Jva Castrop - Erfahrung eines Inhaftierten

  • Hallo Leute,


    ich wollte Euch meine Erfahrung mit der JVA-Castrop mitteilen.


    Ich bin SELBSTSTELLER und denke, dass ich trotz der kurzen Zeit mittlerweile einen sehr guten Überblick über diese JVA hab.


    Ich hab mich selbst gestellt. Anschließend bin ich in das Zugangshaus gekommen. Das Zuganhshaus ist der geschlossene Bereich, wo man(n) auf Herz und Nieren überprüft wird. Auf dem Zugang hat man eine Eibzelstube ohne TV und Radio und man kann sich auf dem Flur, Aufenthaltsraum sowie TV Raum frei bewegen. Je nach Delikt und Länge der Strafe kann es vorkommen, dass man bis zu 14 Tage im Zuganhshaus sitzt. Ich hatte das Glück 2 Tage auf dem Zugangshaus zu sitzen und anschließend in eines der Häuser im offenen Vollzug untergebracht zu werden. Nach 2 weiteren Tagen im offenen Vollzug bin ich in das FB-Haus und stehe auf der Liste für eine Einzelstube. Ich muss aber anmerken, dass ich mich mit meinen Spannmänner gut verstehe.


    Nach dem alles sorgfältig geprüft wurde, hab ich die Erlaubnis bekommen, meine Arbeit wieder aufzunehmen. Gehalt etc. geht weiterhin auf meinem Konto. Ich muss allerdings bis Ende des Monats, für den Folge Monat die Kosten für Stube und Ü-Geld pünktlich überweisen. Allerdings ist das hier alles Ermessungssache des zuständigen Beamten. Es gibt auch Fälle wo das Gehalt erst einige Zeit auf das Konto der JVA eingehen muss, alle Kosten abgezogen werden und anschließend der Rest auf das Private Konto geht.


    Sofern man noch keine Lockerungen erhalten hat, kann man 1x Wichtenlich sowie am Wochenende Besuch bekommen. Es ist keine Anmeldung nötig und der Besuch kann zwischen einer bestimmten Zeit erscheinen. Einkäufe sind bis 40€ erlaubt - wird aber von den Beamten nicht kontrolliert...


    Ansonsten gibt es nicht viel negatives zu berichten. Alle Beamten sind überwiegend freundlich. Die JVA gleicht eher einer Jugendherberge, als einer JVA. Man muss es sich wie ein kleines Dorf vorstellen. Man hat unter anderem einen kleinen Park mit Sitzfläche und Grillgelegenheiten sowie einen Teich. Ebenfalls gibt es auf dem Gelände eine Pommesbude, welche Mo, Mi und Fr. geöffnet hat.


    Das Mittagessen ist für eine JVA übrigens sehr gut. War sehr überrascht und hab schon schlechter gegessen.


    Dazu werden in regelmäßigen Abständen Ausflüge angeboten. Unter anderem ins Schwimmbad, Stadion, Fahrradtouren etc.


    Trotz dieser ganzen Annehmlichkeiten die diese JVA mit sich bringt, bin ich noch immer ein Inhaftierter. Ich bin in meiner Entscheidung über mein Leben eingeschränkt und dies wird mir regelmäßig bzw fast jeden Tag ins Gedächtnis gerufen und das ist zumindestens für mich die wirkliche Strafe!


    Daher kann ich über manche Inhaftierten nur den Kopf schütteln, die sich über die JVA, dem Essen etc. beschweren. Darüber kann ich wirklich nur den Kopf schütteln und es macht mich auf einer Art auch etwas sauer.


    Ich hab sicherlich einiges vergessen. Daher einfach fragen!


    Gruß M52B28

  • Hallo M52B28,


    ja der Bericht passt zu einem 6 Zylinder, laufruhig und durchzugsstark vom richtigen Hersteller.

    Es ist schon erstaunlich, welchen Komfort man in deutschen JVA´s vorfindet.

    Sicher sind nicht alle JVA´s so "kundenfreundlich" und deine Strafzeit ist auch überschaubar.

    Ich wünsche dir alles Gute und übertreibe es nicht mit dem "Ladedruck":lachfett:


    LG der Bikerboy

  • Hallo M5.

    es ist immer schön solche Berichte von einem Internen zu lesen. Es hilft vielen auch bei der Frage, ob es sich lohnt sich selbst zu stellen. Eine Pommesbude auf dem JVA-Gelände, ja das ist der Niederrhein und das Ruhrgebiet, wie ich es liebe. Als gebürtiger Niederrheiner kann ich das nur gut finden. LG Lasker

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