Aussage von der Polizei

  • Hallo ihr Lieben.

    Hätte wieder mal eine Frage.

    Folgende Situation:

    Jemand klaut bei einem Bekannten Geld und man wird erwischt. Die Polizei kommt und es werden alle Sachen durchsucht. Derjenige streitet es die ganze Zeit ab, aber das Geld wird letztendlich doch bei ihm gefunden.

    Daraufhin, gibt derjenige es gegenüber den Polizisten mehr oder weniger zu.

    Danach auf der Wache macht er allerdings Gebrauch vom Verweigerungsrecht und gibt nichts zu Protokoll.

    Jetzt meine Frage, werden die Polizisten bei der Verhandlung als Zeugen geladen und dürfen von dem Gespräch bei der Durchsuchung erzählen oder gilt da nur das schriftliche Protokoll bei dem er nichts gesagt hat?

    Ich Danke Euch jetzt schon mal für Eure Antworten.

    LG

  • Hallo Julia,

    Ja, die Polizeibeamten können als Zeugen geladen werden. Die Aussage bei der Polizei ist jedenfalls dann verwertbar, wenn er vorher als Beschuldigter belehrt wurde. LG Lasker

  • Die Aussage bei der Polizei ist jedenfalls dann verwertbar, wenn er vorher als Beschuldigter belehrt wurde

    Soll ich das so verstehen, wenn ich jetzt der Dieb wäre und die Polizei quetscht mich wie eine Zitrone aus, es doch zu zugeben und bin vorher mündlich von denen belehrt worden, ist die Aussage verwertbar ?


    Ich habe es noch nie erlebt, das eine Polizeistreife jemanden vor einer Durchsuchung belehrt hat und ich bin sehr häufig von denen durchsucht worden.

    Selbst wenn ich mit zur Wache musste, plauderten die weiter auf mich ein, ohne mich zu belehren.


    Erst viel später, wenn sie anfangen es auf Papier zu bringen, beginnen sie mehr oder weniger mit der Belehrung, weil man es ihnen dann auch unterschreiben muss.

    Ein mündliche Belehrung so wie in den amerikanischen CSI Serien zusehen ist, habe ich in Deutschland noch nie erlebt und gibt es auch nicht.


    Ohne das man ihnen diese Belehrung unterschrieben hat, ist die Aussage von mir als Dieb, nichts wert.

    Mal Abgesehen davon, als Beschuldigter darf ich lügen (da haben wir es wieder....die Lügen) bis sich die Balken biegen, ebenso kann ich ein Geständnis widerrufen und darf es nicht mehr gegen mich verwenden.

    Was doch für ein Netz wir weben,


    wenn wir den Weg der Täuschung gehen.


  • Hallo Chris,

    ein mündliche Belehrung reicht aus und ist auch absolut üblich. Im Polizeibericht heißt es dann meist: Nach durchgeführter Belehrung erklärte der Beschuldigte.... Was dann gesagt wird dazu kann der Polizeibeamte dann als Zeuge vernommen werden und das kann verwertet werden. Bestes Beispiel sind Trunkenheitsfahrten. Da erfolgt die Belehrung direkt auf der Straße und alles was dann gesagt wird, kann verwertet werden. Rechtliche Probleme gibt es nur dann, wenn der Beschuldigte so zu war, dass er vielleicht die Belehrung nicht mehr verstanden hat. Auch ein widerrufenes Geständnis kann verwertet werden. Das Gericht muss sich dann mit den Gründen des Widerrufs auseinandersetzen. Glaubt es danach dennoch an die Erstaussage, kann deswegen eine Verurteilung erfolgen.