Abschiebung aus Frankreich

  • Guten Morgen ihr Lieben,

    mein Mann sitzt derzeit in Frankreich in Seysses.

    Normalerweise geht die Haft bis 21. August. Es gibt aber die Möglichkeit nach der Hälfte der Zeit nach Deutschland abgeschoben zu werden. Und er muss die restliche Zeit dann hier auch nicht weiter absitzen.

    Die Verhandlung zur Halbstrafe ist am 21.Juni.

    Oh man diese Warterei, dieses hoffen und bangen macht mich noch wahnsinnig!:heul2:


    Nun meine Fragen, hat jemand Erfahrung mit so einer Abschiebung?

    Wie schnell nach der Verhandlung geht das in der Regel?

    Was kommt in Deutschland auf meinen Mann zu? (Sie sagen, nur eine Verhörung am Flughafen)

    Ist überhaupt schon jemand von hier in Frankreich bzw. Seysses gesessen oder kennt jemanden?


    Ich würde mich so über ein paar Erfahrungen freuen!


    Liebe Grüße

    Sandra

  • Hallo Sandra,


    leider ist das Abschiebungsgesetz und alles was damit zusammenhängt nicht mein Spezialgebiet.


    Vielleicht kann Dir da Lasker weiterhelfen, er kennt sich da mit Sicherheit viel besser aus, als ich.


    Warte noch etwas, bis er online kommt, dann erhälst Du mit Sicherheit bessere Antworten als die von mir.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Hallo Sandra, viel Weiterhelfen kann ich Dir auch nicht, da es um französisches Recht geht.

    Ich kenne mich mit Abschiebungen aus der Haft aus Deutschland ( § 456a StPO) aus. Der erste große Unterschied ist dabei schon, dass es keine Verhandlung gibt. Vielmehr erlässt die StA ( bei Erwachsenen) oder der Jugendrichter ( bei Jugendlichen und Heranwachsenden) nach Anhörung der JVA rechtzeitig einen Beschluss, indem er einen Zeitpunkt festlegt, ab wann eine Abschiebung möglich ist. Dieser Beschluss geht an die JVA, den Verurteilten und das zuständige Ausländeramt. Dieses ist dann für die eigentliche Abschiebung zuständig. So ist es bei uns.

    Was ihn in Deutschland erwartet? Zunächst mal gibt es das Verbot der Doppelbestrafung. Wurde er in Frankreich verurteilt, kann er wegen desselben Deliktes nicht mehr in Deutschland angeklagt werden. Diese Anerkennung ausländischer Urteile gilt für alle EU-Staaten. Wenn ihm in Deutschland ein Verhör ( Beschuldigtenvernehmung) erwarten sollte, dann jedenfalls nicht wegen der abgeurteilten Tat.