Besuche im Maßregelvollzug uvm ...

  • Wenn es beim 64er bleibt würde mich alles zu Besuchen interessieren.Das mit dem Erstgespräch weiß ich schon, aber welche Kriterien entscheiden ob ich als tauglich Befunden werde oder nicht???


    Seine Straftat (Engelstrompeten, Kräuter,Alkohol) hatte mit mir zu tun.

    Wie oft und wie lange darf besucht werden?

    Darf er mich irgendwann auch Mal besuchen und wenn ja, wie lang geht es in der Regel bis es so weit ist?

    Kann er Sonderurlaub bekommen z B. für unsere Hochzeit?

    Gibt es Anstalten die besonders locker sind oder wo er früher als 2 Jahre entlassen werden kann?

    Fragen über Fragen :planlos:

  • Hallo, habe im Suchsystem nach §64 geschaut und wollte hier dann eine Frage platzieren.

    Nun sehe ich, dass die Frage von La Loca noch keine Antwort fand.

    Ich will es aber trotzdem nochmal versuchen, bevor ich zum x-ten Mal diesen §64 abfrage.


    Wenn der §64 im Urteil steht und die Gesamtstrafe aber höher als 2 Jahre, z.B. 5 Jahre lautet, was bedeutet das dann?

    Habe von chris gelesen, dass möglicherweise nach 2 Jahren MRVZ, dann noch die Reststrafe in der Strafhaft abgesessen werden muss.

    Was ist aber , wenn die Therapie abgebrochen wird? Zählt dann die Zeit auch auf die Gesamtstrafe?


    Mein Sohn will natürlich raus und sucht nun Möglichkeiten den Vorgang zu beschleunigen. Ein Gutachter ist eingeschaltet und hat schon seine Arbeit aufgenommen.

    Da aber die Mindeststrafe von 5 Jahren wartet, könnte der §64 doch ein "Eigentor "sein.


    Kann mal bitte einer über die Risiken aufklären!



    LG Bikerboy

  • Hallo Biker,

    die Strafe soll so bemessen sein, dass eine Aussetzung zur Halbstrafe möglich ist, wobei man in der Regel von einer Therapiedauer von 2 Jahren ausgeht. Eine Rückverlegung in den Regelvollzug ist bei einer erfolgreichen Therapie nicht erwünscht. Die Entlassung soll aus dem Maßregelvollzug erfolgen. Wenn ich also von einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren ausgehe, sind 2 Jahre 6 Monate die Hälfte und damit länger als die voraussichtliche Therapiedauer. Die Differenz kann sich durch eine Anrechnung der U-Haft erledigen, ansonsten würde man den Vorwegvollzug von 6 Monaten anordnen.

    Der Maßregelvollzug wird bis zum 2/3-Zeitpunkt auf die Strafe angerechnet, dies gilt auch bei einer abgebrochenen Therapie. LG Lasker

  • Hallo Lasker, vielen Dank für deine Antwort.

    Wenn das Gericht also den §64 uns Urteil schreibt, weil ein Gutachten das ermöglicht, dann kann bei der erfolgreichen Therapie also die Strafe nach 2,5 Jahren enden, wenn die Gesamtstrafe 5 Jahre beträgt und die U-Haft schon 6 Monate gedauert hat, richtig?

    Der Maßregelvollzug wird bis zum 2/3-Zeitpunkt auf die Strafe angerechnet, dies gilt auch bei einer abgebrochenen Therapie.

    Hier brauche ich nochmal Hilfe. Gesamtftrafe 5 Jahre, 2/3 wären also 3 Jahre und 4 Monate. Hier wird die U-Haft auch angerechnet.

    Würde also bei 2 Jahren und 10 Monate eine Entlassung auch ohne §64 möglich sein (bei U-Haft 6 Monate)?

    Wir reden also in diesem Fall über 5 Monate, die man seine Haft verkürzen kann, wenn man in den MRVZ (Theraphie) geht?


    LG Bikerboy

  • Hallo Biker,

    beim abgebrochenen § 64 StGB ist es immer schwierig eine vorzeitige Entlassung hin zu bekommen. Standartargument: Wegen der unaufgearbeiteten Suchtproblematik können weitere Straftaten nicht ausgeschlossen werden. Auch ein Wechsel in der § 35 BtMG ist schwierig, weil man keinen Kostenträger findet ( Wenn er das abgebrochen hat, will er wohl offenkundig nicht und es fehlt an der Erfolgsaussicht). Besser man hält durch.

    Die Anrechnung bis zum 2/3-Zeitpunkt bedeutet z.B. wenn sich der Therapieerfolg verzögert und er ist einschließlich U-Haft vier Jahre weg ist eine Anrechnung nur bis 3 Jahre und 4 Monate erfolgen kann. Also wenn es länger dauert, kann es Schwierigkeiten mit der Anrechnung geben. LG Lasker