Hilfsbereite Männer ?

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    • Hilfsbereite Männer ?

      Viele Frauen, die einen Mann/ Freund im Knast begleiten, opfern einen Großteil ihres Lebens dem Gefangenen.
      Mich stimmen Beiträge sehr nachdenklich, vor allem, wenn die Beziehung verhältnismäßig frisch ist.
      Hat das mit dem oft erwarteten, angeborenen Sozialverhalten des weiblichen Wesens zu tun ?

      Würden Männer im umgekehrten Fall auch so handeln, den Knast zum Mittelpunkt machen, sich so intensiv um
      das wohl der Frau kümmern ? :ueberleg:

      Ich persönlich bezweifle das!

      Ein Mann gibt auch nicht freiwillig sein halbes Schnitzel der Frau, erwartet es aber umgekehrt, weil sie eine Frau ist
      und automatisch die mütterlich-soziale Ader hat!

      Grüße von
      kunterbunt
    • Hallo kunterbunt,

      erstmal - was genau verstehst Du unter "opfern"? Ich habe vor 3 Jahren eine Entscheidung getroffen. Trau ich mir zu, diesen Weg mit meinem Freund zu gehen? Ja, bisher klappt das zum Glück auch, mit Höhen und Tiefen, klar.

      Ich schreibe ihm, besuche ihn, freu mich wenn er anruft und lasse ihn, so gut es eben geht, an meinem Leben teilhaben. Probleme haben wir vorher besprochen und das ist heute auch noch so.

      Er regelt seine Sachen, verdient sein Geld. Ok, Briefmarken schicke ich ihm regelmäßig und ab und an auch mal ne neue CD. Aber das mach ich gerne und tut mir nicht weh. Ich opfere nicht meinen Großteil des Lebens, sondern führe eine Beziehung. Nur unter anderen Umständen.

      Und zu den Männern. Im Warteraum sitzen auch oft Männer, Besucher fürs H- Haus (Frauen). Einige sehe ich regelmäßig. Natürlich weiß ich nicht, in welchem Verhältnis sie zur Inhaftierten stehen. Aber sie sind da und der ein odere andere auch schon seit Jahren. Ich denke, das kann man einfach nicht vom Geschlecht abhängig machen, sondern es ist eine Entscheidung, ob man da sein möchte ( kann) oder nicht. Und eine Entwicklung, die unvorhersehbar ist. Auch draußen gehen Beziehungen auseinander.

      Gruß Darky
    • Hallo Kunterbunt

      Ich denke es kommt auf jeden einzelnen an, was macht man aus der Situation in der man gerade steckt. Es kommt auf jeden einzelnen an, wie leb ich , wie verhalt ich mich , wie sieht es mit meiner Persöhnlichkeit aus.Und vorallem ...wie gehen die Partner miteinander um, oft schon die Frage wie ging man vor einer Inhaftierung eines Partners miteinander um, egal ob nun männlich oder weiblich.
      Ich persönlich hab den Knast durch die Inhaftierung meines Partners nicht zum Mittelpunkt meines Denken und Handelns gemacht, warum sollte ich auch. Er hat auf gut Deutsch Mist gebaut und musste nun die Konsequenzen seines Handels tragen, klar wir draussen auch, aber es war meine freie Entscheidung die Zeit mit ihm durch zu stehen. Mein Leben draussen ging weiter, halt ne gewisse Zeit etwas anders als üblich.

      kunterbunt schrieb:




      Ein Mann gibt auch nicht freiwillig sein halbes Schnitzel der Frau, erwartet es aber umgekehrt, weil sie eine Frau ist
      und automatisch die mütterlich-soziale Ader hat!
      Mein Partner würd mir nicht das halbe Schnitzel geben :rolleyes: im Gegenteil ich würd sogar das ganze von ihm bekomme :D .Gut....es ist nicht der von damals aber das ist ne andere Geschichte.

      lg
      maximus
      Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk
    • Hallo Kunterbunt,
      zu deiner Frage möchte ich auch gern etwas beitragen.
      Meine Beziehung war recht frisch, als mein Freund inhaftiert wurde, daher fühle ich mich angesprochen.

      Ich kann aber sicher sagen, dass ich nicht "ein Großteil meines Lebens" opfere. Im Gegenteil. Ich habe mir eine finanzielle und zeitliche Obergrenze gesetzt, ich nehme mir bewusst Zeit für mich und lebe mein Leben weiter. Zugegebenermaßen muss sich einiges neu einspielen und die Dauer ist bisher auch nicht bekannt, aber damit kann ich umgehen.

      Zu Beginn der Haft (das ist übermorgen jetzt drei Wochen her) war ich sehr verunsichert, ob und wie es weitergeht. Ich habe meine Sicht auf die Dinge und meine Art, mit Gegebenheiten umzugehen und habe auch in meinem Leben gelernt, dass die Dinge manchmal einfach anders sind und anders kommen, als man meint.
      Ich habe mir im Laufe der Jahre eine gewisse Autarkie erarbeitet, die ich einfach weiterlebe.

      Ob mein Freund das machen würde? Keine Ahnung. Ich kann dir nur sagen, dass er an den wenigen Wochenenden, die wir zusammen verbracht haben, alles für mich getan hat.
      Und das ist auch nicht der Punkt. Liebe ist bedingungslos. Und Liebe erwartet keine Gegenleistung. Sicher gibt es Frauen, die sich jetzt die Frage stellen, ob es andersrum genauso wäre, aber man mal ehrlich ist, spielt das gar keine Rolle, denn dann würde man sofort in die Position kommen, Bedingungen zu stellen. (Ich besuche dich im Knast, und erwarte, dass du das auch so machen würdest... ) Das funktioniert meiner Meinung nach nicht.

      Derzeit plant mein Freund die Zukunft, und was er machen will und was er für mich machen will. Ich habe ihm gesagt, er soll mir nix versprechen, sondern zur gegebenen Zeit einfach tun.

      PS zum Schnitzel: Er hat immer für mich gekocht und mir IMMER die größere Portion gegeben.... :S
    • Hallo kunterbunt,

      Tja das ist ne gute frage ob er das gleiche für mich tun würde.... Werd ich ihn nachher gleich mal fragen :D

      Aufopfern würde ich es nicht nennen, klar hab ich schon paar mal gesagt wenn man das ganze Geld (Fahrtkosten, Gutscheine, etc.) zusammen rechnen würde wäre das schon ne schöne Summe. Aber dann denk ich mir ich hab sonst keine "Laster".

      Wir haben unseren festen Besuchstag, immer der gleiche Wochentag. Es ist für mich eine Auszeit und auch mit meiner Arbeit gut händelbar, es gibt eine handvoll Kollegen die ein bisschen von unserer Situation wissen, meine Entscheidung akzeptieren, anfangs kam oft die Frage wie ich das aushalte, meine Antwort war immer, es ist wie wenn er auf Montage wäre, sehen tun wir uns jede Woche und telefonieren so oft wir wollen /können.

      Was Freunde und Familie angeht, tja da trennt sich die Spreu vom Weizen.... Es gibt Freunde und Familienmitglieder die sich von uns abgewendet haben und solche die es akzeptieren oder neu dazu gekommen sind.

      Das Leben geht weiter, man lernt mit der Situation umzugehen und selbst unsere jungs wissen damit umzugehen.

      Ich war diese Woche mit seinen Eltern beim Besuch, gegenüber der Jva ist eine leerstehende alte Villa, ein echt schönes Haus mit tollem Grundstück, jedesmal wenn meine Schwiegermama dabei ist sagt sie das sie wenn das Geld dafür da wäre, da am liebsten einziehen würde, sie kann nicht verstehen warum dieses tolle Haus schon so lange leer steht. Ich hab dann zu ihr gesagt das potentielle Käufer sich wahrscheinlich von der Jva gestört fühlen. Es gibt nun mal Menschen die mit sowas nicht klar kommen.
      Auf der Seite wo das Haus steht sieht man eigentlich nicht auf Anhieb das da ne Jva ist.






      Uns gehört nur die Stunde...und eine Stunde, wenn sie glücklich ist, ist viel. (T.Fontane)
      Omnia vincit Amor - die Liebe besiegt alles

    • kunterbunt schrieb:

      Würden Männer im umgekehrten Fall auch so handeln, den Knast zum Mittelpunkt machen, sich so intensiv um
      das wohl der Frau kümmern ?
      Nun, ich denke schon. Wenn Du hier im Forum etwas genauer forschst, wirst Du auch auf Beiträge von männlichen Mitgliedern stossen, deren Ehefraue inhaftiert waren oder noch sind und alles für ihre bessere Hälfte bishin zur Entlassung getan haben. Why not ?


      kunterbunt schrieb:

      Ich persönlich bezweifle das!
      Gut, das ist Deine persönliche Meinung, die ich aber nicht mit Dir teile.
      Meine Ex - Frau ist entweder zu blöd oder zu clever gewesen, sich inhaftieren zu lassen und kann daher leider nicht zu 100 % den Gegenbeweis erbringen, das ich mich voll einbringen würde um meine Frau während ihrer Inhaftierung zu ünterstützen.
      Viele meiner Freunde waren im Knast, daher habe ich auch viele Besuchsräume kennen gelernt, doch wenn sie hilfe brauchten, konnten sie mit mir rechnen, Als ich später inhaftiert war, sah ich zwar keinen von ihnen, war aber deswegen nicht enttäuscht.
      Als mein kleiner Bruder im Knast saß, habe ich ihn unterstützt wo es nur ging, habe mich mit den Besuchen abgewechselt und auch finanziell. Nach der Haft habe ich ihm sogar eine 1 ½ Zimmerwohnung besorgt und teilweise eingerichtet! Thats Life!

      kunterbunt schrieb:

      Ein Mann gibt auch nicht freiwillig sein halbes Schnitzel der Frau, erwartet es aber umgekehrt, weil sie eine Frau ist
      und automatisch die mütterlich-soziale Ader hat!
      :wutkoch: So eine pauschale Äußerung habe ich zuletzt von meiner Oma gehört, da war ich 9 Jahre und es enttäuscht mich sehr das dieser Spruch gerade von Dir kommt, hätte ich so gar nicht erwartet.
      Wie es in jeder Beziehung gab es auch bei uns in jungen Jahren finanzielle Engpässe. Als meine damalige Freundin schwanger war, habe ich Zuckerbrot mit zur Arbeit genommen um die Wurst für sie zum Frühstück dazulassen.
      Ich hätte zur Not gebettelt oder gestohlen, nur damit sie nicht verzichten musste. Das würde jeder vernünftiger Mann machen, ohne groß darüber ein Wort zu verlieren.

      Seit über 13 Jahren begleitet mich dieses Forum, seit über 13 Jahren versuche ich Mitgliedern zu helfen, soweit ich es kann. Habe Mitglieder von Hamburg abgeholt, um ihren Angehörigen in Düsseldorf besuchen zu können, weil sie sich die Zugfahrt nicht leisten konnten. Das würde ich sogar heute nochmal machen, weil ich weiß, wie schwer es einem fällt hier um Hilfe zu bitten.

      Ich glaube Du bist Dir nicht bewusst, wie schwer es für jemanden ist, einen Inhaftierten Partner zu unterstützen, wenn tief in dir selbst noch der Schock von der Verhaftung sitzt oder den Weg in die Besucherräume zugehen und die körperlichen Durchsuchungen über dich ergehen zulassen. Da sind die Scanner am Flughafen ein Witz gegen. Egal ob Mann oder Frau!
      Was doch für ein Netz wir weben,
      wenn wir den Weg der Täuschung gehen.
    • Erst mal Danke für das rote Dislikezeichen, das einzige bei den ganzen Themen, fiel mir sofort auf!
      Chris, " kocht vor Wut, "Dein Smiley, da muß ich sagen, ich kann Dich nicht verstehen!

      Es gibt/gab einen Mann, der hätte nie sein Kotelett abgegeben, weil er ein Fleischnarr war und seine
      Frau lieber Gemüse aß. Ob das mit früheren Entbehrungen zu tun hat, keine Ahnung ! Deshalb mein Satz, der hier so schlimm aufgefasst wird!

      Ich bin übrigens auch Großmutter, aber kein Omatyp, das klang oben in Deinem Beitrag etwas abfällig.

      Warum fühlst Du Dich persönlich so angegriffen?

      Wenn ich in meinem großen Bekannten-, Familien-u. Freundeskreis schaue, sind viele Frauen so veranlagt, ist vermutlich von Natur aus gegeben.
      Bären-u. Löwenjunge etc. werden von den Müttern allein versorgt; warum wohl?

      Ich hätte auch statt " Knast " "Krankenhaus" schreiben können oder lange "Rehazeit " und das war ja meine Frage: würden die Männer sich auch so kümmern ?

      Ein Beispiel, Frau ist lange weg, monatelang außer Gefecht. Wie besorgt er ist? Der Mann ruft heimlich die Lebensversicherung an und fragt nach der Auszahlungssumme, falls ihr etwas passiert
      Die Frau wird gesund und plötzlich wird der Mann selbst schwer krank, drängt auf Besuche im Kr.haus fast rund um die Uhr, obwohl er weiß, dass die Frau noch angeschlagen ist. Nein, sie hat die Lebensversicherung nicht angerufen, so viel ich weiß!

      Ich glaube fast, einige Männer sind eine positive Ausnahmeerscheinung und völlig selbstlos!

      Natürlich ist mir klar, dass es schwer ist, einen Inhaftierten Partner zu haben. Deshalb mache ich mir ja viel mehr Gedanken um die Angehörigen, Frauen und Kinder draußen im Alltag!

      Statt " Zeit opfern " hätte ich auch schreiben können: Zeit aufwenden !

      Jedenfalls danke ich allen für den Antwortbeitrag; ich werde noch weiter darauf eingehen, aber nicht heute, hab solche Hustenkrämpfe momentan.

      Grüße von
      kunterbunt
    • kunterbunt schrieb:

      Erst mal Danke für das rote Dislikezeichen, das einzige bei den ganzen Themen, fiel mir sofort auf!
      Chris, " kocht vor Wut, "Dein Smiley, da muß ich sagen, ich kann Dich nicht verstehen!
      Bitteschön, gern geschehen. Wie kommst Du denn darauf, das ich vor Wut koche ? Nur wegen den den roten Daumen ? Nö, so schnell koche ich nicht vor Wut, wenn das so wäre, würde es das Forum hier schon lange nicht mehr geben. Ich habe nur deutlich gemacht, was ich von Deiner Behauptung halte.

      kunterbunt schrieb:

      Warum fühlst Du Dich persönlich so angegriffen?
      Habe ich Dir das nicht ausführlich genug in meiner o.g. Antwort beschrieben ? I
      ch versuche mich mal kurz zufassen. Du behauptest und bezweifelst etwas, das ein Mann sein Schnitzel nicht mit Frau teilt. Hey, ich bin ein Mann und entgegen Deiner Behauptung bin ich anders.

      kunterbunt schrieb:

      Ich hätte auch statt " Knast " "Krankenhaus" schreiben können oder lange "Rehazeit " und das war ja meine Frage: würden die Männer sich auch so kümmern ?
      Haste aber nicht, ebenso ist eine Reha oder ein Krankenhaus nicht mit einem Knast zuvergleichen.
      Was doch für ein Netz wir weben,
      wenn wir den Weg der Täuschung gehen.
    • Hallo Kunterbunt

      Aus den Erfahrungen die ich bisher miterlebt habe,kann ich Dir nur sagen dass die männlichen Angehörigen genau soviel oder sowenig getan haben wie die weiblichen. Es gibt auf beiden Seiten ....welche die nur fordern ...und welche die nur geben.
      Warum soll man das am Geschlecht ausmachen, es kommt doch auf jeden einzelnen an. Pauschal kann man die Frage einfach nicht beantworten, meine Meinung.

      lg
      maximus
      Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk