Geschafft.....

  • ist die Wohnungsauflösung meiner Mutter.

    Am vergangenen Montag kam die Spedition und räumte den Rest aus der Wohnung und es wurde für mich sehr emotionál. In den letzten 2 Monaten bin ich auf soviele Dinge gestossen, die mich teilweise bis in meine Kindheit zurück erinnerten. Nun war der Tag gekommen, an dem das alles, wie z. B. den über 45 Jahre alten gesammelten Weihnachtsbaumschmuck einfach so in den LKW geworfen wurde. Für andere war das Müll und ihr Job, für mich waren das Kindheitserinnerungen.

    Doch irgendwie war ich auch erleichtert, das endlich der Rest aus dieser Wohnung kommt und das ganze Durchsuchen ein Ende hat. Denn es waren wirklich anstrengende Wochen, die ich völlig unterschätzt habe.


    Am Mittwoch traf ich mich dann vormittags mit der Vermieterin und übergab die Wohnungsschlüssel. Danach fuhr ich nach Hause und wollte eigentlich abends in den Chat kommen und mich endlich wieder um die Forumsarbeit kümmern.

    Doch es sollte anders kommen.

    Meine Mutter teilt sich ein Doppelzimmer, weil kein Einzelzimmer frei war, jedoch auf der Liste steht. Uns wurde gesagt, das es bis zu 2 Jahre dauern kann, ein Einzelzimmer zu bekommen. Daher haben wir keine Möbel meiner Mutter eingelagert, sondern alles an Selbstabholer verschenkt.

    Am Mittwoch Mittag habe ich es mir gemütlich gemacht, hatte den Computer schon hochgefahren, als plötzlich das Telefon sich meldete und am anderern Ende das CBT Wohnhaus meiner Mutter dran war. Ich wurde gefragt ob immer noch Interesse an einem Einzelzimmer bestehe, was ich sofort bestätigte. Ab diesem Zeitunkt holte mich der Umzugsstress wieder ein, denn die Einzelzimmer sind nicht Möbliert. Der Wechsel würde am Freitag um 8:00 Uhr erfolgen und ein Angehöriger muss dabei sein.

    Ich dachte mich tritt ein Pferd, alles an Möbel wurde verschenkt und fuhr daher am Mittwoch abends ins Wohnheim um mir das Zimmer mit meiner Mutter anzuschauen. Es liegt im Untergeschoss und hat eine kleine Terrasse.

    Am Donnerstag machte ich mich dann auf, um einen Kleiderschrank, Sideboard und Fernsehunterschank zu kaufen. Mit meinem Handy machte ich Bilder und zeigte sie dann meiner Mam. Das bekam die Leiterin des Wohnhauses mit und fragte nach, wo die Möbel aus der Wohnung meiner Mutter sind. Als sie erfuhr, das sie Montags entsorgt wurde, erwähnte sie, das heute morgen eine Frau völlig unerwartet verstorben sei, die gerade einmal 4 Wochen dort wohnte und sich neu eingerichtet hat. Sie hielt Rücksprache mit den Angehörigen, die uns diese Möbel kostenlos überlassen. Wir haben uns die Einrichtung angesehen und sie sind wirklich neuwertig.

    Wie der Zufall es will, liegt das Zimmer nur 4 Türen weiter, von dem neuen Einzelzimmer meiner Mutter entfernt. Besser kann es uns nicht treffen und endlich haben auch wir mal Glück. Heute wurden von den Angehörigen die persönlichen Sachen geräumt, sodass wir morgen den ganzen Kram haben können.

    Ich habe meiner Mutter gesagt, dass sie mindestens noch 20 Jahre leben muss, denn ich habe von Räumungen und Umzügen die Nase wirklich voll und will bis dahin auch nichts mehr von Umzügen hören.


    Ich muss wirklich eingestehen, dass mir diese Wochen echt Kraft gekostet haben, doch die vor Freude strahlende Augen meiner Mutter, ist der schönste Lohn.

    Mittlerweile hat sie sich schon etwas eingelebt und ist auch froh, dass sich ihre Söhne um den ganzen Kram kümmern und wenn einer von ihnen gebraucht wird, auch immer einer da ist.


    Am Anfang habe ich mich nicht getraut zu sagen, dass ich froh bin, das meine Mutter in einem Senioren - Wohnheim untergebracht ist, weil das so "Abgeschoben" klingt.

    Doch mittlerweile habe ich einen viel größeren Einblick in ihren Alltag bekommen und könnte diese Pflege niemals so leisten, wie es dort gemacht wird.

    In zwischen hat meine Mutter auch die Höherstufung ihres Pflegegrades durch und mit Pflegegrad 5 den höchsten erhalten.


    Morgenfrüh werde ich ein letztes mal einen Schrank einräumen, denn ausgeräumt habe ich heute schon.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Ich kann das gut nachempfinden. Binn selbt mehrfach (international) umgezogen. Manchmal weis man gar nicht wieviele sinnige und unsinnige Sachen man hat.

    Es freut mich fuer Dich das jetzt alles geschaft ist, schenk dir ein kuehles Bier ein ....

  • Hallo Chris,

    ja, manchmal kommt alles anders als man denkt...toll das es deiner Mutter gut gefällt und dann sogar mit kleiner Terrasse :jabajabadu:.

    Wenn Sie sich wohlfühlt habt ihr die richtige Einrichtung gefunden...das ist soooo wichtig!

    Und das ist keineswegs abgeschoben, mach dir darüber wirklich keine Gedanken...

    Mit Pflegegrad 5 kann sie vielleicht garnicht mehr das Bett oder Rollstuhl verlassen, aber trotzdem raus auf die Terrasse gefahren werden und die letzten Spätsommertage genießen...was gibt es schöneres!

    Ich so :   OCH, BITTE !  

    Und mein Leben so : NÖ !

  • Da hattest du ja ganz schön was vor, emotional, wie stressbedingt. Aber manchmal merkt man erst in so Situationen, zu was wir alles fähig sind,wenns drauf ankommt, wo man manchmal denkt, das würd ich so nie schaffen. Geniess die Zeit mit deiner Mam' meine lebt schon seit 2009 nimmer, und sie fehlt immer noch jeden Tag.

    Nicht am Ziel wird der Mensch gross, sondern auf dem Weg dort hin. (Ralph Waldo Emerson)

  • Nun, Laufen kann meine Mutter mit dem Rolator noch, beim Pflegegrad 5 muss man nicht zwangsläufig fast tot im Bett liegen. Es sind die ganzen einzelnen Leiden wie z. B. ein absoluter kaputter Rücken, Herzschrittmacher, Oberschenkelhalsbruch, eine in der Anfangsphase Demenz usw.

    Mit jedem Tag mehr, sind wir uns alle sicher, das das CBT Wohnhaus die richtige Einrichtung ist und ja, ich freu mich für sie.

    Denn alle Kinder wünschen sich doch das beste für seine Mam.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Ich denke (ich kenn die Umstände ja nicht alle) du hast alles richtig gemacht, es kein Abschieben, es ist eine Erleichterung, denn dort wird sie so behandelt, wie es ihr Gesundheitszustand zu lässt. Das kannst du als jemand, der dazu keine Ausbildung hat, niemals alleine woppen. Sie ist dort in guten Händen. Meine Mam war auch noch eine Weile im Pflegeheim. Und es ist dort auch wie hier, man hört so viel schlimmes aus den Heimen, oder eben wie hier aus der JVA, aber ich glaube es kann nicht überall so sein, Einzelfälle die mal vorgekommen sind, schliesse ich natürlich nicht aus.

    Nicht am Ziel wird der Mensch gross, sondern auf dem Weg dort hin. (Ralph Waldo Emerson)

  • Das ist prima, Chris.Um so besser...ich wünsche dir das es noch lange so bleibt.

    Meine Mutter ist Anfang Mai an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben, im Hospiz (das war ihr Wunsch).Sie hat den Pflegegrad 5 erst für die letzten 10 Tage ihres Lebens bekommen...da ging dann gar nichts mehr.

    Ich so :   OCH, BITTE !  

    Und mein Leben so : NÖ !

  • Sie hat den Pflegegrad 5 erst für die letzten 10 Tage ihres Lebens bekommen...da ging dann gar nichts mehr.

    Das Ende eines Lebens ist leider (oder besser Gott sei Dank) nicht vorauszusehen. Ich habe dem Herren da oben im Himmel verboten sie in den nächsten 20 Jahren zu holen.

    Sie blüht richtig auf und wird auch vom Personal für ihre höflich - und freundlichkeit sehr geschätzt. Sie bedankt sich für jede Unterstützung die sie erhält und plappert wie ein Wasserfall. Sie ist es nicht gewohnt, dass sie so umsorgt wird, sie hat sich immer nur um andere gekümmert und nu ist sie dran und das hoffentlich für viele gesunde Jahre.


    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Das freut mich für dich das jetzt hoffentlich alles wieder seinen geregelten Tagesablauf hat😊ich bin auch gerade sehr froh hier auf dem Sofa zu sitzen nachdem ich mehr oder weniger alleine ein Haus 160qm leer geräumt ausgemistet unendliche male zur Deponie gefahren bin in 17 Jahren hat sich echt viel angesammelt, nun in der neuen Wohnung zu sein und fast alles schon ausgepackt und eingeräumt habe.:jabajabadu: