moin . liebe Gemeinde

  • Ich packe es mal hier rein. Ich war am Mittwoch zu einer Weihnachtsfeier geladen, wo auch meine Lebensberaterin geladen war.
    Als wir über meinen besten Freund sprachen , sagte sie mir man hört immer noch Betroffenheit in meiner Stimme. Ja , ich habe mein Leben wieder voll aufgenommen, alles andere würde nicht funktionieren . Aber da ist wohl noch etwas , wie habt ihr das auf die Reihe bekommen, das alles aber auch wirklich alles seinen Weg geht?


    Zweite Frage , mein bester Freund redet sich ein, das die Besuche bei ihm Stress für mich sind. Da wir "im draussen" wirklich viel Kontakt miteinander hatten freue ich mich wirklich darauf , ihn zu sehen und mache mir Vorwürfe, wenn es nicht klappt. Wie bekomme ich dieses doofe Gedankengut aus ihm herraus ?


    liebe Grüße und danke

  • Hallo winatchia,



    ... Aber da ist wohl noch etwas , wie habt ihr das auf die Reihe bekommen, das alles aber auch wirklich alles seinen Weg geht?

    Was genau meinst Du damit? Dinge die aktuell geregelt werden sollten? Oder wie es "danach" weiter geht?


    Zur anderen Frage - zeig Deinem Freund immer wieder, wie schön es ist ihn zu sehen. Habt eine gute, entspannte Besuchszeit.


    LG Darky

  • Ich meine damit, das auch die innere Betroffenheit , weg geht . Ich habe das wohl immer noch für mich verinnerlicht, das es so ist , wie es ist.Trotz dessen, das ich mir Hilfe gesucht habe, Und da ich allein erziehend bin , muss das auch weg . Wir rechnen mit ca 3 Jahren Haft , über das danach brauche ich mir keine Sorgen zu machen. Die Anfangsschwierigkeiten haben wir ge

  • Mein Freund ist jetzt knapp 3 Jahre inhaftiert. Die innere Betroffenheit ist immer noch da und wird wohl auch nicht weichen. Aber der "Knast", also die Abläufe, Regeln usw wurden im Laufe der Zeit zur Routine. Zuerst hat mich vieles aufgeregt und ich war ungeduldig. Heute weiß ich besser damit umzugehen und ich habe, im Laufe der Zeit, gelernt mein eigenes Leben draußen zu leben.
    Das wird Dir jetzt wahrscheinlich nicht groß helfen. Aber bei mir ist tatsächlich die vergangene Zeit der Faktor, der mich ruhiger werden lassen hat.
    Die Tat verabscheue ich jedoch wie am ersten Tag!


    LG Darky

  • hallo Darky


    über Taten gibt es nichts hinweg zu diskutieren . Ich denke , unsere Menschen da drin , müssen dankbar sein, das wir sie nicht fallen lassen.

  • Mit der " inneren Betroffenheit " geht jeder völlig anders um. Bei vielen weicht sie nach dem sich alles mit der Inhaftierung eingespielt hat, bei anderen vergeht sie erst nach der Haftzeit.


    Zweite Frage , mein bester Freund redet sich ein, das die Besuche bei ihm Stress für mich sind. Da wir "im draussen" wirklich viel Kontakt miteinander hatten freue ich mich wirklich darauf , ihn zu sehen und mache mir Vorwürfe, wenn es nicht klappt. Wie bekomme ich dieses doofe Gedankengut aus ihm herraus ?

    Nun, raus bekommst Du das nie. Für uns Inhaftierte läuft während der Haft eine völlig andere Uhr. Das Zeitgefühl beim Besuch ist ein anderes, wir schöpfen aus den 30 oder 60 Minuten die Kraft und Geduld bis zum nächsten Besuch. Wir spüren auch die Anspannung des Besuchers, egal wie groß sie ist. Das liegt wohl daran, das der Inhaftierte "Haftgewohnt" ist und mit den Abläufen täglich zu tun hat.
    Für den Besucher, der alles 14 Tage nur kommt ist das immer erneuter Stress, durch die Besucherkontrollen zu gehen. Das legt sich zwar mit der Zeit, ist aber für uns spürbar.
    Das meint Dein Freund mit Stress.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.