Vergeht die Zeit wie im Flug oder bleibt sie stehen..?

  • Hallo meine Lieben,


    mich würde interessieren, welches Zeitempfinden ihr habt?

    Vergeht die Zeit der Haftstrafe wie im Flug oder bleibt sie stehen?


    Mich würde auch besonders interessieren, welche Erfahrung die Menschen gemacht haben, die draussen gewartet haben und inzwischen wieder mit ihren Liebsten vereint sind..


    Wieviele Jahre habt ihr vor euch, oder wieviele habt ihr hinter euch gebracht?


    Vor mir - bzw. uns - sind bis zum 2/3 Termin noch 3 Jahre und 4 Monate..


    Meine Empfinden ist ganz unterschiedlich. Die Zeitspanne von der Inhaftierung über die Anklage bis zu den Gerichtsterminen fand ich sehr, sehr schlimm.

    Ich glaube zähes Kaugummi ist da gar nichts gegen gewesen..

    Inzwischen sind ein Jahr und ein Monat vergangen und rückblickend frage ich mich, wo die Zeit geblieben ist..

    Mein Freund hingegen sagt, dass sich dieses eine Jahr genau wie ein Jahr auch angefühlt hat. Ich glaube, für die Inhaftierten vergeht die Zeit tatsächlich langsamer als für uns..


    Ich weiß nicht, ob ich die Einzige bin, aber wenn ich an die drei Jahre denke, überlege ich immer was vor 3 Jahren war..

    - Unter anderem bin ich da mit meinem Mann zusammengekommen.. und dann, ja dann kommt es mir wieder wie eine Ewigkeit vor

    und ich bekomme Bauchweh, wenn ich diese gefühlte Ewigkeit noch Warten muss..


    Bin gespannt, wie es für euch so ist!


    Ganz liebe Grüße!

  • Hallo fraufu,


    Für mich fühlt es sich so an als würde die zeit stehen bleiben. Jetzt sind es erst 5 Wochen wo mein Verlobter gegangen ist und er hat 1 Jahr 10 Monate bekommen und ich habe eigentlich des ganzen Tag zutun mit unseren 2 monatlichen Sohn der die 3 Monats Koliken hat und sehr viel weint. Jeden Tag denke ich mir oh Mann der Tag heute war wieder wie 2 Tage aber wenn ich dann bei ihn bin vergeht die Zeit wie im Flug genauso wie der Gerichtstermin bis zur Inhaftierung Dieb Zeit verging einfach viel zu schnell. Aber wir müssen da durch und ich denke immer an die Zeit danach an die Hochzeit die wir geplant haben und sonstiges des baut mich dann wieder auf.


    Lg Familienleben

  • Hi,

    ich kenne dieses Gefühl seit fast 5 Monaten. Irgendwie vergeht die Zeit für mich schleichender als vor der Verhaftung meines Sohnes. Sehr oft stürze ich mich in die

    Arbeit, wenn ich unruhig werde und meine Gedanken mit mir durchgehen. Meistens hilft es für eine gewisse Zeit. Dann ist diese Traurigkeit wieder da .

  • Bei uns waren es etwas über 3 Jahre. Für mich war es einfacher, weil es "nur" der Schwager war und nicht mein Mann oder Kind.

    Im Anfang war ich gedanklich sehr damit befasst, habe überlegt, was wird, wie es ihm geht, war damit beschäftigt ihm zu helfen usw.

    Das hat sich nach einer Weile reguliert und ich habe meinen Alltag gelebt mit Besuchen und Briefen dazwischen. Und von da an ist die Zeit tatsächlich sehr schnell vergangen.

    1. Weihnachen,

    2. Weihnachten usw...


    LG Fego

  • Hallo


    Meine Zeit steht manchmal und manchmal rennt sie, so wie jetzt gerade.


    Meiner ist jetzt 8 Monate weg und wenn ich daran denke das bald schon Weihnachten ist, dann weiß ich im Nachhinein nicht wo die Zeit geblieben ist.


    Wir haben jetzt noch 2 Jahre vor uns wenn ich darüber nachdenke finde ich es noch sehr lang,also denke ich nicht dran. Aber mein Alltag lenkt mich auch gut ab. Die Arbeit, die Familie usw. wir sind alle sehr quirlig und bei uns ist immer irgend etwas los daher hab ich in der Woche gar keine Zeit so viel darüber nachzudenken.


    Am Wochenende sieht’s schon anders aus, da fehlt er mir am meisten denke aber das ist normal. Was auch hilft ist das wir jetzt jede Woche Besuch haben und die täglichen Briefe.


    Bei ihm geht die Zeit mittlerweile auch schneller um , da er jetzt arbeitet.


    Ansonsten kann ich nur sagen lasst eure Sehnsucht nicht überhand nehmen, ich finde dann dreht man sich nur im Kreis und die ganze Welt wird unerträglich.

    Achtet auf euch, nehmt euch Zeit für euch macht das was euch auch immer Spaß macht. Den die Zeit wird vorübergehen

    Es liegt nur an einem selbst wie schnell oder auch wie langsam.


    Lg Mei

  • Hallo FrFu...

    Ich bin nun auch schon 1 Jahr von meinen Mann getrennt... Ich fand die Zeit war schneller um wie gedacht... Wir müssen jetzt nur noch bis Januar aushalten... Aber ich finde die letzten knapp 3 Monate jetzt vergehen garnicht... Hört sich vielleicht doof an, aber ich empfinde so...

  • Von mir ne klare Antwort: beides :S


    Wir haben jetzt 4 Monate geschafft und bis zum Endstrafentermin wären es noch 35 weitere.

    Daran denke ich aber erstmal nicht.


    Im Kopf hab ich die 2/3 Zeit bzw. den Zeitraum ab dem §35 beantragt werden kann. Also noch rund anderthalb Jahre. Damit komme ich besser klar. Und wenn's anders kommt muss ich eben wieder umdenken.


    Bisher rennt und schleicht die Zeit gleichermaßen.

    Mir geht es wie euch, manchmal denkt man es ist eeeewig her seit er rein ist, dann wieder war es gerade erst. Schon verrückt.


    Ich schaue übrigens auch oft was vor zwei oder drei Jahren um die Zeit war. Und das kommt mir auch nicht lange her vor.


    Ich glaube es ist einfach dieses Bedürfnis die Zeit "greifen" zu wollen um besser damit umgehen zu können. Zeit ist nunmal der wichtigste Faktor dabei. Und man ist es nicht gewohnt das sich alles darum dreht. Das Zeit so ne enorme Wichtigkeit hat.

    Eigentlich vergeht sie halt, automatisch, ohne das man groß drüber nachdenkt.

    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen,

    Zeit kann nicht schwächen

    und niemand ersetzt den anderen.

    Eigentlich ganz einfach.


  • Ich kann nicht sagen ob die Zeit schnell vergeht oder langsam,da ich einfach nur von Besuchstag zu Besuchstag denke. Für mich ist es irgendwie eine Beruhigung so furchtbar das auch klingen mag,dass mein Sohn da ist wo er ist. Ich hätte ihm "draußen" maximal noch ein paar Monate gegeben,so hat er sich abgeschossen. Die letzten sechs Monate waren geprägt von Krankenhaus, Intensivstation, Reanimationen und richterlichen Beschlüssen,wo er dann zumindest immer mal zwei Wochen auf geschlossener Station war. Auch das war immer eine beruhigende Zeit,halt genau solange bis er wieder außen war. Insofern Hooge und wünsche ich ihm selbst,das der Aufenthalt lang genug ist um evtl ein Umdenken zu schaffen.

  • Ach herrje.. tatsächlich ist es wohl so, dass die Zeit mal rennt und mal stehen bleibt.

    Ich finde zB, dass der Sommer schnell vergangen ist, was wahrscheinlich daran liegt, dass man viel unterwegs und draussen ist.. außerdem fühle ich mich sowieso immer besser, wenn die Sonne scheint..


    Mir bangt es vor dem Herbst, den Kuschelmonaten und vor Weihnachten. Ein Weihnachtsfest haben wir schonmal überstanden.. Jetzt sind es nur noch mindestens 4.. oje..

    ",..da ich einfach nur von Besuchstag zu Besuchstag denke."

    Das versuche ich auch immer. Von Besuchstag zu Besuchstag. Man darf dann nur nicht damit anfangen, auzurechnen wie viele Besuchstage es noch werden..



    Schade dass hier bislang keine geschrieben hat, dessen Warten schon ein Ende genommen hat.. hätte mich doch interessiert welchen Eindruck man retroperspektiv-blickend hat..

  • Rückblickend hat man immer den Eindruck das die Zeit schnell verging. Bei allem. Oder?


    Und doch, Fego hat geschrieben.

    Ansonsten. Wenn's vorbei ist sind die Nicht mehr Betroffenen sicher nicht mehr so oft on hier, vermute ich mal.

    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen,

    Zeit kann nicht schwächen

    und niemand ersetzt den anderen.

    Eigentlich ganz einfach.


  • Rückblickend hat man immer den Eindruck das die Zeit schnell verging. Bei allem. Oder?


    Und doch, Fego hat geschrieben.

    Ansonsten. Wenn's vorbei ist sind die Nicht mehr Betroffenen sicher nicht mehr so oft on hier, vermute ich mal.

    Ah ja klar! Fego.. Sorry, natürlich :)


    Na, nicht immer. Und ehrlich gesagt, steckte ich bislang in keiner unangenehmen Situation, welche >3 Jahre anhielt..

    Ich glaube, ich hab einfach gerade Zuspruch gesucht, dass es gaaaaanz schnell vorbei geht :)

  • Das hoffen wir alle, das es gaaaanz schnell vorbei geht.


    Aber wir wissen ja auch alle das sich Zeit relativ anfühlt.


    Die Stunde vor dem Besuch zB, die zieht sich immer wie Kaugummi. Die 60 Besuchsminuten dagegen kommen mir vor als wären es nur 20 ...

    Ne Woche Urlaub vergeht wie im Flug. Ne Stunde beim Zahnarzt während er ne Wurzelbehandlung macht dauert gefühlt länger als dieser Urlaub.


    Ich für mich hab die Zeit gestückelt, in Gedanken. Mir hilft das.

    Wenn es echt ist, dann kann Entfernung nicht trennen,

    Zeit kann nicht schwächen

    und niemand ersetzt den anderen.

    Eigentlich ganz einfach.


  • Zum Schluss wirds am schlimmsten finde ich.

    Das zwischendrin ist okay, da vergeht die Zeit einigermaßen, aber jetzt, 3 Wochen vor Entlassung würde ich ohne tagsüber zu arbeiten warscheinlich durchdrehen...

    Die erste Zeit, allein und vom Partner getrennt ist richtig richtig schlimm, sehe ich ja auch am Hafturlaub von der Freundin. 4 Tage lang alles super duper chilli vanilli und dann der erste Abend an dem sie nicht mehr verfügbar ist... da dreh ich förmlich durch, da weiss ich dann nicht wo mir der Kopf steht und die Zeit vergeht gar nicht. Wird dann aber wieder besser, sobald die Routine wieder eintritt...

    16 Tage noch 🎉 Bin ich froh!

    Und an alle anderen: Ihr schafft das, es ist zu schaffen, auf jeden Fall! Und die Zeit vergeht trotzdem, manchmal schneller, manchmal langsamer, aber sie vergeht, glaubt mir 😊

  • Zum Schluss wirds am schlimmsten finde ich.

    Das zwischendrin ist okay, da vergeht die Zeit einigermaßen, aber jetzt, 3 Wochen vor Entlassung würde ich ohne tagsüber zu arbeiten warscheinlich durchdrehen...

    Die erste Zeit, allein und vom Partner getrennt ist richtig richtig schlimm, sehe ich ja auch am Hafturlaub von der Freundin. 4 Tage lang alles super duper chilli vanilli und dann der erste Abend an dem sie nicht mehr verfügbar ist... da dreh ich förmlich durch, da weiss ich dann nicht wo mir der Kopf steht und die Zeit vergeht gar nicht. Wird dann aber wieder besser, sobald die Routine wieder eintritt...

    16 Tage noch 🎉 Bin ich froh!

    Und an alle anderen: Ihr schafft das, es ist zu schaffen, auf jeden Fall! Und die Zeit vergeht trotzdem, manchmal schneller, manchmal langsamer, aber sie vergeht, glaubt mir 😊

    Toll Landy, wirklich toll! Freue mich sehr für dich bzw. Euch!

    Wie lange war deine Freundin weg?


    Mein Freund hat ja schonmal eine Haftstrafe hinter sich gebracht und er meinte auch, die letzten paar Monate sind die Schlimmsten.. die Zeit vergeht gar nicht..

    Ach ich würde mich freuen, wenn ich schon von den letzten paar Monaten sprechen könnte..

  • Danke Fu!

    Sie war dann 2/3 (also 20) von den 30 Monaten Die sie bekommen hat im Gefängnis, davon fast 8 in U-Haft.

    Ja, ich glaub ich freu mich mehr als sie. Sie hat, sagt sie zumindest, einen Haftschaden. Sie hat Angst vor der Freiheit weil sie sich fühlt als würde auf ihrer Stirn für alle lesbar „Sträfling“ stehen. Eine Unterkunft ist gott sei dank da und eine Arbeit wird sich gewiss auch finden. Die meissten Freunde haben sich abgewandt, sind nur noch ein paar wenige übrig... und die Familie hat sie auf jeden Fall noch. Das wichtigste für sie ist ihr Sohn, der momentan bei ihrem Ex lebt... lange und verzwickte Geschichte...

    Fu, kannst du ihn denn schon besuchen? Ich denke ab dem Zeitpunkt wirds dann auch einfacher und die Zeit vergeht schneller weil man sich einfach die lange Haftzeit in kurze Teilstücke einteilen kann.