Erster Besuch in der JVA Rheinbach

  • Heute morgen hatte ich meinen ersten Besuch in der JVA Rheinbach.

    Der erste positive Aspekt: nur noch 110 km zu fahren. Nach Holland waren es fast 250 km (einfache Strecke).

    Ich durfte 20€ in Münzen und Briefmarken mitbringen (Das gibt es in den NL nicht). Ich mußte nach dem Anmelden auch in einem Wartebereich warten und wurde dann einzeln zur Kontrolle gebeten. Die Tasche wurde durchleuchtet und ich mußte durch den Scanner und wurde dann abgetastet.
    (Zum Vergleich: In den NL wurde die Tasche schon vorher eingeschlossen. Ich selber mußte durch den Scanner, abgetastet wurde man nicht. )

    Das Geld und die Briefmarken durfte ich mit reinnehmen. Der Raum war nicht arg groß und mit ganz normale Tischen und je 4 Stühlen bestückt.

    Ein Stuhl an jedem Tisch war markiert, dort hatte der Häftling Platz zu nehmen. Ich durfte neben ihm sitzen und wir durften uns berühren und küssen, wie und wann wir wollten.

    (In Holland gab es einen langen tresenartigen Tisch, der auf beiden Seiten mit festgeschraubten Hockern bestückt war. In der Mitte des Tisches war eine 10 cm hohe Plastikkante montiert. Händchen halten ging schwer, war auch nicht immer erlaubt...)

    Wir haben viel geredet und waren uns so nah, das war schön. So ganz ohne telefonieren (das ist ein Nachteil in Rheinbach gegenüber NL , dort konnte er ja immer telefonieren)

    ist es hart. Aber ich bekomme viel Post.

    Da die Besuchszeit 11:45 endet, mußte ich dann auch gehen. Ich war seit 09:15 Uhr da. Also 2,50 Std. Die Beamten sind bei der Dauer der Besuche sehr relaxt (in den NL war es streng 1 Std, ich als Fernanreisende durfte 2 Std, mußte aber zwischendurch aus dem Besuchsraum wieder raus.) , ich bekam einen Kaffee (das gab es auch nicht in den NL) und nach dem Besuch durfte sich mein Freund von dem Geld was aus den Automaten ziehen.

    Den nächsten Besuch habe ich auch direkt abgesprochen, am 19.06. , Nachmittags.

    Noch ein Vorteil: Rheinbach bietet einen langen Tag an, Dienstags und ich muss dafür nicht freinehmen, sondern nur früher gehen.


    Bin jetzt sehr froh, weil wir einiges klären konnten und die JVA auch durchaus ihre Vorteile hat.

    Und bis zum 19. ist es nicht mehr lang. ;)


  • Ich war als Besucher zu letzt Anfang der 1990 Jahren in der JVA Rheinbach. Ein Besuch wäre fast in die Hose gegangen, stand da auf der A1 fett im Stau
    Beim ersten Besuch habe ich den Eingang fast nicht gefunden, der war so unscheinbar in die Mauer intigriert.

    Einen Scanner gab es damals auch noch nicht und der Sitzplatz war frei wählbar.


    Ich glaub der Umbau fand um die Jahrtausendwende statt und es wurde dort auch eine Weltkriegsbombe gefunden.

    Da haben die zur Entschärfung den ganzen Knast räumen müssen. Zu dieser Zeit befand ich mich in Wittlich im Knast, ohne Informationsquellen. Über Transportgefangene haben wir über diesen Bombenfund erfahren.


    Ich bin immer wieder froh, niemanden mehr in einer JVA besuchen zu müssen.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Das mit den Bombenfunden beim Bauen kommt ja in NRW oft vor, das ist echt gruselig.

    Chris, ich habe mir die JVA im Internet schon angesehen und wusste, wie der Eingang aussieht, Nur der große Parkplatz, den hatte ich vorher nicht entdeckt. ;)

  • Durch diesen Haupteingang bin ich damals definitiv nicht gegangen und beim ersten Besuch (mein kleiner Bruder befand sich damals dort) habe ich ausversehen auf den Vollzugsbeamten - Parkplatz geparkt. Nach dem Besuch wurde ich freundlich darauf hingewiesen, dort nicht mehr mein Fahrzeug abzustellen.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.