JVA Bielefeld-Senne Außenstelle Verl

  • Guten Tag!


    Ich habe gerade etwas Zeit und will doch einmal einen Eintrag zur Außenstelle Verl der JVA Bielefeld vornehmen.


    Wer hier landet, hat es insgesamt eigentlich gut getroffen. Wenn man die Bediensteten erst einmal kennen gelernt und hat sie Dich ebenfalls kennen gelernt haben, ist der

    Umgang doch sehr freundlich und hilfsbereit.


    Aber von Anfang an:


    Du landest zunächst im Verteiler Bielefeld-Ummeln und wirst hier - soweit geeignet für den offenen Vollzug - einer der Außenstellen zugeteilt. In meinem Fall war das die Außenstelle Verl, die etwa

    vier Kilometer vom Stadtzentrum Verl entfernt liegt (soweit man Verl als Stadt bezeichnen will :)). Eine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Verl oder Bielefeld ist leider so gut wie nicht vorhanden, aber es gibt Anstaltsfahrräder, die an die Bewohnen der Außenstelle ausgeliehen werden (auch zur privaten Nutzung während des Ausgangs).


    In den ersten Wochen sind nur Besuche erlaubt, in der Vollzugskonferenz wird dann über die weiteren Schritte der Hafterleichterungen entschieden. In der Regel werden Schritte zwischen 4 und 6 Wochen

    festgelegt, d.h. erst nur Besuche (hier sind die Beamten sehr entgegenkommend und dehnen die Besuchszeiten maximal aus). Im zweiten Schritt sind dann Begleitausgänge erlaubt, d.h. man wird für 4 Stunden

    von einem Bekannten/Verwandten (muss vorher zu Besuch gewesen sein) abgeholt und wieder zurückgebracht. Im dritten Schritt hat man wöchentlich 12 Stunden Ausgang zur freien Verfügung. Die verfügbaren Ausgangszeiten sind wie folgt festgelegt:


    Dienstag 17:00 - 19:30 Uhr

    Donnerstag 17:00 - 19:30 Uhr

    Samstag 07:00 - 18:00 Uhr

    Sonntag 07:00 - 16:00 Uhr


    In der nächsten Stufe ändert sich ändert sich am Ablauf erst einmal nichts, nur der verfügbare Ausgangszeitraum wächst auf wöchentlich 20 Stunden.


    Nach erfolgreichem Bestehen der 20-Stunden-Stufe wird man Urlauber, d.h. man kann - neben dem Stundenkontingent von 20 Stunden - zweimal im Monat die Anstalt

    für den Zeitraum von Samstag 07:00 Uhr bis Sonntag 18:00 Uhr verlassen (Übernachtungsanschrift muss hinterlegt sein).


    Danach hat man die Möglichkeit FB-ler zu werden, sprich ein freies Beschäftigungsverhältnis aufzunehmen und die Anstalt tagsüber zu verlassen. Nach Arbeitsende muss unverzüglich

    in die Anstalt zurückgekehrt werden, kleinere Einkäufe sind allerdings erlaubt.


    Bis man die Stufe FB-ler erreicht hat, stellt die Anstalt dem Bewohner einen Arbeitsplatz zur Verfügung. Das geschieht entweder inhäusig oder man arbeitet für eine externe Firma,

    beispielsweise die Stadt Verl oder Gütersloh, aber auch in anderen Unternehmen (GaLa-Bau, Holzverarbeitung o.ä.).


    Verpflegung:


    Die Verpflegung ist ausgesprochen abwechslungsreich und die beiden Köche bemühen sich schmackhafte Gerichte zu zaubern. Natürlich trifft man nicht immer jedermanns Geschmack,

    aber wer sich hier beschwert, ist es letzten Endes selber schuld. Die Portionen sind ausreichend (eher übermäßig) und schließlich ist es kein 4-Sterne-Hotel. Sobald man dann im FB-Status ist, kann man

    entscheiden, ob man weiter verköstigt werden will oder ob man sich selbst verpflegt. Auf jeder der beiden Etagen steht eine Küche mit Herd/Ofen und eine Mikrowelle zur Verfügung.


    Sport:


    Hinter dem Haus gibt es eine Laufbahn, Tischtennisplatten, ein Fußballplatz und ein Volleyballfeld. Inhäusig existiert ein Fitnessraum :biegen:, Billardtisch, Tischkicker und eine Dartscheibe.


    Zimmer:


    Einzel- und Doppelbelegung; im Regelfall wird man am Anfang in einem Doppelzimmer untergebracht, nach einigen Monaten bietet sich dann die Möglichkeit auf ein Einzelzimmer. Die Zimmer

    sind nicht vergittert und vom Bewohner abschließbar. Ausgestattet ist das Zimmer mit Bett, Schrank, Tisch, Stuhl und zwei Regalen. Für die Sauberkeit auf dem Zimmer ist jeder selbst verantwortlich.


    Sanitäre Anlagen:


    Duschen und Toiletten auf jeder Etage; leider sind die Anlagen nicht immer so sauber, wie man sich das wünscht. Die Reinigung erfolgt jeden Tag durch die Hausarbeiter, was dann

    im Laufe des Tages geschieht, ist ausschließlich auf das Verhalten der Mitbewohnen zurückzuführen.


    Fazit:


    Wenn man sich gut führt, dann lässt es sich in der Außenstelle Verl ganz gut aushalten. Wie gesagt, es ist kein Hotelaufenthalt, allerdings kann ich mir wirklich Schlimmeres vorstellen.


    Solltet Ihr noch Fragen haben, sprecht mich gerne an.



    Alles Gute und haltet Euch durch straffreies Verhalten fern von allen JVA's dieser Welt, die Freiheit ist durch nichts zu ersetzen.

  • Danke für den ausführlichen Bericht, finde ich toll wenn dieser positiv ausfällt.

    Wünsche dir viel Glück und Gesundheit.

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