Angaben im Vollzugsplan falsch

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    • Angaben im Vollzugsplan falsch

      Hallo.

      Mein Freund hat gerade vor einer Stunde angerufen, habe gleich gemerkt das etwas nicht stimmt!
      Er hat am Freitag seinen Vollzugsplan bekommen und ist direkt auch verlegt worden. Da er in eine 3 Mann Zelle kommen sollte, weigerte er sich dies zu tun. Jetzt hat er eine einzel Zelle bekommen, wo er sich auf dieser Abteilung vorkommt wie in einer Psychatrie.

      Er ist wieder 24 Stunden eingesperrt, darf nur telefonieren wenn keiner der anderen auf dem Flur ist. Er hört die anderen immer wieder herumschreien und die Türen knallen. Sobald ein einzel Zimmer auf der Strafabteilung frei wird, wird er dorthin dann verlegt.

      Eigentlich gingen wir davon aus das er in den offenen Vollzug verlegt wird. Jetzt kam alles anders...

      Es wären noch angeblich 3 Sachen offen, obwohl mein Freund im Oktober das einstellen der Verfahren dort abgegeben hat. Zudem kommt jetzt noch dazu, das im Plan steht, dass er angeblich Alkoholiker wäre und eine Therapier machen solle.
      Ich war regelrecht geschockt, als er mir das mit dem Alkoholiker erzählt hat. Mein Freund ist definitive kein Alkoholiker, er hat nie groß Alkohol getrunken, wenn dann wenn wir mal einen Geburtstag besucht haben oder an Silvester und das war es dann auch schon.

      Jetzt meine Frage.. wie kann so etwas passieren, dass so etwas im Vollzugsplan steht obwohl es nicht der Wahrheit entspricht und auch keine Anzeichen für ein Alkoholiker gibt? Kann es möglich sein das jemand ihm damit noch mal eins auswischen möchte? Ich versteh die Welt nicht mehr.... :(
      In der ganzen Haftzeit bis jetzt, hat er sich immer normal angehört.
      Und heute hat er sich leider sehr traurig angehört.


      Liebe Grüße
    • Hallo Nela

      Ich denke das beste wird sein, wenn sich dein Freund bei seinem Sozialarbeiter erkundigt. Mit ihm den erstellten Vollzugsplan durchgeht.
      Von aussen kann ich nur spekulieren und das ist nun wirklich nicht geboten.

      lg
      maximus
      Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk
    • Hallo Nela,

      ich finde den Rat von maximus gut.

      Ein Alkoholproblem hat er nicht, aber waren bei ihm nicht auch Drogen im Spiel? Das würde auch gegen den OV sprechen.

      Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass im Vollzugsplan Sachen stehen, die völlig an den Haaren herbeigezogen sind. Oder hat hier jemand andere Erfahrungen gemacht?

      LG, Darky
    • Also, der Sozialarbeiter kann da gar nichts machen, sondern nur der, der eigentlich die Akte lesen sollte.

      Das ist der Psychologe.

      Wahrscheinlich ist ihm ein Fehler unterlaufen, denn so ist es mir bei der Fortschreibung meines Vollzugsplans passiert.
      In der JVA Wittlich war der Dienstag immer der Tag, an dem die Konferenz statt fand. Ich weiß es noch heute so genau, als sei es mir erst gestern passiert, als bei mir die Zellentür aufging und mir eröffnet wurde, das ich 6 Monate zurückgestellt wurde.

      Ich verstand die Welt nicht mehr, weil auch die Sozialarbeiterin von mir mit Lockerungen rechnete. Also habe ich mein Recht wahrgenommen und einen Termin bei der Anstaltsleitung gestellt, bei dem ich erfahren habe, das der Psychologe sich gegen die Lockerungen ausgesprochen hat und er ist der Mann, dem sich alle anderen dann anschließen.


      Also habe ich mir den Knaben zur Brust genommen und bei ihm vorgesprochen. Er war auch sehr offen, gab mir sogar die Akte zu lesen und fragte mich ob ich darauf jemdnden Lockerungen gewähren würde.

      Nach kurzem lesen habe ich den Kopf geschüttelt und gesagt:" Nö, dem würde ich auch keine Lockerungen gewähren, bei der Haftzeitlänge von 6 Jahren."
      Aber ich bin nicht zu 6 Jahren und 8 Monaten verurteilt worden, sondern "nur" zu 4,5 Jahren.
      Der Psycho - Onkel konnte das gar nicht fassen und hat sich dafür nicht nur entschuldigt, sondern auch dafür gesorgt, das meine Akte umgehend noch einmal Dienstags vorgelegt wurde.

      Also, Dein Freund soll sich an den Psycho - Onkel halten, aber nicht mit großer Klappe, sondern ganz normal.


      Was mir nicht einleuchtet sind die 3 offenen Verfahren, der plötzlich aus heiterem Himmel auftauchen. Sein wir doch einmal ehrlich, wenn ich nicht zum ersten Mal vor dem Gericht stehe, weiß ich doch was ich auf dem Kerbholz habe.

      Verzeih mir, aber jeder der mit dem Gesetz konfrontiert wird, weiß was es für offene Verfahren noch gibt. Da werden mir nicht plötzlich und heimlich ein paar Delikte untergeschoben, wir sind ja hier nicht in Kolumbien oder Mexiko, sondern in Deutschland.
      Ich denke mir, das Dein Freund sehr wohl weiß was er noch offen hat, nur hat er nicht damit gerechnet, dass ihm diese offenen Verfahren den offenen Vollzug gekostet haben.

      Desweitern möchte ich hier anmerken, das ein Alkohol - und /oder Drogenproblem nicht gegen einen offenen Vollzug sprechen. Ich weiß nicht, woher diese Fehlinformation kommt, sie ist auf jeden Fall nicht richtig.
      Nicht nur in dem Bundesland NRW können Alkohol - und /oder Drogenkranke in den offenen Vollzug kommen, sondern auch in den anderen Bundesländern wie Rheinland Pfalz usw. Wenn die Vorausetzungen erfüllt sind, ist das alles kein Problem.
      Bei mir in der OVA waren über 60 % Btm'ler und ich habe in Rheinland Pfalz eingesessen. Mit Sicherheit wird keiner mit einem Alkohol - und /oder Drogenproblem in die OVA kommen, wenn er schon im geschlossenem Vollzug mit Alkohol - oder Drogenkonsum negativ aufgefallen ist.
      Denke mir, das Dein Freund wohl endlich die Nase davon voll hat.


      LG Chris
      Was doch für ein Netz wir weben,
      wenn wir den Weg der Täuschung gehen.
    • Chris mein Tip mit dem Sozialarbeiter kommt daher, meiner sollte sich bei Fragen und Unklarheiten beim Vollzugsplan an seinen Sozialarbeiter wenden.
      Sein Psychologe war Ansprechpartner nur beim Thema Suchtbekämpfung.

      Darky...Alkohol oder Btm-Vergehen stehen nicht im Widerspruch zum offenen Vollzug. Mein Ex ist Alkoholiker, befand sich bei seiner ersten Inhaftierung vom 2 Tag an im OV. Es spielen einige Kriterien eine Rolle, so meine Erfahrungen.
      Darky...auch ich lerne immer wieder dazu.
      Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk
    • Danke erst mal für eure Antworten.

      Er möchte sich jetzt auch erkundigen wer diesen Plan geschrieben hat und wie dieser darauf kommt das er Alkoholiker wäre. Habe ihn dann gefragt ob ich zu seinem Anwalt gehen soll, er meinte aber nein. Er kopiert jetzt irgendwie den Vollzugsplan und schickt diesen dann zu seinem Anwalt und ruft ihn auch noch mal an.

      Ja er hat Drogen genommen, das war auch bei der Verhandlung beim Gericht bekannt.

      Und warum ich denke, dass jemand die Finger dabei im Spiel hat ist so ein spezieller Staatsanwalt der es abartig auf mein Freund abgesehen hat und ihn unbedingt Hinter Gittern bringen wollte, was er ja jetzt auch geschafft hat. Bei dem einen Gerichtstermin war ich selbst dabei und habe diesen Mann erlebt.

      Mein Freund saß schon des öfteren vor Gericht, jedoch sitzt er jetzt das erste mal Hinter Gittern. Dieses mal hat es eben nicht geklappt das er nur eine Geldstrafe bezahlt.

      Das mit den 3 offenen Verfahren war ja so, dass diese eingestellt worden sind, dies er auch schriftlich hatte und im Oktober in der JVA abgegeben hat. Habe es jetzt grad vorhin mit meiner Schwester darüber gehabt, die meinte das man Verfahren auch wieder Eröffnen kann. Vielleicht ist ja auch dies der Fall.

      Also soweit mein Freund mir erzählt hat, sobald du mit Drogenkonsum oder Alkoholkonsum zum Haftantritt kommst, ist das ein Grund für nicht in den Offenen Vollzug zu kommen. Dies wiederum ist zu ihm von einem Beamten oder von seinem Sozialarbeiter gesagt worden. Und mein Freund ist defintive mit 0,0% zum Haftantritt gekommen, ich habe ihn ja selbst hingefahren und habe noch den Morgen mit ihm verbracht.

      Ich hoffe nur, dass er sich zusammenreist sowie du Chris das sagst, ansonsten kann er das mit den 2/3 ja auch knicken. Sowie im Plan steht ist das 2/3 aber genehmigt worden. Aber ich denke, dass kann sich ja auch ändern.


      Liebe Grüße
    • Hallo maxi,
      zu Beginn meiner Haftzeit habe ich auch geglaubt das der Sozialarbeiter der richtige Ansprechpartner ist, bis ich des besseren belehrt worden bin.
      Der Psychologe hat den größten Einfluss bei der Beurteilungen von Gefangenen. Auch wenn man ihn nicht zu sehen bekommt, entscheidet er dann nach Aktenlage mit.

      Nela, es gibt bestimmt Staatsanwälte die einem unsympathisch sind und glaubt einen auf den Kicker haben, erging mir nicht anders. Der hat meinen Delikte so hoch gespielt, sodass man meinen könnte, ich sei der größte Gauner aller Zeiten. Meine Anwältin spielten das dann wieder alles runter und stellte mich als den harmlosen armen Sünder hin. Das machen die bei jeder Verhandlung und am Ende kommt ein Ergebnis raus, mit den beide Parteien leben können.

      So und nun ein Rat von mir an Dich bzw. an Euch.
      Alles was man mir in den ersten Wochen nach meinem Haftantritt von Mitinhaftierten erzählt hat, war dummes gequatsche und nutzlose Informationen. Das wird mit der Zeit auch Dein Freund bemerken, wenn er ein bisschen clever ist.

      Hört auf, auf das zu hören was Mitgefangene Euch erzählen.

      Jeder Fall wird individuell Beurteilt, da gibt so viele von verschiedene Möglichkeiten und Einschätzungen eines Gefangenen, das können die anderen Knackies wissen. Ihr müsst wissen, das es im Knast nicht viel neues am Tage gibt, da werden halt Geschichten erzählt, dass einem die Haare zu Berge stehen.

      Wartet ab und macht Euch nicht ünnötig bekloppt.
      Was doch für ein Netz wir weben,
      wenn wir den Weg der Täuschung gehen.
    • Chris schrieb:

      So und nun ein Rat von mir an Dich bzw. an Euch.
      Alles was man mir in den ersten Wochen nach meinem Haftantritt von Mitinhaftierten erzählt hat, war dummes gequatsche und nutzlose Informationen. Das wird mit der Zeit auch Dein Freund bemerken, wenn er ein bisschen clever ist.

      Hört auf, auf das zu hören was Mitgefangene Euch erzählen.

      Genau, Chris. Das war am Anfang bei uns ein enorm großes Problem. Mein Freund wollte z.B. zuerst absolut keine Sozialtherapie machen, weil (gescheiterte?!) Mithäftlinge nur negatives berichtet haben. Ich habe mir den Mund fussilig geredet. Im Laufe der ersten Monate in der JVA Lübeck hat er dann schnell gemerkt, dass viel Mist erzählt wird. Und sich etwas abgenabelt von denen, die vermeintlich am meisten wussten. Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen.
    • Hallo zusammen.

      Endlich hat sich das mit dem Alkohol jetzt "geklärt"! Mein Freund war bei seinem Sozialarbeiter und fragte da gleich nach was das auf sich hatte. Der Sozialarbeiter hat dann im Computer nachgeschaut und da nichts davon gefunden. Er meinte, dass es ein versehen war dass das im Plan stand. Jedoch denke ich mir das so ein Fehler nicht passieren sollte.

      Heute hat er dann einen Brief bekommen, dass keine Verfahren mehr offen sind.

      Da er ja so ungefähr 69 Tage gut geschrieben bekommen hat, wäre sein Entlassungstermin im August. Wiederum 2/3 davon wäre sein Entlassungstermin im April.

      Anfang März darf sein Vollzugsplan geändert werden, ich bin mal gespannt ob er dann nicht doch noch in den offenen verlegt wird. Wäre voll schön, dann wäre er schon in 3 Wochen am Wochenende bei mir zu Hause. Aber Hoffnungen mach ich mir nicht all zu große so wie das bis jetzt schon alles doof gelaufen ist.



      Euch einen schönen Abend und eine gute Nacht.