Beiträge von Fraggle

    Hi Sunny,


    wie lange es genau dauert kann ich Dir leider nicht sagen. Er sollte aber unbedingt vorab schon mal Kontakt zu den Einrichtungen aufnehmen, falls er das noch nicht gemacht hat.


    Damit er möglichst schnell starten kann wenn die Zusage der RV da ist.


    Weißt Du welche Therapieeinrichtung/en er ausgewählt hat?

    Ich frage weil wir auch gerade in der selben Gegend am gucken sind.

    Hab ne Frage, die passt grad hier rein (das Thema kam gestern im Chat auf),


    gibt es nen Mindestbehalt für Inhaftierte der nicht einbehalten werden darf?


    Oder kann es tatsächlich passieren das kein Einkauf getätigt werden kann weil alles gesperrt wurde, inkl dem kompletten Taschengeld.

    Ich sehe es am IPad nicht mehr.


    Sonst war's immer oben, jetzt sehen es einige rechts haben wir gestern festgestellt. Aber bei mir ist nix zu sehen.


    Ist aber erst seit ein oder zwei Tagen so.

    Hey Love,


    fühl Dich erstmal fest gedrückt :knuddel:


    Ich finde Deine Zeilen sehr berührend, Du sprichst das aus was ich dachte, mich aber nicht getraut hätte es zu formulieren. Ich sehe es wie Du, Du bist die "eine Besondere", aktuell die mit dem schwersten Päckchen hier, die mit dem traurigen Rekord an Jahren die vor Dir, euch liegen.


    Aufmunternde, tröstende Worte bleiben mir da irgendwie in den Tasten hängen, wirken wie Floskeln. Und Floskeln mag ich nicht.

    Deshalb ganz frei heraus, ich wüsste auch nicht wie ich damit fertig werden, wie es gehen sollte. Ganz ehrlich nicht.


    Ja, jede Haft ist schlimm und jede Zeit, sei sie noch so kurz, kann sich quälend lang anfühlen. Aber ein paar Monate sind greifbar, zwei, drei, sogar vier Jahre auch noch irgendwie überschaubar.


    Man reift in dieser Zeit aber man verändert sich nicht völlig.

    Schau ich heute aber zurück, wie war ich vor fünfzehn Jahren, das ist schon ein gewaltiger Unterschied zu jetzt. Und nein, nicht nur optisch, auch was meine Ansichten betrifft.

    Ich habe andere Wünsche als damals, bin gelassener aber auch desillusionierter, entspannter aber auch energieloser, ... bin eben eine ältere Version von der, die ich damals war.

    Vor allem aber, ich befinde mich in einem anderen Lebensabschnitt. Was mir heute wichtig ist war es damals nicht und was damals Priorität hatte würde ich heute nicht mehr leben wollen.


    Alles hat seine Zeit, sagt man. Und je älter man wird umso mehr begreift man das da tatsächlich was dran ist. Und selbst die jung gebliebenen und immer noch coolen (zu denen ich mich natürlich auch zähle) stellen in Gesprächen mit Leuten der next Generation fest das man eben doch ... hust ... gealtert ist.


    Diese enorme Zeitspanne zu überblicken und vor allem zu durchschreiten, ohne das sich dieser eine Umstand - Mann in Haft - ändert, das ist ein Mammutprojekt.


    Ich weiß nicht wie man es richtig anpackt.

    Ich denke ich würde es mit einer Mischung aus abgrenzen und Nähe bewahren versuchen.

    Den Mann weiterhin als meinen Partner an meiner Seite zu sehen, ihn imaginär immer dabei zu haben, über diesen langen Lebensabschnitt, ich fürchte daran geht man kaputt. Ich denke man muss abschließen, mit dem Leben das man geplant hatte. Um das Leben das man stattdessen bekommen hat leben zu können.


    Ich würde wohl versuchen ihn als Freund zu sehen, als Verwandten, zu mir und meiner Geschichte gehörend und auch präsent soweit möglich - aber eben doch schon abgegrenzt von meinem Leben. Und so traurig es ist, auch von meinem Herzen und meinen Gedanken.


    Ich ziehe meinen Hut vor Dir, Love, das Du es anders versuchst. Und ich wünsche Dir von Herzen das Du Deinen Weg finden wirst und Dir das gelingt was Du Dir wünschst.


    Vielleicht ist der Schlüssel zum klar kommen auch nicht zu weit voraus zu denken. Sondern einfach ein Jahr nach dem anderen zu leben, alles fließen zu lassen, einfach zu schauen wie alles kommt und das zu tun was sich gerade jeweils am besten anfühlt.


    Und sich dabei selbst nicht aus dem Blick zu verlieren.

    Ich weiß, es ist leicht gesagt, als Mutter von zwei kleinen Kindern gibt es nicht allzu viel von einem selbst, erst recht nicht wenn man allein erziehend ist und keine Unterstützung hat.

    Aber auch das wird sich ändern. Deine Jungs werden größer, in ein paar Jahren gibt es viele der Sorgen von heute nicht mehr. Und Du wirst dann auch wieder mehr Raum für Dich selbst haben.


    Und den zu nutzen, das solltest Du Dir unbedingt zugestehen. Egal wie das dann auch aussehen mag.

    Denn es ist auch Dein Leben, Love.

    Ja und damit war genau das passiert was vor der Anhörung vom Anwalt und so wie ich's verstanden hatte auch in der Anhörung vom Richter befürchtet wurde.

    Das sie da in eine Verantwortung kommt ihm gegenüber die sie nicht leisten können wird. Schon gar nicht ohne Hilfe.


    Klar konnte sie ihn nicht rauswerfen, weil abzusehen war das er dann abstürzen wird. Aber andererseits, wie weit steht man "in der Pflicht" wenn sich der Partner so gar nicht an Absprachen hält? Wann und wie zieht man da eine Grenze?


    Es ist sicher sehr sehr schwer, für beide.

    Und wenn ich das Ende richtig verstanden habe, was ja nicht wirklich ein Ende war, ist er irgendwann dann tatsächlich ausgezogen dort. Weil es eben nicht so glatt funktionierte wie sie es sich gewünscht hätten.


    Dieses fürsorgliche ... ich fand sie agierte eher wie seine Mutter als wie ne Partnerin auf Augenhöhe. Mag sein das er das brauchte aber, ist sowas eine echte PARTNERschaft?

    Genau so hab ich's auch empfunden, merksmal.


    Sie hat ermahnt, er hat sich verteidigt. Oder sie hat ihn gelobt, was aber irgendwie auch schräg wirkte. Da war null Augenhöhe bei den beiden. Er wirkte wie auf Besuch und sie forderte ständig was, war dabei aber konsequent inkonsequent. Dadurch kam sie sehr bedürftig rüber. Und er auch, aber anders. Und so ohne ... ich kann's schwer beschrieben, ohne große Motivation und Initiative.


    Die beiden wirkten auf mich auch viel älter als sie tatsächlich waren. Kein Spaß, kein gemeinsam, abgesehen von kochen und spazieren gehen.


    Ich fand diese Doku war ein super Beispiel dafür wie mans nicht machen sollte. Also, ich möchte das so nicht haben. Keine der beiden Rollen.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen das sie sich wohl gefühlt haben mit der Situation.

    Ich bin letzte Nacht zufällig an diesem Dokumentarfilm hängen geblieben.


    Marion liebt Rudi. Das Problem: Rudi ist im Gefängnis. 23 Jahre seines Lebens hat er wegen Totschlags und Bankraubs hinter Gittern verbracht. Kann Liebe Berge versetzen?


    https://www.ardmediathek.de/sw…3ci5kZS9hZXgvbzExMDI3MTg/


    Ich fand diesen Film sehr .. spannend, bewegend und zugegeben, auch irritierend. Und er hat mich nachdenklich gemacht.


    Besonders interessant vielleicht für die Leute hier die ihren Schatz vor der Haft noch nicht sehr lange kannten oder in Haft erst kennenlernten.

    Er könnte allerdings auch Ängste triggern, mich zB beschäftigt er immer noch.


    Falls ihn sich jemand ansieht, ich fände einen Gedankenaustausch dazu (dann vielleicht in einem separaten Thema, Maxi?) nicht schlecht.

    Ich habe gestern, quasi zum testen, mal begonnen so ein Schreiben zu tippen.


    Eigentlich fällt mir schreiben leicht, ich habe keine Probleme mit Wortwahl oder Formulierungen, dennoch saß ich ziemlich ratlos vor dem leeren Blatt.


    "Wir planen" ... "wir werden" .. "er wird" ... "wir möchten" ... "er kann" ... irgendwie kommt mir das alles sehr auf Wirkung gequält vor. Uns es sind alles keine Fakten.


    Wie Maxi schon sagte, keiner kann in die Zukunft gucken.

    Und ich kann das in nem Brief auch nicht so formulieren als wäre all das in Stein gemeißelt. Formuliere ich es aber als meine Wünsche oder Pläne wirkt es so aufgeweicht als würde ich selbst nicht dran glauben sondern maximal drauf hoffen.


    Ich muss einen solchen Brief derzeit noch nicht schreiben, fände aber sehr hilfreich wenn man hier mal eine Art "Musterbrief" einstellen könnte.

    Weil ich das Gefühl habe, egal wie ich's schreibe, es wirkt verkehrt.

    Hi Marisam,


    sowas sind immer Spekulationen die Dich kein Stück weiter bringen.


    Ich weiß das man, besonders zu Anfang, dringend irgend nen Stohhalm sucht an dem man sich festhalten kann damit das alles nicht ganz so hart ist.


    Aber wie, ob, wann ect, das wird Dir hier keiner sagen können.

    Sevgi,


    wenn er erstmal Arbeit hat wird er den Großteil des Tages außerhalb der Zelle verbringen.


    Bei meinem Mann ist es inzwischen so das er oft ganz froh ist wenn Einschluss ist, er seine Ruhe hat und mal keinen sehen muss.


    Es wird besser, der Anfang ist immer das schlimmste. Für beide.

    Wer sagt denn das Du nur positiv und rosarot und optimistisch und alles ist super Briefe schreiben darfst?


    Schreib das was Du fühlst, frei raus. Alles andere wäre doch nicht echt. Und Du siehst ja jetzt schon, es geht nicht. Oder willst Du Dich jetzt jahrelang verstellen?


    Die Situation mit seiner Familie würde ich allerdings tatsächlich versuchen selbst zu lösen. Da kann er Dir von drinnen aus kaum helfen.


    Vielleicht könnt ihr ja abwechselnd einmal zusammen hin fahren und einmal fährst Du alleine. Man möchte ja als Paar auch mal ohne die Restfamilie Zeit verbringen und reden können.


    Ich würde das, sofern er da mit Dir an einem Strang zieht, auch gar nicht als Bitte an die Family formulieren. Sondern ihnen einfach mitteilen das es ab sofort so gehandhabt wird.