Frust

  • Hallo alle Miteinander,


    das ist jetzt mein 3. Beitrag an diesem Abend, aber ich muss das alles los werden.

    Natürlich habe ich viele Menschen die mir auch so zuhören, aber die können das alle nun mal nicht so nachvollziehen wie ihr.


    Mein Freund ist seit gerade mal knapp 3 Tagen in Haft und alles fällt mir so unglaublich schwer.

    Wir haben zwar schon zwei mal telefoniert, aber das scheint ja alles nicht wirklich billig zu sein. Deshalb schreibe ich auch Briefe an ihn, die natürlich erst die Tage bei ihm ankommen werden.


    Mir fällt es wirklich schwer zu verstehen warum das alles passiert. Ich mein klar, sowas passiert ja nicht umsonst. Aber naja... ich mache mir trotzdem Sorgen.

    Am Telefon höre ich wie er leidet, auf der Fahrt zur JVA hat er nur geweint.

    Mein Freund ist kein Weichei, auch wenn es sich gerade so ließt. Er hat halt einfach nur schon viel durch gemacht, viel verloren und viel Scheiße gebaut, jedoch hat er vor Jahren angefangen alles wieder gut zu machen. Sich zu holen was er verloren hat und ein besserer Mensch zu werden.

    Nun das... Haft wegen Faulheit. Ich weiß, Dummheit/ Faulheit schützt vor Strafe nicht, aber zum Teil wussten wir es nicht besser.

    Ich sowieso nicht, mit sowas hatte ich nie viel zu tun.


    Darum geht es mir jetzt aber nicht.

    Es geht darum, das ich ihn vermisse. Ganz schrecklich.

    Die Gedanken die ich habe, kann ich nicht abstellen, genau so wenig wie die Gefühle.

    Natürlich muss mein Leben weiter gehen, aber es ist so schwer.

    Ich mag nicht raus gehen, weil ich denke jeder sieht was los ist. Was ja gar nicht sein kann. Manchmal fange ich plötzlich an zu weinen, was ziemlich scheiße ist, denn ich arbeite im Einzelhandel an der Kasse. Ich kann nicht einfach mal aufstehen, wenn die Tränen laufen.

    Ich sitze in unserer gemeinsamen Wohnung und warte darauf das er von der Arbeit nach Hause kommt, was völliger Blödsinn ist, denn er wird nicht kommen. Alles in dieser Wohnung erinnert mich an ihn.

    Im gemeinsamen Bett kann ich auch nicht schlafen, das schaffe ich einfach nicht.

    Nun gut, ich bin wahrscheinlich ein ziemlich emotional schwacher Mensch, einfach weil ich auch viel durch machen musste.

    Ich habe das Gefühl, ich werde niemals damit klarkommen.


    Ich treffe mich mit meinen Freunden, versuche mich abzulenken und Spaß zu haben, aber das gestaltet sich noch etwas schwierig.


    Naja, jetzt steh ich nun aber mal alleine dar und muss gucken wie ich unsere Wohnung halten kann. Klar gibt es Unterstützung von Vaterstaat, die muss ich auch in Anspruch nehmen, aber das ist mir irgendwie auch sehr peinlich.

    Und was ist wenn er länger als 9 Monate in Haft sitzt? Nach 6 Monaten wird es ja schon schwierig die Wohnung zu halten, da man dann aufgefordert wird eine neue Wohnung zu suchen.


    Ich bezweifle nicht, das wir die 9 Monate nicht schaffen würden, also mein Freund und ich. Unsere Beziehung war top, ich lass mir von so einer Lappalie nicht meine Beziehung versauen, definitiv nein!

    Jedoch habe ich irgendwie Angst, das mein Freund nicht mehr der sein wird, der er mal war, wenn er dort raus kommt. Ich meine, er ist sehr emotional geworden, aber redet über seinen Kummer nur mit mir. Nur ich bin ja jetzt nicht bei ihm.


    So viele Sachen die in mir vorgehen ... so viele Gefühle und Sorgen.

    Wie geht es weiter? Wie geht es ihm? Was passiert mit ihm? Behandeln die ihn gut? Kann ich irgendwas tun für ihn?


    Ich glaube einige von euch werden das kennen ... tut mir leid für den riesigen Text, das muss sich auch keiner durchlesen. Ich wollte mich einfach nur mal ausschreiben.

    Falls es doch jemand ließt, danke für eure Geduld.


    Liebe Grüße

    SoulOfAnubis

  • Nun, eins vorweg. Du musst Dich hier für nichts entschuldigen,schreib Dir den Frust von der Seele, dafür ist dieses Forum unteranderem auch gedacht.


    Natürlich ist Deine Geschichte hier kein Einzelfall, sondern eher die normale Reaktion auf eine Inhaftierung.


    Du machst Dir viel zu viele Gedanken über Dinge, die noch gar nicht passiert sind oder passieren werden.

    Die Wohnung zu halten über die kurze Haftzeit dürfte kein Problem werden, mit finanzieller Hilfe des Sozialamtes ist das auch nach 6 Monaten möglich.

    Sicher kommen jetzt Weg auf Dich zu, auf denen Du von einem Amt zum anderen Amt gehen wirst, Dich aber stärker machen, weil Du etwas erreichst.

    Sich Gedanken um den Freund zu machen, sind nicht falsch, aber Du machst Dir da zu viele. Ihr habt das Glück nur eine kurze Zeit von einander getrennt zu sein und in dieser Zeit ändert sich der Ablauf seiner Inhaftierung fast wöchentlich.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Dein Freund einen Schaden von seiner Inhaftierung davon trägt. Bei 9 Monaten und davon die meiste Zeit im offenen Vollzug sind die Chancen sehr gring.


    Ich bin bei 48 Monaten auch nicht als " kaputter Mensch" aus dem Knast gekommen. Einige Dinge fielen mir am Anfang zwar schwer, aber ich hatte einen Menchen an meiner Seite, der mich in dieser Zeit aufgefangen hat.

    Ich hab versucht das positive aus meiner Inhaftierung zu ziehen, was mir auch nach und nach auch gelungen ist.


    Kleiner Tipp von mir:

    Auch wenn es Dir jetzt schwer fällt, mach Dir keine Gedanken um ihn, sondern fang an, an Dich zu glauben. Denn Du bist jetzt wichtig, nicht er.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Das freut mich zu hören :)


    Dann bin ich beruhigt, denn ich denke immer das ich extrem durchdrehe.

    Ich bin nun mal leider eher die denkende Person, dann muss ich mich mit meinen Gefühlen nicht befassen. Das war schon immer so, darin bin ich gut. Deswegen denke ich auch über Sachen nach, die noch gar nicht passiert sind oder nicht so weit sind.

    Kein Mensch kann alles bedenken, aber ich möchte vorbereitet sein.

    Evtl. ist das auch eine Frauenkrankheit immer alles kaputt zu denken.


    Der offene Vollzug steht noch nicht fest, dem steht aber bis jetzt eigentlich nichts im Wege.

    Klar, ich habe mir hier schon einiges durchgelesen und so schlimm kann man sich in „kurzer“ Zeit nicht verändern, jedoch wissen wir alle, jeder ist anders.

    Die einen stark, die anderen schwach. Aber ich glaube auch, das wenn diese 9 Monate vorbei sind, denkt man sich doch schon irgendwie „ging schneller als gedacht“. Nun, momentan kommt es einem nicht so vor und meinem Freund bestimmt auch nicht.

    Er ist der Pessimist von uns beiden. Habe natürlich auch versucht positive Seiten dessen zu erklären, aber da muss er ja im Endeffekt auch selbst drauf kommen.


    Bei 48 Monaten kann ich mir schon vorstellen, das es dann komisch und schwer ist wenn man wieder zuhause ist.

    Wenn du sagst, das eine Person die dir halt gegeben hat, dir geholfen hat, wird es bei meinem Freund wohl auch so sein, auch wenn es nur 9 Monate sind.

    Aber mal ernsthaft, kann man mit Briefen jemanden aufmuntern? Also hilft das dem Inhaftierten?


    Ja ich gebe zu, ich glaube eher wenig an mich und kümmere mich auch eher um andere als um mich. Das ist mal so, mal so. Ich bringe jetzt erstmal alle Gänge zum Amt zuende und dann schaue ich mal weiter. :)

  • Hallo liebe Anubis,

    du machst dir wirklich viele Gedanken und ich kann dich gut verstehen. Zu Beginn ist das alles schwierig.

    Zunächst einmal mein Standardsatz, den ich selber erstmal gelernt habe: Mache dir nicht so viele Gedanken um ihn. Er hat ein Bett, ein Dach über den Kopf und er bekommt warme Mahlzeiten. Für ihn ist erstmal gesorgt. Natürlich wird er sich verändern, so eine Erfahrung bleibt mit Sicherheit nicht ohne bleibende Eindrücke.

    Wie bei deinem Freund war meiner auch bereits wieder auf dem richtigen Weg und nun hat ihn die Vergangenheit eingeholt und er muss dafür noch geradestehen. Mittlerweile hat er das aber angenommen und sieht es als Chance, anschließend mit mir einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. (Wir waren noch nicht so lang zusammen, und er hat eine Reststrafe von ca 15- 20 Monaten, so genau ist das offenbar noch nicht geklärt....)
    Natürlich helfen die Briefe. Chris hat die Verbindungen mal als "Nabelschnur nach draußen" bezeichnet und so sieht es mein Freund offenbar auch. Ich bekomme ca 4 Briefe in der Woche, er schreibt sich einfach die Seele aus dem Leib, obwohl er auch arbeitet. Meine Briefe helfen ihm bei allem. Wieso sollten sie auch nicht? Wenn ihr nicht telefonieren könnt, wovon ich jetzt erstmal ausgehe, dann bleibt nicht viel mehr. Und ganz im Ernst, so viele tolle Liebesbriefe habe ich schon lange nicht mehr bekommen.

    Leg Briefmarken dazu, die sind immer gern genommen.

    Du kannst für ihn da sein, aber nimm ihm nicht alles ab. Ein wenig sollte auch in seiner Verantwortung bleiben, auch wenn du das Gefühl hast, er leidet. Zu Anfang ist das natürlich schlichtweg ka*** ( ich sag das mal so salopp und leichtfertig, dabei kann ich es selber nur aus der Ansicht einer Angehörigen sagen. Allerdings habe ich mit meinem Freund sehr viele Gespräche auch darüber geführt (Zu Anfang seiner Haft dieses Jahr war er in den NL, dort konnte er immer telefonieren.) Er wird sicher fangen, du wirst das sehen. Er muss einfach nach vorne blicken und 9 Monate sind überschaubar, gerade, wenn ein Teil noch im OV ist.


    Wegen der Wohnung kann ich dir leider nicht weiterhelfen, das betrifft mich / uns nicht, da wir noch nicht zusammen gewohnt haben.


  • Hallo Eilan :)


    Du hast recht, ich weiß das für ihn gesorgt wird, selbst wenn er krank werden sollte. Ich mache mir eher Gedanken wegen dem, was die ihm nicht geben können. Das wäre dann die menschliche Beziehung. Er ist da wirklich sehr eigen. :(

    Aber auch das muss er irgendwie jetzt hinbekommen.

    Ich hoffe, das mein Freund das auch annimmt. Wir warten halt auch noch darauf, ob es jetzt nun wirklich bei den 9 Monaten bleibt oder es doch mehr werden. Einfach weil er jetzt nun einmal versagt hat und das ja nicht seine einzige Strafe auf Bewährung war.

    Aber wow, die Reststrafe von 15-20 Monaten ist schon lang, im Gegensatz zu 9 Monaten. Wie lang wart ihr denn vorher zusammen?

    Das finde ich wirklich bemerkenswert, das du zu ihm hälst. Gerade wenn sowas am Anfang passiert. Jedoch denke ich auch, das sowas noch näher bringt, auch wenn man körperlich voneinander getrennt ist.

    Wie du schon schreibst mit den Briefen, das bewirkt ja dann nicht nur bei unseren Freunden Wunder, sondern auch bei uns. Habe jetzt über das Wochenende auch zwei Briefe geschrieben, die müssten ja dann spätestens in 3 Tagen bei ihm ankommen. Habe einen Umschlag mit Briefmarke rein getan. Das nächste Mal bekommt er ein paar mehr Briefmarken, die ich heute holen werde. :)


    Ich nehme ihm nur das ab, was er jetzt schwer gereglt bekommt. Sowas wie Krankenkasse und Wohnung halten. Seine Anträge und was da noch auf ihn zukommt, muss er ja sowieso selbst machen. Ich gebe im nur per Brief Tipps, der Rest liegt in seiner Hand. Immerhin ist er ja 30 Jahre alt. :) Trotzdem denke ich unterbewusst halt oft „kannst du nicht mehr machen?“, aber irgendwann wird wohl die Einsicht kommen...


    Das mit der Wohnung bekomme ich hin. Habe mich mal im Internet erkundigt. Ich muss zum Jobcenter dafür, weil ich selbst arbeiten gehe jedoch nicht genug verdiene. Wenn ich arbeitslos wäre, müsste ich zum Sozialamt. Lass ich mich mal überraschen wie lange das alles braucht.


    Liebe Grüße

  • Hallo Anubis,


    bevor du dich auf den Weg machst und sämtliche Ämter etc. abklapperst benötigst du dringend eine Haftbescheinigung von deinem Freund.

    Erkundige dich auch VORHER bei der Anstalt wie viele Marken du schicken darfst und wie die sein müssen, selbst- oder nassklebend und vorallem wenn du welche mitschickst erwähne das in dem Brief, so könnt ihr immer überprüfen ob auch alle Marken ankommen oder ob welche fehlen ;)


    Vg.Fee


    Jeder Anfang hat ein Ende wobei dieses Ende ein neuer Anfang sein wird


    18.03.2009 - 05.10.2011

  • Hallo Anubis,

    ich war erst wenige Monate mit meinem Freund zusammen, als die Polizei plötzlich vor der Tür stand und ihn mitgenommen hat. Ich wußte leider nicht Bescheid.... Naja, das ist eine andere Geschichte.

    Wir stellen für uns fest, dass unsere Gespräche und Briefe eine ganz andere Wertigkeit erreichen, als wenn man sich dem normalen Alltag stellt. Klar, da gibt es auch immer etwas zu klären und zu besprechen, aber im Grunde redet man nie soviel über sich als Paar wie jetzt. Und über die Zukunft. Davon lenkt halt gerade nichts ab, und für meinen Freund ist es einfach am wichtigsten.

  • Aaaah, danke waldfee60 das wusste ich nicht. Also mit dem selbstkleben und „ansabbern“ der Briefmarken. Genau so wenig, wie das ich reinschreibe wie viele es sind.

    Die Anzahl wie viele dabei sein dürfen, wollte ich noch erfragen.

    Die Briefe die ich jetzt geschickt habe, habe ich zum Glück schon mit einem fertigen Umschlag für ihn geschickt. Habe dies auch im Brief erwähnt.

    Auf die Haftbescheining habe ich meinen Freund schon angesetzt, wegen der Krankenkasse, die brauchen das ja auch.



    Ohje, Eilan, das klingt etwas wie in einem Horrorfilm. Man ahnt nichts schlimmes und dann sowas. Das ist glaube ich ein ganz schlimmes Gefühl, einfach von jetzt auf gleich getrennt zu werden und man weiß nicht wieso. :(

    Wenn du mir deine Situation erzählen (schreiben) magst, kannst du das gerne tun. Oder hast du sie schon irgendwo beschrieben? Mich interessiert es nämlich wirklich.


    Stimmt, kann ich mir schon gut vorstellen, das jetzt in dieser Zeit die Gefühle füreinander an erster Stelle stehen, anstatt der Alltag. Ich denke auch auf andere Art und Weise über unsere Gefühle und uns nach. Dies merke ich besonders wenn ich Briefe schreibe.

    Finde geschriebene Wort eh besser als gesprochene. Im Gefühle aussprechen bin ich auch nicht so der Held, eher schreiben kann ich sie.

    Bin mal auf meine erste Antwort gespannt und wie er auf die Briefe reagiert.

  • Bin mal auf meine erste Antwort gespannt und wie er auf die Briefe reagiert.

    Nun, Du wirst Dich wundern und Worte lesen, die Du nur selten von ihm gehört hast.

    So ist es meiner Ex - Frau ergangen, als sie meinen ersten Brief erhielt, als ich wieder klar denken konnte. Sie sagte solche Worte würde sie in Zukunft öfters von mir hören wollen, nicht nur während der Inhaftierung.


    Ich hatte viel Zeit im Knast über das nachzudenken, was ich meiner Familie und Freunden angetan habe.

    Ich habe da auf den Stuhl gesessen vor mir ein weißes Blatt Papier und fing an meine Gedanken niederzuschreiben. Je mehr ich meiner Frau schrieb, desto mehr stellte ich fest, was für ein Arsch ich eigentlich gewesen bin.

    Ich erinnerte mich an all meine Lügen und Ausreden, an all meine Versprechen, die ich nicht eingehalten habe. Je mehr mir einfiel, um so wütender bin ich auf mich selbst geworden.

    Wir haben damals nie mit Bewährung gerechnet, nicht einmal der Rechtsanwalt. Wir sind damals von 3 Jahren ausgegangen, bzw. ich, andere lagen viel höher als ich.

    Als es dann doch ganz anders kam als gedacht, sah ich das als den berühmten "Wink mit dem Zaunpfahl" und bin den Weg gegangen, den ich meiner Frau damals in all meinen Briefen beschrieben habe.


    Ich bin heute der Meinung, das jeder Mann ein kleines sensibelchen ist, mit angehauchter kleiner Romantik.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Chris  

    Ich meine, es ist doch auch nicht schlimm wenn man zu seinen Gefühl steht, oder? Egal ob Mann oder Frau.

    Und das man irgendwann selbst sauer auf sich wird, ist vollkommen nachvollziehbar. Das ist wichtig, das man auch diese Phase durchmacht. Man sagt doch auch immer „Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.“, auch wenn es immer so plump klingt.

    Ich habe so viel Respekt vor den Menschen, die sich eingestehen können, das sie was falsch gemacht haben, aber dann auch anfangen ihre Schlüsse daraus zuziehen und daran zu arbeiten.

    Auch an dich meinen vollsten Respekt, das du tatsächlich den Weg gegangen bist, den du dir vorgenommen hast.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, das dieser Weg anfangs nicht so einfach war, liege ich da richtig?

    Wirklich, das sind keine leeren Worte, ich bewundere dich dafür, das kannst du mir glauben. Und ich denke, das war noch lange nicht alles von dir.

    Wie viele Menschen gehen ins Gefängnis und lernen nicht daraus oder nehmen sich Dinge vor, die sie nicht einhalten, weil es ihnen zu schwer ist? Davon habe ich jetzt auch schon einiges mitbekommen. Selbst Leute die nie in Haft waren, schaffen das manchmal nicht.


    Man fängt einfach an, irgendwann anders zu denken. Ob man nun derjenige ist der draußen sitzt oder derjenige der drinne sitzt.

    Wenn mich irgendwann die Phase der Wut erwischt, werde ich das meinem Freund auch berichten.

    Er hat nun mal scheiße gebaut, das sollte er wissen. Jedoch ist es nie zu spät, etwas zu ändern. Es gab so viele Möglichkeiten die Haft noch zu verhindern, die er aber nicht oder nur zum Teil wahrgenommen hat und daran ist alleine er schuld, niemand anderes. Aber er hat genug Zeit, sich selbst zu beweisen, das er auch anders kann.

    Er sitzt seine Strafe jetzt ab, danach bzw. schon währenddessen kann es nur bergauf gehen, oder sehe ich da irgendwas falsch?


    Ich hoffe wirklich, das ich mich wundern werde, was seine Antwort sein wird.

    Jedoch werden meine Briefe erstmal zurückkommen, denn;


    Es gibt Neuigkeiten :)


    Mein Freund kommt morgen wirklich in den offenen Vollzug. Ging ja doch ganz fix das man ihn verlegt hat. Jetzt kann ich ihn endlich am Wochenende das erste Mal besuchen. :jabajabadu:


    Dh. ich muss meine Briefe an die neue Adresse schicken. Ist aber das kleinste Übel. :)

  • Das ging ja echt schnell,prima. :)


    Das ist ja schonmal ein großer Schritt ( von dem ich derzeit träume) , und prima, dass du ihn am Wochenende schon besuchen kannst, wieso geht das eigentlich am Wochenende? * grübel*


    Meinem Freund geht es ähnlich wie Chris, ich denke,ihm wird bzw. würde jetzt im Laufe der Monate klar, was für einen Bockmist er gebaut hat, und dass er dennoch damit nicht glücklich ist.


    Wenn dich unsere Geschichte interessiert, schriebe ich dir gerne eine Nachricht, hier habe ich Sie angerissen. Du findest es unter. “Mein Freund im Ausland” und “vom Ausland ins Inland” oder so. Entschuldige, ich schreibe jetzt vomTablet, da kann ich nicht so gut Links einfügen.

  • Das finde ich auch, Eilan. :)


    Ich glaube bei meinem Freund ging es so schnell, weil er Selbsteller war und die Staatsanwaltschaft ihm ja direkt eine Ladung zum Offenen Vollzug zugeschickt hatte. Zudem hatte mein Freund Unterlagen dabei, das er einen festen Job hatte, in den er nach der Haft auch wieder darf bzw. sobald er von dort aus arbeiten darf und die Beamten mit der Entfernung einverstanden sind.

    In den Tagen die er in der geschlossenen verbracht hatte, hat er sich zudem auch gut angestellt. Also ist nicht negativ aufgefallen, was natürlich sehr viel ausmacht.

    Als er am Donnerstag seine Haft angetreten hat, haben die zu ihm gesagt das es 10-14 Tage dauern kann, bis man sich entschieden hat, ob er nun in den offenen oder den geschlossenen Vollzug kommt.

    Nun hat es haber nicht mal 7 Tage gedauert, heißt für mich was Gutes.


    Hmm, wie meinst du das „Wieso geht das am Wochenende?“.

    Also ich rufe heute mal in der JVA an und erkundige mich noch mal, aber auf der Internetseite steht keine Beschränkung. Nur das ich einmal in der Woche dahin darf. Kann mir aussuchen ob Samstags, Sonntags oder Feiertags. Auch ohne Anmeldung darf ich dahin.

    Aber wie lange ich mich da aufhalten darf, das weiß ich nicht.

    Die sagten sogar zu ihm, das es auch ein gutes Bild für die Beamten macht, wenn er besucht wird. :) (Mal unbeachtet von seinen Bedürfnissen)

    Ich denke die machen das auch hauptsächlich Wochenends, weil die Häftlinge ja auch arbeiten gehen können und wir Angehörigen haben meistens auch einen Job, in dem wir in der Woche arbeiten (ich leider Gottes im Moment 6 Tage deswegen werde ich wohl Sonntags fahren).


    Ich hoffe, diese Erkenntniss kommt meinem Freund auch noch. Natürlich weiß er das er Mist gebaut hat, aber damit ihm das ganze Ausmaß dessen bewusst wird, muss wohl noch etwas Zeit vergehen.

    Es ist aber schon mal gut, wenn dein Freund das gerade durchmacht. Gehört nun mal dazu. Danach kann es nur bergauf gehen. :)


    Ja eure Geschichte hatte ich mir gestern, nachdem ich das schrieb, auch schon durchgelesen. Aber ich glaube, das es da irgendwie noch mehr gibt, was du loswerden kannst. Wie du schon selbst sagst, du hast es nur angeschnitten.

    Und wenn du magst, darfst du mir gerne eine Nachricht schreiben :)

    Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, ich schreibe die ganze Zeit vom Handy aus, da kann man auch kaum was machen. Zumindest wüsste ich nicht wie.


    Liebe Grüße. :)

  • hallo Anubis,
    da hast du wirklich Glück mit den Besuchszeiten! In den NL und auch jetzt in Rheinbach konnte ich meinen Freund nur in der Woche, also von Montag bis Freitag besuchen, und an Feiertagen nicht. In den NL waren es auch streng nur 2 Stunden (normalerweise sogar nur eine Std, aber ich war halt Fernanreisende und durfte deswegen 2 Std. ), das wird in Rheinbach glücklicherweise etwas lockerer gehändelt. Ich habe mir für die Besuche in den NL freinehmen müssen, und jetzt gehe ich immer Dienstags, da ist in Rheinbach lange Besuchszeit und ich bin dann direkt um 16 Uhr da, da muss ich früher gehen, aber das geht bisher.
    Bei anderen hier habe ich auch schon gelesen, dass die Anstalten die Termine vorgeben, da ist dann nix mit aussuchen. Und die Termine sind auch immer unter der Woche. Deswegen hatte ich mich gewundert.
    Mein Freund wird für Besuche von der Arbeit freigestellt, das heißt, er darf dann früher gehen.

    Generell ist es so, dass gerade soziale Kontakte für den offenen Vollzug absolut notwendig sind, daher sind regelmäßige Besuche sowie regelmäßiger Briefkontakt schon ein dicker Pluspunkt auf seinem Konto.

  • Guten Mittag Eilan,


    das merke ich gerade auch, das ich da Glück habe.

    Wie gerne wünsche ich dir, das es bei dir auch einfacherer wäre. :(

    Trotzdem sind sie dir in den NL ja entgegengekommen, auch wenn 2 Stunden sich anfühle wie nichts.

    Gut ist es auch das du das von der Arbeit aus darfst. Hast du mit deiner Arbeit Klartext gesprochen? Oder hast du denen was anderes erzählt?


    Ja ich weiß das die Termine in Bielefeld in der geschlossenen Haft auch vorgegeben werden.

    Habe aber gerade bei der JVA angerufen wo mein Freund jetzt ist. Mir wurde gesagt ich darf Sonntag kommen. Alles so wie es im Internet steht. Auch wenn er erst heute verlegt wurde.


    Klingt gut wenn er durch mich Pluspunkte sammeln kann :) Werde auch zwischen durch mal ein paar seiner eingeweihten Freunde mitbringen und meine Eltern. Wechselnde Gesichter sind ihm bestimmt auch viel wert. :)

  • Hallo Anubis,
    nein, ich habe auf der Arbeit nix gesagt. Nur meine Eltern und 4 Freundinnen von mir wissen Bescheid. Von seiner Seite aus auch sein Vater, und einige Freunde.

    Man braucht es ja offiziell nicht begründen, weshalb man frei möchte, allerdings ist es schon schwer, wenn man in einem Familienunternehmen beschäftigt ist wie ich und dazu noch die rechte Hand vom Chef ist..... ;)

    Naja, normalerweise verabscheue ich Lügen, aber hier möchte ich einfach meine Privatsphäre schützen.