Hallo

  • Nachdem ich mich hier ein wenig eingelesen habe, bekomme ich bei einigen Beiträgen echt das :kotz: .
    Vielleicht bin ich auch in einem falschem Forum, das nur für Inhaftierte gedacht ist. Aber einige Angehörige haben wohl vergessen, dass es sich bei ihren Partnern um Straftäter handelt.
    Sie haben anderen Menschen Leid angetan, in dem man sie entweder bestohlen oder eingebrochen hat oder sie geschlagen, verprügelt, genötigt, missbraucht oder vergewaltigt wurden, in einigen Fällen sogar einfach das Leben genommen.


    Straftäter, was für ein harmloses Wort, für mich sind das Verbrecher die nicht Schuldlos im Knast sitzen. Wenn man manche Beiträge liest, wie sich Angehörige über die Haftbedingungen ihrer Ehemänner beschweren oder nur rumheulen, weil ihr Partner plötzlich verhaftet wurde, da fällt mir nichts mehr zu ein.
    Da brüskiert man sich über die Zustände im Besuchsraum oder über die noch nicht gegebenen Lockerungen, wenn sie dabei nicht einmal 2 Monate im Knast sitzen.
    All das kann man sich hier in hunderten von Themen lesen, in nicht einem Thema habe ich etwas über ihre Opfer gelesen.
    Kein Angehöriger hat dabei an die Opfer ihrer Straftaten gedacht. Während alles mögliche an Therapien für diese Verbrecher im Knast angeboten wird, können die Opfer sehen wo sie bleiben.
    Wir müssen zusehen, wie wir zu unserem Recht kommen, werden nicht nur von der Hauptverhandlung nochmals bis ins kleinste Detail gedemütigt, weil der Täter erst einmal alles abstreitet, bis ihn dann doch forensische Beweise zusätzlich überführen. Dann wird man als Geldgeil verschrien, wenn als Opfer noch eine Entschädigungsklage einreicht. Für dieses Verfahren müssen einige Opfer Finanziell noch in Vorleistung gehen um für gewisse zustellenden Anträge wie z. B. Schutz zur Verheimlichung der Adresse. Der Rechtsanwalt arbeitet auch nicht umsonst.
    Für Therapien müssen wir Opfer uns selbst bemühen, der Knackie hat sie gleich frei Haus.
    Einige Therapien werden aus Kostengründen von den Krankenkassen nicht einmal übernommen! Fahrkosten zu ambulanten Therapien ebenso nicht.
    Ich könnte hier noch etliche Beispiele nennen, wie benachteiligt wir in gewissen Situationen sind.


    Meiner Meinung nach dürfte es für keinen Verbrecher Lockerungen geben und Lebenslänglich sollte auch Lebenslänglich sein. Denn wer einem anderen Menschen das Leben nimmt, hat kein Recht der Welt mehr, nach 15 Jahren Vollverpflegung und etlichen Therapien aus dem Knast zuspazieren als wäre nichts gewesen.
    Schließlich kommen ihre Opfer auch nicht mehr zurück.


    Vielleicht sollte man öfters mal an die Opfer denken, bevor man sich über noch nicht eröffnete Vollzugspläne aufregt oder über die Farbe des Besucherraums.

  • Hi Littlebird,
    erst einmal willkommen hier im Forum.
    Ich kann Dir nicht beantworten, ob du im falschen Forum bist oder nicht. Ich sehe dieses Forum als Austauschplattform mit Anderen - auch Angehörigen - .
    Wir sind durch die schreckliche Tat unseres Kindes in ein derart tiefes Loch gefallen, das ich froh bin hier Infos und Tipps zu bekommen.


    Es mag in Dir der Gedanke aufgekommen sein, dass die Opfer hier vollkommen unerwähnt werden. Dem ist m.E. nicht der Fall (Ausnahmen bestätigen die Regel)
    Bitte denke daran, dass auch jeder Angehörige, der vollkommen schuldlos in die Straftäter(innen)-Angehörigen Rolle geraten ist, diese ganz, ganz schnell loswerden möchte. Aber auch diese Opfer Rolle werden wir Zeit unseres Lebens nicht los !!
    Glaube mir, jedes Mal, wenn ich an der Stelle wo das Opfer gestorben ist , vorbei komme, dass ich mit den Tränen kämpfe; genauso wie wenn unser Kind sagt, dass es (s)eine (hier im demokratischen Deutschland, Gott-sei-Dank nicht vorhandene) Todesstrafe akzeptieren würde.


    Mehr will ich jetzt nicht schreiben...

  • Hallo Littlebird


    Willkommen bei uns im Knastforum.
    Ob Du hier richtig bist.....kann ich Dir nicht beantworten. Ich weiss ja nicht mit welchen Vorstellungen Du dich hier angemeldet hast.
    Finden wirst Du bei uns viele Menschen die in irgendeiner Form mit dem Thema Strafvollzug zu tun haben, sei es als ehemalige/zukünftige Insassen, Angehörige vielleicht auch den ein oder anderen Bediensteten einer JVA, Anwälte und und und und.....Und auch die Straftaten ansich sind breit gefächert sei es von der Ersatzfreiheitsstrafe bis hin zu den schweren Taten.
    Nun denn....es sind trotz allem Menschen und hinter jedem steckt seine eigene Geschichte.
    Ich für mich bin hier um gerade Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite zu stehn. Warum? Weil sie nichts dafür können, weil sie oft selber von der Situation Haft eines Angehörigen überfahren werden.
    Oft weiss ich nicht warum der Angehörige sitzt...warum auch, es steht mir nicht zu über irgendjemand den ich nicht kenne ein Urteil zu fällen.
    Und meiner Erfahrung nach, wenn so wie Du es so nett beschreibst rumgeheult und beschwert wird, dann gibt es auch hier die entsprechenden Antworten.


    Fakt einfach für mich ....Angehörige leiden oft genauso (wenn auch auf einen andere Art) wie die Opfer, sie werden oft von der Gesellschaft gemieden weil sie einfach Angehörige sind. Sippenhaft sollte es nicht mehr geben.


    lg
    maximus

    Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk

  • Hallo und Willkommen hier im Forum, in dem Du bestimmt richtig bist.


    Je mehr unterschiedliche Menschen auf ein Thema treffen, desto ausführlicher kann man ein Thema beleuchten.
    Mit Sicherheit sind hier mehr Angehörige von Strafgefangenen oder wie Du es schreibst "Verbrecher" vertreten, als die von der Opferseite. Das aber kann ich leider nicht beeinflussen.


    Ich, als "Verbrecher" habe aber schon ein kleines Problem mit einem Teil Deiner Ansichten. Bei meiner ersten Inhaftierung war ich nicht nur Täter, sondern auch Opfer. Ich habe Drogen konsumiert und bin dabei erwischt worden und deswegen auch rechtskräftig verurteilt. Damals gab ich dem Staat die Schuld, mich kriminalisiert zu haben, denn den einzigen dem ich geschadet habe, war mir selbst.
    So, und warum soll ich dann als Knackie keine Lockerungen bekommen ?


    Bei meiner letzten Verurteilung gab es ein Opfer, das ist wahr. Doch als Opfer habe ich diesen Menschen nicht gesehen, das hat aber tiefere Gründe auf die ich hier nicht eingehen will.


    Aus Deinem Beitrag lese ich, das Du Opfer einer Straftat geworden bist, was mich sehr berührt. Du hast es mit Sicherheit schwerer als der Verbrecher der diese Tat begangen hat. Mit großer Wahrscheinlichkeit leidest Du immer noch an den Folgen dieser Tat, was wohl auch nie, nie ganz vergehen wird.
    Das aber gibt Dir nicht das Recht, hier alle über einen Kamm zuscheren.
    Schawn z. B. hat es ja schon auf den Punkt gebracht und maxi hat Dir ihren Grund geschildert, warum sie hier aktiv ist.


    Ich habe damals dieses Forum gegründet, damit sich hier alle zum Thema Strafvollzug austauschen können. Das meist Angehörige von Strafgefangenen vertreten sind, liegt am Thema selbst.
    Es sind nunmal die Angehörigen die sich in sogenannter Co - Abhängigkeit befinden, weil sie eben Vater, Mutter oder Ehepartner eines Täters sind. Sie sind nicht Tatbeteiligt, haben überhaupt nichts damit zu tun und sind trotzdem auch irgendwie Opfer.


    Bei aller Liebe Deiner Situation, versuche das einmal von Seite eines Angehörigen aus zu sehen.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Knastforum - Das Portal für Angehörige und Inhaftierte
    Seit über 10 Jahren das Portal für Angehörige von Gefangenen, Inhaftierten und Hilfesuchenden zum Strafvollzug


    Das steht bei mir über dem Forum - ich gehe davon aus, dass bei jedem User die gleiche Überschrift ist. Und diese Überschrift sagt schon ganz deutlich, wen man in diesem Forum treffen kann.


    Du bist hier weder falsch noch unwillkommen!!! Aber vermutlich das einzige Opfer das hier schreibt. Da ist es ganz zwangsläufig so, dass du völlig andere Empfindungen und Gedanken hast. Gedanken, die hier jeder versteht aber die vermutlich die wenigsten teilen dürften.


    Als Angehöriger hat man eben auch Empfindungen und Gedanken, die sich in eine völlig andere Richtung drehen. Man selber hat nicht das geringste verbrochen. Trotzdem bricht mit dem ersten Anruf der Polizei bez. der Verhaftung eine Welle über einem zusammen, die man weder erwartet noch verdient hat. Man muss mit der Tatsache fertig werden, dass der Angehörige in der Lage war eine ( welche auch immer ) Tat zu begehen, man muss die wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen tragen. In vielen Fällen fällt der Ernährer aus und die Angehörigen müssen schnell sehen, wie sie das Überleben sichern, Eltern stehen vor einem Scherbenhaufen, Freunde, Verwandte und Kollegen distanzieren sich. Möglicherweise wird in der Nachbarschaft mit Fingern auf einen gezeigt. Kinder baden die Sache in Kindergarten und Schulen aus. usw, usw. Und als ob das alles nicht genug ist, muss man sich mit der Situation Knast auseinandersetzen.


    Muss dort hin fahren, mit den Regeln dort klarkommen, oftmals einiges von den Beamten einstecken. Klar muss man nicht hinfahren - aber was bleibt einem wenn man den Angehörigen nicht aufgeben kann? "Zwangs-Freiwillig" irgendwie.


    Straftäter selber müssen mit Ihrer Schuld leben lernen, müssen den Entzug der Freiheit verkraften und damit leben, was sie ihren Familien angetan haben, nicht selten auch den Verlust der Familien erleben.


    Ja - Strafe muss sein. Wer gegen das Gesetz verstößt muss entsprechend bestraft werden und nach besten Möglichkeiten die Opfer entschädigen.
    Nein - Straftäter und deren Angehörige hören nicht auf Menschen zu sein. Auch sie haben Gefühle und Rechte.


    Die Opfer werden hier nicht vergessen!!! Aber sie stehen naturgemäß nicht im Vordergrund. Auch Straftäter und deren Angehörige haben Ängste, Sorgen und Gefühle. Ich selber habe dieses Forum als eine "Stigma-Freien" Raum schätzen gelernt, wo Probleme und Sorgen hingetragen werden können, die mit dem sozialen Umfeld keinesfalls besprochen werden können.



    Ob ein Forum gleichzeitig Tätern / Angehörigen und Opfern helfen kann, vermag ich nicht einzuschätzen, halte das aber durchaus für möglich. Sicher kann man viel voneinander lernen und mitnehmen. Ich denke mir nur, dass dies ein sehr schwerer Weg ist!



    LG Fego

  • Du bist hier weder falsch noch unwillkommen!!!

    Unwillkommen fühlte ich mich nicht, auch nicht nach den ersten Reaktionen auf mein Thema oder Beitrag.
    Angemeldet habe ich mich eigentlich nur um mal so zu lesen wie manche Knackies nach der Haft so ticken, dass was manche Angehörige für einen Hype um ihren infatierten Partner machen brachte mich, wie schon oben beschrieben zum :kotz:



    Glaube mir, jedes Mal, wenn ich an der Stelle wo das Opfer gestorben ist , vorbei komme, dass ich mit den Tränen kämpfe

    Leider konnte ich deine Themen hier im Forum erst nach meinen Beitrag in der Vorstellung lesen. Bin mir sicher, das es vorher nicht so war.
    Daher konnte und habe ich dich auch nicht in meinem Beitrag damit gemeint. Das dir Tränen kommen, wenn du an der Stelle des Tatortes vorbei kommst kann ich mir vorstellen und glaube dir auch, das du dich mit dem Geschehnissen beschäftigst, ist als Elternteil auch völlig normal. Als Vater / Mutter muss ja automatisch gleich daran denken, was habe falsch gemacht ?
    Wie dir, ergeht es mit Sicherheit auch anderen Angehörigen, wenn Kinder zu Tätern werden.


    genauso wie wenn unser Kind sagt, dass es (s)eine (hier im demokratischen Deutschland, Gott-sei-Dank nicht vorhandene) Todesstrafe akzeptieren würde.

    Von Todesstrafe habe ich hier nie gesprochen, auch wenn ich der Meinung bin, Lebenslänglich sollte auch Lebenslänglich vollstreckt werden, ohne Aussicht auf Bewährung. Denn wer einmal die Schranke des Todes geöffnet hat und sich damit Herr über Leben und Tod macht, hat jede Chance auf ein Leben in Freiheit verwirgt.
    Die Hinterbliebenen eines Mordopfers oder Opfer eines Totschlages erhalten auch keine zweite Chance, die bekommen ihr Kind, Mann oder Frau nicht zurück.....nie und nimmer.
    Es ist meiner Meinung leicht gesagt in einem Land wo es keine Todesstrafe gibt, zusagen ich würde sie als Täter akzeptieren. Sorry, sieh das nicht als persönlichen Angriff gegen dich.
    Ich bin gegen die Todesstrafe, nicht nur aus Glaubensgründen, sondern aus reiner Überzeugung. Es müsste aber Lebenslänglich auch als Lebenslänglich vollstreckt werden.

    Aus Deinem Beitrag lese ich, das Du Opfer einer Straftat geworden bist, was mich sehr berührt.

    Es ist schon Jahre her, viele Jahre aber immer Gegenwärtig, als wäre es gestern gewesen. Nun soll bzw. ist einer dieser Täter der zu Lebenslänglich mit besondere Schwere der Schuld aus der Haft entlassen worden. Das schönste an der ganzen Sache ist, er bekam noch eine neue Identität, damit er schon brav unerkannt unter uns weiter leben kann.
    Hoch lebe unsere Demokratie! Das sollte dich berühren, Chris. Nicht meine Opferposition, die hat keinerlei Macht über mich

    So, und warum soll ich dann als Knackie keine Lockerungen bekommen ?

    Auch wenn du dich in dieser Sache selbst als "kleiner Hühnerdieb" bezeichnest, hast du gegen geltenes Recht, dass hier in Deutschland gilt, verstoßen. Bist dafür verurteilt und inhaftiert worden, also warum dich dann noch mit einem lockerem Vollzug belohnen ? Nein mein Lieber, bei dem "guten Ruf" den zur Zeit die deutschen Knäste haben, ist das doch eh wie eine "Jugendfreizeit".
    Das habe ich hier selbst im Forum geslesen und da müssen doch die Opfer an die Decke springen.

    Ich habe damals dieses Forum gegründet, damit sich hier alle zum Thema Strafvollzug austauschen können

    Bekommst du nie das :kotz: wenn du lesen musst, was für ein Mist hier manchmal zu lesen ist ? Oder leidest du unter Masochismus ? Ich meine das nicht in sexueller Hinsicht !!
    Wahrscheinlich ist das so eine "Einstellungssache" von der ich keine Ahnung habe.
    Du bezeichnst Angehörige auch irgendwie als Opfer, sehe ich nicht so. Ihnen wurde nicht der Mensch genommen, der nie zurück kommt. Irgendwann kommt jeder Verbrecher hier in Deutschland frei und nach einigen Jahren ist das Thema Haft bei allen vorbei. Bestes Beispiel ist doch hier dein Forum, es sind doch nur noch ganz wenige Angehörige vertreten, nachdem der Mann oder Partner entlassen worden ist. Da wird ein Strich unter dem Thema Knast und Inhaftierung gemacht, weil es nicht mehr aktuell ist ist, weil viel Zeit durchs Land gezogen ist oder weil man das Thema Knast einfach satt hat. Wo bitte schön ist da noch die "Opferrolle" ? oder wie du sagst, die Co -Abhänigkeit ?


    Ich dagegen, ich trage es für ein Lebenlang mit mir rum, ich kann nicht nach 15 Jahren sagen, mach ein Strich drunter, Littlebird. Ich kann es nicht einmal für einen Tag, nicht einmal für eine Stunde oder Minute sagen, ich bin es satt, das mir mein Liebstes genommen wurde. Ich kann keinen Bogen ums Bild machen, aus dem man mir zulächelt, als wäre man für nur ein paar Minuten aus dem Haus gegenangen. Nein, ich musste erst einmal lernen ohne den Menschen klar zukommen, mir bewusst werden, das dieser Mensch nicht mehr zurück kommt......im Gegensatz zum Täter, der immer die Hoffnung hatte, eines Tages frei zukommen und das unter völlig neuer Identität.



    Bei aller Liebe Deiner Situation, versuche das einmal von Seite eines Angehörigen aus zu sehen.

    Tut mir Leid Chris, ich kann es nicht.
    Das einzige was Angehörige von mir erwarten können, ist mein Respekt wie sie mit der Inhaftierung des Familienmitgliedes umgehen, wie sie Kräfte und Durchhaltevermögen aufbringen um ihn zu begleiten, mehr ist da aber nicht.


    Littlebird

  • Hi Littlebird,
    vielen Dank für deine Rückmeldung.
    Ich möchte nur kurz auf einige Zeilen eingehen, die mich/unsere Familie und unser Kind betreffen:
    Ich habe deinen Beitrag nicht konkret auf Mich bezogen, keine Sorge. Deinen Unmut kann ich verstehen, aber ob ich etwas zum Ko--en finde (iwi finde ich das (Smiley dazu nicht), ok ist deine Einschätzung, ich hätte es anders ausgedrückt.


    Eine Tat, die den Tod eines Menschen zur Folge hat (egal wie es das Gericht im Urteil dann auch formuliert) ist das Schlimmste, was Angehörigen zustoßen kann. Einerseits ist man Co-Täter (haben das schon zur Genüge durch), als auch Opfer -wie ich in meinem Beitrag schrieb. Ich kann und will nicht für Andere sprechen, aber in Mir/Uns ist das Opfer und deren Angehörige JEDEN Tag auch unseres restlichen Lebens gegenwärtig und niemals vergessen; es macht unsagbar traurig!!
    Desgleichen auch bei unserem Kind.


    Dessen Ausspruch bezog sich darauf, dass er aufgrund der Tat niemals wieder aus dem Gefängnis will, er würde sein Leben geben um alles ungeschehen zu machen.
    Ja und die 2te. Chance : die haben ganz, ganz wenige Opfer.

  • Hi Littlebird,
    vielen Dank für deine Rückmeldung.

    Dem möchte ich mich anschließen und wünsche mir weiterhin regen Austausch.


    Bekommst du nie das :kotz: wenn du lesen musst, was für ein Mist hier manchmal ...
    Littlebird

    Nein habe ich nicht. Ich werde Dir später noch ausführlicher Antworten, ich bin leider Unterwegs und schreibe vom Handy aus, was für mich ziemlich umständlich ist.


    Also bis später


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Entschuldige bitte diese lange Wartezeit auf meinen Beitrag hier. Aber so mal eben husch husch ist nicht mein Stil, vorallem bei solch einem Thema.


    Nennen wir das Kind hier einmal beim Namen:
    Nein, gekotzt habe ich hier noch nie, werde ich auch nie, weil es keinen Grund dafür gibt. Ich finde es auch nicht schön, wie Du es bennenst, denn ich nehme jedes Posting hier ernst, egal ob es auf dem ersten Blick für den ein oder anderen als Mist erscheint.


    In den vielen Jahren hier, habe ich Angehörige erlebt, die sich das Leben genommen haben, weil sie mit der Situation des Inhaftierten Partners nicht mehr zurecht gekommen sind.
    Daher sind für mich Angehörige auch Opfer, denn sie müssen auch mit der Tat ihres Angehörigen klar kommen. Ich muss hier eingestehen, dass ich das bis zu meiner Inhaftierung nicht so gesehen habe. Meine Frau stand mir in den ersten Monaten bei, kam regelmäßig zu Besuch und erst da konnte ich sehen, wie sehr sie unter dieser ganzen Situation gelitten hat.



    Sicher, meine Haftzeit geht vorbei, auch die Zeit als Angehöriger ist vergänglich, doch es bleiben immer Narben. Es wieder "Gut" zumachen ist nicht drinnen, weder auf der Opferseite, noch auf der Seite der Angehörigen. Am liebsten würde ich diese Zeit zurück drehen um einiges ungeschehen zu machen, doch es geht nicht.
    Genauso wie der getötete Mensch nie zurückkommen wird, geht das Leben weiter.


    Unser Rechtssystem ist mit Sicherheit nicht perfekt, aber eins der demokratischsten war ich kenne. Man könnte einiges ändern, anderes wiederum abschaffen.
    Vor einigen Tagen habe ich eine Dokomentation im Fernsehn über den Kindsmörder Magnus Gäfgen gesehen. Da sind auch Fehler gemacht worden, wie z. B. die Androhung von Gewalt um zu erfahren wo sich der kleine Junge befindet. In unserem Rechtssystem ein absolutes no go, ich weiß hier gehen die Meinungen weit auseinander, gerade was Magnus Gäfgen betrifft. Für ihn war diese Androhung von Gewalt eine Steilvorlage und nutzt nun das ganze Strafvollzugsgesetz bis zum erbrechen aus. Mag nicht daran denken, was die Eltern des Jungen immer noch durch machen müssen. Denn auch Gäfgen wird eines Tages irgendwann entlassen werden.


    Dieser Typ ist eins der schlechten Beispiel von einem Inhaftierten, von denen es leider auch zuviele gibt. Aber wem trifft die Schuld, das man zum Straftäter wird ?


    Die Eltern ? Der Umgang ? oder liegt es ganz allein an einem selbst ?


    Was mich betrifft, es lag schlicht und einfach an mir. Ich wußte was Recht und Unrecht ist und dachte ich sei schlau....schlauer als das System.


    Ich hoffe, das Du irgendwann vielleich einen etwas größeren Blickwinkel von der ganzen Sache bekommst und Angehörige in gewisserweise Opfer sind.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Wenn ich hier mit meiner Wortwahl etwas daneben gelegen habe, bitte ich um Entschuldigung. Es war nie meine Absicht hier jemanden zu beleidigen.
    Ich habe schon einen recht großen Blickwinkel und ahne auch, das Angehörige unverschuldet mit reingezogen werden, genauso wie es Angehörige gibt die eine Teilschuld tragen, wwie z. B. eine Waffe ungesichert in Schränken aufzubewahren.


    Das aber war nie ein Thema von mir, mich haben nur bestimmten Beiträge verärgert, in dem Angehörige um ihren inhaftierten Partner so tertralisches Theater gemacht haben, als wären sie im Knast dort völlig deplaziert.


    Natürlich spielt auch immer die Art und Weise eine Rolle, was für ein Vergehen oder Verbrechen man begangen hat.
    Ein Kind, das im Süßwarenladen eine Tafel Schokolade klaut, ist schließlich kein Verbrecher, ist mir schon klar.


    Ich habe meinen Standpunkt hier geäußert und damit ist für mich dieses Thema auch erledigt.

  • Na dann kann ich diesen Thread ja in den nächsten Tagen schließen, wenn keiner mehr hierzu etwas schreiben will.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Ich habe meinen Standpunkt hier geäußert und damit ist für mich dieses Thema auch erledigt.

    ...und dafür (für deine Meinungsäußerung) danke ich Dir ; es belebt ein Forum in dem es um den Strafvollzug geht, auch konträr zu diskutieren.
    Außerdem wird der Blick auf die Medaille , die bekanntlicher Weise 2 Seiten hat, umfassender.
    Auch wenn du in Bezug auf den Strafvollzug nicht direkt betroffen bist, verstehe ich deine Beweggründe sehr gut dich hier anzumelden.
    Ich habe seit deinem 1.Beitrag hier noch viel mehr an Alle denken müssen, die direkte Opfer einer Straftat geworden sind.