Beiträge von OpenDoor

    Wo Kajada recht hat, meist gibt es dann eine Überhaft die auf die neue Haft angerechnet wird. Dagegen machen wird schwierig, da bei einer vorzeitigen Entlassung die Strafvollstreckungskammer beim LG zustimmen muss, was wohl eher unwahrscheinlich ist, wenn da noch was nachkommt / offen ist.

    Bei uns ist es in den Verwaltungsvorschriften zum hessischen Strafvollzugsgesetz geregelt, dass es der Zustimmung der Aufsichtsbehörde (in dem Fall das Justizministerium) bedarf, wenn jemand länger als 3 Monate in einem Zeitraum von 12 Monaten von anderen Gefangenen abgesondert ist.

    Das rührt daher, dass der Mensch ja ein Herdentier ist und wenn ich jemanden zwangsweise aus dieser Herde herausnehme und dauerhaft den Kontakt zu anderen Menschen entziehe diese Leute ganz schnell massive psychische Probleme bekommen können. Daher werden Absonderungen auch nur so kurz wie möglich gehalten und durch Psychologen und Anstaltsärzte überwacht.


    Ich vermute: In dem Fall deines Mannes hat man ihn innerhalb der Anstalt verlegt auf eine Station auf der man ihn besser überwachen und kontrollieren kann, bis man wieder das Vertrauen für ihn hat, um ihn wieder auf eine normale Station zu verlegen. Von einer Absonderung spricht man hier nicht, da er ja weiterhin an der regulären Freistunde mit anderen Gefangenen teilnimmt und keine Einzelfreistunde oder so hat.

    Verlegungensanträge sind - in Hessen zumindest - als Abweichung vom Vollstreckungsplan durch den Inhaftierten an die Anstaltsleitung zu stellen. Dies muss begründet sein. Wenn die Anstaltsleitung dem zustimmt, erfolgt eine Absprache zwischen den beiden Anstaltsleitungen. Ausgeschlossen sind Verlegungen zwischen zwei Sicherheitsstufen (von 1 nach 2) oder wenn die aufnehmende Anstalt nur für Kurzstrafen zuständig ist, es aber ein langstrafiger Gefangener ist, ...


    Zwischen zwei Bundesländern gibt die Anstaltsleitung dies an die Aufsichtsbehörde (Justizministerium) weiter, die dieses Anliegen dann bearbeiten und sich mit der zuständigen Aufsichtsbehörde im aufnehmenden Bundesland in Verbindung setzen.

    Da er nicht von anderen abgesondert ist sondern lediglich auf einer - ich nenne es mal - Sicherheitsstation ist, kann das unbegrenzt fortgesetzt werden. Andere sähe es aus, wenn er von anderen Gefangenen abgegrenzt ist und keinen Kontakt zu diesen hat. Dis ist aber nicht der Fall, da er Kontakt durch die Freistunde hat.

    Absonderungen fallen in den Bereich der besonderen Sicherungsmaßnahmen und nicht in die Diszischiene. Auch wenn die Maßnahmen gleich erscheinen, disziplinarisch wird es erst nach der Diszikonferenz. Alles vorher sind präventive Maßnahmen.


    Für mich liest es sich so als sei dort disziplinarisch noch nichts aufgearbeitet sondern es wird erst noch ermittelt.

    Wenn die JVA das von amtswegen zur Anzeige gebracht hat, wird noch jemand von der Polizei vorbeikommen und ihn Vernehmen. Dann entscheidet die STA ob es weiter verfolgt wird. Disziplinarisch kann er auch noch belangt werden. Das geschieht dann JVA intern.


    Die Absonderung kann theoretisch unbegrenzt aufrecht erhalten werden. Solange wie die Gefahr des Drogenhandels besteht. Theoretisch nur deshalb, weil - meist - ab 3 Monaten in 12 Monaten die Aufsichtsbehörde informiert werden muss.

    Es kann ihm auch mündlich eröffnet werden. Eigentlich muss er über seine Rechte aufgeklärt werden. Auf jeden Fall beim Zugangsgespräch. Aber im vollzuglichen Alltag passiert das nicht oft, dass jemand nochmal zusätzlich über seine Rechte belehrt wird, da es ja im Zugangsgespräch passiert ist. Außerdem wissen es die Jungs in der Regel was ihre Rechte sind und wie man dagegen vorgehen kann. Aber wenn man mal nachfragt bekommt man in der Regel auch ne Antwort von den Blauen.


    Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Dafür müsste ich die Akte kennen.

    Du kannst ja mal versuchen anzurufen, vielleicht sagt man dir was. Aber da dein Mann nur beantragen kann von dir besucht zu werden, müsste eigentlich er die Anfrage an den VAL stellen. Manchmal ist der kurze Dienstweg einfacher und schneller 😜

    Es müsste deinem Mann eröffnet worden sein, warum diese vollzugliche Entscheidung getroffen wurde. Wenn diese nicht nachvollziehbar ist, hat dein Mann die Möglichkeit gegen die Entscheidung der JVA einen Antrag auf gerichtliche Entscheidung zu stellen gem §109 StVollzG. Dauert in der Regel ca 4-6 Wochen und wenn er negativ für deinen Mann beschieden wird, muss er die Kosten des Verfahrens tragen. Also erstmal den Weg des Gespräches und Anliegen für die schriftliche Begründung über die Anstalt suchen und im allerletzten Schritt ans Gericht werden für ein 109er.

    Hallo,


    Es kann mit der Therapievorbereitung zusammen hängen oder - da er ja mehr als 24 Monate gebucht hat - er von der zentralen Einweisung auf die normale Strafhaft gelegt wurde, oder einfach aus vollzugsorgsnisatorischen Gründen, oder oder oder.

    Macht euch da keine großen Sorgen. Verlegungen sind normal und es wird nicht die letzte sein.

    Ein Anwalt ist da nur rausgeschmissenes Geld. Man hast kein Recht auf eine bestimmte Abteilung oder Haftraum, also was soll der Anwalt dann bringen.

    Bei uns ist es so: Haftübersicht / Vollstreckungsübersicht sind alle Verurteilungen aufgeführt in der Reihenfolge wie sie abgesessen werden.

    Bei der Haftbescheinigung handelt es sich um einen Ausdruck der Besagt, dass der VU Müller seit dem 1.1.2019 in Haft ist und voraussichtlich am 31.12.2019 entlassen wird.

    Die Bescheinigung enthält keine Informationen zur Verurteilung sondern dient einfach nur dazu bspw. Gläubigern nachzuweisen, dass jemand derzeit in Haft ist.

    Dann hat man 2 Stunden Zeit, bekommt was zu trinken und wenn man innerhalb der zwei Stunden nicht abgibt wird es wie eine verweigerte UK gewertet. Hatte bis jetzt noch keinen, der nicht in den zwei Stunden konnte.

    Wie einige schon geschrieben haben sind UKs aus verschiedenen Gründen gesetzlich vorgeschrieben.

    Die Durchführung einer UK gibt es keine genaue Handlungsanweisung. Jedoch ist darauf zu achten, dass die UKs nicht manipuliert werden. Da unsere Gefangenen sehr kreativ sind, was das angeht, müssen wir leider stark in die Intimsphäre eingreifen. Gerade gestern habe ich wieder eine kleine Plastiklasche mit Fremdurin gefunden. Viele kleben es sich such an den Körper um es dann im passenden Moment herauszuholen.


    Ich gehe meistens bei den UKs so vor, dass der Gefangene die Hose kurz runter lassen muss und das Shirt hochziehen soll. Außerdem taste ich vorher die Hosentaschen ab. Wenn da nix hängt oder in den Taschen ist, kann er seine UK abgeben, jedoch stehe ich daneben und beobachte ihn. Während der Urinabgabe schaue ich aber nicht auf seine Geschlechtsteile. Besonders neue können eh schon nicht pinkeln wenn jemand daneben steht, dann will ich nicht auch noch den Druck erhöhen.


    Alle UKs werden durch den Anstaltsleiter oder seine beauftragten Personen angeordnet. Das sind meist die Bereichsleiter. Bei Gefahr in Verzug kann eine vorläufige Anordnung aber jeder treffen. Das ist bei Verdachts UKs meistens der Fall. Die UK wird dann im Nachgang angeordnet (reine Formsache).


    Verweigert jemand die UK, so ist davon auszugehen, dass die „Suchtmittelfreiheit nicht gegeben ist“. So steht’s im Gesetz in Hessen - daher erfolgt dann ein Diszi.


    Solange das ganze im Rahmen bleibt mit der Kontrolle, muss der Gefangene das über sich ergehen lassen. Nicht im Rahmen wäre, wenn der Kollege selbst Hand anlegt um in Intimbereich nach Manipulationen zu suchen oder anstelle einer Urinprobe eine Spermaprobe fordert.

    Du hattest noch niemanden gehabt hört sich so an als ob du dort arbeitest ?

    Aber normal ist es doch besser wenn jemand früher raus kommt und sein Leben wieder in den Griff bekommt wie statt dort zu sein.

    Bzw. wenn jemand eine Ausbildung dann hat die er dann anfangen könnte zu dem Zeitpunkt (nehmen wir das mal an)

    Ja, ich arbeite in einer JVA. Bei uns gehen die Leute vorzeitig eigentlich nur zum 2/3 Termin. Jemanden auf Halbstrafe habe ich noch nicht entlassen.

    Selbst die, die sich einwandfrei führen, keine Meldung oder Diszi haben und am Vollzugsziel mitarbeiten werden in der Regel auf 2/3 entlassen. Solche Leute werden dafür aber schon sehr früh gelockert.


    Beantragen kann man alles, ob es genehmigt wird ist immer die zweite Frage. Theoretisch gibt es die Möglichkeit der Halbstrafe.

    ... ich habe ehrlich gesagt bisher noch niemanden gehabt, der auf Halbstrafe raus ist. Rechne lieber mal mit 2/3 - das ist realistischer.

    Hallo,


    Letztlich ist es immer die Entscheidung des VAL / Anstaltsleiters. Bis jetzt habe ich es in Hessen aber so erlebt, dass alles was zur Wiedereingliederung ist vom ÜGeld bezahlt wurde. Ausweis und Co gehört dazu und wurden auch immer aus diesem Topf genommen. Allerdings nur mit entsprechendem Anliegen 😜