Beiträge von Fraggle

    Huhu Bea,


    ja, bei mir war's auch ein wenig so wie bei Dir.


    Mein Partner und ich kannten uns genau 3 Wochen, als seine Therapie - und dadurch auch seine Bewährung - platzte und er zurück in Haft musste.

    Bzw gemusst hätte, er ging nicht gleich, sondern erst einige Wochen später, so das wir insgesamt 4 Monate miteinander verbrachten. Die letzten drei davon sehr intensiv da er in dieser Zeit quasi bei mir lebte.


    Im Nachhinein bin ich froh das wir uns diese Miteinander-Zeit genommen haben. Und so ein paar Erinnerungen für die Zeit danach, also die Zeit jetzt, ansammeln konnten.


    Klar, vier Monate sind nicht viel aber wir haben schon ein klein wenig Alltag gelebt zusammen und dadurch eben nicht nur das Wunschdenken wie das Zusammenleben vielleicht sein könnte sondern es schon etwas in Realität "getestet und für super befunden". Und das trotz der nicht einfachen Umstände ... was uns noch optimistischer stimmt. Denn es kann eigentlich nur einfacher werden, nach der Haft.


    Inzwischen ist mein Partner seit fast 7 Monaten in Haft. Und es läuft sehr gut, sowohl für ihn als auch mit uns.

    Klar würde ich's mir anders wünschen, er erst recht. Aber es ist nunmal jetzt erstmal so wie es ist.


    Ich hatte vorher auch Null Berührungspunkte mit der ganzen Thematik, inzwischen bin ich ein "alter Hase", jongliere mit Begriffen die ich vor nem Jahr nicht mal kannte, gehe völlig gechillt zu den Besuchen und hab voll verinnerlicht das die Uhren für meinen Partner völlig anders ticken, als für uns hier draußen. Das unser Miteinander komplett anderen Regeln unterworfen ist.

    Und das man unsere "normalen" Maßstäbe am besten ganz tief in ein Schubfach packt und sich stattdessen eine riesige Schüssel mit Geduld hinstellt.


    Ich zweifle nach wie vor nicht daran das richtige zu tun, ich weiß das meine Entscheidung den Weg mit ihm gemeinsam zu gehen die richtige war. Und ich bin mir sicher das wir es schaffen werden.


    Ich möchte das ganze aber auch nicht zu rosarot anpinseln jetzt.

    Es gab schon auch Phasen, Tage, wo die Tatsache das wir eben noch nicht wahnsinnig viele gemeinsame Erlebnisse hatten sich deutlich bemerkbar gemacht hat.

    Das was war rückt eben immer weiter in die Ferne, man kann nur begrenzte Zeit davon "zehren", und drüber reden und schreiben. Neues gemeinsames kommt halt erstmal nicht dazu und die Zukunft ist noch zu weit weg um konkret darüber reden zu können.


    Das kann schon manchmal zu ein wenig ... naja, es fühlt sich dann an wie Stillstand führen. Wobei das bei mir eher kurze Phasen sind, und die auch weder schlimm sind noch etwas an meinen Gefühlen zu ihm ändern. Es frustriert nur halt manchmal ein bißchen.


    Ich denke jedes Paar muss in der Situation in der wir alle hier sind seinen eigenen Weg finden.

    Bei uns funktioniert es indem wir ganz viel per Briefe kommunizieren und auch wirklich völlig offen über alles reden und unseren Alltag, uns sei es noch so banal und unwichtig, teilen.

    Dazu natürlich die Besuche und das Telefonieren.


    Und, last but not least, nicht zuviel grübeln.

    Nicht alles sezieren, nicht zuviel drüber nachdenken welche gefühlt ewige Zeit wir noch bewältigen müssen. Einfach weiter, Tag für Tag, bis es irgendwann hinter uns liegt.

    Dabei hilft mir mich immer wieder darauf zu fokussieren weshalb ich mich damals entschieden habe mit im Boot zu sein.

    Weil mein Partner einfach ein ganz toller Mensch ist, genau der Mann wie ich ihn mir gebacken hätte. Und jeder Kontakt zu ihm bestätigt das aufs neue.



    Ich hoffe ich konnte Dir ein bißchen Mut machen.


    LG,

    Fraggle

    Hallo J,


    ich bin zwar nicht in ähnlicher Situation wie Du, kann aber nachempfinden wie Du Dich gerade fühlst.

    Streit und Missverständnisse sind immer doof und es ist natürlich nochmal um einiges schlimmer wenn man dann den andern nicht erreichen kann um darüber zu reden.


    Sehr schwierige Situation, fühl Dich mal gedrückt.


    Du weißt natürlich selbst, außer erstmal abzuwarten hast Du momentan keine Möglichkeit.

    Ich würde an Deiner Stelle wohl schreiben. All das was ich ihm nicht sagen kann, was aber dringend aus mir raus muss.

    Abgesehen davon hilft schreiben auch dabei sich selbst zu sortieren.


    Und danach, wenn alles "draußen" ist versuchen den Mindfuck zu stoppen. Nicht ständig wieder die Repeat Taste im Kopf drücken.


    Man neigt ja dazu solche Situationen dann immer und immer wieder durchzuspielen und wenn man das alleine tut baut man oft einiges dazu oder interpretiert falsch.

    Und das bringt Dich nicht weiter sondern macht's nur noch schwerer.


    Das er davon ausgeht Du hättest ihn verpfiffen(?), ich würde versuchen das nicht überzubewerten. Ohne ihn zu kennen, vielleicht war es einfach seiner Panik geschuldet. Eine Verhaftung ist schließlich ein Ausnahmezustand.


    Auch wenn's schwer fällt, versuch Geduld zu haben.

    Es wird sicher der Zeitpunkt kommen an dem ihr reden bzw schreiben und alles klären könnt.


    Ach ja, und herzlich willkommen hier bei uns :winken:

    Dafür schaut Dich hier keiner krumm an, wir schlafen (fast?) alle nicht auf Goldbarren hier ;)


    Aber super das Du es auf die Samstage legen kannst. Problem gelöst.

    Diese Hilflosigkeit wirst Du leider noch oft erleben. Und Dein Partner inside noch viel öfter.


    Ich verstehe das Du Dich ärgerst, es ist ja auch ärgerlich. Aber je schneller Du in den Modus "Akzeptanz" kommst, umso weniger Nerven und Energie wird Dich all das kosten.


    Die JVA bzw. das ganze System steht fest. Wir können nix anderes tun als uns drumherum zu wickeln. Uns an dem freuen was klappt und das was, aus oft kaum nachvollziehbaren Gründen, schräg, komisch oder doof läuft mit ner Prise schwarzem Humor zu nehmen.


    Und ja, das Ganze betrifft uns als Partner/Angehörige mit.

    Ich fühle mich nicht mit inhaftiert. Aber bin in Teilen eben auch in dieses System gepresst, was meine Handlungen gegenüber,- und den Umgang mit meinem Partner betrifft.


    Das Gute ist, man gewöhnt sich dran. Und es geht vorbei.

    Joana, die JVA verlangt nichts von Dir.

    Besuche und auch das Paarseminar sind Angebote die man nutzen kann, aber nicht muss. Und ganz hart gesagt willst Du was von denen, nicht die von Dir.


    Abgesehen davon, man muss sich immer und überall an Öffnungs,- oder Besuchszeiten halten, sei es in Läden, bei Ämtern, bei Ärzten ect. Und nimmt das auch hin.


    Ich kann nur von mir sprechen,

    mir wäre meinen Partner besuchen zu können so wichtig das ich dafür auch 12 (oder mehr) Urlaubstage pro Jahr verwenden würde, falls es anders nicht machbar wäre.


    Versuch flexibel zu sein. Vielleicht kannst Du die Zeit die ihr zur Verfügung habt auf ein oder zwei Tage pro Monat zusammen legen, einmal davon dann Samstags machen und für den anderen Tag eine Lösung finden.

    Du wirst an den Zeiten nichts ändern können, Du kannst Dich nur selbst bestmöglich organisieren.

    Wir basteln.


    Hi Joana, herzlich willkommen hier.


    Die Besuchszeiten sind in jeder JVA anders, ebenso die Besuchsstunden pro Monat.

    Da ist tatsächlich alles vertreten, von nur einer Stunde bis hin zu vier Stunden plus Langzeitbesuche zusätzlich im Monat.

    Ist einfach Glücksache ... oder eben Pech, je nachdem wo der Partner sitzt.


    Wir haben 120 Minuten pro Monat Besuchszeit die wir auf 2x 60 Minuten aufteilen.

    Und Besuchszeiten nur Mo, Di, Do und Fr. Am Wochenende oder an Feiertagen geht nichts.


    Da ich im Früh,- und Spätdienst arbeite und auch regelmäßig an Wochenenden, wodurch ich auch mal an normalen Wochentagen frei habe, lässt sich das gut vereinbaren.

    Ansonsten würde ich wohl versuchen an Besuchstagen früher Feierabend zu machen oder (einen halben Tag) frei zu nehmen. Und notfalls dann nur einmal im Monat für nen 2 Stunden Besuch hinfahren.


    90km müssen natürlich auch erst gefahren werden. Und man muss ja auch deutlich vorm Termin dort sein. Das ist echt nicht einfach. Ich hoffe Du findest ne Möglichkeit das passend zu basteln.

    Für mich war auch von Anfang an klar das ich diesen Weg mit ihm gemeinsam gehen werde.


    Wir haben vorher darüber gesprochen was in etwa auf ihn, mich, uns zukommen wird. Ich hab mich entschieden das wir das als Team durchziehen und seitdem keine Minute gezweifelt.


    Es gibt für mich keine Alternative.

    Mir geht es nicht darum nicht alleine zu sein, dringend nen Mann auf meiner Couch sitzen zu haben, tagtäglich unbedingt Partnerschaft und Alltag zu leben.


    Mir geht es um ihn. Er ist für mich nicht austauschbar.

    Ich liebe ihn, ich mag ihn, ich finde ihn toll, ich fühle mich super wohl mit ihm und ich möchte mit ihm leben.

    Und da er derzeit nicht "verfügbar" ist bleibt nur die Zeit zu überbrücken bis er es ist und das bestmöglich.


    Ich finde das logisch und eigentlich auch ganz einfach. Ich bin bei sowas sehr klar und wir gehen da auch beide recht undramatisch durch.

    Es könnte schöner sein als es gerade ist. Ist es aber nunmal nicht. Wird es aber sein, in geraumer Zeit. Und bis dahin, Schritt für Schritt, Tag für Tag. Bis es geschafft ist.

    Hmm.


    Ich bin auch ein absoluter Bauchgefühl Mensch und verlass mich da auch ziemlich arg sehr drauf was es mir "sagt".

    Allerdings handle ich nicht immer sofort danach sondern hab "ein Auge" auf das was sich schräg anfühlt und warte ab wie es sich entwickelt.


    Wie lange bist Du denn schon mit Deinem Mann zusammen? Und wie lange liegt sie zurück?

    Irgendwie scheint das bei euch relativ verzwickt zu sein, wenn jeder jeden (gut) kennt, untereinander Kontakt hat und da auch schon der ein oder andere Stress da war.


    Was hat sich denn am Kontakt zu ihm verändert in den letzten Tagen, Deiner Meinung nach?

    Meine ehrliche Meinung,


    ich finde ein solches Gezacker kindisch und stillos. Und ich würde mich da gar nicht drauf einlassen.


    Sie kann doch schreiben/schicken was sie will. Solange Du und Dein Mann euch da einig seid wird es ins Leere laufen - und glaub mir, das wird sie mehr ärgern als wenn Du drauf anspringst.


    Ich würde es ignorieren. Drüber stehen. Und ihm überlassen wie er damit umgeht.

    Nach dem Motto "was juckt es nen Baum wenn sich ne Sau dran reibt" ;)

    Donnerstag Morgen, 8:00.


    Variante A, umpf... noch zwei Tage bis zum Wochenende.

    Variante B, cooool, nur noch morgen ... und der Rest von heute., dann ist schon Wochenende.


    Und schon kommt's mir kürzer vor und ich bin besser drauf 😜

    Hmmm Mei ... meinst wirklich es ist Larifari Denken?


    Ich glaub eher es ist "Pfeifen im Wald". Sich selbst Mut machen, versuchen "nur" grau zu sehen statt schwarz.


    Wir machen das auch so, beide.

    Klar wissen wir wann Endstrafentermin ist und wann 2/3 und wann er frühestens versuchen kann auf Therapie zu gehen. Und wir wissen auch das sich vor Frühjahr 20 überhaupt nix tun wird. Und er erst dann starten kann und es auch dann, falls nix klappt noch ein gutes Jahr dauern wird.


    Trotzdem denken wir auch "verkürzt", sehen die Zeit ab jetzt als schwerstes Mitteljahr.

    Wir sind jetzt im 7. Monat, noch ein Jahr ohne Optionen durchstehen, dann ist es fast (!) geschafft. Weil im letzten passiert wieder was, da gibt es evt Möglichkeiten, ... und deshalb rollen wir das quasi dann erst neu auf. Weil dann alle paar Moante neue Chancen bestehen.


    Ich find es also nicht schlimm so zu denken, wenn's hilft. Es ist einfach überschaubarer so.

    Klar aber auch, wenn es Dich stört sprich es an. Sollte man auf jeden Fall machen, egal um was es geht.

    Gerade Anruf von meinem Mann bekommen,


    man hat ihm gesagt das der DIN A4 Brief nun zum zweiten Mal ungeöffnet zurück geschickt wird.


    Grund - fühlt sich zu dick an, kann kein Brief sein, somit ist es Ware.


    Hätte ich mal besser im September angefangen das Teil auf den Weg zu bringen ..


    Nun bleibt mir nix als das Projekt entweder sausen zu lassen oder ihn gestückelt zu schicken.

    Da ich die Seiten nicht knicken will wieder jeweils in DIN A4, auf drei oder vier mal ... dann ist es erstens kein Kalender mehr und zweitens isses Mitte Dezember bis er alle Seiten hat.


    Bisher konnte ich sämtlicheregeln echt gut hinnehmen, auch wenn ich sie nicht nachvollziehen konnte. Aber grad bin ich echt angefressen.

    Ich hatte auch nen ganz normalen, "labberigen" DinA4 Umschlag genommen. Ohne Karton Rückwand oder so.


    Mein erster Gedanke war das er vielleicht durch die Frankierung zur Warensendung wurde. Ich hab da dunkel in Erinnerung das es sowas mal gab oder noch gibt. Hab aber auf der Post gefragt, ist nicht so.


    Ich hatte vor Wochen mal ein Poster verschickt, 60x90 gefaltet auf DinA4, das kam problemlos an. Und war um einiges dicker als der Kalender jetzt.

    Ich denke es kommt wohl auch bissel darauf an wer die Post annimmt.


    Und ja, wenn er jetzt wieder zu mir zurück kommt muss ich wohl die Blätter einzeln verschicken.

    Allerdings ist dann natürlich der Kalender - Effekt futsch.

    Ich hatte nen nettes kleines Briefchen beigelegt, für die Beamten.


    Hilft aber nichts wenn sie die Annahme verweigern. Denn das bedeutet ja, sie haben erst gar nicht rein geguckt. Kam ja ungeöffnet zurück.

    Ich hab nicht alles gelesen aber nach dem überfliegen würde ich sagen, ihr seid durch die Heirat keine keine Verwandten ersten Grades geworden.



    Verwandtschaftsbeziehung bezeichnet ein Verhältnis zwischen zwei Personen, deren eine von der anderen biologisch abstammt oder die beide einen gemeinsamen Vorfahren haben. Neben dieser zugrunde liegenden Blutsverwandtschaft gibt es die rechtliche Verwandtschaft durch Feststellung der Elternschaft für ein nicht leibliches Kind (Adoption, Vaterschafts­anerkennung, Geburt nach Eizellspende). Mit den Verwandten von Ehepartnern oder eingetragenen Lebenspartnern besteht in den meisten Ländern keine rechtliche Verwandtschaft, sondern eine Schwägerschaft, umgangssprachlich indirekte Verwandtschaft genannt, eine Form der sozialen Verwandtschaft.


    Lebenspartner oder Lebenspartnerin bezeichnet in der Rechtssprache diejenige gleichgeschlechtliche Person, mit der eine „eingetragene Partnerschaft“ geschlossen wurde (im Schweizer Recht: eingetragener Partner). Diese „Verpartnerung“ bildet ein eigenes gesetzlich verankertes Institut neben dem der Ehe. Auch sie begründet keinerlei Verwandtschaft oder Schwägerschaft zwischen den Lebenspartnern, aber eine Schwägerschaft zwischen ihren beiden Familien


    Quelle: Wikipedia


    Zum nachlesen der Link https://de.m.wikipedia.org/wiki/Verwandtschaftsbeziehung