Beiträge von Frauke

    Das nächste Familienseminar in NRW findet in diesem Jahr vom 01.07-10.07 statt, wobei das letzte Wochenende dazu dient Zuhause zu reflektieren.


    Geeignet für Inhaftierte im offenen Vollzug, aber auch für Inhaftierte im geschlossenen Vollzug, wenn die Voraussetzungen stimmen.


    Umkostenbeitrag 50 Euro. Der Rest ist umsonst, inklusive Verpflegung.

    Anreise muss selbst organisiert werden.


    Aushängen müssten eigentlich vorhanden sein, ansonsten die Sozialarbeiter oder Pfarrer kontaktieren.


    Liebe Grüße!

    Frauke

    Hallo Tom Jacky!


    Wir waren im Sommer auf einem Familienseminar und dort habe ich mich sowohl mit dem Pfarrer als auch mit den Frauen unterhalten, die im Gefängnis geheiratet haben.


    Grundtenor beider Seiten war, dass das sicherlich nicht der schönste Tag im Leben einer Frau ist.


    Der Pfarrer hat sogar davon abgeraten, da er oft mitbekommt wie karg die Atmosphäre ist und dass eben wegen "des schönsten Tages" am Ende ein bitterer Beigeschmack bleibt. Zumal man nach der Haft ja nicht unbedingt damit hausieren geht, dass man im Knast geheiratet hat.


    So berichteten auch die betroffenen Frauen.


    Für uns war immer klar, dass wir nicht im Knast heiraten.


    1. gibt es nach der Haft noch einige Hürden zu nehmen


    und 2. stellen wir uns beide diesen Tag schöner vor.


    Will man wirklich an seinem Hochzeitstag abends alleine auf dem Sofa sitzen?


    Aber sicher gibt es auch Leute denen es anders damit geht. Alles eine Frage der persönlichen Ansicht.


    Alles Gute für dich.


    Frauke

    Hallo und Entschuldigung für meine späte Rückmeldung.


    Hier in NRW organisiert das die evangelische Kirche,wenn ich mich nicht irre in Paderborn. Über die laufen auch weitere Seminare für z.B. Paare, inhaftierte Frauen usw..


    Unser Familienseminar lief 11 Tage, das Wochenende danach durfte mein Mann noch mit nach Hause. Machte auch Sinn, da wir viel Input bekommen haben und man im Nachgang noch einiges zu besprechen war.


    Für die Zeit des Seminars gab es Haftaussetzung.


    Der Tagesablauf war wie folgt:


    Morgens gemeinsames Frühstück

    Danach die Morgenrunde mit allen Teilnehmern

    anfangs gab es Kennenlernspiele, es wurde immer eine "Geschichte des Tages" vorgelesen...Alles weniger "pädagogisch" als man sich das vorstellt...Zumindest ich hatte da anfangs meine Bedenken 😉


    Danach gehen die Erwachsenen in die Gesprächsgruppe und die Kinder in die Kindergruppe.


    Man trifft sich dann gemeinsam beim Mittagessen. Danach ist erstmal Freizeit, bis zum Nachmittag/Kaffetrinken.


    Die Nachmittage wurden abwechslungsreich gestaltet:

    Basteln, Malen, eine Rallye, zwei mal gab es Vater-Kind-Nachmittage,- die Frauen trafen sich dann zum gemeinsamen Austausch, Spiele auf der Wiese...Alles hat natürlich das Ziel die familiäre Bindung zu stärken.


    Am Abend dann Abendessen und der Abendkreis. Für die Kleinen wurde dann eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Im Anschluss daran wieder Freizeit. Da wir als Gruppe aber schnell und gut zusammen gefunden haben, haben wir die Abende gemeinsam verbracht. Sehr beliebt dabei war das Wikinger-Schach. Besonders das Duell Frauen gegen Männer. 😉


    Aber sicher ist das kein Muss. Niemand war gezwungen sich dem anzuschließen.


    Zwei Nachmittage hatten wir keine Gruppe, allerdings ware das Zeitfenster nicht all zu groß um wer weiß wie weit wegzufahren. Trotzdem haben wir die Zeit für z.B. Minigolf genutzt.


    Allerdings hatte unser Haus einen Pool und da kann man sich ja vorstellen was bei dem schönen Wetter angesagt war. Alle hatten großen Spaß und natürlich musste jede Mutter mal samt Klamotten ins Wasser geschubst werden. 😂


    Inhaltlich kann man die Gespräche in den Gruppen so zusammen fassen:


    Wo komme ich her?

    Wie bin ich aufgewachsen?

    Wie haben wir uns verliebt?

    Was läuft gut in der Beziehung?

    Was könnte besser laufen?

    Wie geht es mit uns weiter?


    Kindererziehung war auch ein Thema.


    ABER:

    NIEMAND war gezwungen etwas Preis zu geben,was er nicht wollte.


    Wir hatten großes Glück und sind sehr dankbar dafür, dass in unserer Gruppe alle Teilnehmer sehr offen waren. Vieles hat uns berührt und wir haben alle von einander lernen können. Es lief sogar so gut, dass sich richtige Freundschaften entwickelt haben und wir privat ein Nachtreffen organisiert haben.


    In jedem Fall sollte man die Sozialarbeiter ansprechen und sich nach den Terminen erkundigen. Ich bin mir fast sicher, dass jedes Bundesland sowas anbietet. Die einzige Voraussetzung die mir bekannt ist, ist dass man "gelockerte" Vollzugsmaßnahmen hat. Es sind wohl auch schon Leute mitgefahren, die noch nicht im Offenen waren.


    Googelt euch einfach mal durch und,wie gesagt, sprecht die Sozialarbeiter an.


    In der Außenstelle in der mein Mann ist wurde für das Seminar nicht geworben. Es gab nur einen kleinen Aushang, aufgrund dessen ich mir die Infos eingeholt habe und mein Mann hat dann den Antrag gestellt.


    Es hat sich definitiv gelohnt!


    😍

    Tipp zum googel:


    Für das Paarseminar


    "der Liebe zuliebe" eingeben


    Da kann man sich den Flyer runterladen.


    Auf dem Flyer steht auch der Kontakt für alle weiteren Seminare.

    Liebes Forum!


    Nachdem wir erfolgreich am Familienseminar teilgenommen haben, möchte ich euch dieses wärmstens ans Herz legen.


    Es gibt auch Vater-Kind-Seminare und Eheseminare, für Paare ohne oder mit bereits erwachsenen Kindern.


    Für die Zeit gibt es Haftaussetzung.


    Organisiert wird das von der evangelischen Kirche in Iserlohn und ist möglich für Gefangene mit gelockertem Vollzug in ganz NRW.


    Sprecht eure Sozialarbeiter darauf an.


    Hingegen aller Gerüchte hat es nichts mit Beten zu tun, stattdessen beschäftigt man sich intensiv mit der Paarbeziehung. Ist zwar Arbeit, aber im positiven Sinne und man ist immer zusammen.


    Fragen zum Inhalt des Seminars und zum Ablauf beantworte ich gerne.


    Für uns war es ein riesen Gewinn.


    Glück auf!


    Frauke:blumen:

    Hallo liebes Forum!


    Da das ursprüngliche Post geschlossen wurde,hier ein Update.


    Wir wurden zum Familienseminar angenommen.

    💑


    Darüber freuen wir uns sehr.


    Allerdings war das Bewerbungsverfahren doch ziemlich zäh.


    Der Seminarleiter wollte uns natürlich persönlich kennenlernen, aber die Terminfindung fand ich doch recht unrealistisch.


    Bei mir wurde als letztes angefragt und so kam es, dass ich den ersten Termin nicht bestätigen konnte.


    Als Alleinerziehende bin ich terminlich ziemlich durchstrukturiert und nehme meine Pflichten als Mutter sehr ernst,so dass ich selbstverständlich zum Elternsprechtag gehe.Vormittags hatte ich zum vorgeschlagenen Zeitpunkt einen Termin beim Kieferorthopäden, auf den wir 6!!! Wochen gewartet haben.

    Auf meine Alternativangebote wollte der SA aber gar nicht eingehen.


    Die Beamten konnten sich einen dummen Kommentar gegenüber meines Partners nicht verkneifen, was mich verärgert hat.


    (Manchmal finde ich deren Kommentare eh ziemlich unverschämt. )


    Natürlich setzt man alles daran diese Termine wahrzunehmen, aber ich kann auch nicht alles für eine Stunde über den Haufen werfen. Logisch,oder?


    Naja,zum Glück hat alles geklappt und wir sind jetzt dabei.


    Ich bin sehr gespannt auf das Seminar.

    Was für Menschen lernen wir kennen?

    Was werden die Themen sein?

    Was können wir mitnehmen?

    Wo komme ich an meine Grenzen?


    Und nicht zu vergessen dass wir 10 Tage am Stück als Familie verbringen werden.


    (So lange war ich in den letzten 15 Jahren nie weg von Zuhause. Eine Herausforderung! )


    Am Ende des Seminars darf mein Partner dann noch das Wochenende mit nach Hause, damit wir dann gemeinsam Reflexion betreiben können.


    Wir sind sehr glücklich über diese Möglichkeit und freuen uns einfach auf alles was da kommt.


    Zuletzt möchte ich noch das wirklich herzliche und stärkende Telefonat mit dem Seelsorger erwähnen, der für das Ministerium die Tragfähigkeit unserer Beziehung bestätigen musste.


    So ein liebevoller Mensch und es tat gut mal mit jemandem zu sprechen der einen nicht verurteilt, in eine Schublade steckt, unvoreingenommen ist und zuhört, ohne zu urteilen.


    An der Kirche ist also nicht alles schlecht. 😉

    Überhaupt leisten diese Leute sehr wertvolle Arbeit und müssen sicher auch vieles verarbeiten, was sie so zu hören kriegen. Aber das ist ein anderes Thema.


    Jetzt zählen wir die Tage.


    Bis zum Seminar ist es ja noch was hin. Aber die Tage vergehen bei mir zumindest schnell, denn aktuell schreiben die Kinder die letzten Klausuren. Bald sind Zeugniskonferenzen. 😩


    Gerne berichte ich wie es war.


    Herzliche Grüße!


    Frauke :winken:

    Vielen Dank für eure Antworten.


    Bei uns wird es so sein,dass wir 10 Tage am Stück wegfahren.


    Kinder werden dabei sein und es findet sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag ein Gesprächskreis statt,der von Pädagogen begleitet wird.


    Soweit weiß ich mittlerweile Bescheid. 8o

    Hallo Forum!


    Uns wurde ein Partnerseminar angeboten und ich wollte hier mal nachhören ob irgendeine/-r von euch Erfahrungen damit gemacht hat.


    Worum geht es inhaltlich?


    Liebe Grüße!


    Frauke

    Hi Fraggle!


    Ich kenne die Doku und fand sie auch ziemlich bedrückend.


    Letztlich ist es aber auch nur eine Geschichte von vielen.


    Und es gibt auch Beziehungen die funktionieren, aber die polarisieren natürlich nicht so schön,oder bedienen nicht die gängigen Klischees.


    Lass dich davon nicht runter ziehen.


    Liebe Grüße!


    Frauke