Resozialisierung geht echt anders

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  • Ich muss mich jetzt mal auskotzen.

    Die JVA ist schon lustig.

    Aussagen der JVA gegenüber einem Inhaftierten ohne Ausgang:


    1. ich würde Ihre vorzeitige Entlassung befürworten, wenn Sie eine Arbeitsstelle hätten.

    Daraufhin Nachfrage an die Sozialarbeiterin wegen der Möglichkeit telefonischer Vorstellungsgespräche. Antwort nach sage und schreibe 3,5 Wochen: telefonisch nicht, aber Sie können ja Termine machen und dann dort hin fahren. Müssen aber taggleich zurück sein, Ihre Lebensgefährtin kann Sie ja fahren.

    Randnotiz: Der künftige Wohnort befindet sich 4,5 Fahrtstunden (ohne Stau) entfernt. Über die Kosten dafür möchte ich gar nicht reden. Und die Lebensgefährtin hat ja nur selbst auch nen Job...


    2. Suchen Sie sich bitte JETZT am künftigen Wohnort einen Arzt für Ihre Substitution. Wie macht der Inhaftierte das? So ohne Google, ohne Möglichkeit bei der kassenärztlichen Vereinigung anzurufen?


    Jetzt mal ernsthaft... was ist der Job eines Sozialarbeiters in der JVA? Ich weiß es echt nicht mehr. Idiotische Ansprüche stellen? Und wie bitte soll man sich bewerben, wenn man nicht weiß, wann man entlassen wird?


    Manchmal frag ich mich schon, wie weltfremd die dort alle sind und ob sich ernsthaft jemand über die hohen Rückfallquoten wundert.

    Wenn ich mich nicht um alles kümmern würde, würde er bei Endstrafe ohne Überbrückungs-/Eingliederungsgeld raus kommen und auf der Straße sitzen.


    Ich würde so oft so gerne dort anrufen und mal sagen was ich so alles denke. Aber nein, wir schweigen, sind stets freundlich und reißen uns im Hintergrund den Arsch auf. Und die Sozialarbeiterin kassiert Geld für was auch immer. Denn sobald man mal ne Frage hat, kommt nur, sie wisse das auch nicht. Prost Mahlzeit.

  • Hallo Loewin87,


    das klingt so nicht gut. Rheinland-Pfalz ist vom Vollzug her offenbar immer noch finsteres Mittelalter. 4 1/2 Stunden Fahrtzeit zum künftigen Wohnort? Ist der zukünftge Wohnort nur in Planung oder existiert er bereits? Denn im letzteren Fall wäre vielleicht mal eine heimatnahe Verlegung angesagt. Das geht auch über die Landesgrenzen hinweg, es gibt da Austausch-Regelungen zwischen den Bundesländern. Dein Lebensgefährte sollte darüber mal mit der Sozialarbeiterin sprechen oder am besten gleich einen Antrag stellen (mit Begründung und Belegen, Bestätigung von Dir).


    Du hattest in einem vorherigen Beitrag geschrieben, daß ein Gespräch zwischen Dir und der Sozialarbeiterin stattfinden soll. In Verbindung mit diesem Beitrag klingt das erst mal ganz gut und läßt hoffen. Du solltest also die Nerven behalten.


    Für einen Substitutionsarzt sollte sich Dein Lebensgefährte mal an den Arzt oder Sani wenden, wenn nicht ein eigener Drogenberater im Haus ist. Sozialarbeiter sind für so etwas tatsächlich nicht zuständig. Dein Lebensgefährte kann auch mal bei anderen Gefangenen fragen, da erhält er dann vielleicht auch Auskünfte, ob eine Substituionsarzt gut ist oder nicht, es gibt da solche und solche. Wenn er in Zweibrücken sitzt und nach Bayern ziehen will, dann wird das natürlich schwierig. Aber vielleicht kannst Du in oder an Deinem Wohnort einen Arzt für ihn finden. Übrigens: Wenn sich die Sozialarbeiterin mit Dir unterhalten will, dann will sie herausfinden, wie haltbar Eure Beziehung ist, also ob ausreichend feste Bindungen bestehen. Du kannst Dir diesen Umstand zu Nutze machen und jetzt möglichst viel für Deinen Lebensgefährten aktiv werden. Je mehr Du jetzt für ihn in die Wege leitest (einschließlich Substitution) , umso besser für ihn und umso eher gewinnt die Sozialarbeiterin den Eindruck, daß gute soziale Bindungen bestehen. Ausreichende soziale Bindungen sind für eine vorzeitige Entlassung wichtig, sie sind sozusagen das A und O!


    Was den voraussichtlichen Entlassungstermin (2/3) angeht, so sollte er eigentlich im Vollzugsplan stehen. Auch wenn eine Bewährung noch nicht feststeht, solltet Ihr von diesem Datum ausgehen. Im Zweifel habt Ihr dann umsonst gehofft (und gearbeitet), aber das ist eben die Justiz und ein wenig auch das Leben, davon darf man sich nicht erschüttern lassen. Immer das Beste hoffen und auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, dann klappts auch mit dem Nachbarn ;)


    Hier mal ein Ansatz: https://www.bas-muenchen.de/aktivitaeten/substitution.html


    Gruß

    Christian

  • Hallo Christian,


    ich hab in den letzten Monaten einiges geregelt, das weiß auch die Sozialarbeiterin. Das Gespräch ist bei denen Standard, sie sagte ihm auch, sie führt es nur, weil sie muss.


    Was die Substitution angeht bringt ein Gespräch mit dem Arzt der JVA wegen dem Umzug nach Bayern nichts. München ist eigentlich fast zu weit, weil er da einfach 1,5 Stunden unterwegs ist und arbeiten soll und will er ja auch. Genau das ist dann das große Thema. Denn leider wachsen diese Ärzte nicht auf den Bäumen, auch wenn man ihm in der JVA sagte, die gäbe es reichlich. Eben mal wieder eine falsche Information.


    Im Vollzugsplan steht die vorzeitige Entlassung, aber die JVA ist ja nur eine Meinung von insgesamt dreien, da bin ich einfach Realist genug.


    Gegenüber der JVA behalte ich immer die Nerven. Er tut sich da etwas schwerer. Aber auch das wird langsam. Für mich ist das mein täglich Brot, Themen freundlich zu lösen. Mir fehlt nur manchmal der Ort, an dem man sich auch mal auskotzen kann.


    Was eine heimatnahe Verlegung angeht, darin sehe ich nur Nachteile. In Zweibrücken darf er telefonieren, das gibt es in Bayern nicht. Somit wäre der einzige Vorteil, dass ich beim Besuch weniger lang fahren muss. Dafür müsste ich aber auf vieles andere verzichten und das macht einfach keinen Sinn.


    So ist es halt... und das seit Monaten. Die Sozialarbeiterin erwartet von ihm Dinge, die er allein nicht bewerkstelligen kann, obwohl er gerne würde und ich hab die Arbeit. Das nervt einfach manchmal. Ich hab ja einen Mann und kein Kind. Neben Vollzeitjob & Selbstständigkeit & Fortbildung ist es einfach manchmal so, dass ich mich frage, ob da drin irgendwer bedenkt, dass auch ich als Angehörige noch sowas wie ein Leben habe.


    Immerhin haben sie ihm für den Reststrafenantrag jetzt eine positive Stellungnahme geschrieben, die ich Ende der Woche zu lesen kriege. Rechtsbeistand bin ich ja nebenbei auch noch für ihn ?


    Am Ende ist es mal wieder egal, wie sehr all das zeitweise ankotzt, weil ich weiß wofür und am Ende ist es das was wirklich zählt.


    Sorry, dass ich das Forum hier ausnahmsweise als Ventil genutzt hab ?

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