aufnimmst und abklärst, ob Du ihm mit einer wahrheitsgemäßen! Aussage helfen kannst.

    Das war jetzt mal formal gesprochen. Wenn Du nicht aussagen willst, brauchst Du es nicht. Wenn Du aussagst, muss es stimmen. LG

    Hallo Ronja,

    sei gegrüßt. Hier findest Du Angehörige, Ehemalige und auch Personen aus der Justiz wie ich. Ehemalige, die sich besser auskennen, werden sich wohl noch melden, aber ein paar Fragen kann ich dir auch beantworten. 1. Normalerweise bekommst Du eine Einzelzelle 2. weiß ich nicht 3. telefonieren kann man, aber üblicherweise nur mit einer begrenzten Anzahl von Rufnummern. E-Mail kannst Du knicken 4. Sag das dem Anstaltsarzt bei der Eingangsuntersuchung 5. üblicherweise 8 -10 qm 6. das ist individuell verschieden. In den ersten Wochen wird ein Vollzugs,- und Eingliederungsplan erstellt und in dem steht auch drin, ob Du für Lockerungen geeignet bist. Das ist der Fall, wenn nicht zu erwarten steht, dass Du flüchtest oder während der Lockerungen neue Straftaten begehst. Selbststeller haben größere Chancen schneller Lockerungen zu erhalten 7. ja 8. Das hängt von deinem Lockerungsgrad ab. Wenn Du überhaupt eine Lockerungen hast, wirst Du im Transportfahrzeug hingebracht. Hast Du das Recht auf unbegleiteten Ausgang, gehst Du alleine hin. Das ist der Anstalt im Prinzip auch lieber, da sind dann keine Beamten abstellten muss.

    Insgesamt hast Du ein Hotel gewählt, wo Du wenig Komfort erwarten darfst. Suche Dir beim nächsten Mal etwas besseres als null Sterne.

    Beste Grüße

    Lasker

    Ja Peat, gibt es, aber ich kenne mich natürlich nicht in Gelsenkirchen aus. Ich habe es mal nach gegoogelt. Helfen könnte Euch der Sozialpsychiatrische Dienst der Stadt Gelsenkirchen, Kurt Schumacher Straße 4, 45881 Gelsenkirchen. Du findest das im Internet auf der Homepage der Stadt Gelsenkirchen www Gelsenkirchen.de unter dem Stichwort Hilfe für Menschen mit psychischen Störungen. Dort findest Du auch einen Flyer mit Namen und Telefonnummern, die ich hier nicht hinschreiben will. die Dir aber nützlich sein können. Helfen kann Euch zudem der Reha-Berater der ARGE und wie Mei schon schrieb die Caritas.

    Hallo Peat,

    gibt es eine rechtliche Betreuung? Wenn ja, für welche Bereiche? Sie könnte dir eine schriftliche Vollmacht ausstellen mit denen Du die entsprechenden Anträge stellen kannst. Aber wie gesagt, sie müsste für diese Dinge gelockert werden und dann könnt ihr das auch zusammen angehen.

    Hallo Peat,

    schön, dass Du dich hier angemeldet hast, Sei gegrüßt. Du schreibst, dass sie im September aus dem geschlossenen Vollzug entlassen wird. Ist das dann die Halb,- 2/3 oder Endstrafe? Unabhängig davon müsste ihr in der Entlassungsphase Lockerungen gewährt werden, damit sie sich um diese Sachen selber kümmern kann, sofern nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit neue Straftaten zu erwarten sind. Das wäre doch besser, wenn sie dabei wäre. Gerade bei der Wohnungssuche wäre das vielleicht ganz hilfreich. Frauen haben da ihre eigenen Vorstellungen, die sich nicht mit denen von Männern decken.

    Hallo Seineex,

    sei gegrüßt hier. Der zeitliche Rahmen von der Hauptverhandung bis zum Ladungstermin hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst einmal muss das Urteil rechtskräftig sein. Dies ist es, wenn im Termin auf Rechtsmittelverzicht verzichtet wurde oder nicht binnen einer Woche vom Angeklagten oder der StA Rechtsmittel eingelegt wird. Dann muss der Richter das Urteil schreiben. Die Zeit, die er hierfür hat, hängt davon ab, wie lange die Hauptverhandlung gedauert hat. Ist es eine einfache Sache geht es schnell. Ist es ein aufwändiges Verfahren gewesen, das sich über Monate oder Jahre hinzog, kann dass schon einige Monate dauern. Die Akte geht dann an die StA, die das Urteil noch einmal zustellt und dann die Ladung verfügt. Hierbei ist natürlich auch die Arbeitsbelastung zu berücksichtigen. Also generell kann man dies mit den 4-6 Wochen nicht sagen, es kann auch deutlich länger dauern.