Hallo zusammen

  • Hi,


    da ich wusste das wohl eine Inhaftierung auf meinen Partner zukommen wird habe ich mich im April hier angemeldet. Habe bisher aber nur mitgelesen.


    Nun ist mein Freund tatsächlich seit ein paar Tagen in Haft.

    Die ersten beiden Tage war ich relativ gefasst aber nun spüre ich das ich von Tag zu Tag unruhiger werde. Leider ist bisher auch noch keine Post von ihm bei mir angekommen. Ebenso wenig weiß ich nicht ob er meine Briefe bereits erhalten hat.


    Ich hoffe hier auf ein wenig Austausch.

    Zwar gehe ich im Freundes,- und Familenkreis offen mit dem Thema um, stoße aber auf nicht allzu viel Verständnis und Gesprächsbereitschaft.

    Vor allem deshalb weil wir erst seit 4 Monaten zusammen sind und keiner so wirklich verstehen kann das ich mich nach solch kurzer Zeit nicht einfach "verdrücke".


    Das ist für mich aber keine Option.

    Ich habe zwar keine Ahnung was da nun auf mich und uns tatsächlich zukommen wird, ich hatte bis jetzt keinerlei Berührungspunkte zur Thematik, bin aber dennoch erstmal ganz zuversichtlich das wir es irgendwie gemeinsam hinbekommen werden.


    Genug fürs erste,

    Winke, Fraggle

    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen,

    Zeit kann nicht schwächen

    und niemand ersetzt den anderen.

    Eigentlich ganz einfach.


  • Herzlich willkommen hier, Fraggle!

    Ich freue mich über eine Gleichgesinnte, ich war zum Zeitpunkt der Verhaftung auch erst so kurz mit meinem Feund zusammen, allerdings wusste ich davon vorher nix.

    Erfahrungsgemäß dauern die ersten Briefe etwas länger, so war es zumindest bei euch, später ging das schneller. Mein Tipp: Sende ihm Briefmarken und überweise ihm evtl. etwas Geld zum Telefonieren oder so.Ich denke, gerade in der Anfangszeit, solange er nicht arbeitet, kann das hilfreich sein. Ich schreibe in meinen Brief immer rein, wie viele Briefmarken ich beigelegt habe.

    Viele Grüße

  • Hi Eilan, Danke.


    Bei uns schien es Anfangs so als sei die Kuh vom Eis. Er befand sich in Wiedereingliederung (heißt das so?) und hätte im Anschluss daran nur noch Bewährung gehabt.

    Leider kam es anders.


    Briefmarken habe ich schon mit geschickt.


    Geld überweisen kann ich noch keins, dafür brauche ich die Buchnummer die er mir erst per Brief mitteilen muss. Abgesehen davon muss jede Überweisung zweckgebunden sein (so hat er es mir vorher erklärt), beantragt und genehmigt werden.


    Ebenso mit der Telefonkarte, da warte ich ebenfalls auf ein Formular der JVA in dem ich bestätigen muss das er mich anrufen darf.


    Insofern bleibt nur warten. Und mir ist gerade viel mehr danach was für ihn tun zu wollen.

    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen,

    Zeit kann nicht schwächen

    und niemand ersetzt den anderen.

    Eigentlich ganz einfach.


  • Ah, ok, das ist ja auch in den verschiedenen JVAs immer anders.

    Du hast doch schon viel getan. ;)


    Lernen muss man vor allem Geduld und die Gelassenheit, dem Häftling nicht alles abnehmen zu wollen, der hat viel mehr Zeit, sich zu kümmern als du.

  • Ich bin eigentlich ein geduldiger Mensch. Aber halt eher aktiv-geduldig sds

    Dieses nix tun ist nicht meins. Werde ich wohl lernen müssen.


    Ich hoffe es wird besser, spätestens dann, wenn sich alles eingespielt hat.


    Wie lange hat es bei euch gedauert bis ihr ein wenig gelassener mit der neuen Situation umgehen konntet?

    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen,

    Zeit kann nicht schwächen

    und niemand ersetzt den anderen.

    Eigentlich ganz einfach.


  • Hallo Fraggle, auch von mir. Schön, dass Du zu uns gefunden hast.

  • Willommen hier im Forum und wie Du siehst, tauschen wir uns hier noch zur späten Stunde aus, bist also richtig hier.

    Wie lange hat es bei euch gedauert bis ihr ein wenig gelassener mit der neuen Situation umgehen konntet?

    Das hängt von der jeweiligen Verfassung eines Betroffenen, manche können sich innerhalb von drei oder vier Wochen mit der neuen Situation abfinden, bei anderen dauert es halt etwas länger.

    Die Erfahrunghier zeigt, dass man schon ein oder zwei Monate benötigt um mit der neuen Situation umzugehen. Ruhiger und gelassener wird man i. d. R. schon etwas, nach dem ersten Besuch. Da fällt die erste Anspannung schon einmal ab, weil man die Modalitäten eines Besucherablaufs kennen gelernt hat.

    Wichtig zu wissen wäre noch, das der Knast eine eigene Welt ist und nichts so läuft, wie wir es von draussen kennen.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Guten Morgen und vielen Dank für den netten Empfang.


    Hast du schon eine Besuchserlaubnis beantragt?

    Nein. Bisher hab ich nicht getan, außer Briefe zu schreiben.


    Mein Freund ist (leider) nicht ganz unerfahren was Haft betrifft. Wir hatten vor Tag X viele Gespräche geführt, auch über die Abläufe wenn er denn dann drinnen ist.


    Und er sagte, es müsste alles erst von seiner Seite aus beantragt werden. Ich könne da erstmal gar nichts auf den Weg bringen sondern müsse warten bis ich alles zugeschickt bekomme.


    Wenn es auch andere Möglichkeiten gibt, ich bin dankbar für jede Info.

    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen,

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    Eigentlich ganz einfach.


  • Hi Fraggle

    Willkommen auch von mir.


    Momentan kannst du nicht wirklich viel tun außer warten und fleißig Briefe schreiben. Ich kann aus meinen Erfahrungen sagen das es dauert bis er sich meldet. Ich zb habe die ersten 10 Tage garnichts von meinem gehört, wusste noch nicht mal genau wo er ist.


    Die Briefe die ich ihm geschrieben habe sind aber alle angekommen selbst als er verlegt wurde, haben sie ihm die hinterher geschickt. Mit den Besucheranträgen ist es so wie bei euch. Er muss sie beantragen. Es hat etwa 4 Wochen gedauert bis ich ihn besuchen konnte.

    2 mal im Monat für 1 Stunde manchmal auch für 1,5 Stunden. Dann darf ich jedesmal 20 Euro mitbringen und ihm davon Tabak oder süßes kaufen. Die haben im Warteraum Automaten wo man das kaufen kann.


    Telefonieren ist sehr unregelmäßig,etwa alle 2 Wochen für ca. 15 Minuten,wenn er keinen Besuch bekommt. Aber auch da muss er jedesmal einen Antrag abgeben. Und ob das dann immer so klappt ist auch so ne Sache.


    Ansonsten ist es so das die ersten Wochen für mich ziemlich lang vorkamen und ich es zum Teil unerträglich fand. Irgendwann hat man sich aber auch dran gewöhnt das er erstmal weg ist. gerade wenn der Alltag wieder eintritt und dein Leben geht weiter...einfach so ;)


    Ich schicke meinen regelmäßig Briefmarken, die brauch er zwischenzeitlich mal um sie gegen Tabak oder so zu tauschen.


    Wünsche dir die Kraft durchzuhalten


    Lg Mei

  • Hallo Mei,


    vielen Dank. Ich bin optimistisch, das wir es hin bekommen.


    Ich hoffe es ist bei uns auch wie bei Euch, und er bekommt wenigstens meine Briefe. Das ist momentan wichtiger als das ich seine kriege.

    Ich kann mich beschäftigen und ablenken, mein normales Leben geht weiter. Auch wenn ich ihn natürlich zur Zeit ganz viel in meinem Kopf habe, meine alltäglichen Abläufe bleiben bestehen.


    Er hat momentan gar nichts, befindet sich wohl auch noch im Zugang.

    Anfang der Woche konnte er mich vom Sozialarbeiter(?) aus kurz anrufen, daher weiß ich das.


    Ich denke wenn er demnächst "endgültig" angekommen ist, wir nach und nach alles auf den Weg bringen können was ihm die Zeit dort etwas erleichtert (TV, Überweisung für Sondereinkauf, Besuchserlaubnis, ect) und eine gewisse Routine eintritt (telefonieren - besuchen - schreiben), dann komme ich auch wieder mehr zur Ruhe.


    Es ist halt ne schwierige, erste Zeit durch die man da durch muss.

    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen,

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    und niemand ersetzt den anderen.

    Eigentlich ganz einfach.