Der 1. Besuch/ JVA Weiterstadt

  • Hallo ihr Lieben,
    wollte mit euch meine Erfahrungen von unserem ersten Besuch Teilen.
    Am Dienstag den 24.04. war es endlich so weit, nach 6 langen Wochen hatten wir endlich unseren ersten langersehnten Besuch. :jabajabadu:


    Unser Besuch fand um 16:30 statt, ich war allerdings schon um 15:15 dort musste noch ein paar neue Schuhe für meinen Schatz abgeben.
    Der Beamte bei ich unsere Tochter und mich mit unseren Papieren anmeldete war anfangs etwas patzig, als er dann merkte das wir das erste mal Besuch hatten, und ich noch nicht wirklich wusste wie alles abläuft war er doch ganz freundlich und erklärte mir alles. Ich verstaute also alle meine Sachen im Spint, und dann ging es rein.
    Mit nehmen durfte ich nichts außer 5 Euro Kleingeld und den Spintschlüssel, ausnahmsweise noch einen Schnuller da unsere Tochter erst ein Jahr alt ist. Fand ich total lieb.
    Die Kontrolle war relativ unspektakulär, wie am Flughafen. Uhr, Kleingeld, Schüssel und alles was piepst in eine Kiste, Schuhe dahinter und ab ging's durch den Scanner. Ich musste dann durch das Tor laufen, und wurde danach nochmal abgepipst. :D
    Die kleine wartete in einem Kinderstuhl der bereit stand geduldig bis Mama fertig war und dann war sie dran. Der Beamte war wirklich freundlich und hat mir ein wenig die Aufregung genommen.
    Der Wartebereich ist groß,hell und freundlich eingerichtet. Ich konnte ich dann am Automaten Süßigkeiten und Getränke ziehen. Es gab eine spielecke für Kinder, die kleine war also beschäftigt. :)
    Ich wurde direkt von anderen Angehörigen an die Hand genommen und sie haben mir alles erklärt.
    Die Besucher wurden in Gruppen einem Beamten zugeteilt der uns in den Besucherraum führte. Es ist ein sehr kleiner Raum mit 5 Tischen an dem jeweils 4 Stühle stehen. Ganz vorne stand ein Podest an dem der Beamte saß. Naja, als wir alle platz genommen hatten und die Tür verschlossen war kamen endlich die inhaftierten rein.
    Die Freude war natürlich riesig und endlich konnte ich meinen Mann wieder in die Arme nehmen und küssen, und die kleine konnte ihren Papa kuscheln.
    Wir hatten eine Stunde die wir wirklich als Familie ein bisschen genießen konnten, auch wenn die Atmosphäre natürlich nicht die schönste ist.
    Meinem Mann geht es nicht wirklich gut, er wirkt abwesend und in sich gekehrt. Ich konnte ihn ein wenig motivieren positiv zu denken und hoffe er wird bald auf Therapie verlegt ( Wenn alles nach Plan läuft dann wird es Mitte Juni) . Dann kann er arbeiten und an Angeboten Teil nehemen damit er Ablenkung bekommt.
    Er meinte er hat sich Bücher aus der Bibliothek bestellt, das ist 14 Tage her und er hat bis jetzt noch keines. Arbeit bekommt er nicht, da er ja bald geht. Ihm ist halt sehr sehr langweilig, und er freut sich wirklich auf die Therapie.
    Das sind wenigstens positive Voraussetzungen das ganze dann auch zu schaffen!
    Die Stunde verging natürlich wie im flug, aber nächste Woche sehen wir uns zum Glück schon wieder! :lila:
    So das waren meine Erfahrungen, hoffe ich kann dem ein oder anderen ein wenig die Aufregung vor dem ersten Besuch nehmen.


    LG
    eure Pabloush

  • Ich finde es immer sehr spannend wenn Angehörige von ihrem ersten Besuch berichten. Die ersten Eindrücke, die ersten Begegnungen hinter verschlossenen Türen mit den Vollzugsbeamten, bis hin zum ersten langersehnten Kontakt des Liebsten.
    Schön ist es auch immer häufiger zu lesen, das es viele freundliche Beamte gibt, das mich in dem bestärkt, was mir damals mein Abteilungsbeamterüber den Wandel im Strafvollzug erzählt hat.
    Die neuen Vollzugsbeamten die dazu kommen haben mittlerweile ganz andere Ansichten zum Vollzug, als die "alten Hasen", aus die den Strafvollzug noch aus den 1970 Jahren kennen.


    Es gibt natürlich immer noch die Vollzugsmenschen, die sich während ihrer Ausbildung in der Justizvollzugsschule über Knackies belustigen, ich habs damals selbst als Inhaftierter mitbekommen.
    Doch die sind Gott sei Dank in der Minderheit.


    Vielen Dank Pabloush für Deinen Beitrag zum Besuch.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Bitte bitte sehr gerne!
    Ich war sehr nervös, da ich echt ein wenig Bauchgrummeln hatte vor der ganze Prozedur. Dachte die Vollzugsbeamten sind total streng und vielleicht irgendwie herablassend. Hab mir da halt ein Horror Szenario ausgemalt. :geistreich:
    Aber, wie gesagt ich empfand es sehr positiv, alle waren sehr höflich und nett.
    Ich hatte auch immer das Gefühl dass ich weiter geholfen bekomme. Zb. Als ich fragen zum Status der Besuchererlaubniss, Besuchsterminierung hatte.
    Schwarze Schaafe gibt es leider immer, aber zum Glück (oder eher hoffentlich)nicht mehr so oft....

  • Hallo Pabloush, danke für deinen Bericht! Ich habe zwar den ersten und auch den zweiten Besuch schon hinter mir, aber für andere ist es sicher hilfreich. Da hast du wirklich Glück gehabt, dass dir so geholfen wurde, das kann ich leider nicht bestätigen.
    Bei mir kam noch die Sprachbarriere dazu, da mein Freund ja in den NL inhaftiert ist.
    Ich freu mich aber für dich, dass es verhältnismäßig entspannt war. Ich hab mir auch Horrorszenarien ausgemalt.