Ausgaben aufgrund der Haft

  • Auch als Rentnerin wird man die jährliche Steuererklärung nicht los.

    Ich habe nichts abzusetzen, deshalb fällt es mir (noch) nicht schwer, sie selbst zu mache.


    In 2017 habe ich mich allerdings mal ins Zeug gelegt.
    Vielleicht ist es für jemanden von Interesse.


    Ich habe bei der Steuer unter Sonderausgaben Ausgaben für die Haft als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht.
    Die Aufwendungen wurden in voller Höhe anerkannt.


    Sie betrugen bei mir im vergangenen Jahr ca. 1600 Euro, die zumutbare Belastung lt Bescheid ca. 600 Euro.

    Musste ich im Jahr zuvor als Rentnerin 160 Euro nachzahlen, so waren es in diesem Jahr nur 50 Euro. :tanz:

  • Toll, liebe Seniorin das freut mich😊...hört sich interessant an...was hast du denn da alles geltend machen können und wie musstest du das belegen ?🤔

    Ich so :   OCH, BITTE !  

    Und mein Leben so : NÖ !

  • Das wusste ich überhaupt nicht, das man das als Angehöriger diese Ausgaben gelten machen kann.


    Als ich 2003 entlassen wurde, habe ich bei meiner Einkommensteuer einige Fahrkosten zwischen JVA und Wohnort, sowie den Umzug geltend gemacht und das wurde auch annerkannt.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • :winken:


    Habe alle Ausgaben, die mit der Haft zusammen hingen, aufgelistet:


    Überweisungen bis er Arbeit hatte, VRR Vierertickets nach Köln, Automatengeld beim Besuch.

    Postwertzeichen, Postkarten.

    T-Shirt, Schlübber, Pyjama, Socken, Mütze, Handschuhe, Shorts, Laufhose, Laufjacke

    Kaffeebecher, Frischhaltebox.

    Spannbettuch

    Gebrauchter Gameboy und Spiele, gebrauchter DVD-Player.


    Keine Bücher, denn der Sohn arbeitete an der Quelle.:)


    Die Ausgaben habe ich in eine Exeltabelle eingetragen, nach Monaten geordnet.

    Die Belege habe ich in Klarsichthüllen gesammelt, auch nach Monaten geordnet.


    Würde mich total freuen, wenn ich damit jemandem einen Tipp geben könnte.

  • Super, Dankeschön...auf die Idee bin ich garnicht gekommen.

    Aber das kann man ja nachholen, sind natürlich jetzt keine Belege mehr vorhanden...

    Ich so :   OCH, BITTE !  

    Und mein Leben so : NÖ !

  • super Tip. Ich habe auch meine Steuerklasse geändert von 5 auf 3 , da mein Mann ja jetzt kein Einkommen hat. So hab ich wenigstens etwas mehr netto..Diese Änderung kann man 1xim Jahr machen. Oder bei Trennung sogar auf 2 fast gar keine Steuern mehr...Aber ich glaub dafür muss man geschieden sein oder er darf nicht mehr zu Hause gemeldet sein

  • Steuerklasse 2 ist für alleinerziehend mit Kind. Ansonsten gerne beim Finanzamt anrufen und sich beraten lassen. Unter Umständen sind ja die Gefangenen nun in der JVA gemeldet.

  • Neben der Haftbescheinigung habe ich dem Finanzamt noch ein Schreiben beigefügt. Ungefähr so:


    Ich möchte gern Ausgaben als außergewöhnliche Belastungen geltend machen, die mir durch die Haft meines Sohnes entstanden sind.

    Ich weiss nicht, ob ich dafür die richtige Spalte in der Steuererklärung genutzt habe.


    Ich habe die Ausgaben monatlich auf dem Computer sortiert und für Sie ausgedruckt. Insgesamt betrugen meine Ausgaben 1600 Euro.

    Ich habe ihn regelmäßig in Köln besucht. Das Viererticket kostet 44,30 Euro. Mit Automatengeld sind die Münzen gemeint, die man beim Besuch mit rein nehmen durfte. Für dieses Geld konnte man am Automaten im Warteraum Waren ziehen, die der Gefangene beim Besuch erhielt.


    Die Originalbelege kann ich jederzeit nachreichen. Ich habe sie nach Monaten sortiert."


    Die Originalbelege wurden nicht angefordert.

  • Hallo nach Düsseldorf. Guuuut gemacht !


    Wir hatten irgendwie "moralische" Zweifel unser Einkommen bedingt durch die Folgen des Tat zu mindern. (ganz klar: das betrifft wirklich nur UNS !)

    Es ist gesetzlich vollkommen ok, diese in dem Zusammenhang stehenden Kosten steuerlich geltend zu machen.

    Wir haben dann nur einen Teil, der für die Zeit der U-Haft bzw. der Zeit in Köln angesetzt. Dafür hatten wir ja auch Belege.

    Nur, wie sollen wir denn a) die Termine nachweisen, da es in Aachen (und auch In Hagen) keinerlei bestätigte Dokumente seitens der JVA gab. (In Köln wurde immer auf der Dauerbesuchserlaubnis abgestempelt)

    Wie soll ich die (jetzt in Aachen) 18,50€ Automatengeld pro Termin belegen ? (Uuups, da fällt mir ein, das wir beim letzten Besuch 10 Cent zu viel zurück bekommen haben? )


    Dieses Mal habe ich die Steuer - erstmalig - ohne Belege eingereicht.. mal schauen, was die noch haben wollen..