Was sage ich wo mein mann ist???

  • Hi Nicky,


    schwierige Frage - zumal es ja eine etwas längere Zeit betrifft.

    Ich habe da auch lange überlegt, allerdings war es bei uns um einiges leichter. Wir waren noch nicht so lange zusammen, haben auch nicht zusammen gelebt...

    Meiner engsten Familie habe ich reinen Wein eingeschenkt, sowohl Bruder als auch Mutter haben verständnisvoll reagiert. Die Schwester nicht, war aber auch nicht anders zu erwarten... Meine beste Freundin weiß Bescheid, passt. Der "Rest" denkt, ich habe mal wieder einen Freund "weggebissen", passt auch.

    Job bedingt musste ich Chef und Kollegen einweihen, war aber auch kein Thema.


    Im Grunde war ich sehr überrascht, wie relaxed die meisten die Information aufgenommen haben. Ok ich habe lange überlegt wer es erfahren soll und wer nicht. Aber letzten Endes war es für mich die beste Variante. Am Anfang... Mittlerweile bin ich der Ansicht, sollte mich wer fragen was mit XX ist... Dann sag ich es. ( Mal sehen ob der Plan dann auch in Realität funktioniert )


    Du hast mit der Inhaftierung schon genug Stress, versuche wenigstens den engeren Kreis von Familie und Freunde zu informieren. Die Kraft des "Versteckens" brauchst Du ganz sicher noch für Wichtigeres.


    Liebe Grüße in den Norden

    Kadima

  • Hallo Nicky,

    Wir haben nach 2 Wochen zuhause alle Freunde eingeladen und haben es gesammelt erzählt.

    Es herrschte erst einmal Stille , aber es war wirklich die beste Entscheidung.

    Wo soll man denn sonst seinen Kummer loswerden wenn nicht bei den engsten Freunden.

    Familie haben wir nicht mehr viel, die Grosseltern mussten 8 Wochen warten bis wir uns ein Herz gefasst hatten.

    Auf der Arbeit habe ich es meinen beiden Mitarbeiterinnen nach einem halben Jahr gesagt, weil auch sie sich schon gewundert haben wohin ich auch zu ungünstigen Terminen frei genommen habe.

    Der Rest hat es leider zur Trauerfeier meiner Mutter im Mai erfahren müssen, da sie sich sonst gewundert hätten wo der Enkel ist .


    Insgesamt ist es aber wirklich überall positiv aufgenommen worden, entweder fragen die Leute immer wieder nach ob es etwas Neues gibt oder ( gerade die ältere Generation) schweigt es tot.

    Ich bereue es jedenfalls nicht.

    Vielleicht hilft dir das ein bisschen bei deiner Entscheidung.

    Ich so :   OCH, BITTE !  

    Und mein Leben so : NÖ !

  • Gibt es denn einen triftigen Grund, warum dein Chef Bescheid wissen müsste? Ansonsten geht ihn dein Privatleben ja nicht unbedingt was an!

    Wenn du dich entschließt, dem Umfeld reinen Wein einzuschenken, musst du dich darauf gefasst machen, dass der ein oder andere ziemlich spontan nicht mehr zu deinem Umfeld gehört. ( um es mal etwas netter zu sagen )


    Wichtig bei dieser Überlegung ist m.E. die Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sowieso bekannt wird, wo dein Partner ist. Bei uns stand es irgendwann dick und fett in der Zeitung! Sollte es so sein, dass , auf welchem Weg auch immer, es sowieso bekannt wird, würde ich es lieber selber bekannt machen. Andernfalls denke ich muss gerade der Arbeitgeber nichts davon wissen!


    LG Fego

  • Über Presse kann nicht bekannt werden das weiss ich...


    Da diese Bedenken habe ich halt auch ..


    Oh man soviel der Kopf rattert und rattert wie doof

  • Es hängt meines Erachtens auch von der Haftdauer ab, bei uns ist die ja relativ übersichtlich. Bei mir auf Arbeit wissen nur zwei Kolleginnen Bescheid, damit sie mir auf Arbeit ein bisschen unterstützend zur Seite stehen können. Meine Vorgesetzten wissen von nichts, wozu auch. Ich besuche ihn eh meistens Freitags nachmittags und ansonsten herrscht eh Gleitzeit. Seine Familie weiß Bescheid, meine nicht. Mein Bruder lebt eh nicht in Deutschland und meine Mutter mag es eh lieber, wenn ich ohne ihn sie besuchen komme. Für alle anderen gilt die Devise, er arbeitet derzeit im Ausland. Bei längerer Haftzeit ist dies aber weniger durchzuhalten.

  • Kniffliges Thema.


    Ich habe auch lange überlegt wie ich damit umgehe. Bin eigentlich immer sehr ehrlich in meinem Leben, auch wenn's doofe Sachen betrifft. Und ich hab auch den Wunsch zu ihm zu stehen und loyal zu sein, ihm gegenüber.


    Allerdings waren wir ja vor Haftantritt erst sehr kurz zusammen, deshalb wissen viele meiner Freunde und Bekannten gar nicht das er in meinem Leben existiert.

    Wenn nun also zB Freunde, zu denen ich nicht wöchentlich Kontakt hab, solche Sachen fragen wie "was macht das Liebesleben?" dann mag ich nicht sagen "es gibt niemanden". Das käme mir nicht richtig vor.


    Das kam bisher zwei mal vor und beide Male war ich ehrlich. Es lief jeweils über WhatsApp.

    Ich hab jeweils geantwortet das ich jemanden habe mit dem ich sehr glücklich bin - das er allerdings derzeit noch eine alte Haftstrafe absitzen muss.

    In beiden Fällen war die Reaktion doof.

    Der eine Bekannte hat darauf gar nichts mehr geschrieben und auch seitdem nicht wieder.

    Die andere Freundin ist glatt drüber hinweg gegangen. "Das ist schön, ich freu mich für Dich das Du jemanden gefunden hast".


    Meine beste Freundin hat auch schräg reagiert.

    Sie wusste von ihm und auch das er wieder rein muss. Fragte mich dann irgendwann ob er wieder sitzt, ich sagte "ja", darauf fragte sie für wie lange und als ich antwortete schlimmstenfalls 3 Jahre meinte sie "na, das geht ja noch". Sonst nix. Kein weiteres Wort.

    Ich dachte echt ich bin im falschen Film ... und war ziemlich enttäuscht von ihrer Reaktion.

    Eigentlich von allen drei.


    Es gab / gibt aber auch andere. Freunde die sich ernsthaft mit mir darüber austauschen, Interesse zeigen, Fragen dazu stellen, auch mal Bedenken äußern, wo ich mich auskotzen kann und die letzten Endes gut finden das ich zu der ganzen Sache mit ihm und zu ihm stehe.


    Alles in allem haben die bisherigen Erfahrungen dafür gesorgt das ich es auf meiner Arbeit wohl nicht sagen werde.

    Anfangs wollte ich es tun, inzwischen tendiere ich zu "ich führe eine Fernbeziehung, wie sehen uns derzeit leider selten".

    Wobei das dann, würde nachgefragt werden, zu Lügen führen würde. Denn er lebt ja nur 30 km entfernt ...


    Naja und meine Familie, .. meine Kinder wissen es. Sie kennen ihn, kamen auch mit ihm klar, finden es nun aber natürlich nicht prickelnd. Sie wissen aber auch das ich, wenn ich mich entschieden habe und das hab ich, stur wie ein Esel bin. Und akzeptieren es.

    Meine Mom ist schon etwas tüddelig, sie kennt ihn auch, hat aber bisher nicht gefragt wo er denn abgeblieben ist. Falls Sie fragt werd ich sagen wie es ist.


    Bleibt noch mein Exmann und dessen Familie. Die wissen es auch, es wird aber ignoriert. Mir recht, es sind keine Menschen mit denen ich darüber reden wollen würde. Falls meine Kinder es tun ist es für mich aber okay. Ich muss nix verstecken.



    Zurück zu ganz allgemein,


    ganz am Anfang hätte ich geantwortet: Offen und ehrlich, egal zu wem.

    Inzwischen würde ich aber wirklich abwägen wem ich's sage. Und bei einer relativ kurzen Haftzeit vielleicht sogar tatsächlich ne Story basteln und nur die aller engsten Bezugspersonen einweihen.







    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen,

    Zeit kann nicht schwächen

    und niemand ersetzt den anderen.

    Eigentlich ganz einfach.


  • unsere Familien wissen Bescheid...

    Nur mein Chef und das Umfeld da weiss ich nicht da sie sehr sehr komische Leute sind!


    Ich weiss nicht...

    Muss Dein Chef denn unbedingt Bescheid wissen? Wenn Du die Besuche ohne Verrenkungen regeln kannst und auch sonst keine Beeinträchtigungen zu erwarten sind...

    Mein Chef ist eher ein umgänglicher Mensch und wir haben fast schon ein freundschaftliches Verhältnis, aber ohne "Not" hätte ich es wohl auch nicht gesagt. Mittlerweile bin ich froh es getan zu haben...

  • Da es bei mir mein Sohn ist der im Moment einsitzt ,aber es keine Rolle spielt ob Partner oder Sohn :rolleyes:

    Da ich einen Job habe wo ich nicht immer frei bekomme so wie ich es gerne hätte ,habe ich es meinem Chef gesagt und natürlich der Familie und meinen engsten Freunden .

    Laufe nicht der Vergangenheit nach.

    Verliere dich nicht in der Zukunft.

    Das Leben ist hier und jetzt !!!!!:love::thumbup:

  • Chefs können da schon mal ziemlich intolerant sein. Und wenn du ihn eh schon als "komische Leute" erlebst würde ich es ihm ohne Not nicht sagen. Vorausgesetzt du kannst einigermaßen sicher sein, dass er es nicht anderweitig erfährt. Schließlich lebst du von der Arbeit. Die Situation ist schon schlimm genug. Auch ohne einen Chef, der einem zusätzlich noch das Leben schwer macht!


    Es macht auch vom Eindruck her einen riesen Unterschied, ob es der Sohn oder der Partner ist. Weiß auch nicht so genau warum. :planlos:

  • Vielleicht weil nicht erwartet wird das man sein Kind fallen lässt. Da bekommt man eher Verständnis.

    Sich vom Partner nicht abzuwenden, das muss man schon eher mal rechtfertigen.

    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen,

    Zeit kann nicht schwächen

    und niemand ersetzt den anderen.

    Eigentlich ganz einfach.


  • ja diese fragerei das ist das was mir angst macht!!!

    Ich hoffe so sehr das diese zeit ganz schnell hinter uns geht und dieses Thema vorbei ist



    Ich möchte aber auch eins los werden, ihr hier im Chat seit echt eine tolle Unterstützung, steht mit Rat und Tat zur Seite.

    Danke danke danke

  • Also meine Chefin hat sehr gut reagiert ,ich bin ja in einem Sozialen Beruf tätig vielleicht deswegen und für mich ist es kein unterschied ob es das eigene Kind oder der Partner ist der sitzt .

    Mein Sohn war ja auch im Berufsleben und dann hat er auch einen Chef und er musste ja auch wissen was Sache ist und mein Sohn hat es ihm gesagt und ich muss sagen er hat total positiv reagiert ,wenn mein Sohn spätestens am 3.1 entlassen wird kann er gleich wieder dort anfangen .

    Ja da gebe ich dir vollkommen Recht nicky ich finde auch das hier alle eine tolle Unterstützung sind ;):thumbup:

    Laufe nicht der Vergangenheit nach.

    Verliere dich nicht in der Zukunft.

    Das Leben ist hier und jetzt !!!!!:love::thumbup: