wenn das Leben wieder einen geordneten Lauf

  • So nun auch bei mir.

    Ich hatte gestern ein Vorstellungsgespräch und morgen geht dann meine Weiterbildung los.

    Herzlichen Glückwunsch.

    Ja, ich freue mich auch wenn es echt hardcore ist von null auf 100 Vollzeit die Schulbank zu drücken und vorher noch die Kinder in die Kita zu schaffen und danach sofort zurück zu hetzen.


    Das bedeutet die nächsten siebeneinhalb Monate von Montag bis Freitag komplett ausgelastet zu sein, der Tag startet früher als gewohnt, die Jungs sind noch länger in der Kita wir haben nur das Wochenende für uns. So wie in den üblichen Vorbildfamilien nur dass somit eben auch die Besuchszeit beim Papa zu kurz kommt. Der Langzeitbesuch verschiebt sich um mindestens diese Zeitspanne der Weiterbildung, danach geht es dann in die Teilzeit, alles kein Problem.


    Leider ist es so dass ich, für mich, derzeit absolut stagniere was diese ganze Knastsache betrifft. Anderthalbstunden für umsonst nach Tegel zu fahren um dann zwei Stunden zurück zu fahren weil Union gespielt hat (ich liebe Union aber ich wollte auch nur nach Hause) Briefe sind selten geworden, am Telefon ist es auch nicht mehr dasselbe, die Beamten im Besuchszentrum ziehen einen runter, JA ich finde die Pforte in Tegel scheiße und das seit Anfang an.


    Die Freie Hilfe ist nun endlich bald mit der Vater-Kind-Gruppe in Tegel und ich hab keinen, außer mir, der die Jungs dahin bringt, fällt für uns also auch flach.. sieben Monate sind viel, da gibt es auch andere Papas die ihre Kinder sehen wollen und dürfen da wird für ausgerechnet uns sicherlich kein Platz frei gehalten.

    Einmal haben unsere Jungs ihren Papa gesehen und nach dem Desaster vor Weihnachten habe ich sowieso Panik nicht rechtzeitig da zu sein.. wo ich schon echt viel Mut zusammen nehmen musste überhaupt zum regulären Besuch zu fahren mit den Jungs. Wenn es nächstes Wochenende klappt ist es schön und ich muss wohl pünktlich zwei Stunden vorher los um dann sicherlich ne halbe Stunde draußen zu warten. Ist ja ein Kinderspiel..


    Ja, mich ziehen diese Kleinigkeiten runter, ich kann das nicht, es fühlt sich an wie aufgeben. Ich merke nach nicht einmal zwei Jahren dass mir alles entgleitet, die Last größer wird obwohl es keine Last ist denn ich möchte es, ich möchte meinen Mann besuchen, ihn sehen, seine Stimme hören, seine Zeilen lesen, ihn im Arm nehmen, seine Hand halten aber es scheint als soll es nicht sein.


    Was sind schon sieben Monate gegen dann vielleicht noch 13 Jahre? Ein Möwenschiss! Es trifft aber genau das ein was ich vermutet habe, spätestens wenn die Verantwortung Arbeit dazu kommt wird es für mich ein Mammutprojekt. Meine Kinder kommen zu kurz, ich sowieso und es ist "nur" ein Besuch im Monat für mich aber ohne die Sprechzeiten am Wochenende wäre selbst der jetzt passé.


    Abgesehen davon dass ich einfach hoffe dass die Jungs sich endlich ein brauchbares Immunsystem aufgebaut haben dass ich nicht so oft ausfalle. Jetzt muss alles wieder umgeworfen werden, eigentlich sollte auch das erste Halbjahr der Umzug gewesen sein. Alle Pläne durcheinander weil alles nur noch am Wochenende geht, mit den Kindern am Rockzipfel.


    Mache ich mir zu viel Druck? Sollte ich vielleicht ersteinmal sehen wie es wird bevor ich jammere? Was aber wenn sich nur etwas bestätigt was ich die ganze Zeit geahnt habe. Es hat alles geklappt und mit Tegel wurde alles anders und alles ist so durcheinander. Wir haben uns gerade eingespielt, alles für die Katz. Wieder alles von vorn wobei wir angekommen sind. Es fühlt sich kacke an und obwohl wir mehr Zeit als genug haben uns immer und immer wieder neu zu gestalten, ist und bleibt der Mensch ein Gewohnheitstier. Diese Ungewissheit tanzt Breakdance in meinem Kopf, ich mag Hip Hop aber jetzt eine schöne Ballade von Within Temptation wäre mir etwas lieber.


    Danke fürs Lesen, Sorry fürs Jammern...

    Liebe Grüße, Steffi

    "Liebe, die verspricht, muss nicht halten, Liebe, die hält, muss nicht versprechen"

    -Manfred Hinrich-

  • Liebe Lovegoeson,

    als Erstes einmal Herzlichen Glückwunsch, dass es bei dir beruflich weitergeht.........das ist doch schon ein sehr positiver Aspekt!

    Aber auf jeden Fall wird die Zeit kein Zuckerschlecken. Wie du schon schreibst, von 0 auf 100 und dann auch noch quasi die "Schulbank drücken". Aber du schaffst das, du hast nun schon so viel geschafft, dann wirst du die 7 Monaten auch wuppen!


    Denn du musst an dich und deine Kinder denken, an eure Zukunft. Deinem Mann wird es in diesen 7 Monaten an nichts fehlen außer euren Besuchen (gut, Freiheit lasse ich mal außen vor).


    Hast du keine Freundin, keine Nachbarin, keine Bekannte, die dich mal bei der Betreuung deiner Kinder unterstützen könnte? Allein, wenn z.B. mal jemand die Kleinen in den KiGa bringen würde oder abholen? Gibt es bei euch vielleicht so etwas wie "Großeltern auf Zeit"? Hier bei uns im Ort gibt es eine Generationenhilfe, bei denen es auch quasi "Miet-Großeltern" gibt und das wohl mit sehr guter Nachfrage und sehr gutem Erfolg.


    Und wenn z.B. diese "Freie Hilfe" nun bald eine Vater-Kind-Gruppe anbieten wird........besteht da nicht die Möglichkeit, dass ihr da irgendwie auf jeden Fall reinrutscht? Kämen doch mehrere Dinge zusammen, die es zu überwinden für Andere ein Klacks sind, aber für dich/euch fast unüberwindbar scheinen. Allein die Tatsache der Anreise mit 2 kleinen Kindern - wohl dem, der die Racker nur ins Auto packen braucht. Besteht vielleicht auch seitens der Familienhilfe die Möglichkeit, dass ein Sozialpädagoge die Umgänge begleitet (und dann auch die Kinder abholt und wieder heimbringt)? Für die Kinder ist es doch wichtig, den Bezug zu ihrem Papa zu behalten und zu fördern - aber zerreissen kann sich nun mal eine Mutter nicht, auch wenn sie es sicher gern manchmal tun würde.


    Sag deinem Mann, dass er dir öfter schreiben soll, dass dir dies gut tut, dass es dich aufbaut, dass du das brauchst! Muss ja nun wirklich nichts Weltbewegendes sein und ja, es passiert nicht viel. Aber unser Sohn schreibt auch, was es morgens, mittags und abends zu essen gibt, kleinere Erlebnisse was er tagsüber so gearbeitet hat. Oder ein Lied, dass man gemeinsam gut findet und das im Radio kam, ein Film........


    Für dein "jammern" musst du dich wahrlich nicht entschuldigen, das ist nämlich jammern auf hohem Niveau, denn du schaffst so viel! Aber ich denke, ohne Hilfe ist das schwer so weiter zu bewerkstelligen. Ich wünsche dir von Herzen, dass du dir eine Art Netzwerk aufbauen kannst und wieder eurer Zukunft positiv entgegensehen kannst!


    LG

    Herzschmerz

  • Dankeschön Herzschmerz, für deine Liebe Antwort.


    Ich habe jetzt immerhin schon einen Tag hinter mich gebracht, auch wenn es sich für mich noch nicht richtig anfühlt in dieser Weiterbildung zu sitzen, werde ich sehen was da auf mich zukommen wird, da es ein komplett anderer Bereich ist als das was ich bisher gemacht habe.


    Es gibt das Silbernetz, ja.

    Das Problem ist eben dass ich mit all dem solange gewartet habe dass jetzt, wo ich Vollzeit unterwegs bin, keine Zeit mehr habe um ein Netzwerk um mich herum aufzubauen.

    Erstmal steht alles still, auch die Gespräche mit der Kinderpsychologin, die man aber auch auf die Schließzeiten der Kita legen könnte.


    Ich selbst schreibe kaum noch Briefe, das ist ja mein Problem. Wir telefonieren täglich, da wird ja alles erzählt nur habe ich trotzdem so oft meine Gedanken aufgeschrieben, egal wie kurios oder auch gemein sie waren. Dafür habe ich keine Zeit, keine Muße mehr, warum auch immer..


    Derzeit hetze ich dann wieder von zu Hause zur Kita, zur Schule zur Kita und komm erst runter wenn wir zu Hause sind.. weil die Stelle, die die Kita-Gutscheine ausstellt geschlossen ist, alles per Mail.. Meine Jungs dürfen maximal 9 Stunden in der Kita sein, nötig sind zehn. ZEHN Stunden quasi arbeiten damit ich zur Schule kann.. das finde ich heftig, das tut mir als Mama schon ein wenig weh, auch wenn sie das ganz toll machen.


    Ich habe den größten Respekt vor allen alleinerziehenden die Vollzeit arbeiten gehen, ich finde es heftig.


    Mein Mann weiß bescheid, wir haben ja drüber gesprochen und es sind eben nur vier Monate und ich hoffe dass wir jetzt immer am Wochenende hin können.


    Auch ja, sollte man Menschen mobilisieren können die mich unterstützen, das muss auch erst wachsen, eine Art Vertrauen, ich bin erstmal grundsätzlich skeptisch und würde meine Kinder nicht jeden in die Hand drücken. In der Kita war es für mich damals etwas anderes, die machen das da schon ewig, die Kita steht 30 Jahre.. aber irgendwen? Kann ich nicht, egal wie dumm das vielleicht ist.


    Es wird schon alles werden, es muss und sollte es nicht gehen kann ich mit den Leuten an dieser Schule reden, die scheinen in Ordnung zu sein.


    Ich muss das auf mich zukommen lassen. Ab und kalte Wasser mit der Muddi.


    Dankeschön<3

    Liebe Grüße, Steffi

    "Liebe, die verspricht, muss nicht halten, Liebe, die hält, muss nicht versprechen"

    -Manfred Hinrich-

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