Beiträge von schweigsam

    Hallo ihr Lieben!


    Mein Mann hat letztes Jahr ein Urteil von 2,5 Jahren nach Jugendstrafrecht bekommen, und jetzt im Juni nochmal 1 Jahr 10 Monate nach Erwachsenenstrafrecht. Beim letzten Urteil läuft noch die Berufung (Termin steht noch nicht fest) und es werden vermutlich noch weitere Straftaten dazu kommen. Momentan sind 2-4 neue vorliegend. Jeweils als einzelne mit Mindeststrafe von 6 Monaten. (Computer-/ Internetbetrug)

    Das letzte Urteil waren 2 Sachen zu je 6 Monate und 11 (glaub) zu je 8 Monaten. Gesamt dann 1 Jahr 10 Monate.

    Wir wollen bis zur Berufung Schadenswiedergutmachung machen. Das sind ca 2500€ + 800-1600€ die neuen Sachen. Ich weiß nicht, ob wir das rechtzeitig schaffen.. der Anwalt meinte (bevor die neuen Sachen kamen, wobei mein Mann vor Gericht bereits sagte, dass wahrscheinlich noch ein paar Sachen kommen werden), es wäre möglich auf 11 Monate runter zu kommen bei vollständiger Wiedergutmachung.

    Vermutlich schaffen wir nur einen Teil zurück zu zahlen, und es wird sich durch die neuen Sachen nochmal erhöhen.

    Hat jemand vielleicht Erfahrungen mit ähnlichen Sachen? Ich weiß nicht, inwieweit der Anwalt wirklich Ahnung hat von dem was er sagt und tut.. aber Pflichtverteidigerwechsel ist ja eher schwierig und einen anderen können wir uns nicht leisten.


    Nun zu meiner eigentlichen Frage: Weiß jemand, wie das läuft, wenn man beantragt, 2 Urteile zusammen zu fassen? Ich habe gehört, dass zB einer mit Glück 20 Monate (von 70?) weniger bekommen hat dadurch. Ist das realistisch? Gibt es Anhaltspunkte, woran das Gericht das entscheidet? Ist ein Pflichtverteidiger für sowas noch zuständig, oder müsste man den selbst bezahlen?

    Ist irgendwie absehbar, um wieviel sich das Urteil verringern kann?

    Und gibt es dabei sonst noch was zu beachten?


    Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

    Ich wünsche allen ein schönes Wochenende und viel Kraft! 😊

    Ich danke euch allen :)


    Ich weiß gar nicht, ob ich ihm die Sachen in die jetzige JVA schicken dürfte. Es wären vermutlich auch mehrere Kartons, nicht bloß einer.

    MMn entscheidender ist aber der Punkt, dass du deinem Freund die Möglichkeit nehmen würdest, sich selbst mit der Scheiße, die er selber verursacht hat, auseinandersetzen und im besten Fall daraus zu lernen.

    Er hat die Schulden gemacht, dann muss er sich auch darum kümmern.

    Das sind dabei natürlich gute Einwände. Ich werde dann nach seiner Verlegung das mal abklären.


    So einfach wird das nicht , den vom Gericht beigeordneten Pflichtverteidiger zu wechseln. Nur weil meint dass es dank diesem Anwalt nicht für ihn gut ausgegangen ist. Pflichtverteidigerwechsel werden vom Gericht nur zugestimmt wenn das Vertrauensverhältnis nachhaltig zwischen Mandant und Anwalt zerstört ist ( gilt es nachzuweisen) oder wenn man dem Pflichtverteidiger eine grobe Pflichtverletzung nachweisen kann. Glaube kaum , dass da das Denken ausreicht , die Strafe ist zu hoch, weil man meint es liegt am Anwalt.

    Versuche mit dem beigeordneten Pflichtverteidiger zu telefonieren und mach dir selber ein Bild von Ihm.

    Ich kenne ihn ja bereits und habe auch schon öfter mit ihm telefoniert. Problem ist halt, dass er eher der Meinung ist, wenn er mehr bekommt, kann er noch eine Ausbildung machen. Es ist ihm also eher recht, wenn er eine höhere Strafe bekommt.

    Mein Mann kommt mit seiner Art nicht klar. Er kann zb auch nicht offen mit ihm über Dinge reden. Dabei wäre sowas ja wichtig. Er sagt immer wieder, dass ihn seine Art psychisch kaputt macht.

    Er will einfach irgendeinen anderen, der nicht schon so vorbelastet ist und der auch gewillt ist, mehr für ihn raus zu holen.

    Hallo ihr Lieben.


    Keine Ahnung ob das Thema hier in der richtigen Rubrik ist, sonst gerne verschieben.


    Ich habe zwei verschiedene Anliegen und Fragen an euch.


    Mein Mann sitzt jetzt seit guten 5 Wochen seine zweieinhalbjährige Haftstrafe ab. Allerdings ist er noch immer nicht in seiner endgültigen JVA. Momentan ist er noch in einer Jugendstrafanstalt, allerdings wird er in den Erwachsenenvollzug verlegt werden. Die eigentlich zuständige JVA ist aber überbelegt. Also noch spannend alles..


    Naja jedenfalls hat er sich in den letzten Jahren Berge an Schulden angehäuft. Hier fliegen Unterlagen rum, Rechnungen, Mahnungen, Gerichtsurteile, Unterlagen vom Gerichtsvollzieher, .. ich habe derzeit überhaupt keinen Überblick, bin aber dabei, alles in eine Tabelle einzutragen. Das wird aber noch einige Zeit dauern.

    Bei Gericht hieß es, es wären ca. 16.000€ an Schaden entstanden. Mit Gerichtskosten und Zinsen etc. beläuft sich das ganze nach deren Aussagen so ungefähr auf 30.000€.

    Zumindest das, was auch vor Gericht gegangen ist. Es gibt auch Inkasso Unternehmen, die Geld fordern, was noch nicht zu Gericht gegangen ist.

    Er hat seit ca. Februar ein P-Konto. Seither zahlt er auch nicht mehr monatlich an den Gerichtsvollzieher.


    Das ganze steigt mir momentan ziemlich über den Kopf. Ich würde ihm gerne helfen, auch wenn er das eigentlich nicht möchte.

    Nun meine Frage. Wie stelle ich das am besten an? Zuerst werde ich natürlich meine Tabelle so gut es geht vervollständigen, damit ich vielleicht überschauen kann, was alles bezahlt ist und bei wem noch wieviele Schulden sind. Kann ich denn für ihn zum Schuldnerberater gehen? Und wenn ja, wie läuft das? Kostet das was?

    Ich gehe eigentlich davon aus, dass es auch Teil seines Haftplans ist, die Schulden anzugehen, und einen Plan zu machen, wie er die abbezahlen kann. Allerdings ist davon ja momentan noch gar nichts ersichtlich. Wenn wird das vermutlich auch erst gegen Ende seiner Haftstrafe in Angriff genommen?

    Soll ich erst einmal abwarten?


    Nun zu, zweiten Punkt.


    Es liegen wieder neue Sachen vor Gericht vor. Es wird also innerhalb der nächsten Monate noch eine Verhandlung geben.

    Er sagt, er möchte den ihm zugewiesenen Pflichtverteidiger nicht. Den hatte er auch bei der letzten Verhandlung und es ging nicht so gut aus.

    Nun ist er ja 24, die Taten lagen aber alle noch vor seinem Geburtstag. Von Mithäftlingen werden ihm Sachen gesagt wie, mit einem Wahlanwalt hätte er gar nicht eine so hohe Strafe bekommen. (11 Monate hatte er davor schon, die auf Bewährung waren. Das neue Urteil waren also 19 Monate.) Er wurde nach Jugendstrafrecht verurteilt, jetzt steht die Gefahr, dass er nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt wird. Ihm wurde gesagt, dann müsste er vermutlich erst die 2,5 Jahre Jugenstrafe komplett absitzen, und könnte dann frühstens bei der Erwachsenenstrafe verkürzen. Bei Jugend steht das Mindestmaß wohl bei 3 Monaten. Bei Erwachsenen bei 1,5 Jahren. Was davon alles stimmt weiß ich leider nicht.

    Ihm wurde gesagt, es wäre am besten, wenn eine Einheitsstrafe gebildet wird, also die neuen Sachen mit ins alte Urteil genommen werden.

    Folgende Fragen: Wie bezahle ich einen Anwalt, wenn kein Geld, sondern auch noch Schulden da sind? Wie finde ich den besten Anwalt? Gibt es eine Anlaufstelle, bei der ich mich kostenlos beraten könnte? Kann man beantragen, den vom Gericht bestellten Pflichtverteidiger zu wechseln? Und vielleicht kann jemand sagen, ob sowas wie eine Einheitsstrafe wirklich realistisch ist? Sein Anwalt hat davon bisher gar nichts erwähnt. Er malt immer nur schwarz. Damit kann mein Mann nicht umgehen. Das alles belastet ihn wirklich sehr..

    Seine Mithäftlinge und die Aufseher dort wundern sich alle, warum er eigentlich dort ist. Er führt sich ausgezeichnet, ist immer freundlich zu allen, fängt keinen Streit an und arbeitet fleißig.


    Ich hoffe, ihr könnt mir ein paar Tipps geben, und vielleicht ein paar meiner Fragen beantworten. Ich danke euch fürs Lesen!