Beiträge von Fraggle

    Maximus,


    bedeutet das er kommt zum Endstrafentermin, also nach 14 Monaten, auf jeden Fall raus, egal ob er bis dahin in Haft oder im Maßregelvollzug war?

    Ich glaube jetzt hab ich's.


    Du befürchtest das die Therapie auf die längstmöglichen zwei Jahre gezogen wird und dann heißt es "war nicht erfolgreich" so das er danach noch in den Knast muss die eigentlichen 14 Monate absitzen.


    Ich hab davon rein rechtlich keine Ahnung, kann mir aber nicht vorstellen das sich ne Strafe so ums fast 3fache erhöhen kann.

    Bedeutet, bekommt bei Therapie Ende ein erfolgreich abgeschlossen geht er nach Hause, bei einem nur abgeschlossen gehts zurück in Haft zum Endstrafe absitzen?


    Ich steh grad voll auf dem Schlauch, sorry.

    Wo kommen denn die 14 Monate her?

    Guten Morgen,


    weshalb ist da so ne riesen Spanne zwischen seinen möglichen Haftzeiten?

    14 Monate aber evt auch 38 Monate , wie kommt das, Frau Mayer?

    Wann ist denn offiziell Endstrafe?

    Hi Frau Mayer,


    ohne Details zu kennen würde ich spontan sagen, nein.


    Erstens weil es schlimmstenfalls dazu führen würde das er sein Kind dann Monatelang nicht sehen kann.

    Zweitens weil ich der Meinung bin das es nicht "Deine Baustelle" ist sondern seine Entscheidung, ob er den Kontakt/ Besuch von Kind und dann "zwangsweise" auch Ex haben möchte.


    Und abgesehen davon,

    man ist doch letzten Endes immer selbst verantwortlich für das was man tut.

    Und es lag auch in seiner Veantwortung mit dem Stress und Druck anders klar zu kommen als durch den Griff zur Flasche (und ner Straftat, nehm ich an).


    Ich kann schon verstehen das Du Dir Sorgen machst(?) und die Ex evt ein rotes Tuch für Dich ist(?).

    Aber neutral betrachtet ... es lag in seiner Hand, oder.

    Ich hab nicht gesagt das es einfach ist.


    Aber Nicky, sowas passiert nunmal im Leben. Und schlimmeres.

    Vielleicht hilft es Dir ja wenn Du Dir klar machst das er noch da ist und auch weiterhin Teil Deines Lebens. Und die Trennung zeitlich begrenzt sein wird. Ihr euch sehen könnt, telefonieren, schreiben.


    In Dir steckt eine starke, selbstständige Frau, ganz bestimmt. Lass die Angst vor Veränderung nicht ans Ruder, sondern versuch Deine Stärke zu aktivieren.


    Und seh nicht alles schwärzer als es ist.

    Da ist kein Abhang der hunderte Meter ins Nix geht. Es ist "nur" ein Hügel. Ja, es wird sicher etwas ungemütlich werden und es tut ganz bestimmt auch weh da runter zu rutschen. Mal mehr, mal weniger.

    Aber es wird Dir nicht den Hals brechen.


    Wir schaffen das. Und Du auch!


    Nicky, vielleicht hilft Akzeptanz am besten.


    Bisher machst Du Dich verrückt mit Fragen und Zweifeln. "Wie soll ich", "wie kann ich bloß", "ich schaff es nicht" etc. und steigerst Dich dadurch immer mehr rein.


    Wenn's dann aber so weit ist dann wird es gehen, und Du wirst es schaffen. Weil Du gar keine andere Wahl hast.


    Deshalb, versuch mal es jetzt schon anzunehmen, Dich einfach der Situation zu ergeben. Ich könnte mir denken das es Dich ruhiger macht.

    Da fällt mir gerade ein...im Dezember 2016 habe ich dort in den Duschen neue Leuchten montiert:jabajabadu:

    Gut zu wissen, dann sieht er wenigstens alles richtig, beim duschen ;)


    Ja, er macht das Beste daraus.

    Was ihm allerdings echt zu schaffen macht ist daß das Essen sehr schlecht ist.


    Er hat einiges an Haft Erfahrung, in verschiedenen JVA's. Und meint Eberstadt liegt, was die Verpflegung betrifft, leider ganz weit hinten.

    Danke für den Beitrag, David. War sehr interessant für mich zu lesen, auch wenn ich's grob schon wusste.


    Ich denke das allerwichtigste ist das man Arbeit hat. Das strukturiert den Tag, man kommt "raus", hat nicht so furchtbar viel Zeit zum grübeln und schläft vielleicht auch Nachts bissel besser, weil man was getan hat, körperlich.


    Fast genauso wichtig ist es die Grundausstattung in der Zelle zu haben. Ein klein wenig "Luxus" in den Einschlusszeiten.


    Der Anfang, so sagt es mein Mann, ist das härteste. 21, schlimmstenfalls sogar 23 Stunden am Tag auf leerer Zelle. Übel.


    Inzwischen muss er fast schon planen wie er alles in den Tag steckt.

    Arbeit, Freistunde (also "Hofgang"), lernen, Freizeit (in der dann duschen, kochen, telefonieren, Kontakt zu "Kollegen" erledigt werden muss), Briefe schreiben, ... und man will ja auch in Haft einfach nur mal die Füße hochlegen und chillen oder Musik hören oder lesen oder was im TV gucken.

    Dazu kommt, 5:30 aufstehen, da ist man Abends entsprechend früh müde. Zum Glück.


    Naja und ich glaube so insgesamt, man arrangiert sich. Findet ne Routine, macht einfach einen Tag nach dem anderen und irgendwie das Beste draus. Man hat ja keine Wahl.

    Du darfst Dir das nicht wie ne Zugreise vorstellen, wo es direkt von A nach B geht.

    Das kann durchaus ne ganze Weile dauern und wenn's blöd läuft quer durch Deutschland gehen, bis er da ankommt wo er hin soll.


    Gib mal bei Google Verschubung JVA ein, dann weißt Du wie das funktioniert.


    Dein Brief wird ihm nachgeschickt werden. Bzw dort auf ihn warten, wenn er ankommt.


    Und anrufen würd ich nicht. Die werden und dürfen Dir gar keine Auskunft geben.

    Er wird ankommen, ganz sicher. Ist noch keiner verloren gegangen ;)

    Ich glaube, Zweifel zu haben ist normal.

    Vor allem dann wenn man sich noch nicht lange kennt.


    Mir wäre bzw ist Offenheit sehr wichtig.

    Ich brauche keine schönen Worte, keine halbherzigen Erklärungsversuche für seine Vergangenheit, kein klein reden dessen was er getan oder nicht getan hat.


    Ich muss erkennen das mein Partner reflektiert ist. Und sich ernsthaft in eine neue Richtung bewegen will.

    Das tue ich nicht dadurch das er schöne Worte von sich gibt. Sondern sehe es an dem wie er aktuell mit dem ganzen umgeht. Und auch dadurch wie wir über das was war reden.

    Ehrlich, schonungslos, völlig transparent.


    Wie geht er denn damit um das er "ein Lügner" war? Steht er dazu, oder redet er es klein?


    Wie soll ich's erklären - bei mir würde die Warnlampe angehen wenn er nur versuchen würde sich da jetzt bestmöglich durch zu lavieren. Immer nur andere "Schuld" wären.


    Ich habe meinen Partner auch erst 4 Monate bevor er (zurück) in Haft ging kennengelernt. Keine lange Zeit.

    Aber ich sehe das er, seit er wieder drinnen ist, alles was er kann dafür tut damit wir eine gemeinsame Zukunft haben. Er steht wie ein Baum, gibt Gas wo er nur kann und geht seinen Weg.


    Ich habe, als er rein ging, nicht daran gezweifelt das alles gut werden wird.

    Aber ich spüre das ich, dadurch das er sich so stabil und auf eine Weise wo ich echt nur den Hut vor ziehen kann da durch arbeitet, immer mehr Bestätigung und Sicherheit bekomme.


    Das ist ein riesen Glück und, ich muss es einfach mal sagen, ich bin mächtig stolz auf ihn.



    Luvra,

    hör auf Dein Bauchgefühl.

    Meistens kann man dem viel eher vertrauen als Kopf oder Herz.

    Ich weiß, das ist jetzt nicht das was Du lesen willst, aber .. ich würde ihn einfach mal lassen.


    Er ist unter großem Druck, da kommt ne riesen Nummer auf ihn zu. Er versucht sich drauf einzustellen, sich vorzubereiten, innerlich. Auf seine Weise.

    Lass ihn das tun.

    Sei für ihn da wenn er Dich braucht aber nimm Dich ansonsten etwas zurück.


    Ja ich weiß, es betrifft Dich mit. Aber er muss rein, nicht Du. Damit muss er erstmal fertig werden. Sich dabei auch noch um Dich kümmern zu müssen, weil Du "nicht mehr kannst" überfordert ihn noch mehr.

    Das können die ja mit dir zusammen machen, bis zu 3 Erwachsene können ihn gleichzeitig besuchen.

    In Luvras Situation sicher nicht so passend. Sie ist fremd für die Familie und möchte mit ihm auch sicher Dinge besprechen die nur für 4 Ohren gedacht sind.



    Hi Luvra,


    ich finde Deine Gedanken nachvollziehbar.

    Denn in eurer Beziehung ist sehr viel Raum für Phantasie, da die Realität nun mal stark begrenzt ist.


    Versteh mich bitte nicht falsch, ich bin durchaus der Meinung das man sich durch schreiben sehr intensiv kennenlernen kann. Ob die Worte dann aber auch den Taten bzw dem Verhalten entsprechen wirst Du wohl erst hinterher rausfinden.

    Und er vielleicht auch. Denn oft ist es ja so das in Theorie alles einfach scheint, es in die Praxis umzusetzen aber nochmal ne ganz andere Nummer ist.


    Momentan lebt er gepresst in ein System das ihm wenig bis keinen Freiraum zum selbstständigen agieren lässt. Also eine Situation die komplett weg von dem ist was man eigentlich lebt.

    Er muss über sich verfügen lassen, das darfst Du nicht vergessen.


    Ich finde es völlig normal das Du ins grübeln kommst, wenn Dir manche Abläufe schräg erscheinen. Aber sie sind tatsächlich oft schräg, das erleben wir hier alle Tag für Tag.


    Kontrolle wirst Du keine bekommen, auch keine Absicherung das alles tatsächlich so ist wie es zu sein scheint.

    Da fehlt dann einfach dieses Stückchen vorher gemeinsam gelebte Realität, die Erfahrungen die Dir Sicherheit geben.


    Du kannst Dich im Moment nur drauf besinnen was zwischen euch ist. Und musst entscheiden ob Du ihm nen Vertrauensvorschuss entgegen bringen willst oder nicht.

    Ohje, zwei Wochen ist aber echt lange 😫

    Bei uns hat es 9 Wochen gedauert (nicht Hagen), bis zum ersten Besuch. Und das obwohl er ihn am 2. Hafttag beantragt hatte.


    Es ist wie bei allem anderen auch, alles kann so oder so sein.

    Und man muss es nehmen wie es kommt, leider :planlos:

    Ich glaube man sollte es auch von der eigenen Persönlichkeit abhängig machen, ob man erzählt oder nicht.


    Ich bin zwar sensibel, aber sehr zäh und wenn ich hinter etwas oder jemandem stehe dann wackle ich nicht. Nicht äußerlich und auch nicht innerlich.

    Dann ist es mir auch egal was kommt. Dann bin ich "kampfbereit". Also, nicht mit Klauen und Zähnen aber mit Worten, Argumenten und falls nötig auch mit Kosequenzen.


    Wer da etwas zarter gestrickt ist, wen solche Diskussionen / Auseinandersetzungen stark belasten oder wer eh schon sehr angeschlagen ist, der tut sicher gut daran eher diplomatisch vorzugehen.

    Kniffliges Thema.


    Ich habe auch lange überlegt wie ich damit umgehe. Bin eigentlich immer sehr ehrlich in meinem Leben, auch wenn's doofe Sachen betrifft. Und ich hab auch den Wunsch zu ihm zu stehen und loyal zu sein, ihm gegenüber.


    Allerdings waren wir ja vor Haftantritt erst sehr kurz zusammen, deshalb wissen viele meiner Freunde und Bekannten gar nicht das er in meinem Leben existiert.

    Wenn nun also zB Freunde, zu denen ich nicht wöchentlich Kontakt hab, solche Sachen fragen wie "was macht das Liebesleben?" dann mag ich nicht sagen "es gibt niemanden". Das käme mir nicht richtig vor.


    Das kam bisher zwei mal vor und beide Male war ich ehrlich. Es lief jeweils über WhatsApp.

    Ich hab jeweils geantwortet das ich jemanden habe mit dem ich sehr glücklich bin - das er allerdings derzeit noch eine alte Haftstrafe absitzen muss.

    In beiden Fällen war die Reaktion doof.

    Der eine Bekannte hat darauf gar nichts mehr geschrieben und auch seitdem nicht wieder.

    Die andere Freundin ist glatt drüber hinweg gegangen. "Das ist schön, ich freu mich für Dich das Du jemanden gefunden hast".


    Meine beste Freundin hat auch schräg reagiert.

    Sie wusste von ihm und auch das er wieder rein muss. Fragte mich dann irgendwann ob er wieder sitzt, ich sagte "ja", darauf fragte sie für wie lange und als ich antwortete schlimmstenfalls 3 Jahre meinte sie "na, das geht ja noch". Sonst nix. Kein weiteres Wort.

    Ich dachte echt ich bin im falschen Film ... und war ziemlich enttäuscht von ihrer Reaktion.

    Eigentlich von allen drei.


    Es gab / gibt aber auch andere. Freunde die sich ernsthaft mit mir darüber austauschen, Interesse zeigen, Fragen dazu stellen, auch mal Bedenken äußern, wo ich mich auskotzen kann und die letzten Endes gut finden das ich zu der ganzen Sache mit ihm und zu ihm stehe.


    Alles in allem haben die bisherigen Erfahrungen dafür gesorgt das ich es auf meiner Arbeit wohl nicht sagen werde.

    Anfangs wollte ich es tun, inzwischen tendiere ich zu "ich führe eine Fernbeziehung, wie sehen uns derzeit leider selten".

    Wobei das dann, würde nachgefragt werden, zu Lügen führen würde. Denn er lebt ja nur 30 km entfernt ...


    Naja und meine Familie, .. meine Kinder wissen es. Sie kennen ihn, kamen auch mit ihm klar, finden es nun aber natürlich nicht prickelnd. Sie wissen aber auch das ich, wenn ich mich entschieden habe und das hab ich, stur wie ein Esel bin. Und akzeptieren es.

    Meine Mom ist schon etwas tüddelig, sie kennt ihn auch, hat aber bisher nicht gefragt wo er denn abgeblieben ist. Falls Sie fragt werd ich sagen wie es ist.


    Bleibt noch mein Exmann und dessen Familie. Die wissen es auch, es wird aber ignoriert. Mir recht, es sind keine Menschen mit denen ich darüber reden wollen würde. Falls meine Kinder es tun ist es für mich aber okay. Ich muss nix verstecken.



    Zurück zu ganz allgemein,


    ganz am Anfang hätte ich geantwortet: Offen und ehrlich, egal zu wem.

    Inzwischen würde ich aber wirklich abwägen wem ich's sage. Und bei einer relativ kurzen Haftzeit vielleicht sogar tatsächlich ne Story basteln und nur die aller engsten Bezugspersonen einweihen.